Zwischen Erinnerungen und Schmerzen
Paradise Beach„Paradise Beach“ von Dara Brexendorf erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichte von Ada. Die Ich-Erzählerin leidet seit Beginn ihrer Periode unter Endometriose. Lange wusste sie nicht, dass es nicht normal ...
„Paradise Beach“ von Dara Brexendorf erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichte von Ada. Die Ich-Erzählerin leidet seit Beginn ihrer Periode unter Endometriose. Lange wusste sie nicht, dass es nicht normal ist, solche Schmerzen zu haben.
Während sie sich in der Gegenwaert von einer Endometriose-OP erholt und noch unter dem Einfluss von Medikamenten steht und unter Schlafstörungen leidet, erinnert sie sich zurück an ihre Jugend. Damals verbrachte sie einen schicksalhaften Sommer an der heimatlichen Ostseeküste, gemeinsam mit ihrer Cousine Lill. Die Pubertät bringt viele körperliche Veränderungen mit sich und den Wunsch nach Perfektion. Die erste Periode bringt ungeahnte Schmerzen in Adas Leben.
„Es erscheint ihr plötzlich unmöglich, das Bluten aus dem Sommer auszuklammern, den Zusammenhang nicht zu sehen zwischen den körperlichen Veränderungen und den Räumen, in denen sie sich bewegt. Das Bluten passiert nicht einfach. Es ist etwas, dass ihr passiert. Wie ein großes Unglück, dass sie nicht verarbeiten kann. Zu groß ist der Widerspruch zwischen dem diffusen Wunsch danach, eine Frau werden zu wollen, und dem Körper, der nicht dafür gemacht zu sein scheint.“
Nur die Begegnung mit Elja und die aufkeimenden Gefühle für sie lenken Ada von ihren Qualen ab. Während das Verhältnis zu ihrer Cousine Lill sich verschlechtert, steht bald ein Abschied von Elja bevor ...
Dieser Roman lässt mich leider etwas enttäuscht zurück. Durch den Klappentext hatte ich hier hohe, vielleicht zu hohe Erwartungen.
Die Rückblenden in die Vergangenheit fand ich sehr gelungen, diese Abschnitte haben mir am besten gefallen. In den Kapiteln der Gegenwart hätte ich mir eine andere Umsetzung des Themas Endometriose gewünscht. Ich hatte hier erwartet, dass auf diesen Teil von Adas Leben mehr oder vielleicht einfach anders eingegangen wird. Hier konnte ich keine Nähe zur Figur von Ada herstellen; vieles blieb mir zu distanziert. Auch die Geschichte mit ihrem räuspernden Nacharn fand ich unnötig, sie mich eher irritiert.
Insgesamt ist „Paradise Beach“ nach ein interessanter Debütroman, der meine Erwartungen an das Thema „weibliche Schmerzen“ leider nicht erfüllen konnte, aber ein paar gute Momente hatte.
Vielen Dank an den eichborn Verlag und Lesejury.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