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Veröffentlicht am 08.10.2017

manchmal ist Streit heilsam

Der Duft von Pinienkernen
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Seit Kindesbeinen verbindet Katrin und Greta eine innige Freundschaft. Das geht sogar so weit, dass beide in einer WG zusammen wohnen und gemeinsam ein Nudelrestaurant betreiben. Das geht so lange gut, ...

Seit Kindesbeinen verbindet Katrin und Greta eine innige Freundschaft. Das geht sogar so weit, dass beide in einer WG zusammen wohnen und gemeinsam ein Nudelrestaurant betreiben. Das geht so lange gut, bis Greta Katrin den leidenschaftlichen Kuss mit deren Freund gesteht. Alles Aufgebaute und sicher gewähnte zerbricht ….
Emily Bold erzählt hier sehr einfühlsam den Bruch einer Frauenfreundschaft. Dabei lässt sie die Hauptperson ganz langsam erkennen, dass dieses bisher enge Leben mit Katrin für Greta auch den Verzicht auf Eigenständigkeit, eigenes Glück, persönliche Freiheit und Individualität bedeutet hat. Am Anfang fand ich die Beschreibungen zu Gretas Gewissensbissen noch recht unterhaltsam. Aber in Laufe des Buches wurden mir die ständig gleichen Bedenken und Zweifel zu viel. Zum anderen fand ich die Beschreibung der Person Greta – einmal italienisches Temperament, dann aber in sich gekehrte zweifelnde Frau, die nicht zu ihren Gefühlen steht – irgendwie nicht glaubhaft.
Wesentlich besser gefallen hat mir Christopher (Chris), der als Fotograf mit Greta ein italienisches Kochbuch zusammenstellen soll und ihr dabei auch freundschaftlich immer näherkommt. Seine unkonventionelle Kleidung, seine Zurückhaltung, seine scharfe Beobachtungsgabe, aber auch seine auf den Punkt treffenden Einschätzungen von Gretas Problemen, machen ihn in meinen Augen glaubhaft und unheimlich sympathisch. Sehr gut gelungen finde ich die Beschreibungen der Gerichte. Das hat beim Lesen richtig Appetit gemacht.
Insgesamt betrachtet ist dies ein sehr gefühlvoll geschriebenes Buch, das zum Teil sehr langatmig wirkt und dem ich daher nur 3 Lese-Sterne gebe.

Veröffentlicht am 12.04.2026

konnte mich nicht überzeugen

Der Trakt
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Sibylle Aurich wacht in einem Krankenzimmer auf. Sie weiß nicht was passiert ist. Nur, dass sie mit ihrer besten Freundin Essen war und sich allein auf den Heimweg durch den dunklen Parkt gemacht hat. ...

Sibylle Aurich wacht in einem Krankenzimmer auf. Sie weiß nicht was passiert ist. Nur, dass sie mit ihrer besten Freundin Essen war und sich allein auf den Heimweg durch den dunklen Parkt gemacht hat. In ihrem Zuhause geschehen aber merkwürdige Dinge. Nicht nur, dass ihr Kopf sich oft völlig vernebelt anfühlt, ihr Ehemann erkennt sie nicht mehr und streitet ab einen Sohn mit ihr zu haben.
Was Arno Strobel hier zum Thema macht, ist ein bisschen Fiktion, aber durchaus vorstellbar. Allerdings hat mich dieser Thriller nicht überzeugt. Das lag vielleicht daran, dass mir die Entwicklung so unglaubhaft vorkam. Hiermit meine ich nicht die Möglichkeiten der Hirnforschung, sondern wie sich eine Zufallsbekanntschaft, Rosemarie Wengler, von Sibylle derart selbstlos für sie einsetzt. Selbst als sie das Ausmaß des Machtmissbrauchs kennt, setzt sie ohne lange nachzudenken ihr Leben aufs Spiel. Das habe ich dem Autor nicht abgenommen.
Ein wenig hat mich das Buch auch nachdenklich gestimmt. Was, wenn diese Art von Gehirnmanipulation wirklich möglich wäre und dann noch in die falschen Hände gerät?
Das unerwartete Ende hat mich dann noch ein wenig eingefangen. Aber mehr als 3 Lese-Sterne kann ich nicht geben.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

hatte mir mehr versprochen

Mirabellentage
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Anna Nass lebt in Blumfeld, einem kleinen katholischen Dorf im Bayerischen Wald. Sie ist hier aufgewachsen und ihr Leben lang, wenn man mal von den jährlichen Kaffeefahrten absieht, nie wirklich herausgekommen. ...

