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Veröffentlicht am 30.03.2026

Klassische Horrorelemente

BLACKWATER - Eine geheimnisvolle Saga - Buch 1
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Der kleine Ort Perdido Alabama lebt von der Holzverarbeitung in den am Fluss angesiedelten Sägewerken. Im Frühjahr 1919 tritt aufgrund langanhaltender Regenfälle der Perdido_Fluss über die Ufer und überschwemmt ...

Der kleine Ort Perdido Alabama lebt von der Holzverarbeitung in den am Fluss angesiedelten Sägewerken. Im Frühjahr 1919 tritt aufgrund langanhaltender Regenfälle der Perdido_Fluss über die Ufer und überschwemmt die ganze Stadt. Einige der wohlhabenden Familien haben sich in die Kirche gerettet, unter ihnen auch Oscar Caskey. Um sich das Ausmaß der Verwüstung anzusehen, ist er mit seinem Gärtner Bray im Boot unterwegs durch die Stadt und findet im überschwemmten Hotel eine junge Frau, die dort anscheinend schon seit Tagen allein ausharrt. Bray spürt schnell, dass da irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann, sein Arbeitgeber tut die bedenken allerdings als Aberglaube ab.

Das Buch ist der Beginn der "Blackwater-Saga" , die insgesamt aus sechs Bänden besteht und bereits 1983 veröffentlicht wurde. Sie gilt als eine der besten unheimlichen Erzählungen und verbindet klassische Horror/Gruselelemente mit einer Familiensaga über mehrere Generationen hinweg. Der Geschichte zugrunde gelegt ist eine alte Legende, die sich die Einwohner von Perdido seit Ewigkeiten erzählen und nach der in einem Strudel im Fluss ein Monster lebt, das immer wieder menschen in die Tiefe reißt. Am Ende des Buches gibt es ein sehr interessantes Nachwort.

Der Erzählstil des Autors ist sehr leichtgängig und bildhaft, allerdings hatte ich über weite Strecken Probleme damit mir die Zeit zu vergegenwärtigen, in der die Geschichte spielt. Vom Setting, den Figuren und auch der Sprache des Buches, fühlte ich mich eher fünfzig, oder mehr Jahre früher. Besonders durch das Verhalten der wohlhabenden Familie Caskey ihren schwarzen Angestellten gegenüber und die allgemeine Beschreibung der Lebensumstände, hatte ich dieses Gefühl und da konnte auch die Erwähnung des Autos der Familie und andere Details nichts ändern. Vielleicht ist dieses, ich will nicht sagen antiquierte Setting aber auch absichtlich so gewählt, um die Grundstimmung der Geschichte zu unterstreichen.

Obwohl es dem Leser schon im Prolog ähnlich wie Brady geht und man direkt eine leichte Gänsehaut bekommt, verläuft die Story erstmal relativ unaufgeregt. Es gibt immer mal wieder kleine Spitzen, versteckte Andeutungen, Zeichen, die dem Leser, aber natürlich nicht den Figuren auffallen und so wir der Eindruck aus dem Prolog weiter verstärkt und die gesamte Geschichte hinweg unterschwellig aufrecht erhalten. Im Vordergrund steht hier erstmal eindeutig die Familiengeschichte der Caskeys, im Besonderen die von Müttern zu ihren Kindern und Schwiegermüttern zu ihren Schwiegertöchtern.

