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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2026

Zwischen Sehnsucht und Freiheit

The Artist
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Als Journalist reist Joseph von London nach Südfrankreich, um über den gefeierten Maler Tata zu schreiben, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden in einem ...

Als Journalist reist Joseph von London nach Südfrankreich, um über den gefeierten Maler Tata zu schreiben, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden in einem alten Bauernhaus lebt. Dort begegnet er nicht nur einem faszinierenden Künstler, sondern auch dessen Nichte Ettie, die scheinbar ganz im Schatten ihres Onkels lebt. Doch je länger Joseph bleibt, desto mehr beginnt die Fassade dieses Hauses zu bröckeln und alte Geheimnisse kommen langsam ans Licht.

Dieses Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Es ist allerdings keine Geschichte, die von Spannung oder großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Atmosphäre, Figuren und den Dingen, die oft zwischen den Zeilen passieren. Teilweise war mir die Handlung dadurch stellenweise etwas zu ruhig, gleichzeitig hat aber genau diese melancholische und fast traumartige Stimmung unglaublich gut zur Geschichte gepasst.

Am faszinierendsten fand ich die Dynamik zwischen Ettie, Tata und Joseph. Vor allem Tata ist eine unglaublich vielschichtige Figur. Einerseits wirkt er wie dieses geheimnisvolle Künstlergenie, andererseits aber auch wie ein Mensch, der verzweifelt versucht, alles und jeden festzuhalten, weil er mit Verlust und Veränderung nicht umgehen kann. Dadurch war er für mich gleichzeitig faszinierend, tragisch und stellenweise wirklich grausam.

Im Laufe der Geschichte versteht man immer besser, warum Ettie so zwischen Sehnsucht, Angst und dem Wunsch nach Freiheit schwankt. Gerade ihre Entwicklung fand ich sehr spannend. Besonders interessant fand ich dabei, dass es für mich im Kern weniger um eine klassische Liebesgeschichte ging, sondern vielmehr um das Bedürfnis, wirklich gesehen zu werden.

Auch die Kunstthematik mochte ich sehr gerne. Kunst ist hier nicht einfach nur Hintergrund, sondern eng mit Identität, Kontrolle, Erinnerung und Freiheit verbunden. Besonders spannend fand ich dabei die Frage, wem Kunst eigentlich „gehört“ und wie sehr andere Menschen Einfluss darauf haben, ob jemand seine eigene Stimme finden darf.

Der Schreibstil hat perfekt zur Geschichte gepasst. Sehr ruhig, atmosphärisch und teilweise fast schon poetisch. Manche Szenen hatten etwas unglaublich Bildhaftes, gleichzeitig zog sich aber stellenweise auch etwas Langes durch die Handlung, wodurch mich das Buch nicht immer komplett mitreißen konnte.

Trotzdem hat mir das Ende insgesamt gut gefallen. Vor allem mochte ich, dass die Geschichte eher leise und atmosphärisch ausklingt und dabei trotzdem hoffnungsvoll bleibt.

Für mich war das ein atmosphärisches und besonderes Buch über Kunst, Freiheit, Kontrolle und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Wenn Fremde zu Gemeinschaft werden

Ein Buchclub zum Verlieben
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In diesem Roman geht es um einen ungewöhnlichen Buchclub, der ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt – jeder mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Problemen und seiner ganz eigenen Sicht ...

In diesem Roman geht es um einen ungewöhnlichen Buchclub, der ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt – jeder mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Problemen und seiner ganz eigenen Sicht auf Bücher und das Leben. Was als gemeinsames Lesen beginnt, entwickelt sich nach und nach zu etwas viel Größerem: einer Verbindung zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären.

Dieses Buch hat mich ein bisschen zwiegespalten zurückgelassen.

Was mir von Anfang an gefallen hat, waren die Protagonisten. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, und vor allem die Dynamik zwischen ihnen macht das Ganze besonders. Die Dialoge – vor allem die bissigen Kommentare von Arthur – haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Gleichzeitig steckt hinter vielen Figuren mehr, als man zunächst denkt, was sie sehr greifbar macht.

Besonders schön fand ich, wie sich nach und nach eine Art Gemeinschaft entwickelt. Es geht hier nicht nur um einzelne Beziehungen, sondern um Zusammenhalt, Freundschaft und darum, seinen Platz zu finden.