Anna Nass lebt in Blumfeld, einem kleinen katholischen Dorf im Bayerischen Wald. Sie ist hier aufgewachsen und ihr Leben lang, wenn man mal von den jährlichen Kaffeefahrten absieht, nie wirklich herausgekommen. Sie sieht ihre Aufgabe darin sich um Josef zu kümmern, den örtlichen Pfarrer. Doch nun ist der völlig überraschend gestorben und sie hatte ihm für diesen Fall ein Versprechen gegeben….
Die Autorin beschreibt das aufopferungsvolle Leben von Anna sehr gut. Lässt Anna im Buch auch vielfach ihr bisheriges Leben Revue passieren. Immer wieder kommen bei Anna Erinnerungen auf, die sie mit dem Leser teilt. Für mich hat sich da eine für die Gemeinschaft engagierte Frau abgezeichnet, die dabei ihr eigenes Leben, ihre eigenen Wünsche hintenangestellt hat. Vielfach erfährt man auch kuriose Dinge, die Anna begegnet sind. Von Ministranten mit Schutzhelmen bis italienische Kochrezepte als Sonntagspredigt. Das war mir ehrlich gesagt etwas zu überzogen. Klar musste ich vielfach beim Lesen schmunzeln, aber glaubhaft fand ich das nicht. Nachdem ich vorher den Roman „Mühlensommer“ von der Autorin gelesen habe, der mir ausgesprochen gut gefallen hat, war ich hier doch etwas enttäuscht.
Insgesamt gebe ich darum auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

nette Geschichte, deren Dramatik ausbaufähig ist

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Bei diesem Roman handelt es sich um sehr gefühlvolles und naturbezogenes Buch. Im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird die Geschichte der beiden Schwestern Martje und Fenja Pauls erzählt. ...

Bei diesem Roman handelt es sich um sehr gefühlvolles und naturbezogenes Buch. Im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird die Geschichte der beiden Schwestern Martje und Fenja Pauls erzählt. Es war für mich unterhaltsam mitzuerleben, wie die Mitglieder der Familie Pauls, nach Jahrzehnten der Trennung und ohne Nachricht dazwischen hier im Roman wieder zueinander finden.
Dabei hat die Autorin im Roman mit ihrem Wissen um Geschichte und Mythen der Region brilliert. An manchen Stellen war mir das etwas zu viel. Hat es in meinen Augen doch von der eigentlichen Handlung, ja man kann schon von einem Drama sprechen, zu sehr abgelenkt. Dadurch konnte ich beim Lesen leider nur mäßig Spannung verspüren.
Dabei ist der Lebensweg der beiden Schwestern, die Jahrzehnte getrennt waren doch sehr interessant. Der Leser erfährt viel von der Natur und den Widrigkeiten im Leben auf den Inseln. Sogar überlieferte Geschichten zu den Inseln werden im kursiv gedruckten Kapiteln erzählt. Jedoch ging das meiner Meinung nach zu Lasten der Beschreibung der Gründe für den Groll zwischen Fenja und Martje. Schließlich waren sich die beiden in den ersten Jahren ihrer Kindheit so nahe. Bis dann der Vater mit Fenja von der Insel verschwunden ist. Von mir gibt’s daher auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

hatte mit mehr Spannung gerechnet

Todesflut
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Emma Klars Hilfe ist wieder einmal gefragt. Sie ist Privatdetektivin und arbeitet auch mal im Auftrag des BKA Berlin als Sonderermittlerin. Ihre wichtigste Stütze dabei ist Jörg Padorn, der ein Genie in ...

Emma Klars Hilfe ist wieder einmal gefragt. Sie ist Privatdetektivin und arbeitet auch mal im Auftrag des BKA Berlin als Sonderermittlerin. Ihre wichtigste Stütze dabei ist Jörg Padorn, der ein Genie in der Recherche ist. Mitunter nicht ganz legal, aber schnell und zielführend. Beim aktuellen Auftrag gilt es die aus der JVA Lübeck entflohene Mörderin Karina Pohl zu finden. Ein Auftrag, der nach Beginn der Recherchen immer mehr in den Hintergrund gerät.
Bei Emmas Ermittlungen musste ich an einen Stein denken, der auf eine Glasscheibe trifft und dabei viele kleine Haarrisse nach sich zieht, die in alle Richtungen gesprungen sind. Auch Emmas Ermittlungen nach Karina gehen in sehr viele verschieden Richtungen. Kleine Zweifel, Lücken in den alten Ermittlungen oder gar eingestellte Ermittlungen führen sie immer wieder zu neuen Ansätzen. Und dann ist da immer noch ihr Bauchgefühl. Für mich als Leser war das sehr anschaulich, hat mich von Emma Kompetenz als Ermittlerin überzeugt.
Was ich nicht in der Tiefe, auch wenn es sicher dem Alltag bei polizeilichen Ermittlungen entspricht, waren die vielen Hinweise auf die Einschränkungen und langen Entscheidungswege für die Zusammenarbeit der einzelnen polizeilichen Zuständigkeitsbereiche. Dieser Fall weitet sich von Lübeck, über Wismar, Rostock bis nach Berlin aus. Gut, dass Emma Rückendeckung vom BKA Berlin wie auch von der Staatsanwältin Ulrike Steiner hat.
Insgesamt gibt’s von mir leider nur 3 Lese-Sterne, da ich mir mehr Spannung versprochen hatte.

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