Das Buch enthält viele klassische Gruselelemente, die es schaffen über die gesamte Länge der Geschichte eine ängstigende Atmosphäre zu erzeugen, ohne dabei zu blutig, oder plakativ zu werden, obwohl es natürlich auch eine solche Szene gibt, wahrscheinlich um zu verdeutlichen, welches Grauen da tatsächlich lauert. Der erste Band endet für mich überraschend und schockierend, der Autor hat mich hier kalt erwischt, denn mit allem hätte ich gerechnet, aber damit nicht. Trotz dieser Entwicklung und obwohl mir die Story gut gefallen hat, bin ich mir unsicher, ob ich die Reihe zeitnah weiterlesen werde. Für meinen Geschmack darf das Tempo im zweiten Teil gern etwas anziehen.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

So viele Bücher, so wenig Zeit

Bibliomanie
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Hallo, ich heiße Bodo, ich bin biblioman..." Mit diesen Worten stellt sich Bodo bei seinem ersten Treffen in der Selbsthilfegruppe für Büchersüchtige vor, gezwungenermaßen, denn seine Mutter ist davon ...

Hallo, ich heiße Bodo, ich bin biblioman..." Mit diesen Worten stellt sich Bodo bei seinem ersten Treffen in der Selbsthilfegruppe für Büchersüchtige vor, gezwungenermaßen, denn seine Mutter ist davon überzeugt, Bodo hätte ein Problem, als ob drei-, viertausend Bücher, die meisten davon noch ungelesen, ein Problem wären. Leider droht Mutti damit Bodo den Geldhahn zuzudrehen wenn er sich nicht helfen lässt und so fügt sich dieser in sein Schicksal und macht das Beste aus der Situation. Immerhin trifft er so auf die faszinierende Tamara, die ihn kurzerhand zu ihrem ganz persönlichen Vorleser macht.

Ich kann mir vorstellen, dass man als Autor natürlich selber ein bisschen buchverrückt ist. Über die Größe der hauseigenen Bibliothek von Mark Jischinski kann ich nur spekulieren, aber ich denke es steckt schon ein gutes Stück von Bodo in ihm. Ich konnte mich natürlich direkt mit Bodo identifizieren, auch wenn ich es nicht auf eine so große Anzahl ungelesener Bücher schaffe, ist mein Stapel, im Fachjargon SUB genannt schon etwas größer, wobei Stapel nicht das richtige Wort ist, in meinem Fall trifft es Schrank schon eher und natürlich finden sich auch bei mir, genauso wie bei Bodo, in jedem Raum Bücher, außer auf der Toilette, da bin ich raus.

Bodo hat also direkt meine Sympathie, genauso wie auch die anderen doch eher skurrilen Figuren in dieser Geschichte, die der Autor mit wunderbar schwarzem Humor erzählt. Genau wie Bodo kenne auch ich das problem, dass die Zeit einfach nicht ausreicht, um all die tollen Bücher zu lesen, die es gibt. Familie, Haushalt, Arbeit, alles Störfaktoren, die für Bodo zwar nicht gelten, die Sache deshalb aber keinesfalls einfacher machen. Und so kann ich nachvollziehen, dass er eine Lösung für dieses Dilemma sucht. Seine Idee Bücher zu Pulver zu verarbeiten um dieses dann zu schniefen, wäre jetzt eher nicht meins (obwohl es für jeden Schüler die Rettung wäre, einfach morgens, kurz vor Beginn der Deutschstunde eine Prise "Faust Der Tragödie erster Teil" geschnuppft und der Aufsatz kann kommen), seine Forschung an der Lesekapsel hingegen finde ich mega spannend.

Wer jetzt beim Lesen denkt, hä?, was?, den kann ich natürlich verstehen, aber man muss es einfach gelesen haben, um die wunderbare Absurdität dahinter zu erkennen. Mark Jischinski treibt hier die Liebe zu Büchern auf die Spitze. Jeder Buchverrückte wird sich ein klein wenig in der Geschichte wiederfinden, die natürlich von den Übertreibungen, den überzeichneten, teilweise klischeehaft dargestellten Figuren (Therapeut Volker mit seinen Birkenstocks) und dem spitzzüngigen Humor lebt. Das Buch ist Hommage und Satiere zugleich und soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass man Suchtthematiken ernst nehmen und sich Hilfe suchen sollte.

