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Veröffentlicht am 17.08.2020

Der Sommer der Entscheidungen

Wo die Sterne tanzen
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Bei "Wo die Sterne tanzen" hätte schon allein die Gestaltung des Covers mein Interesse geweckt. Ich mag diese Mischung aus einem moderen Layout mit ein bisschen Kitsch und maritimen Elementen ...

Bei "Wo die Sterne tanzen" hätte schon allein die Gestaltung des Covers mein Interesse geweckt. Ich mag diese Mischung aus einem moderen Layout mit ein bisschen Kitsch und maritimen Elementen durch die Möwen. Auch die Haptik ist toll, da der Umschlag aus einem eher rauen Papier besteht, auf das die Schrift und die Sterne erhaben und glänzend aufgesetzt wurden. So hebt sich das Buch von anderen Taschenbüchern positiv ab. Aber auch die Autorin, Katharina Herzog, hatte Einfluss darauf, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte, da ich auch ihre anderen Romane kenne und sehr mochte. Und nichtzuletzt gefällt mir auch der Schauplatz, die Nordseeinsel Juist.

Die 35-jährige Musicaldarstellerin Nele kommt zusammen mit ihrer achtjährigen Tochter Annika von New York nach Juist, um sich zusammen mit ihrer Mutter, zu der sie ein eher angespanntes Verhältnis hat, um den Verkauf des Hauses ihrer verstorbenen Großmutter zu kümmern. Bei ihr auf der Insel hat sie in ihrer Kindheit und Jugend jeden Sommer verbracht und dort sowohl den Nachbarsjungen Henry als auch den Urlauber Ben kennengelernt, die auch im weiteren Verlauf ihres Lebens immer wieder eine Rolle spielen. So wirklich leicht fällt ihr der Abschied vom "Deichschlösschen" ihrer Oma dann aber nicht und auch darüber, wie es in ihrem Leben nun weiter gehen soll, ist sie sich, konfrontiert mit vielen Erinnerungen, plötzlich nicht mehr so recht im Klaren.

Die Handlung wird abwechselnd auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. 2019, nach dem Tod der Großmutter und davor, beginnend mit Katharinas Teenagerjahren. Dadurch erfährt man als Leser erst nach und nach, wie alles miteinander zusammenhängt und die Handlung ist (für einen Frauenroman) nicht allzu vorhersehbar. Der Schreibstil von Katharina Herzog lässt sich sehr gut lesen, sie schreibt lebendig und anschaulich. Nele als Hauptperson ist mir sehr sympathisch und ich kann mich gut in sie hineinversetzen, aber auch alle anderen im Buch vorkommenden Personen haben trotz mancher Macke ihren Charme. Ich empfehle das Buch gerne weiter. Beim Lesen kann man so wenigstens in Gedanken mal wieder ans Meer reisen.

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Vegane Ernährung muss weder einseitig noch langweilig sein

Vegan! Das Goldene von GU
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Bei diesem Buch spricht mich auf den ersten Blick vor allem der Untertitel an: "Tierfreie Rezepte zum Glänzen und Genießen". Dieser lässt vermuten, dass es sich nicht (nur) um eine Rezeptsammlung ...

Bei diesem Buch spricht mich auf den ersten Blick vor allem der Untertitel an: "Tierfreie Rezepte zum Glänzen und Genießen". Dieser lässt vermuten, dass es sich nicht (nur) um eine Rezeptsammlung für Einsteiger, was die vegane Ernährung angeht, handelt, sondern durchaus auch ungewöhnlichere Rezepte vorhanden sind. Was den goldenen Einband angeht, kann man sich streiten, auffällig ist dieser sicher, aber ich bevorzuge eher andere Aufmachungen, edles Leinen oder schöne Illustrationen / Fotos. Zum Motto "Glänzen" passt er aber natürlich gut. Das Kochbuch ist fest gebunden und hat 400 Seiten, dadurch macht es einen sehr robusten Eindruck. Durch seine Dicke, ist es nur etwas schwer, es beim gewünschten Rezept aufgeschlagen liegenzulassen, ohne dass es wieder zuklappt.

