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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Salz, Sturm und verlorenes Potenzial

Born of Salt and Storm
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Ich hatte wirklich große Erwartungen an dieses Buch, vor allem wegen der Kombination aus Meer, Magie und düsterer Romantasy, das klang einfach nach einer richtig guten Mischung. Und ganz ehrlich: In einigen ...

Ich hatte wirklich große Erwartungen an dieses Buch, vor allem wegen der Kombination aus Meer, Magie und düsterer Romantasy, das klang einfach nach einer richtig guten Mischung. Und ganz ehrlich: In einigen Punkten hat mich die Geschichte auch definitiv abgeholt. Besonders positiv ist mir sofort die Optik aufgefallen. Das Buch ist einfach wunderschön gestaltet, Cover und Farbschnitt machen richtig was her und sorgen dafür, dass man es super gern in die Hand nimmt oder im Regal anschaut.
Auch das Setting hat mir richtig gut gefallen. Diese raue, vom Meer geprägte Welt mit Stürmen, Legenden und einer ganz eigenen Magie hat eine besondere Atmosphäre geschaffen. Die Idee rund um das Seeglas und die damit verbundene Magie fand ich spannend und mal etwas anderes. Der Schreibstil von Sophia Reynard ist dabei sehr bildhaft und teilweise fast poetisch, man merkt, wie viel Wert auf Stimmung gelegt wurde, und oft hatte ich wirklich das Gefühl, mitten in dieser salzigen, windigen Welt zu sein.
Allerdings ist genau das auch einer der Punkte, der es mir manchmal etwas schwer gemacht hat. Die vielen Beschreibungen sind zwar schön, haben für mich aber stellenweise den Lesefluss gebremst. Gerade in der Mitte des Buches hat sich die Handlung für mein Empfinden etwas gezogen, und ich hätte mir gewünscht, dass es etwas schneller vorangeht.
Mit den Charakteren bin ich leider auch nicht ganz warm geworden. Tavi mochte ich grundsätzlich, aber ich konnte nicht immer komplett mit ihr mitfühlen. Auch Eero als Love Interest bleibt eher im bekannten Muster des geheimnisvollen, verschlossenen Charakters. Die Dynamik zwischen den beiden hat zwar ihre Momente, besonders dieses unterschwellige Knistern, aber emotional hat es mich nicht ganz erreicht. Da hätte ich mir mehr Tiefe und Intensität gewünscht.
Insgesamt bietet die Handlung einige interessante Ansätze mit Magie, Konflikten und Legenden, wirkt aber nicht immer ganz rund und verliert zwischendurch etwas an Spannung. Trotzdem steckt viel Potenzial in der Geschichte, und die Atmosphäre ist definitiv eine ihrer größten Stärken.
Am Ende bleibt für mich ein solides Romantasy-Buch mit einem richtig starken Setting und einer tollen Optik, das mich aber emotional nicht komplett überzeugen konnte. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen, gut, aber mit Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Gute Ansätze, aber Luft nach oben

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Ich habe A Fire in the Sky von Sophie Jordan mit gemischten Gefühlen gelesen: Es ist nicht schlecht, aber eben auch nicht so stark, wie der Klappentext und die hübsche Aufmachung zunächst versprechen. ...

Ich habe A Fire in the Sky von Sophie Jordan mit gemischten Gefühlen gelesen: Es ist nicht schlecht, aber eben auch nicht so stark, wie der Klappentext und die hübsche Aufmachung zunächst versprechen.
Was mir gut gefallen hat: Die Charaktere, vor allem Tamsyn als Außenseiterin, die sich ihren Weg zwischen Palastintrigen und auftauchender Magie sucht, sind sympathisch und tragen die Geschichte angenehm. Auch Fell, der „Beast of the Borderlands“, hat genug Ecken und Kanten, um Interesse zu wecken. Die Welt mit dem sterbenden Reich von Penterra, verschwundenen Drachen und wiedererwachender Magie ist ansprechend gedacht und lässt durchaus Potenzial für weitere Bände erkennen.
Optisch macht das Buch ebenfalls einiges her: Die Ausgabe hat einen farbigen Buchschnitt und generell ein ansprechendes Fantasy-Coverdesign, das zum Genre passt und neugierig macht.
Aber genau hier beginnt mein größter Kritikpunkt: Die Erzählung selbst bleibt stellenweise zu oberflächlich. Einige Passagen ziehen sich, ohne dass die Handlung spürbar vorankommt, und gerade der Aufbau der Magie- und Drachenwelt wirkt eher angekratzt als wirklich ausgearbeitet. Das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich mich öfter gefragt habe, ob das Buch nicht mehr Show als Substanz ist, besonders, weil die Action und Spannung erst gegen Ende richtig Fahrt aufnehmen.
Auch das Enemies-to-Lovers-Motiv war mir zu unausgereift. Die Beziehung zwischen Tamsyn und Fell springt mir zeitweise zu schnell von „ich mag dich nicht“ zu „hey, heißer Kuss“, sodass sie eher wie eine romantische Rosinenpickerei wirkt statt eine echte Entwicklung. Diese Dynamik fand ich persönlich nicht ganz überzeugend.
Aber die Hörbuchversion mochte ich ganz gern. Durch die verschiedenen Sprecher*innen wirkt die Geschichte lebendiger und die Perspektivwechsel lassen sich gut auseinanderhalten. Gerade die emotionalen Szenen und Dialoge funktionieren akustisch besser als auf der Seite und tragen über die ruhigeren Passagen hinweg. Perfekt für unterwegs oder zum Nebenbei-Hören, das macht die Geschichte insgesamt runder.

