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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Bella Italia

Zu Gast an der Amalfiküste
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„Zu Gast an der Amalfiküste“ ist wie ein Kurzurlaub zwischen zwei Buchdeckeln. Schon nach wenigen Seiten spürt man die Wärme der Sonne, riecht förmlich die Zitronenhaine und hört das geschäftige Treiben ...

„Zu Gast an der Amalfiküste“ ist wie ein Kurzurlaub zwischen zwei Buchdeckeln. Schon nach wenigen Seiten spürt man die Wärme der Sonne, riecht förmlich die Zitronenhaine und hört das geschäftige Treiben kleiner italienischer Küchen.

Christine Gräfin von der Pahlen gelingt es, die Region nicht nur zu zeigen, sondern erlebbar zu machen. Von den steilen Gassen in Positano bis zu den leuchtenden Zitronenterrassen rund um Amalfi entfaltet sich ein Panorama voller Lebensfreude, Genuss und Tradition. Dabei stehen vor allem die Menschen im Mittelpunkt: Köche, Gastgeber, Marktverkäufer – all jene, die die Seele dieser Region ausmachen.

Die Rezepte sind ein echtes Highlight. Sie wirken authentisch, zugänglich und gleichzeitig besonders – Gerichte, die nach Urlaub schmecken und dennoch zuhause nachgekocht werden können. Dabei geht es nicht nur um Zutaten und Zubereitung, sondern um das Lebensgefühl dahinter: das berühmte „dolce far niente“, das süße Nichtstun, das hier in jeder Zeile mitschwingt.

Ein großer Pluspunkt sind die Fotografien von Mayk Wendt. Sie sind nicht einfach nur Begleitung, sondern tragen die Atmosphäre des Buches maßgeblich. Farbenfroh, lebendig und detailreich – sie lassen einen tief in die Welt der Amalfiküste eintauchen und verstärken das Gefühl, selbst vor Ort zu sein.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus Genuss und Reise. Das Buch ist gleichzeitig Inspirationsquelle, Kochbuch und Reiseführer. Es macht Lust, die Region zu entdecken oder sich ein Stück davon nach Hause zu holen.

"Zu Gast an der Amalfiküste" ist eine Liebeserklärung an den Süden Italiens. Ein atmosphärisch dichtes, wunderschön gestaltetes Buch, das Fernweh weckt und gleichzeitig dazu einlädt, den Geschmack der Amalfiküste in die eigene Küche zu bringen. Perfekt für alle, die Genuss, Reisen und italienische Lebensart lieben.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ein Reise-Kochbuch auf höchstem Niveau

Zu Gast in der Bretagne
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„Zu Gast in der Bretagne“ ist weit mehr als ein klassisches Kochbuch – es ist eine Einladung, sich treiben zu lassen. Zwischen salziger Meeresluft, rauen Küsten und kleinen, versteckten Bistros entfaltet ...

„Zu Gast in der Bretagne“ ist weit mehr als ein klassisches Kochbuch – es ist eine Einladung, sich treiben zu lassen. Zwischen salziger Meeresluft, rauen Küsten und kleinen, versteckten Bistros entfaltet das Buch eine Atmosphäre, die man nicht nur liest, sondern fast schon spürt.

Für mich hatte es dabei eine ganz besondere Wirkung: Ich war selbst schon in der Bretagne unterwegs und dieses Buch hat es geschafft, mich direkt wieder dorthin zurückzuträumen. Dieses Gefühl, wenn der Wind vom Atlantik kommt, die Wellen gegen die Felsen schlagen und man danach in einer kleinen Crêperie sitzt – genau das fängt das Buch unglaublich authentisch ein.

Kulinarisch zeigt sich die Bretagne von ihrer besten Seite. Die Rezepte reichen von klassischen Galettes über frische Meeresfrüchte bis hin zu modernen Interpretationen regionaler Gerichte. Dabei geht es nicht nur ums Nachkochen, sondern um das Verstehen: Woher kommen die Zutaten? Wer sind die Menschen dahinter? Welche Geschichten stecken in den Gerichten?

Besonders gelungen ist die Mischung aus Rezepten, Porträts und Reisetipps. Restaurants, Bistros und Crêperien werden nicht einfach aufgelistet, sondern mit Leben gefüllt. Man bekommt das Gefühl, die Türen öffnen sich wirklich und man darf einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Auch visuell ist das Buch ein Genuss. Die Fotografien transportieren die raue Schönheit der Region ebenso wie ihre Herzlichkeit. Sie machen Lust, sofort loszufahren oder sich zumindest in die Küche zu stellen und ein Stück Bretagne nach Hause zu holen.

"Zu Gast in der Bretagne" ist ein atmosphärisch dichter Genuss-Reiseführer, der Fernweh weckt und Erinnerungen lebendig macht. Für alle, die die Bretagne lieben oder sich in sie verlieben wollen ein echtes Herzensbuch, das nach Salz, Meer und gutem Essen schmeck

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Zwischen Liebe und Tod

Restsommer
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„Restsommer“ ist eines dieser Bücher, das sich leise anschleicht und dann lange bleibt. Kea von Garnier erzählt keine spektakuläre Geschichte im klassischen Sinne, sondern eine, die sich tief unter die ...