Allerdings wirkte die Handlung an manchen Stellen auf mich etwas konstruiert, wodurch ich nicht immer komplett mitgehen konnte. Das hat meinen Lesefluss hin und wieder ein bisschen gebremst.

Trotzdem überwiegen für mich die positiven Aspekte: ein ruhiges, emotionales Buch mit vielen schönen Momenten, das vor allem durch seine Protagonisten lebt und noch ein wenig nachhallt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein unterhaltsamer Mix aus Geisterjagd, Humor und Herz

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Melody Bittersweet hat eine besondere Gabe: Wie alle Frauen in ihrer Familie kann sie Geister sehen. Doch anstatt sich – wie ihre Mutter und Großmutter – mit den eher alltäglichen Anliegen Verstorbener ...

Melody Bittersweet hat eine besondere Gabe: Wie alle Frauen in ihrer Familie kann sie Geister sehen. Doch anstatt sich – wie ihre Mutter und Großmutter – mit den eher alltäglichen Anliegen Verstorbener zu beschäftigen, möchte sie ihren eigenen Weg gehen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb eine Ghostbusting-Agentur. Unterstützung bekommen die beiden von ihrem ungewöhnlichen Azubi Artie, und schon bald steht ihr erster Fall an, der sie vor einige Herausforderungen stellt.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, was vor allem am Schreibstil von Josie Silver liegt. Dieser ist angenehm flüssig, sehr bildhaft und bringt gleichzeitig eine schöne Portion Humor mit. Besonders die Dialoge haben mir gut gefallen, da sie die Figuren lebendig wirken lassen und immer wieder für kleine Schmunzelmomente sorgen.

Auch die Charaktere konnten mich schnell überzeugen. Melody ist eine sympathische Protagonistin, und die Dynamik zwischen ihr, Marina und Artie hat mir besonders gut gefallen. Die „Found Family“-Atmosphäre kommt hier wirklich schön zur Geltung und sorgt dafür, dass man sich als Leser:in schnell wohlfühlt.

Die Handlung bietet eine gelungene Mischung aus Mystery, Humor und romantischen Elementen. Der Fall ist spannend aufgebaut und lädt zum Miträtseln ein, auch wenn ich mir stellenweise etwas mehr Fokus auf den eigentlichen „Geisteraspekt“ gewünscht hätte. An manchen Stellen wirkt die Gewichtung etwas unausgeglichen, da zwischenmenschliche Themen und romantische Entwicklungen relativ viel Raum einnehmen.

Trotz kleinerer Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es liest sich leicht, unterhält und punktet vor allem mit seinem Charme und den liebenswerten Figuren.

Fazit: Ein humorvoller, atmosphärischer und insgesamt sehr unterhaltsamer Reihenauftakt mit Wohlfühlcharakter – mit kleinen Schwächen, aber definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein Ort zum Ankommen

Summer Tides
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Das Buch hat mich insgesamt sehr gut unterhalten und emotional abgeholt. Die Geschichte rund um Scarlett und Jonah ist berührend, ohne dabei zu kitschig zu werden, und lässt sich richtig angenehm ...

Das Buch hat mich insgesamt sehr gut unterhalten und emotional abgeholt. Die Geschichte rund um Scarlett und Jonah ist berührend, ohne dabei zu kitschig zu werden, und lässt sich richtig angenehm lesen.

Der Schreibstil ist locker und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Gleichzeitig schafft es die Autorin, emotionale Momente gut einzufangen, ohne dass es zu schwer oder überladen wirkt.

Scarlett mochte ich als Protagonistin sehr gern. Sie ist eine Figur mit Ecken und Kanten, deren Unsicherheiten und impulsiven Entscheidungen sie sehr menschlich machen. Auch wenn ich manche Reaktionen nicht immer ganz nachvollziehen konnte, fand ich ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte umso schöner.

Jonah fand ich von Anfang an spannend, vor allem durch seine Vergangenheit und seine innere Zerrissenheit. Er wirkt sehr reflektiert und ruhig, steht sich aber manchmal auch selbst im Weg. Seine Entwicklung hat mir insgesamt richtig gut gefallen.

