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Veröffentlicht am 30.03.2026

Paradise Beach

Paradise Beach
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Ada hat eine Endometriose-OP hinter sich. Daher muß sie Hormon- und Schmerzmittel einnehmen, die bei ihr zu einer Art Schwebezustand führen, sie leidet aber auch unte extremer Schlafsloigkeit. So dämmert ...

Ada hat eine Endometriose-OP hinter sich. Daher muß sie Hormon- und Schmerzmittel einnehmen, die bei ihr zu einer Art Schwebezustand führen, sie leidet aber auch unte extremer Schlafsloigkeit. So dämmert sie in die Zeit ihrer Jugend zurück, in den Sommer 2003. Dort verbracht sie im Haus ihrer Großmutter an der Ostsee unbeschwerte Ferientage zusammen mit ihrer Cousine Lill. Die beiden hörten Musik, übten sich im Schminken, probierten Mode aus und schwärmten von Jungs. Doch dann kam Elja mit ihrer Familie als Urlauberin an und Ada und Elja verstanden sich auf Anhieb. Elja war so anders als Lill, sah das Leben leicht, war verständnsivoll. Sie verbrachten Tage in einsamen Buchten und waren irgendwie Seelenvewandte. Doch dann bekam Ada ihre Menstruation, vor Schmerzen konnte sie sich kaum mehr auf den Beinen halten, sie verschließt sich allen gegenüber, verzieht sich in ihr Zimmer und war unendlich frustriert. Nun erholt sich Ada von ihrer OP, sie lauscht den Geräuschen im Haus, hört einen Mann, der sich immer räuspert, hört einen Hund bellen, geht in die Wohnung des Räusperers und versorgt den Hund. Das Buch zeigt uns, wie tief der Schmerz heute noch in ihr sitzt, sie lebt zurückgezogen, energielos und ist voller Angst. Wird sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen? Die Autorin schreibt in einer sehr modernen Weise, was mich persönlich sehr anspricht. Sie zeigt uns in diesem Roman, wie schnell die Unbeschwertheit der Jugend dahingehen kann. Niemand ist da, mit dem Ada, sei es aus Scham oder aus Unkenntnis, reden kann. Jetzt, im Erwachsenenalter ist sie Single, kinderlos, hat jahrelang ihr Leben nach dem Schmerz gerichtet. Dara Brexendorf kann den Schmerz derart wirklichkeitsnah beschreiben, dass der Leser selbst plötzlich ein Ziehen im Bauch spürt. In Adas Jugend wußte man nichts genaues und nicht viel über Endometriose, die Frauen mußte also, wenn sie ihre Tage hatten, leiden. Ein Buch, das nachdenklich macht. Leider hätte ich mehr über das heutige Leben von Ada erfahren, jedoch das Lebend ihrer Jugend war so ausführlich beschrieben, dass ich an manchen Passagen dachte, ein Jugendbuch in der Hand zu halten. Auch das Cover ist sehr modern gestaltet. Es zeigt eine Frau um Badeanzug, die ein Handtuch vor das Gesicht hält, alle in Zeichentechnik.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Die Rätsel meines Großvaters

Die Rätsel meines Großvaters
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Ein für mich sehr gewöhnungsbedürftiges Buch. Ich kam nur langsam in die Geschichte hinein, aber dann habe ich diese Erzählweise verstanden. Die Geschichten sind voller Poesie, manchmal schon etwas skurril ...

