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riraraffi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Hatte mehr erhofft

Zwei in einem Bild
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Nach dem wunderschönen Cover und dem vielversprechenden Klappentext hatte ich mir eine Geschichte erhofft, die gerade aufgrund ihres geringen Realitätsanspruchs vielleicht sogar surrealistische ...

Nach dem wunderschönen Cover und dem vielversprechenden Klappentext hatte ich mir eine Geschichte erhofft, die gerade aufgrund ihres geringen Realitätsanspruchs vielleicht sogar surrealistische Elemente oder zumindest eine besondere Form von Tiefe entfaltet.
Diese Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt. Von Beginn an hat mich der kindlich wirkende, stark monologische Stil gestört. Wie in einer Art schlichtem Tagebuch sollen wir als Lesende die Hintergründe der Figuren über ihre Selbstbefragungen erschließen. Diese wirken jedoch oft plump und wenig subtil, etwa in Fragen wie: „Hatte ich vielleicht Vertrauensprobleme, weil ich von meinem Exfreund so enttäuscht wurde, als er XY gemacht hat?“
Auch die Protagonistin verbleibt auf dieser oberflächlichen Ebene, wodurch die dargestellte Liebesbeziehung wenig glaubwürdig erscheint. Keine der Figuren gewinnt an Tiefe oder Individualität, und auch eine wirkliche Handlung ist kaum erkennbar. Stattdessen wirkt der Text wie ein direktes, konstruiertes Hinführen zum Kennenlernen und Verlieben, als müsse es einfach so passieren.
Besonders enttäuschend ist zudem der Umgang mit dem Themenfeld der Kunst. Trotz Bezügen zu realhistorischen Persönlichkeiten bleibt die Darstellung erstaunlich oberflächlich und schöpft ihr Potenzial nicht aus. Dabei erscheint es fast, als sei diese Art des Schreibens komplizierter inszeniert, als tatsächlich inhaltliche Tiefe zu entwickeln.
Eine schöne Idee, aber eine enttäuschende Umsetzung.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Unverstandene Künstler und künstliche Konflikte

A Poet's Heart (Broken Artists, Band 1)
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Eine Romance-Geschichte, die unter dem Trope slow burn fällt und wirklich slow und für mich unauthentisch voranschleicht.

Fenn ist eine extrem wortkarge Figur. Warum das so ist, erfährt man erst spät, ...

Eine Romance-Geschichte, die unter dem Trope slow burn fällt und wirklich slow und für mich unauthentisch voranschleicht.

Fenn ist eine extrem wortkarge Figur. Warum das so ist, erfährt man erst spät, aber die Erklärung ist durchaus nachvollziehbar. Äußerlich wirkt er natürlich absolut makellos, und seine Gedanken kreisen angeblich ausschließlich um tiefgründige Themen. Dass er Musiker ist, macht ihn als einsamen Künstler aus, aber fiktive Musik in Büchern überzeugt mich selten. Auch hier fällt es mir schwer, eine Verbindung zu den Songs aufzubauen, da man nur den Text vor sich hat. Seine englischsprachigen Lieder wirken auf mich eher plump, mit Botschaften, die gefühlt alle „Oh, I wanna talk to you, but I can’t“ aussagen. Dass Yva davon so beeindruckt ist, konnte ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Natürlich braucht eine Liebesgeschichte ein Hindernis, das die Figuren zunächst voneinander trennt. Ich hatte allerdings erwartet, dass Yvas traumatisches Erlebnis vom Anfang eine tiefere Rolle spielen würde. Stattdessen gerät es bald in den Hintergrund, was auf mich etwas konstruiert wirkte. Insgesamt fand ich viele Stellen stark kitschüberladen. Auch die Dialoge in den Freundschaften wirkten oft unauthentisch, als würden sie nur dazu dienen, dem Lesepublikum nochmal die Hintergründe zu erklären.

Yva ist recht reflektiert, selbst wenn sie so komische Sachen sagt wie „In seiner Nähe zu sein ist ein Privileg”, sieht sie als Vorzeige-Figur ohne Ecken und Kanten ein, wie toxisch das ist. Es ist aber schön, dass hier eine junge, selbstbewusste Frau im Mittelpunkt steht. Auch das Setting in Stockholm fand ich cool.

Wen all die anderen Punkte nicht stören, wird Freude damit haben. Ich wurde mit dem Roman gar nicht warm, das komische Ende hat es leider nicht retten können.

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