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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Spannender Jugendthriller

Revenge
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Liv und Sara werden durch Zufall Zeuge eines Tankstellen-Überfalls bei dem Saras Freund Vince angeschossen wird. Getrieben durch die Ermittlungsarbeiten der Polizei kommen dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ...

Liv und Sara werden durch Zufall Zeuge eines Tankstellen-Überfalls bei dem Saras Freund Vince angeschossen wird. Getrieben durch die Ermittlungsarbeiten der Polizei kommen dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ans Tageslicht, die plötzlich alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. Können sich Liv und Sara gemeinsam aus der Bedrohung befreien und den Täter überführen? Was geschah damlas wirklich und wie gehen die Beteiligten mit der Wahrheit um?

Die deutsche Autorin Svenja Diel hat mit "Revenge" einen aus meiner Sicht fesselnden Thriller veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem Temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den Bann ziehen konnte. Der Spannungsbogen wird mit dem Tankstellen-Überfall zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die ERmittlungen und den dramatischen Enthüllungen stets auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein Jugenddrama, bei dem sich Intrigen, moralische Konflikte und persönliche Abgründe auftun und die Handlungen immer wieder in einem neuen Licht erscheinen lassen. Das Ganze konnte mich zum fulminanten Finale in den Bann ziehen, wo dann eine für mich überraschende, aber gut nachvollziehbare Auflösung alles gelungen abrundet.

Insgesamt ist "Revenge" für mich ein packender und gut gelungener Jugendthriller, der sich mit brisanten Themen auseinandersetzt und dabei stets die nötige Distanz hält. Wer psychologische Spannung und komplexe Figuren mag, wird hier gut unterhalten – sollte aber auch bereit sein, sich mit unangenehmen Fragen auseinanderzusetzen. Svenja Diel verbindet Spannung, Emotion und psychologische Tiefe zu einer düsteren Geschichte, die mich überzeugen konnte, so dass ich sie gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Gruppentherapie

Narbenmädchen
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Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für ...

Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für Heilung sorgen. Lara hat aber auch schon gleich neue Klingen mitgebracht und ist wenig überzeugt von dieser Therapie. Die Psychologin dringt nicht zu ihr durch und so steht sie kurz vor der Einlieferung in eine geschlossene Anstalt. Da lernt sie Neo und Finn kennen, zwei Jungs in ähnlichem Alter, nur mit anderen Problemen. Untereinander entstehen tiefgehendere Gespräche und Lara fühlt sich erstmals verstanden...

Die deutsche Autorin Lilly Bogenberger hat mit "Narbenmädchen" einen ehrlichen und bewegenden Jugend-Roman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte von Lara in einem bildreichen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der sehr passend zum Thema wirkt. In den sehr authentisch geschilderten Erlebnissen begegnet der Leser mehreren Jugendlichen mit unterschiedlichen Schicksalsschlägen und deren Versuch, diese in den Griff zu bekommen. Der psychologische Ansatz der Klinik ist eher die Hilfe zur Selbsthilfe, was manche Jugendliche überfordert und so nicht zum Ziel führt. Bei anderen aber wirkt gerade das gemeinsame Erleben der neuen Situation und der fortlaufende Austausch mit Höhen und Tiefen zum gewünschten Effekt zur möglichen Bewältigung der persönlichen Krise. Lilly Bogenberger gelingt es aus meiner Sicht dabei sehr gut, die verschiedenen Probleme der Protagonisten in den Fokus zu stellen, ohne Effekthascherei zu betreiben und gleichzeitig den steinigen Weg aufzuzeigen, der notwendig ist, um wieder ins Leben zurückzufinden.

Insgesamt ist "Narbenmädchen" ein für mich gelungener Jugend-Roman, der gerade auch jüngeren Lesern Mut machen soll, über eigene Probleme zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Als sehr gut empfand ich die Auflistung unterschiedlicher Anlaufstellen für psychische Probleme Jugendlicher im Anhang des Buches, der mir zeigt, dass das Thema für die Autorin wichtig ist und sie gerne auch Hilfestellung geben will. Für mich ist der Roman daher auch lesenswert, so dass ich ihn gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe

Flut aus schwarzem Stahl
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Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: ...

Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: tätowierte Krieger auf schwarzen Langschiffen, die einem alten, längst totgeglaubten Kult folgen. Diese brutale Streitmacht hinterlässt Verwüstung und kündigt einen Konflikt an, der das gesamte Reich erschüttern könnte. Die Kriegerin Thera Schwarzspeer wird ausgesandt, die Bedrohung zu untersuchen und ihr entgegenzutreten.

Der britische Autor Anthony Ryan hat mich mit seinen epischen Fantasy Sagen wie der "Rabenschatten-Trilogie" oder der "Draconis Memoria-Reihe" bereits erfolgreich in fremde Welten entführt, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in seine neue Serie gestartet bin. Der Erzählstil ist kraftvoll und detailreich, jedoch auch fordernd. Ryan nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Welt und Figuren, was dazu führt, dass der Einstieg vergleichsweise langsam verläuft. Diese Ruhephase dient jedoch als Fundament für die spätere Entwicklung der Geschichte, die zunehmend an Tempo und Intensität gewinnt. Besonders hervorzuheben ist die dichte und atmosphärische Weltgestaltung. Die raue Landschaft, das kalte Meer und die von religiösen Vorstellungen durchdrungene Gesellschaft erzeugen eine glaubhafte, oft beklemmende Stimmung. Die Welt wirkt dabei weder überladen noch künstlich, sondern vielmehr organisch gewachsen. Der Einfluss nordischer Mythologie ist deutlich spürbar, ohne dass der Roman in Klischees verfällt.

