Paradise Beach
Paradise BeachAda hat eine Endometriose-OP hinter sich. Daher muß sie Hormon- und Schmerzmittel einnehmen, die bei ihr zu einer Art Schwebezustand führen, sie leidet aber auch unte extremer Schlafsloigkeit. So dämmert ...
Ada hat eine Endometriose-OP hinter sich. Daher muß sie Hormon- und Schmerzmittel einnehmen, die bei ihr zu einer Art Schwebezustand führen, sie leidet aber auch unte extremer Schlafsloigkeit. So dämmert sie in die Zeit ihrer Jugend zurück, in den Sommer 2003. Dort verbracht sie im Haus ihrer Großmutter an der Ostsee unbeschwerte Ferientage zusammen mit ihrer Cousine Lill. Die beiden hörten Musik, übten sich im Schminken, probierten Mode aus und schwärmten von Jungs. Doch dann kam Elja mit ihrer Familie als Urlauberin an und Ada und Elja verstanden sich auf Anhieb. Elja war so anders als Lill, sah das Leben leicht, war verständnsivoll. Sie verbrachten Tage in einsamen Buchten und waren irgendwie Seelenvewandte. Doch dann bekam Ada ihre Menstruation, vor Schmerzen konnte sie sich kaum mehr auf den Beinen halten, sie verschließt sich allen gegenüber, verzieht sich in ihr Zimmer und war unendlich frustriert. Nun erholt sich Ada von ihrer OP, sie lauscht den Geräuschen im Haus, hört einen Mann, der sich immer räuspert, hört einen Hund bellen, geht in die Wohnung des Räusperers und versorgt den Hund. Das Buch zeigt uns, wie tief der Schmerz heute noch in ihr sitzt, sie lebt zurückgezogen, energielos und ist voller Angst. Wird sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen? Die Autorin schreibt in einer sehr modernen Weise, was mich persönlich sehr anspricht. Sie zeigt uns in diesem Roman, wie schnell die Unbeschwertheit der Jugend dahingehen kann. Niemand ist da, mit dem Ada, sei es aus Scham oder aus Unkenntnis, reden kann. Jetzt, im Erwachsenenalter ist sie Single, kinderlos, hat jahrelang ihr Leben nach dem Schmerz gerichtet. Dara Brexendorf kann den Schmerz derart wirklichkeitsnah beschreiben, dass der Leser selbst plötzlich ein Ziehen im Bauch spürt. In Adas Jugend wußte man nichts genaues und nicht viel über Endometriose, die Frauen mußte also, wenn sie ihre Tage hatten, leiden. Ein Buch, das nachdenklich macht. Leider hätte ich mehr über das heutige Leben von Ada erfahren, jedoch das Lebend ihrer Jugend war so ausführlich beschrieben, dass ich an manchen Passagen dachte, ein Jugendbuch in der Hand zu halten. Auch das Cover ist sehr modern gestaltet. Es zeigt eine Frau um Badeanzug, die ein Handtuch vor das Gesicht hält, alle in Zeichentechnik.