Wie bei den meisten Büchern des Autors, ich kenne und liebe bereits einige davon, wird es Leser geben, die begeistert sind, so wie ich, aber auch solche, die damit überhaupt nichts anfangen können. Liegt wohl in der Natur der Sache. Ich habe mich köstlich amüsiert, so viele Kleinigkeiten in der Geschichte entdeckt, die mir ein Lächeln, oder ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert haben. Ich habe mit Bodo gelitten, als er ohne ein Buch anzusehen durch den Thalia laufen musste, habe mich über seine unbeholfene Verliebtheit gefreut, begeistert mit ihm Bukowski-Gedichte gelesen und am Ende sogar getrauert. Und als wäre das noch nicht genug, liefert der Autor noch reichlich Futter für meine Buchseele, denn Bodo erzählt von so vielen Schätzchen aus seiner Sammlung, dass mein SUB wohl in nächster Zeit einiges an Zuwachs bekommen wird.

Absolute Empfehlung für Leseratten und Büchermenschen, ich hab schon einige im Kopf, die das Buch von mir geschenkt bekommen werden.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Sammlung für Erwachsene

Das Licht hinter den Sternen
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Mit Märchen kommen wir in unserer frühesten Kindheit zum ersten mal mit Literatur, mit Büchern in Kontakt. Da noch klassisch mit Prinzen und Prinzessinnen, mit Hexen, dem bösen Wolf, unheimlichen Stiefmüttern, ...

Mit Märchen kommen wir in unserer frühesten Kindheit zum ersten mal mit Literatur, mit Büchern in Kontakt. Da noch klassisch mit Prinzen und Prinzessinnen, mit Hexen, dem bösen Wolf, unheimlichen Stiefmüttern, oder lustigen Zwergen. Unser kindliche Phantasie kann auf die Reise gehen, wir werden spielerisch, im geschützten Raum unseres Bettes mit unseren Ängsten konfrontiert, immer mit der Gewissheit, das am Ende alles gut werden wird. Die Hexe landet im Ofen, der Wolf im Brunnen und der Prinz und seine Prinzessin leben glücklich bis an ihr Ende.
Für viele Kinder vergeht die Faszination für diese Art von Geschichten, wächst sich aus, macht im besten Fall Platz für etwas Neues. Für manche, so wie mich, bleibt die Faszination allerdings erhalten und so liebe ich Märchen auch heute noch.
Unter dem Pseudonym Fuchstraum hat Autor Christoph Große in diesem Büchlein Märchen für Erwachsene geschaffen. Märchen voller Melancholie, voller Zauber, Hoffnung und Poesie. Auf nur wenigen Seiten erzählt er magische Geschichten mit Botschaft. In einer leisen unaufdringlichen Art und Weise, erschafft er Bilder mit großer Kraft, unterstützt durch wunderschöne schwarzweiß Zeichnungen der Künstlerin Krajamine.
In vielen seiner Geschichten geht es um das Schreiben, etwa wenn ein Schriftsteller erkennt, das die Figuren seiner Geschichten lebendig werden, aber in der Enge der Schreibtischschublade traurig sind. Man lernt einen Bären kennen, der für die Liebe zum Mann wird, oder begleitet einen alten Mann auf seinem letzten Weg.
Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen, es ist genau richtig zum Verschenken und macht sich richtig gut auf dem Nachttisch, um vorm schlafen gehen nochmal kurz in magische Welten abzutauchen.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Schicksalsgemeinschaft

Giftiger Grund
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Vor sieben Jahren hat Joran mit zwei seiner Freunde eine Tankstelle überfallen und dabei einen Mann verletzt. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird steht für ihn fest, jetzt wird alles anders. Leider ...

