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Veröffentlicht am 16.12.2024

Jeder ist seines Glückes Schmied...?

Die Halbwertszeit von Glück
0

"Die Halbwertszeit von Glück" von Louise Pelt vom Verlag Lübbe, Erscheinungsjahr 2024.

Die Suche nach Glück von 3 Frauen, zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Ländern. Johanna lebt zurückgezogen ...

"Die Halbwertszeit von Glück" von Louise Pelt vom Verlag Lübbe, Erscheinungsjahr 2024.

Die Suche nach Glück von 3 Frauen, zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Ländern. Johanna lebt zurückgezogen in einer Hütte im Grenzgebiet in der DDR im Jahre 1987. Als sie eine angeschossene schwangere Jugendliche im Wald findet, verändert das ihr ganzes Leben. Mylene erfährt 2019 in Paris im Zuge einer unerwarteten Erbschaft, dass sie adoptiert wurde und ihr bis dahin wohlgeordnetes Leben gerät aus den Fugen. Holly lebt 2003 in Los Angeles und möchte Drehbuchautorin werden. Als ihre Kollegin bei einem tragischen Unfall stirbt, entwickelt sie starke Schuldgefühle und will diese vermeintliche Schuld abtragen.

Das Konzept der miteinander verwobenen Frauenschicksale hat viel Potenzial und Louise Pelt hat einen angenehmen flüssigen Schreibstil. Die Seiten fliegen nur so dahin.

Leider hapert es bei der Entwicklung der Charaktere. Ich konnte mich nur in eine Figur hineinversetzen. Außerdem ist noch Luft nach oben bei der Recherchearbeit. Die DDR wurde nicht historisch korrekt dargestellt. Solange es noch Zeitzeugen gibt, sollte man einfach mal mit ihnen sprechen, ob das auch alles so plausibel ist, was sich die Autorin so ausgedacht hat.

Das Buch kann ich nur eingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

"Auch wenn es sich verrückt anhört, so ist es doch die Wahrheit."

HEN NA IE - Das seltsame Haus
8

Der an okkulten Ereignissen interessierte Ich-Erzähler diskutiert einen merkwürdigen Grundriss eines Hauses mit Kurihara, einem Architekten. Schnell fällt auf, dass es einen Raum ohne Zugang gibt. Außerdem ...

Der an okkulten Ereignissen interessierte Ich-Erzähler diskutiert einen merkwürdigen Grundriss eines Hauses mit Kurihara, einem Architekten. Schnell fällt auf, dass es einen Raum ohne Zugang gibt. Außerdem hat das Kinderzimmer im OG keine Fenster und man muss mehrere Räume passieren, um überhaupt ins Kinderzimmer zu gelangen. Kurihara wirft eine abstruse Theorie in den Raum und die Handlung folgt dieser und plötzlich sind die angenommenen makaberen Ereignisse wirklich passiert.

Absolut hanebüchen ist die Erklärung für die mysteriösen Ereignisse in der zweiten Hälfte. Massig japanische Namen und kompliziere familiäre Bande, ein irrwitziger Familienfluch und ein abstruses Ritual, das regelmäßig erfüllt werden muss.

Ich wollte diesen Roman so gerne mögen, weil mir "Seltsame Bilder" so sehr gefallen hat. Leider ist mir das aufgrund der unausgegorenen Umsetzung, des fehlenden emotionalen Bezugs zu den Figuren und des allgemeinen Kuddelmuddels um den Familienfluch nicht gelungen. Dementsprechend würde ich Lesern, die zwischen beiden Büchern schwanken, tatsächlich "Seltsame Bilder" empfehlen.

Für "Seltsame Häuser" vergebe ich 2 Sterne für die wirklich originelle Idee mit den Grundrissen, den spannenden ersten Teil, der zum Miträtseln einlädt. Und weil es von Uketsu ist, der schon mal gezeigt hat, dass er spannende und innovative Buchideen besser umsetzen kann.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein großer Wurf - und dann nix

Doppelspiel
5

Tom Borg, ein Erfolgsautor, steckt mitten in einer Schaffenskrise. Auf einer Buchlesung trifft er auf eine schöne junge Stripperin, die direkt aus seinem letzten Roman entsprungen sein könnte. Er folgt ...

Tom Borg, ein Erfolgsautor, steckt mitten in einer Schaffenskrise. Auf einer Buchlesung trifft er auf eine schöne junge Stripperin, die direkt aus seinem letzten Roman entsprungen sein könnte. Er folgt ihr in ihren Stripclub. Als die beiden es sich im Whilpool gemütlich gemacht haben, wird die junge Frau plötzlich ermordet. Der Verdacht fällt auf Tom und er flieht vor der Polizei; eine wilde Jagd durch Stockholm beginnt.

Im Verlauf der Flucht werden die Erlebnisse immer abstruser, wunderlicher, wie aus einem Fiebertraum entsprungen. Bald weiß Tom nicht mehr, was Realität ist und was seiner überreizten Phantasie entspungen ist. Als Leser ist das ungeheuer spannend mitzuerleben - Realität, Wahnsinn oder befindet sich der Autor in seinem eigenen Buch?
Ständig habe ich mich gefragt, was wohl die Auflösung sein wird.

Und die Auflösung, die hier nicht verraten wird, erwies sich als großes Manko des Romans - unglaubwürdig, konstruiert, glattgebügelt. Alles löst sich irgendwie, ein neuer Bestseller wurde geschrieben und einige lose Enden wurden als Cliffhanger für die nächsten zwei Bände gelegt.

Das Ende, das wohl als großer alle Probleme lösender Wurf geplant war, scheint überhaupt nicht zu der vorher so spannend konstruierten Doppeldeutigkeit des Buches zu passen und lässt mich ratlos zurück. Auch wenn der größte Teil spannend war, kann ich das Buch aufgrund des Endes nicht empfehlen.

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