Ein für mich sehr gewöhnungsbedürftiges Buch. Ich kam nur langsam in die Geschichte hinein, aber dann habe ich diese Erzählweise verstanden. Die Geschichten sind voller Poesie, manchmal schon etwas skurril und einige Figuren darin sind auch sehr liebenswert. Doch manche Kapitel zogen sich dann doch etwas langatmig dahin. Kaede ist Waise und wuchs bei ihrem Großvater auf. Die beiden fühlen sich sehr zueinander hingezogen, was hier sehr gut zum Ausdruck kommt. Nun leidet der alte Herr, der früher Lehrer war, an Demenz und lebt teilweise in einer anderen Welt. Dann aber hat er wieder sehr klare Momente und löst mit einem befreundeten Polizisten teilweise mysteriöse Kriminalfälle, da seine Kombinationsgabe einzigartig ist. Aber auch Kaede hat Probleme, sie wird von einem Stalker verfolgt und bangt um ihr Leben. Die japanische Lebensart wird hier zelebriert, für mich waren die Namen hier etwas schwierig. Diese Kriminalfälle wurden alle in Zusammenhang mit Filmen und Büchern begangen, vielfach wurden hier Szenen aus Hitchcookfilmen verwendet. Ein Buch, das etwas anders ist, auch der Schreibstill. Das Cover zeigt einen alten Japaner der aus dem Fenster schaut und dort eine gezeichnete, typische japanische Landschaft ist. Besonders hervorzuheben und zu erwähnen ist der Buchschnitt, auf dem rote Akazienblätter aufgezeichnet sind.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Alma

Alma
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Was soll ich hierzu sagen, ich bin ehrlich zwiegespalten. Ein Buch, sehr melancholisch, teilweise depressiv angehaucht erzählt es uns die Geschichte von Alma aus Triest, von den Großeltern in österreichischer ...

Was soll ich hierzu sagen, ich bin ehrlich zwiegespalten. Ein Buch, sehr melancholisch, teilweise depressiv angehaucht erzählt es uns die Geschichte von Alma aus Triest, von den Großeltern in österreichischer Manier erzogen, Wiener Kaffeehaus, Gedichte. Zuhause sehr karg. Die Mutter kümmert sich wenig um den Haushalt, ihr Lebensinhalt sind die Rosen. Der Vater, immer wieder für Tage über die Grenze verschwunden. Das Mädchen zwischen zwei Welten. Dann bringt der Vater einen Jungen mit, Vili, der bei ihnen aufwachsen soll, verschlossen. Später wird aus ihnen ein Liebespaar, doch auch Vili sagt nicht, was er arbeitet. Mit seiner Kamera ist er unterwegs und macht Bilder. Ihr Leben ist beherrscht von Krieg, Gewalt und Tyrannei. Später verläßt sie ihre Heimat. Aber als ihr Vater stirbt kommt sie zurück, Vili übergibt ihr das Erbe. Das Buch schwebt immer zurück in die Vergangenheit, die heißen Tage, die mit Schwimmen unterbrochen werden. Die Kinder sind sich selbst überlassen. In verschiedenen Zeitebenen wird uns das Leben der Protagonisten erklärt. Mich erinnert das Buch ein wenig an die Ferrante, der Schreibstil wie auch die Lebensbeschreibung. Erwähnenswert sind hier die Fotos, die einem die Situation genau vor Augen halten. Das Cover allerdings macht auf mich einen friedlichen Eindruck. Alma schaut auf das blaue Meer und Vili hat seine Kamera umgehängt. Die Farben sind sehr hell und freundlich und die Konturen sind sehr minimalistisch. Kein Buch zum schnell lesen, man muß immer wieder aufhören, um das Gelesene verarbeiten zu können.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Mordslandchaften

Mordslandschaften
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Ein sehr schwer zu lesendes wissenschaftliches Buch über die Geschichte des Kriminalromans in Graubünden. Hier wird das beliebte Genre "Krimi" sehr akribisch erforscht. Das Buch ist in drei Abschnitte ...

