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Veröffentlicht am 20.04.2026

Über die besondere Magie zwischen Geschwistern

Der allertollste Bruder der Welt
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Geschwisterbeziehungen sind schon etwas ganz Besonderes. Sie sind geprägt von Nähe, Bewunderung, kleinen Streitigkeiten und einem Band, das selbst nach turbulenten Momenten bestehen bleibt. Um dieses Wechselspiel ...

Geschwisterbeziehungen sind schon etwas ganz Besonderes. Sie sind geprägt von Nähe, Bewunderung, kleinen Streitigkeiten und einem Band, das selbst nach turbulenten Momenten bestehen bleibt. Um dieses Wechselspiel geht es in diesem unglaublich warmherzigen und humorvollen Bilderbuch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nano, der seinen großen Bruder Felix über alles liebt. Für Nano ist Felix nicht einfach nur ein Bruder, er ist der allertollste Bruder der Welt. Gemeinsam spielen, Abenteuer erleben und Zeit miteinander verbringen, ist für Nano das Größte. Doch wie es unter Geschwistern nun einmal ist, gibt es auch Momente, in denen der große Bruder einfach seine Ruhe haben möchte. Für Felix wird das Baumhaus zu einem Rückzugsort, zu dem Nano keinen Zutritt hat. Für den kleinen Bruder ist das zunächst schwer zu verstehen. Die Enttäuschung ist groß, denn für Nano gehört Felix zu allem dazu.

Diese recht alltägliche Situation wird auf eine sehr einfühlsame Weise erzählt. Man begleitet Nano dabei, wie er versucht, mit der Situation umzugehen. Er baut sich kurzerhand sein eigenes kleines Reich und versucht, allein zurechtzukommen. Doch als das Wetter umschlägt und sein gemütliches Regenschirmhaus vom Wind davongetragen wird, ohne dass der große Bruder zu Hilfe eilt, ist Nano wütend und traurig.

Meine beiden kleineren Kinder lieben dieses Buch. Beim Vorlesen schlüpfen sie abwechselnd in die Rolle des Nano (ich muss dann mit veränderten Namen vorlesen) und der große Bruder ist selbstverständlich der allertollste überhaupt. Genau daran sieht man doch, wie nahbar diese Geschichte erzählt ist.

Außerdem sind die Illustrationen mein persönliches Highlight. Die Darstellung des regnerischen Gartens und der wechselnden Wetterstimmung ist außergewöhnlich gut gelungen. Man spürt förmlich die Atmosphäre eines warmen, aber regnerischen Tages, riecht die feuchte Erde und hört das Pladder-Pladder und Klonk-Klonk der Regentropfen. Gleichzeitig sind die Figuren so liebevoll gestaltet, dass man ihre Gefühle auch ohne viele Worte sofort erkennt. Die Mimik und Körpersprache der beiden Brüder transportieren Emotionen auf sehr zugängliche und kindgerechte Weise. Auch die kleinen humorvollen Details in den Illustrationen laden zum Entdecken ein und sorgen dafür, dass das Buch nicht nur einmal, sondern immer wieder gerne zur Hand genommen wird.

Inhaltlich vermittelt die Geschichte eine wichtige Botschaft: Geschwister müssen nicht immer alles gemeinsam machen. Es ist völlig in Ordnung, wenn jeder auch einmal Zeit für sich braucht. Gleichzeitig zeigt das Buch, dass Streit und kleine Konflikte dazugehören und dass die Verbindung zwischen Geschwistern oft stärker ist, als man denkt.

Insgesamt also ein warmherziges, humorvolles und zugleich sehr authentisches Bilderbuch über Geschwisterliebe. Die Geschichte überzeugt durch ihren hohen Wiedererkennungswert, die liebevollen Figuren und die beeindruckenden Illustrationen, die besonders die Stimmung eines regnerischen Tages wunderschön einfangen.

Ein wunderbares Vorlesebuch ab etwa vier Jahren, das zeigt, dass Geschwister sich manchmal streiten, aber am Ende immer zusammenhalten. Und dass der große Bruder eben doch (meistens) der allertollste der Welt ist.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Noch stärker, noch magischer, noch spannender

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Skye McKenna ist eine Fortsetzung gelungen, die den ersten Band nicht nur fortführt, sondern in vielerlei Hinsicht sogar übertrifft. Während im Auftaktband zunächst die magische Welt rund um Hagley aufgebaut ...

Skye McKenna ist eine Fortsetzung gelungen, die den ersten Band nicht nur fortführt, sondern in vielerlei Hinsicht sogar übertrifft. Während im Auftaktband zunächst die magische Welt rund um Hagley aufgebaut und Figuren eingeführt wurden, ohne allzu viel Tiefe mitzubringen, taucht man nun endlich etwas tiefer in diese mystische Atmosphäre ein. Alles wirkt vertrauter, dichter und gleichzeitig noch spannender.