Das Buch ist in sieben Bereiche unterteilt. Los geht es mit "Veganen Basics". Hier wird zunächst kurz beschrieben, wie man sich auch vegan ausgewogen ernähren kann und wie man Basisprodukte, wie Nussmuß oder Hafersahne selbst herstellen kann. Anschließend folgen unter dem Motto "Frühstücksideen" Müslis, Smoothies und Brotaufstriche. Der Teil "To Go und zwischendurch" enthält Salate Snacks und Fingerfood, "One-Pot-Seelenfutter" stellt Suppen, Eintöpfe und Currys vor, "Hauptgerichte für jeden Tag" sind Gemüse, Pasta und Hülsenfrüchte, "Vegane Klassiker" zum Beispiel vegane Schnitzelvarianten. Zum Abschluss gibt es "Süßes gerührt und gebacken", also Desserts, Cookies und Kuchen. Diese Einteilung finde ich auf jeden Fall sinnvoll und ansprechend.

Nun aber noch zu den einzelnen Rezepten. Neben einige Basics sind auch recht viele kreativere Rezepte vorhanden, die Zutaten auch einmal anders als gewohnt kombinieren oder aus den Küchen aller möglicher Länder stammen. Dennoch sind die einzelnen Komponenten normalerweise unkompliziert in jedem größeren Supermarkt zu bekommen, was mir auch immer sehr wichtig ist. Produkte wie Tofu oder Seitan kommen zum Einsatz, aber das hält sich im Rahmen, vor allem finden sich diese bei den veganen Küchenklassikern, die geschmacklich an Fleischgerichte erinnern sollen. Viele Rezepte sind auch einfach "zufällig vegan". Auf jeden Fall liefert mir das Buch einige neue Inspiration und ich freue mich darauf, diese Rezepte auszuprobieren.


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Veröffentlicht am 26.03.2020

Harte Schale - Weicher Kern?

Die Gärten von Monte Spina
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Das Cover des Buches hat mich gleich angesprochen, die grüne Vulkaninsel erinnert mich an die Azoren oder eben die grüneren der kanarischen Inseln und ich hatte große Lust, beim Lesen in Gedanken dorthin ...

Das Cover des Buches hat mich gleich angesprochen, die grüne Vulkaninsel erinnert mich an die Azoren oder eben die grüneren der kanarischen Inseln und ich hatte große Lust, beim Lesen in Gedanken dorthin zu reisen.

Was mich etwas abgeschreckt hat, ist, dass die Protagonistin Toni, eine etwa 30-jährige Landschaftsgärtnerin, um ihren viel zu früh verstorbenen Mann trauert. Deshalb befürchtete ich, dass mir die Stimmung des Buches zu depressiv sein könnte. Dies war dann aber weitgehend nicht der Fall, auch wenn Toni natürlich erst einmal zurück ins Leben finden und alles verarbeiten muss. Das versucht sie, indem sie sich auf der kleinen Privatinsel vor Lanzarote in die Arbeit stürzt. Den Besitzer der Insel, Bror, kennt sie zunächst nur aus eher furchteinflößenden Erzählungen der anderen Bediensteten, macht bei der ersten Begegnung dann aber auch gleich unangenehme Erfahrungen mit ihm. Dennoch fasziniert er sie irgendwie und sie kann sich nicht komplett von ihm fernhalten.

Im Verlauf der Handlung kommt es immer wieder zu recht extremen Situationen, nicht alle Verhaltensweisen der Protagonisten kann ich als Leserin nachvollziehen. Andererseits weiß man so auch nie, wie sich alles weiterentwickeln wird und wie am Ende alles ausgeht. Dadurch habt sich der Roman auch von vielen anderen "Frauenbüchern" ab.

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Veröffentlicht am 26.03.2020

Spannender Abschluss der Trilogie

Glanz der Ferne
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Im Mittelpunkt des dritten und finalen Bandes von Iny Lorenz Trilogie um eine Berliner Stoff-Fabrikanten-Familie steht Vicky von Gentzsch, die Nichte des Fabrikbesitzers Theo, Tochter seiner bei deren ...