Ein sehr schwer zu lesendes wissenschaftliches Buch über die Geschichte des Kriminalromans in Graubünden. Hier wird das beliebte Genre "Krimi" sehr akribisch erforscht. Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt: Krimiführer - Krimigeschichte - Krimilektüre. Im ersten Teil werden wir durch das Engadin bis hin in die Surselva geführt. Und immer im Hintergrund die wunderbare Bergkulisse, das Abendrot. Hier werden wir mit den einzelnen Büchern bekannt gemacht und intensiv in die Materie eingeführt. Teil zwei befaßt sich mit über 100jähriger Krimitraditon, von den mondänen Kurhotels im letzten Jahrhundert bis hin zu den heute so beliebten Regionalkrimis. Besonders die Hotels der Schönen und Reichen wurden hier zum Tatort und der Leser darf sich in einige der damaligen Krimis hineinlesen. Der dritte Teil befaßt sich mit den Touristen, die gerne die Örtlichkeiten der Morde und Gewalt besuchen wollen. In diesem Werk komme auch die Krimiautoren zu Wort. Zur besseren Verständnis finden wir hier einige Fotos und Erklärungen zum besseren Verständnis. Das Cover alleine schon wirkt sehr düster, ein dunkler Baum, dahinter ein Berg. Eine Lektüre, die den Leser sehr fordert und ihm einiges abverlangt, ihm aber das Wesen des Kriminalromans näher bringt.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Stralsund ermittelt Tote Dichter schreiben nicht

Stralsund ermittelt - Tote Dichter schreiben nicht
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Ein Cosy-Krimi, der sehr leicht und schnell zu lesen geht. Nele ist eine alte Villa gezogen und hat sich als Psychterapeutin selbständig gemactht. Mit ihrer Nachbarin Birdie, einer alten eleganten Dame, ...

Ein Cosy-Krimi, der sehr leicht und schnell zu lesen geht. Nele ist eine alte Villa gezogen und hat sich als Psychterapeutin selbständig gemactht. Mit ihrer Nachbarin Birdie, einer alten eleganten Dame, hat sie sich bereits angefreundet. Ihr Leben in Stralsund gefällt ihr, als sie plötzlich die Nachricht erhält, der Fahrradhändler Stein ist in seiner Werkstatt erschlagen aufgefunden worden. Die Polizei tappt im Dunklen. Da wird ihr Detektivsinn geweckt und sie ruft ihre Freunde Fanny und Hektor zusammen, das Team Weingold und sie beginnen auf eigene Faust zu ermitteln. Auf dem Laptop des Toten ersehen sie, dass dieser dem Club der toten Dichter angehört hat. Sie finden bald heraus, dass zu dem Club fünf Mitglieder gehören. Ein Poet, ein Schrauber, ein Künstler, ein Maurer und einer, der nicht genannt werden will. Akribisch gehen sie allen Nachrichten nach und finden auch die Mitglieder. Doch bevor sie sich mit diesen eingehend unterhalten können, finden auch diese den Tod. Aber was weiß Birdie, warum schickt sie das Team nach Bornholm? Ein sehr gut aufgebauter Krimi mit wirklich mehr als guten Ideen. Mit viel Raffinesse und Rückschlüssen werden die einzelnen Clubangehörige ermittelt und nach und nach alle Geheimnisse gelüftet, bis am Schluß durch puren Zufall der Mörder ins Netz geht. Mit diesem Täter hätte ich nie und nimmer gerechnet, bzw. wäre nie auf die Idee gekommen, dass diese Person so perfide Morde begeht. Die einzelnen Kapitel sind gut aufgebaut, die Autorin schreibt in kurzen prägnanten Sätzen und braucht dazu nicht allzu viel Worte. Man weiß was sie ausdrücken will und sie versteht es auch den Spannungsbogen bis zum Schluß langsam aber stetig zu erhöhen. Was ich allerdings bemängeln muß und ein Wermutstropfen in dem ganzen Buch ist, ist das Verhalten des Teams Weingold. Die drei Teammitglieder sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, verhalten sich aber so, als wären sie Teenager und nicht erwachsene Personen. Irgendwie werde ich beim Lesen immer wieder an die Fünf Freunde von Enid Blyton erinnert. Das Cover zeigt den Strand von Stralsund und vermittellt Urlaubsfeeling.

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