Vor sieben Jahren hat Joran mit zwei seiner Freunde eine Tankstelle überfallen und dabei einen Mann verletzt. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird steht für ihn fest, jetzt wird alles anders. Leider ist das aber gar nicht so leicht. Um den Neustart ohne die Hilfe seines Vaters zu schaffen, sucht er nach seiner damals versteckten Beute an der längst verlassenen Tankstelle, dabei trifft er unerwartet auf Charu, die junge Frau postet Bilder von Lost Places auf ihrem Insta Account und auf Edda, ein kleines Mändchen das mitten in der Nacht, in Schlafanzug und Gummistiefeln an der Tankstelle auftaucht. Seine Beute findet er nicht, dafür aber etwas anderes.

Schon das Cover des Buches ist ein echter Hingucker, der mich direkt neugierig gemacht hat. Ein kleines Mädchen, das offenbar auf einem Baumstamm balanciert, vor einem giftgrünen Hintergrund. Dieses Grün unterstreicht den Titel des Buches, "Giftiger Grund", den giftig/toxisch ist der Ort des Verbrechens tatsächlich und das gleich in mehrerlei Hinsicht.

Die Story hält dann auch, was das Cover verspricht. Da ist Joran, der ziemlich naiv an sein Leben in Freiheit herangeht und direkt mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, toxisch hier ganz klar sein Vater, aber auch sein damaliger Freund der an dem Überfall beteiligt war und Joran nun zu einem fragwürdigen Job drängt. Charu, die voll und ganz in ihrer Arbeit aufgeht und auf den Erfolg als Influencerin hofft, der bisher aber ausbleibt, in gewisser Weise toxisch hier, die Beziehung zu ihrer Schwester und leider nicht nur das. Und natürlich die kleine Edda, die nicht ohne Grund Nachts durch den Wald streunt. Drei völlig unterschiedliche Figuren, die aus den unterschiedlichsten Gründen Nachts an dieser verlassenen Tankstelle aufeinandertreffen und bald eine Schicksalsgemeinschaft bilden.

Die Geschichte wird abwechseln aus der Perspektive einer der Figuren erzählt, so erhält man als Leser viel mehr Einblicke in das Geschehen und kennt Details, die den anderen Figuren noch verborgen sind. Man folgt drei Handlungssträngen, die sich über weite Strecken unabhängig voneinander entfalten und immer mal wieder gemeinsame Berührungspunkte haben, bevor sie letztlich zusammenlaufen. Der Autor schafft es gut Empathie beim Leser zu erzeugen. Bei der kleinen Edda ist das recht leicht, aber er schafft es auch bei Joran, der ja ein Verbrechen begangen hat und der einem eigentlich suspekt sein sollte, dass man irgendwie eine Art Beschützerinstinkt entwickelt und ihm unbedingt helfen will. Leicht macht seine Figur es dem Leser allerdings durch sein oft unüberlegtes Handeln nicht unbedingt.

Thomas Knüwer erzählt auf psychologischer Ebene sehr spannend, das Setting des Buches, die Handlung, die meist Nachts spielt, tut ihr übriges. Man ist beim Lesen die ganze Zeit irgendwie angespannt und erwartet immer, dass etwas Schlimmes passiert. In einigen Szenen geht es auch durchaus etwas heftiger zur Sache. Zu manchen Details hat man als Leser schon eine Ahnung, anderes trifft einen vollkommen unvorbereitet. Das Ende ist eher ungewöhnlich, stimmig und konsequent, passt gut zur Geschichte, könnte aber nicht jedem Leser gefallen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Dieses Buch ist ein Muss

Essen und essen lassen
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Wahrscheinlich war es noch nie so einfach sich gesund zu ernähren wie heute. Wir wissen so viel über gesunde Lebensmittel, über das was dem Körper gut tut, ihn fit und gesund erhält und über das was ihm ...