Im Mittelpunkt des dritten und finalen Bandes von Iny Lorenz Trilogie um eine Berliner Stoff-Fabrikanten-Familie steht Vicky von Gentzsch, die Nichte des Fabrikbesitzers Theo, Tochter seiner bei deren Geburt verstorbenen Schwester.
Diese zeichnet mit großem Talent und zieht Ende des 19. Jahrhunderts mit Vater, (böser) Stiefmutter, zwei älteren Brüdern und zwei Halbbrüdern nach Berlin, weil ihr Vater Gustav als Beamter dorthin versetzt wurde. In ihrer Familie gilt sie als schwarze Schaf und wird für den Tod ihrer Mutter verantwortlich gemacht.
In Berlin findet sie dann aber Zuflucht bei der Fabrikantenfamilie mit ihrer Großmutter Theresa, ihrer Tante Friederike und ihren Cousinen und Cousins, die sich liebevoll um sie bemühen. Leider gerät sie so aber auch ins Visier deren Widersachers von Tiedern, der unter anderem Vicky für seine Rache an der Fabrikantenfamilie nutzen will, denen er ihren Erfolg nicht gönnt.
Zudem gibt es noch einige Nebenhandlungen und damit verbunden weitere Personen, die es mir anfangs etwas erschwert haben, in die Geschichte hinein zu kommen, da es schon etwas her ist, dass ich den Vorgänger gelesen habe. Aber mit der Zeit ging es, es kommt im Roman auch immer wieder zu kurzen Erläuterungen zur Vorgeschichte und am Ende gibt es ein Personenregister. Dadurch ist das Buch wohl auch gut lesbar, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt.
Die Handlungen werden meist sehr anschaulich beschrieben, oft kann man sich beim Lesen richtig vorstellen, wie das Ganze auf einer Theaterbühne dargestellt werden würde.
Dinge, die für diese Zeit neu oder typisch waren, spielen immer wieder eine Rolle, wie das Automobil oder die Badekarren am Strand und so erfährt man auch mehr über das Leben in dieser Zeit, insbesondere das der Frauen. Diese hatten viel weniger Rechte als Männer, wobei der Roman auch einige Frauen vorstellt, die sich damit nicht abgefunden haben und sehr wohl etwas zu sagen haben. Dies gilt besonders für die Frauen in der Fabrikantenfamilie, aber besonders für Bettina von Baruschke. Vom Leben der einfacheren Menschen und allgemein der Stadt Berlin um die Jahrhundertwende bekommt man allerdings recht wenig mit, da so gut wie alle Handlungsstränge sich um Menschen aus höheren Schichten drehen.
Meine liebsten Charaktere waren die Protagonistin Vicky, die sich ihre Leidenschaft für's Zeichnen nie nehmen lässt und auch den Mut in schwierigen Situationen nicht verliert und ihre Großmutter Theresa, die die Familie zusammenhält und auf die immer Verlass ist.
Gerne empfehle ich das Buch allen, die historische Romane mit starken Frauenfiguren mögen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Verbotene Liebschaften in Paris

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Im Mittelpunkt dieses neuen Romans von Antonia Wesseling steht das traditionsreiche Modehaus Bouttier aus Paris. Elodie, die Enkelin der Besitzer, war schon lange nicht mehr in Frankreich, reist aber nun ...

Im Mittelpunkt dieses neuen Romans von Antonia Wesseling steht das traditionsreiche Modehaus Bouttier aus Paris. Elodie, die Enkelin der Besitzer, war schon lange nicht mehr in Frankreich, reist aber nun mit Schwester und Vater an, weil das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. Sie selbst hat privat ebenfalls Probleme. Ihre Sportkarriere liegt wegen einer Verletzung auf Eis und ihr Freund hat sie gerade mit einer guten Freundin betrogen.

In Paris steht Elodie dann schnell zwischen zwei Männern, Adam le Blac, den Erben des Konkurrenz-Labels und ihrem Adoptiv-Cousin Gabriel, mit dem sie in ihrer Kindheit ein sehr inniges Verhältnis verband.

Grundsätzlich hatte ich mir vom neuesten Roman der Autorin etwas mehr Modewelt erwartet. Dafür war mir dann der Spice-Anteil zu hoch und ich konnte auch nicht so recht nachvollziehen, warum Elodie sich ausgerechnet von ihrem Adoptiv-Cousin angezogen fühlt. Bei Adam le Blanc fiel mir das leichter, aber das mit Gabriel, mit dem sie quasi aufgewachsen ist, als Cousin und Cousine, ist mir too much. Auch ihre berufliche Orientierungslosigkeit, einerseits mit der aufgegeben Sportkarriere und andererseits (bisher) kein allzu erkennbares Interesse am Modeunternehmen der Familie, war mir etwas viel. Der Schreibstil der Autorin war aber auch diesmal gut lesbar. Beim Hörbuch kommen zudem für alle drei Protagonist:innen verschiedene Sprecher:innen zum Einsatz, was für Abwechslung sorgt.

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