Dennoch hat das Buch für mich definitiv unterhaltsame Momente, sympathische Figuren und eine hübsche Aufmachung, aber es versäumt, das volle Potenzial seiner Welt und Story auszuschöpfen. Deshalb: ⭐⭐⭐ (3 von 5 Sternen), solide für zwischendurch, aber nicht der große Wurf, den der Titel und die Cover-Ästhetik andeuten.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Interessantes Konzept, das mich nicht ganz überzeugt hat

The Second Death of Locke
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The Second Death of Locke startet mit einer vielversprechenden Idee und einem interessanten, düsteren Grundkonzept. Besonders das Magiesystem, das auf der Verbindung zwischen bestimmten Personen basiert, ...

The Second Death of Locke startet mit einer vielversprechenden Idee und einem interessanten, düsteren Grundkonzept. Besonders das Magiesystem, das auf der Verbindung zwischen bestimmten Personen basiert, hebt sich von klassischen Fantasy-Ansätzen ab und weckt hohe Erwartungen. Auch die Atmosphäre der Geschichte ist eher dunkel und melancholisch, was grundsätzlich gut zum Thema passt.
Leider konnte mich die Umsetzung dieser guten Ansätze nicht durchgehend überzeugen. Der Erzählstil wirkt über weite Strecken sehr langsam, vor allem im Mittelteil zieht sich die Handlung deutlich. Viele Szenen fühlen sich unnötig in die Länge gezogen an, ohne die Geschichte oder die Figuren wirklich voranzubringen. Dadurch geht immer wieder Spannung verloren, und ich musste mich stellenweise regelrecht zum Weiterlesen motivieren.
Ein weiterer großer Schwachpunkt für mich ist die Liebesgeschichte. Die Beziehung zwischen den Hauptfiguren entwickelt sich aus meiner Sicht nicht glaubwürdig. Gefühle entstehen oft abrupt oder bleiben oberflächlich, sodass die emotionale Tiefe fehlt, die eine zentrale Lovestory eigentlich tragen sollte. Statt Nähe und intensiver Verbundenheit wirkt die Beziehung distanziert und konstruiert, was es mir schwer gemacht hat, mit den Figuren mitzufühlen.
Auch die Charaktere insgesamt blieben für mich zu wenig nahbar. Obwohl ihre Hintergründe angesprochen werden, fehlte mir eine echte emotionale Bindung. Entscheidungen und Reaktionen wirkten teilweise unlogisch oder dienten eher der Handlung als einer konsequenten Figurenentwicklung.
Zusammenfassend ist The Second Death of Locke ein Buch mit einer starken Grundidee, einem interessanten Magiekonzept und einer passenden düsteren Stimmung, das jedoch an einer zähen Erzählweise, einer unglaubwürdigen Liebesgeschichte und blassen Figuren scheitert. Für mich bleibt es daher ein solides, aber leider nicht voll überzeugendes Fantasybuch mit viel ungenutztem Potenzial.
3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Solide Idee mit Luft nach oben

The Blackgate Invitation
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The Blackgate Invitation von Sarah Henning beginnt mit einer faszinierenden und geheimnisvollen Prämisse: Zwei Schwestern werden unerwartet in ein magisches Herrenhaus eingeladen, aus dem sie nur entkommen ...

