Hat mir wirklich gut gefallen
Statt aus dem Fenster zu schauenKennt ihr das? Man funktioniert im Alltag, aber irgendwie fühlt sich das eigene Leben fremd an. Genau da steht Sophie in "Statt aus dem Fenster zu schauen". Sie kauft spontan ein altes, baufälliges Haus ...
Kennt ihr das? Man funktioniert im Alltag, aber irgendwie fühlt sich das eigene Leben fremd an. Genau da steht Sophie in "Statt aus dem Fenster zu schauen". Sie kauft spontan ein altes, baufälliges Haus auf dem Land. Ich dachte mir anfangs die ganze Zeit, wie absurd ist das eigentlich? Aber irgendwie wollte ich dann unbedingt weiterlesen und sehen was passiert.
Was mich besonders beeindruckt hat war, dass Sophie hier einfach ins kalte Wasser springt. Sie bricht radikal mit ihrer Routine und vertraut total auf ihr Bauchgefühl, auch wenn das erst mal total verrückt wirkt.
Man merkt richtig, dass sie erst durch diesen ganzen Stress und die Probleme anfängt, über sich hinauszuwachsen. Nicht, weil plötzlich ein Wunder passiert, sondern weil sie Dinge anpackt, die sie sich früher nie zugetraut hätte. Sie repariert nicht nur dieses Haus, sondern reißt dabei vor allem ihre eigenen inneren Mauern ein. Sie lernt sich in dieser extremen Situation nochmal ganz neu kennen.
Der Schreibstil ist eher ruhig, aber im Kopf passiert trotzdem unfassbar viel. Man ist Sophie extrem nah. Mich hat dieser Impuls total angesprochen, einfach mal zu machen, ohne alles totzugrübeln. Vielleicht auch, weil ich selbst dazu neige, Sachen ewig aufzuschieben oder zu zerdenken.
Ein Punkt, der mich etwas rausgebracht hat, war die Struktur. Es gibt keine Kapitel, sondern lange Abschnitte, dadurch fehlt manchmal ein natürlicher Rhythmus beim Lesen (zumindest ging mir das so).
Trotz des kleinen Kritikpunkts hat mich das Buch echt überzeugt. Ich würde es jedem empfehlen, der das Gefühl kennt, dass man zwar funktioniert, aber eigentlich mal einen kompletten Neustart bräuchte.