Cassandra hat sich inzwischen in Hagley eingelebt und arbeitet weiter an ihrer Hexenausbildung. Doch Ruhe kehrt im Dorf nicht ein. Immer mehr Dorfbewohner geraten unter einen sonderbaren Bann und beginnen, nach einem Artefakt zu suchen. Schnell wird klar, dass erneut dunkle Kräfte aus dem Reich Faerie ihre Finger im Spiel haben müssen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Rue und Tabitha macht sich Cassandra daran, das Rätsel zu lösen, und gerät dabei in ein neues, gefährliches Abenteuer.

Besonders gelungen ist in diesem Band die Weiterentwicklung der Figuren. Cassandra wirkt spürbar reifer als noch im ersten Teil, bleibt dabei aber weiterhin mutig, neugierig und manchmal auch ein wenig impulsiv. Auch ihre Freundinnen gewinnen an Tiefe und die Freundschaft zwischen den drei Mädchen steht noch stärker im Mittelpunkt. Sehr schön zu sehen ist, wie sehr sie inzwischen zusammengewachsen sind.

Auch die Nebenfiguren werden weiter ausgearbeitet, und neue Charaktere bringen zusätzlichen Schwung in die Handlung. Gleichzeitig erfährt man mehr über bekannte Figuren und Hintergründe, die die Welt von Hagley noch greifbarer machen. Auch die Geschichte rund um Cassandras Mutter entwickelt sich und sorgt für zusätzliche Spannung.

Atmosphärisch überzeugt der zweite Band auf ganzer Linie. Der geheimnisvolle Hag, neue magische Wesen und alte Legenden sorgen für eine dichte, fantasievolle Stimmung. Gleichzeitig bleibt die Handlung durchgehend spannend und abwechslungsreich. Immer wieder tauchen neue Hinweise auf, Wendungen überraschen und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Der Schreibstil von Skye McKenna liest sich angenehm flüssig und sehr bildhaft. Die Kapitel haben eine gute Länge und sorgen dafür, dass man immer wieder weiterliest. Spannung, Magie und Freundschaft greifen dabei wunderbar ineinander.

Insgesamt ist „Cassandra Morgan – Die magische Flöte“ eine rundum gelungene Fortsetzung, die noch spannender und unterhaltsamer ist als der erste Band. Die Figuren entwickeln sich weiter, es gibt neue Rätsel und Wendungen. Dazu kommt eine wunderschöne Aufmachung, die das Buch auch optisch zu einem absoluten Highlight macht.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die magische Abenteuer, starke Freundschaften und spannende Fantasygeschichten lieben. Und definitiv ein zweiter Band, der die Vorfreude auf die Fortsetzung noch größer werden lässt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Über Selbstwirksamkeit im Kinderalltag

Carli und Klecks backen einen Kuchen
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Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. ...

Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. Dass dabei nicht alles nach Rezept läuft und plötzlich auch eher ungewöhnliche Zutaten im Teig landen, gehört irgendwie dazu. Am Ende entsteht ein ganz eigener „Kuchen“ und vor allem ein ziemlich großes Abenteuer.

Im Kern erzählt das Buch etwas, das im Familienalltag ständig passiert, nur oft nicht ganz so entspannt. Kinder wollen selbst aktiv werden, selbst ausprobieren, selbst entscheiden. Genau das ist für Kinder in diesem Alter ein enorm wichtiger Entwicklungsschritt. Aber wir Erwachsenen sehen dabei schon das Chaos vor uns. Mehl auf dem Boden, klebrige Handabdrücke an sämtlichen Möbeln, Geschirr, das garantiert nie wieder sauber wird. Ehrlich gesagt finde ich genau das als Mama schon sehr herausfordernd. Man weiß ja, wer am Ende aufräumen wird.

Das Buch zeigt sehr schön, dass Ausprobieren auch Chaos bedeuten darf. All das wird nicht problematisiert, sondern als Teil des Prozesses erzählt. Fehler sind hier nichts, was korrigiert werden muss, sondern etwas, das einfach dazugehört.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Vaters wirklich super gelungen. Er ist nicht derjenige, der sofort eingreift oder alles korrigiert, sondern jemand, der begleitet und unterstützt, ohne Carlis Eigeninitiative zu bremsen. Carli darf machen. Er darf scheitern, improvisieren und die ungewöhnlichsten Dinge zu einem Teig zusammenwerfen. Um dieses Erlebnis geht es im Endeffekt: Sich ausprobieren, egal, wie das Ergebnis aussieht. Der Vater bleibt bewundernswert gelassen. Ich habe beim Lesen jedenfalls gedacht: Davon muss ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden. Von der Geduld, gewiss nicht vom Kuchen 😉

Sprachlich bleibt das Buch bewusst schlicht. Kurze Sätze, klare Abläufe, viel Wiedererkennung, aber das passt sehr gut zur Zielgruppe. Gleichzeitig tragen die Illustrationen einen großen Teil der Geschichte. Sie sind lebendig, warm und nicht zu vollgestopft. Gerade für kleine Kinder funktioniert das so hervorragend, weil sie sich vieles über die Bilder erschließen können.