Wahrscheinlich war es noch nie so einfach sich gesund zu ernähren wie heute. Wir wissen so viel über gesunde Lebensmittel, über das was dem Körper gut tut, ihn fit und gesund erhält und über das was ihm schadet. Noch nie war es so einfach die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, Erzeugung, Transport, Verkauf, all das läuft im großen Stil, weltweit operierende Konzerne produzieren und ernähren die Massen. Und trotzdem werden die Menschen in den Industrieländern immer dicker, leiden schon Kinder an Essstörungen, sind Adipositas, erhöhter Blutdruck, Diabetes Volkskrankheiten unserer Wohlstandsgesellschaft. Obwohl wir so viel über Ernährung wissen, macht sie uns krank, lässt uns schneller altern, bestimmt unser Leben physisch, aber immer öfter auch psychisch.

Die Autorinnen Marlene Borchardt und Nora Burgard-Arp haben mit "Essen und Essen lassen" einen Ernährungsratgeber (wenn man das so nennen will) geschrieben, der eigentlich etwas ganz anderes ist, ein Appell, ein Manifest, eine Offenbarung, ein Buch das ich zur Pflichtlektüre an Schulen machen würde, ein Buch das ich jungen Menschen schenken würde, die gerade dabei sind sich und ihren Platz in der Welt zu finden, aber auch all denen, die so wie ich selbst auch ihr Leben lang mit ihrem Körper und dem Essen gestruggelt haben.

Ich bin, würde ich sagen, eine gestandenen Frau, habe erfolgreich neben dem Beruf eine Familie gemanagt, drei wunderbare Töchter großgezogen, darf einem ebenso wunderbaren Enkel beim wachsen zusehen. Eigentlich sollte es mir schnurz egal sein was Andere über mich denken, wie Andere mich wahrnehmen. Ist es aber nicht, den leider ist auch heute, in Zeiten von Body positivity und der viel gepriesenen confidence, mein äußeres Erscheinungsbild das, worüber ich in der Öffentlichkeit als erstes definiert werde. Ich werde gesehen und allein aufgrund meiner Körpermaße eingeordnet, in eine Schublade gesteckt, bewertet und wenn meinem Gegenüber das was er sieht nicht gefällt, es nicht in seine Vorstellung passt, dann ist es auch völlig egal, dass ich ein total toller Mensch bin der gern Bücher liest, Hunde mag und Musik, gut kochen kann, sehr gesellig ist, verständnisvoll, empathisch, der gut zuhören kann, hilfsbereit ist, witzig, manchmal etwas zickig, manchmal nah am Wasser gebaut, loyal, einfach ein Kumpel. Und wenn mich dieser Umstand schon verunsichert, was bitte macht das dann mit unseren Kindern, die jeden Tag auf Tiktok, Instagram und Co mit dem vermeintlich perfekten Körperbild konfrontiert werden. Die täglich in den Lieder und Musikvideos ihrer Idole hören, wie toll es ist, schön, schlank und begehrenswert zu sein und direkt von geschäftstüchtigen Influencern die dafür nötigen Mittelchen angepriesen bekommen.

In acht Kapiteln spüren die Autorinnen all dem nach, analysieren wie wir über Essen reden, wie die Geschichte der Diät mit dem Kapitalismus zusammenhängt, wie die Ernährung mit unserem Charakter verknüpft ist, welche Trends und Ideologien es in der Ernährung gibt und natürlich auch ganz aktuell, wie sie uns krank macht. Sie schreiben dabei objektiv und ohne die Dinge zu bewerten, zu verherrlichen, zu verteufeln. In vielen Fällen kommen Betroffene zu Wort, zu denen auch die Autorinnen selbst gehören und geben Erfahrungsberichte. Sie wollen aufrütteln, ohne zu missionieren, wollen den Blick auf unseren Umgang mit Ernährung, aber ganz besonders auch den Umgang mit uns selbst entzerren, normalisieren und uns so aus der Gedankenspirale lösen, die bei so vielen Menschen den Alltag bestimmt.

Ich habe mich in diesem Buch in so vielen Sätzen wiedergefunden, im Positiven wie im Negativen und auch wenn ich noch immer nicht wirklich mit mir und meinem Körper im Reinen bin, hat das Buch mir unglaublich gut getan. Eine absolute Herzensempfehlung.

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