The Blackgate Invitation von Sarah Henning beginnt mit einer faszinierenden und geheimnisvollen Prämisse: Zwei Schwestern werden unerwartet in ein magisches Herrenhaus eingeladen, aus dem sie nur entkommen können, wenn sie innerhalb von drei Tagen eine Reihe gefährlicher Rätsel lösen. Das Setting wirkt von Anfang an düster, mysteriös und fesselnd, und die Kombination aus Fantasy, Mystery und einer sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte schafft eine besondere Spannung. Besonders gelungen ist das Gefühl, eingeschlossen zu sein, das „Locked-Room“-Setting, das die Bedrohung und die Dringlichkeit der Aufgabe greifbar macht. Die Idee eines Wettkampfs zwischen magischen Kräften, in den auch Geheimnisse und Intrigen verwoben sind, sorgt für eine originelle Grundstimmung, die Lust macht, weiterzulesen.
Trotz des starken Einstiegs zeigt das Buch im weiteren Verlauf einige Schwächen. Der Mittelteil zieht sich teilweise und verliert ein wenig an Tempo. Manche Wendungen sind früh vorhersehbar, wodurch die Spannung nicht immer konstant gehalten werden kann. Auch die Figuren bleiben stellenweise blass, sodass ihre Entscheidungen und Entwicklungen nicht immer nachvollziehbar erscheinen. Besonders die Liebesgeschichte, die als Kontrast zu der düsteren Atmosphäre hätte dienen können, wirkt manchmal etwas erzwungen und passt nicht immer organisch in die Handlung. Zudem hätten einige Hintergrundinformationen und Charakterentwicklungen den Figuren mehr Tiefe verliehen und das Leseerlebnis bereichert.
Nichtsdestotrotz bleibt The Blackgate Invitation ein unterhaltsamer Roman, der vor allem durch seine originelle Idee und die atmosphärische Inszenierung punktet. Die Mischung aus Rätseln, Magie und Gefahr sorgt dafür, dass man zumindest zu Beginn gefesselt wird. Für Fans von Fantasy mit Mystery-Elementen und einer Prise Romantik ist das Buch auf jeden Fall lesenswert, auch wenn es im Mittelteil Luft nach oben lässt. Insgesamt gebe ich daher 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Solider Thriller mit bekannten Mustern

Der Nachbar
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Sebastian Fitzek ist bekannt für seine psychologisch raffinierten Thriller, die oft mit überraschenden Wendungen, düsteren Charakteren und intensiver Spannung aufwarten. „Der Nachbar“ reiht sich in dieses ...

Sebastian Fitzek ist bekannt für seine psychologisch raffinierten Thriller, die oft mit überraschenden Wendungen, düsteren Charakteren und intensiver Spannung aufwarten. „Der Nachbar“ reiht sich in dieses Erfolgsrezept ein, allerdings ohne wirklich neue Akzente zu setzen.
Die Geschichte beginnt, wie man es von Fitzek erwartet: Ein scheinbar alltägliches Szenario entwickelt sich schnell zu einem beklemmenden Albtraum. Eine junge Frau zieht in ein neues Haus, doch etwas stimmt mit dem Nachbarn nicht und bald schon verschwimmen Realität und Wahnvorstellungen. Das Setting und die Grundidee sind durchaus vielversprechend, und anfangs gelingt es Fitzek, eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Leider verliert die Handlung im weiteren Verlauf an Originalität. Viele Wendungen wirken bekannt, fast schon formelhaft. Wer die früheren Werke des Autors kennt, wird einige Plottwists schon meilenweit vorhersehen können.
Auch die Figuren bleiben eher stereotyp: das Opfer, der undurchsichtige Fremde, die falschen Fährten. An manchen Stellen wirkt der Versuch, möglichst viele Überraschungen einzubauen, etwas gezwungen, als wolle Fitzek um jeden Preis den typischen „Fitzek-Moment“ erzwingen, selbst wenn es auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht.
Positiv hervorzuheben ist jedoch der Sprecher des Hörbuchs. Mit einer eindrucksvollen Stimme und feinem Gespür für Tempo und Stimmung schafft er es, selbst in den schwächeren Momenten Spannung aufrechtzuerhalten. Er verleiht den Figuren Charakter und sorgt dafür, dass man trotz der vorhersehbaren Handlung weiterhören möchte.
Fazit:
„Der Nachbar“ ist solide Fitzek-Kost, aber ohne frischen Nervenkitzel. Wer noch nicht viele seiner Bücher kennt, dürfte gut unterhalten werden. Langjährige Fans hingegen werden sich stellenweise an frühere Geschichten erinnert fühlen, zu vertraut sind die Mechanismen und Wendungen.
Empfehlung: Für Gelegenheits-Thrillerhörer durchaus spannend, für erfahrene Fitzek-Fans eher Durchschnitt.

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