Carli und Klecks backen einen Kuchen zeigt einen ganz alltäglichen Moment. Es geht nicht darum, etwas perfekt zu machen, sondern darum, es überhaupt zu versuchen. Und vielleicht erinnert es nicht nur Kinder daran, dass genau darin oft das Schönste liegt.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Wünsche, Chaos und ein bisschen Magie im Alltag

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
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Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ...

Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ihre perfekt durchdachten Wünsche auf den Weg zu bringen. Doch statt dass sich ihr Leben plötzlich verbessert, passiert etwas ganz anderes: Die Wünsche landen ausgerechnet bei Jackson, dem neuen Mitschüler, der ihr ohnehin schon auf die Nerven geht. Um das Ganze wieder geradezubiegen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn von einer Zusammenarbeit zu überzeugen.

Ich bin mit einer ziemlich klaren Erwartung an das Buch herangegangen. Ich kenne bereits andere Romane von Lynn Painter und Better than the Movies war für mich einfach großartige Unterhaltung. Entsprechend neugierig war ich, wie ihr erster Ausflug ins Kinder- und Jugendbuch funktioniert.

Und man erkennt ihn auch hier schnell, den typischen Lynn-Painter-Ton. Die Geschichte liest sich leicht, ist witzig und hat diese kleinen, oft sehr treffenden Beobachtungen aus dem Alltag. Emma ist eine Figur, mit der man gut mitgehen kann – ein bisschen unsicher, ein bisschen überambitioniert und manchmal herrlich unbeholfen. Gerade das macht sie sympathisch.

Die Dynamik zwischen ihr und Jackson funktioniert ebenfalls gut. Man ahnt natürlich recht schnell, in welche Richtung sich das entwickelt, aber das gehört bei solchen Geschichten ja auch ein Stück weit dazu. Es geht weniger um Überraschung als um das Mitverfolgen.

Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Alltag und einem Hauch Magie. Die Idee, dass Wünsche plötzlich nicht da ankommen, wo sie sollen, bringt Bewegung und Witz in die Geschichte. Es bleibt immer nah an Emmas Leben, an Schule, Freundschaften und diesem Gefühl, irgendwo dazugehören zu wollen – oder eben nicht.

Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter den Gedanken, dass man an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr hätte erzählen können. Die Geschichte bleibt insgesamt eher kompakt und bewegt sich zügig vorwärts. Das passt gut zur Zielgruppe, lässt aber auch ein paar Möglichkeiten liegen, Figuren oder Situationen noch etwas stärker auszubauen.

Unterm Strich ist Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Jugendbuch mit viel Charme. Es hat Humor, eine angenehme Leichtigkeit und genau die richtige Portion Magie, um den Alltag ein kleines bisschen durcheinanderzubringen. Für die Zielgruppe – vor allem für Mädchen ab etwa zehn Jahren – dürfte das ziemlich gut funktionieren. Und auch außerhalb dieser Altersgruppe lässt sich das Buch gut lesen, wenn man Lust auf eine unkomplizierte, warmherzige Geschichte hat.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Märchen als kleine Bühnenstücke

Mein erster Märchenzauber
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Mein erster Märchenzauber versammelt vier bekannte Märchen – Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler – in einer sehr kompakten Form für die Allerkleinsten. Zu jedem Märchen gibt es eine ...

Mein erster Märchenzauber versammelt vier bekannte Märchen – Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler – in einer sehr kompakten Form für die Allerkleinsten. Zu jedem Märchen gibt es eine aufklappbare Szene als dreidimensionales Bühnenbild. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein kurzer Text, der die Geschichte stark gekürzt nacherzählt. Die Pop-up-Szene zeigt jeweils einen markanten Moment aus dem Märchen.

Diese kleinen Bühnenbilder sind absolut beeindruckend. Beim Aufklappen entsteht eine Art Mini-Kulisse mit Figuren, Häusern und Landschaften – fast wie ein kleines Märchentheater zwischen zwei Buchdeckeln. Da staunen nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen.

Die Texte beschränken sich auf das Nötigste und erzählen die Geschichten in wenigen Sätzen nach. Für Kinder ab etwa zweieinhalb Jahren reicht das völlig aus. Wer die Märchen schon kennt, erkennt die wichtigsten Elemente sofort wieder. Und wer sie noch nicht kennt, bekommt zumindest eine erste Idee davon.

Die Illustrationen sind farbenfroh und freundlich gestaltet. Es wird nicht krampfhaft versucht, jedes Märchendetail in ein Bild zu quetschen. Dadurch bleiben die Szenen übersichtlich, obwohl in den kleinen Bühnenbildern einiges los ist.

Ganz unempfindlich sind die Pop-up-Elemente allerdings nicht. Die Konstruktion wirkt ordentlich gemacht, aber sehr energische Kinderhände könnten hier durchaus einmal etwas erwischen, das lieber ganz bleiben würde. Ein Buch also, das sich besonders gut zum gemeinsamen Anschauen eignet.

Insgesamt ist Mein erster Märchenzauber eine schöne Möglichkeit, klassische Märchen schon früh ins Bücherregal zu holen. Die Geschichten sind stark verkürzt, dafür sorgen die aufklappbaren Szenen für leuchtende Augen und jede Menge Freude.

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