Besonders hervorheben möchte ich die Familiendynamik und das Gemeinschaftsgefühl im Ort. Genau das hat für mich einen großen Teil des Charmes ausgemacht – die Nebenfiguren, der Zusammenhalt und die vielen kleinen zwischenmenschlichen Momente haben die Geschichte unglaublich warm und lebendig wirken lassen.

Zwischendurch gab es für mich ein paar Szenen, die etwas überdramatisiert wirkten oder nicht ganz realistisch erschienen. Das hat meinen Lesefluss aber nur leicht gestört.

Insgesamt eine emotionale Geschichte, die vor allem durch ihre Figuren, die Atmosphäre und das starke Gemeinschaftsgefühl überzeugt. Wer gefühlvolle Romane mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommt.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Düstere Atmosphäre und viele Geheimnisse

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Cecilia, eine junge Frau, verdient ihr Geld als Housesitterin und passt während der Abwesenheit der Besitzer auf deren Häuser auf. Als sie eine luxuriöse Villa auf einer abgelegenen Insel betreuen soll ...

Cecilia, eine junge Frau, verdient ihr Geld als Housesitterin und passt während der Abwesenheit der Besitzer auf deren Häuser auf. Als sie eine luxuriöse Villa auf einer abgelegenen Insel betreuen soll – ausgerechnet das Haus der Familie ihres Freundes – scheint das zunächst ein einfacher Auftrag zu sein. Doch schon bald geschehen seltsame Dinge im Haus, und Cecilia beginnt sich zu fragen, ob sie wirklich allein ist. Gleichzeitig deutet immer mehr darauf hin, dass auch ihre eigene Vergangenheit eine Rolle spielt.

Ich bin sehr gut in die Geschichte gestartet. Das Setting auf der Insel sorgt sofort für eine düstere und leicht unheimliche Atmosphäre, die perfekt zu einem Thriller passt. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass hier vieles nicht so ist, wie es scheint – und genau dieses Misstrauen gegenüber den Figuren zieht sich durch einen großen Teil des Buches. Besonders Spaß gemacht hat mir das Miträtseln. Immer wieder gibt es Hinweise, die verschiedene Personen verdächtig erscheinen lassen, sodass sich meine Vermutungen während des Lesens mehrfach geändert haben. Gerade dieses Spiel mit möglichen Motiven und Geheimnissen fand ich sehr spannend.

Im Mittelpunkt steht natürlich Cecilia. Durch ihre Vergangenheit und die Erfahrungen, die sie gemacht hat, konnte ich viele ihrer Entscheidungen zumindest nachvollziehen, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden war. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren spielen eine wichtige Rolle. Besonders die Dynamik zwischen Cecilia, Johannes und Nick sorgt immer wieder für Spannungen. Während man bei manchen Figuren lange nicht genau weiß, woran man ist, tragen gerade diese unterschiedlichen Beziehungen dazu bei, dass man als Leser immer wieder neue Vermutungen anstellt.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem der Schreibstil. Das Buch lässt sich wirklich angenehm und flüssig lesen, sodass ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Gleichzeitig bleibt die Spannung erhalten, weil immer wieder kleine Hinweise eingestreut werden, die neue Fragen aufwerfen und zum Miträtseln anregen. Im Verlauf der Geschichte werden nach und nach immer mehr Zusammenhänge aufgedeckt, und es macht Spaß, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. An ein paar Stellen wirkte die Handlung auf mich allerdings etwas konstruiert – besonders einmal hatte ich das Gefühl, dass eine wichtige Entdeckung ein wenig zu bequem zustande kommt.

Das Ende war auf jeden Fall spannend und hat die Geschichte noch einmal zugespitzt. Trotzdem hat mich der Ausgang nicht komplett überzeugt. Einige Entscheidungen der Figuren haben mir nicht ganz gefallen, sodass der letzte Abschnitt für mich ein wenig durchwachsen wirkte. Ich hätte mir hier persönlich einen etwas anderen Abschluss gewünscht.



Fazit:

Ein spannender Thriller mit düsterer Atmosphäre, vielen Geheimnissen und einem sehr flüssigen Schreibstil, der zum Miträtseln einlädt. Auch wenn mich nicht jede Entwicklung vollständig überzeugen konnte, hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten.

Insgesamt hat mir das Buch trotz kleiner Kritikpunkte spannende Lesestunden beschert und besonders das Miträtseln über die Hintergründe und Motive der Figuren hat mir viel Spaß gemacht.

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