Insgesamt ist "Flut aus schwarzem Stahl" ein anspruchsvoller und vielschichtiger Auftakt, der sich deutlich an Leser richtet, die epische und eher düstere Fantasy schätzen. Der Roman verlangt Geduld, entwickelt dafür aber eine große erzählerische Wucht und legt den Grundstein für eine umfangreiche Saga. Ich freue mich auf den nächsten Band, empfehle den Auftakt gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Große Emotionen in fünf Kurzgeschichten

Der Fluss der Zeit
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Der Autor Pascal Mercier war mir bisher noch kein Begriff. Es handelt sich um das Pseudonym des Schweizer Philosophen Peter Bieri, unter dem er Romane veröffentlichte, die seine philosophischen Erkenntnisse ...

Der Autor Pascal Mercier war mir bisher noch kein Begriff. Es handelt sich um das Pseudonym des Schweizer Philosophen Peter Bieri, unter dem er Romane veröffentlichte, die seine philosophischen Erkenntnisse mit viel psychologischer Tiefe wiedergaben. Für seine werke wurde Bieri mehrfach ausgezeichnet und in dem vorliegenden Buch sind fünf Kurzgeschichten aus seiner Feder vereint.

Alle fünf Geschichte haben die Gemeinsamkeit, die Gefühlswelt der jeweiligen Protagonisten in den Vordergrund zu stellen. So kann sich in "Die Übergabe" der Besitzer einer Immobilie, die sich schon lange im Familienbesitz befindet nicht so wirklich trennen. Es fällt ihm wahnsinnig schwer loszulassen und die Spannung zwischen dem Erwerber und Verkäufer wird sehr gut wiedergegeben. Auch in der zweiten Kurzgeschichte geht es um die Emotionen, die ein großzügiges Geschenk auslöst. Sowohl der Schenker als auch der Beschenkte fühlen sich in ihrer Rolle nicht wohl und zeigen, dass einer vermeintlich wohlwollende Tat durch Zweifel nicht den gewünschten Effekt erzielen kann.

Auch die drei weiteren Einblicke sind von ruhiger Natur und zielen lediglich auf die ausgelösten Gefühle ab. Pascal Mercier gelingt es aber aus meiner Sicht beeindruckend, den Geschichten in den jeweils gut zwanzig Seiten so viel Tiefe zu verleihen, dass sie dazu einladen innezuhalten und das Gelesene auch wirken zu lassen. Ich habe mir daher mit dem durchaus kompakten Buch auch Zeit gelassen, was ich auch im Nachgang als sehr passend empfinde.

Insgesamt ist "Der Fluss der Zeit" eine aus meiner Sicht sehr gelungene Sammlung kurzer vielsagender Geschichte, die es ermöglichen dem Alltag zu entfliehen und das Ganze auf sich wirken zu lassen. Gerade hier kann man sagen, "In der Kürze liegt die Würze", da man mehrfach auf eine Auflösung hinfiebern kann. Ich empfehle die Anthologie sehr gerne weiter und bewerte sie mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Skurriles Roadmovie

Beutemacher
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Frankfurt ist ein heißes Pflaster. Das müssen auch Nika und Mike feststellen. Zu Beginn des Buches kennen sie sich noch nicht, aber als Nika "Beute" machen muss, um ihrer leidlichen Situation zu entkommen ...

Frankfurt ist ein heißes Pflaster. Das müssen auch Nika und Mike feststellen. Zu Beginn des Buches kennen sie sich noch nicht, aber als Nika "Beute" machen muss, um ihrer leidlichen Situation zu entkommen trifft sie auf Mike, der ihr in der ersten Not Hilfe und Unterkunft anbietet. So kommt Nika in eine Gruppe aus Gestrandeten, die sich in ihrer Welt so weit arrangiert haben, dass man gut zurecht kommt. Da haben sie aber die Rechnung ohne Nikas Verfolger gemacht. Er sucht Nika und er findet Nika und er schreckt nicht vor Gewalt zurück...

Der deutsche Autor und Regisseur Rolf Silber hat mit "Beutemacher" einen mehr als außergewöhnlichen Frankfurtkrimi geschrieben. Er erzählt die Geschichte in einem speziellen und anfangs doch ein wenig gewöhnungsbedürftigen Schreibstil, der teilweise doch schon härtere Gewalt mit schrägem Humor vereint. Ein skurriler Auftritt, der auf dem Buchrücken passend mit Mischung aus Tarantino und Monty Python beschrieben wird. Der Spannungsbogen wird mit dem zufälligen Treffen von Nika und Mike direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die actionreichen und unterhaltsamen Geschehnisse auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Die schwer vorhersehbare Entwicklung hält den Leser in Atem und unterhält mit der wirklich ungewöhnlichen Mixtur aus Gewalt und Humor. Ich war bis zum fulminanten Finale, welches einen überraschenden Abschluss parat hält, gut unterhalten.

Insgesamt ist "Beutemacher" ein für mich außergewöhnlicher Kriminalroman, der mit seiner besonderen Sprache und dem Wortwitz des Autors überzeugt und so aus der Masse des Genres heraussticht. Auch wenn der Beginn aufgrund der ungewöhnlichen Erzählform etwas holprig war empfehle ich das Buch gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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