„Restsommer“ ist eines dieser Bücher, das sich leise anschleicht und dann lange bleibt. Kea von Garnier erzählt keine spektakuläre Geschichte im klassischen Sinne, sondern eine, die sich tief unter die Haut gräbt: ein Sommer zwischen Jugend und Erwachsenwerden, zwischen Leben und Tod, zwischen Angst und erster Liebe.

Im Mittelpunkt steht Dominik, der Sohn eines Bestatters, aufgewachsen zwischen Särgen, Trauernden und einer Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem Tod, die gleichzeitig beeindruckend und verstörend ist. Sein Leben wirkt vorgezeichnet – bis Biff auftaucht. Mit ihm kommt Bewegung in Domis Welt: plötzlich gibt es etwas, das lauter ist als Pflichtgefühl und Gewohnheit.

Was diesen Roman so besonders macht, ist die Atmosphäre. Der Sommer 2003 in einer niedersächsischen Kleinstadt wird mit einer fast flirrenden Intensität eingefangen – Freibad, Musik, Hitze, dieses Gefühl, dass etwas passieren muss, bevor es zu spät ist. Gleichzeitig liegt über allem eine leise Melancholie, gespeist aus Domis Nähe zum Tod und der Ahnung, dass dieser Sommer nicht wiederkommen wird.

Die Beziehung zwischen Domi und Biff ist dabei das emotionale Zentrum. Sie entwickelt sich vorsichtig, tastend und zugleich mit einer Wucht, die alles andere in den Hintergrund drängt. Kea von Garnier schreibt diese erste große Liebe mit viel Zärtlichkeit und Feingefühl – ohne Kitsch, dafür mit umso mehr Echtheit. Man spürt jede Unsicherheit, jede Annäherung, jede Überforderung.

Besonders gelungen ist auch die Balance zwischen Leichtigkeit und Schwere. Humorvolle, fast beiläufige Momente stehen neben existenziellen Fragen: Was bedeutet es, wirklich zu leben? Wie entkommt man Erwartungen? Und wie viel Mut braucht es, sich selbst zu erlauben, anders zu sein?

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Auf der Reeperbahn

Der Bulle auf St. Pauli
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Mit „Der Bulle auf St. Pauli“ bleibt Ben Westphal seiner Linie treu und liefert zugleich einen der atmosphärisch dichtesten Teile der Reihe. Dieser Band fühlt sich besonders nah dran an: am Milieu, an ...

Mit „Der Bulle auf St. Pauli“ bleibt Ben Westphal seiner Linie treu und liefert zugleich einen der atmosphärisch dichtesten Teile der Reihe. Dieser Band fühlt sich besonders nah dran an: am Milieu, an den Figuren und an der rauen Realität des Kiezes.

Gerd Sehling hat sich inzwischen ein neues Leben aufgebaut – als True-Crime-Tourguide auf der Reeperbahn in Hamburg. Doch wer glaubt, er hätte endgültig mit dem Ermittlerdasein abgeschlossen, wird schnell eines Besseren belehrt. Als ihm buchstäblich ein Kleinkrimineller mit einem Rucksack voller Drogen vor die Füße fällt, ist klar: Gerd ist wieder mittendrin.

Die Handlung entfaltet sich direkt im Herzen von St. Pauli – zwischen Bars, Bordellen und dunklen Hinterzimmern. Genau hier spielt der Roman seine größte Stärke aus: das intensive Lokalkolorit. Man spürt förmlich die stickige Luft der Kneipen, hört das Stimmengewirr der Straßen und taucht tief ein in eine Welt, die gleichzeitig faszinierend und abgründig ist.

Gerd Sehling agiert in diesem Band noch eigenständiger, fast schon getrieben. Seine Alleingänge machen die Geschichte unberechenbar und erhöhen die Spannung spürbar. Gleichzeitig zeigt sich erneut sein moralischer Kompass – auch wenn die Grenzen zwischen richtig und falsch zunehmend verschwimmen. Gerade diese Grauzonen sind es, die den Roman interessant machen: Es geht nicht nur um Gut gegen Böse, sondern um Entscheidungen in einem Umfeld, in dem klare Linien selten existieren.

Ben Westphal überzeugt einmal mehr mit seiner realistischen Darstellung der Polizeiarbeit und der kriminellen Strukturen. Die Story wirkt fundiert, fast dokumentarisch, ohne dabei an Tempo zu verlieren. Die Ermittlungen sind packend, die Dialoge direkt und glaubwürdig.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Band 2

Bulle bleibt Bulle
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Mit „Bulle bleibt Bulle“ zeigt Ben Westphal eindrucksvoll, dass ein echter Ermittler seinen Instinkt nie verliert – selbst dann nicht, wenn er eigentlich im Urlaubsmodus sein sollte. Der zweite Band der ...

Mit „Bulle bleibt Bulle“ zeigt Ben Westphal eindrucksvoll, dass ein echter Ermittler seinen Instinkt nie verliert – selbst dann nicht, wenn er eigentlich im Urlaubsmodus sein sollte. Der zweite Band der Reihe knüpft nahtlos an den rauen, realistischen Ton des Auftakts an und legt in Sachen Tempo und internationaler Spannung sogar noch eine Schippe drauf.

Diesmal verschlägt es Gerd Sehling nach Barcelona – eigentlich für einen entspannten Kurztrip mit seiner Frau. Doch die Erholung ist schneller vorbei, als ihm lieb ist: Eine zufällige Begegnung am Flughafen katapultiert ihn direkt zurück ins Drogenmilieu. Was folgt, ist eine grenzüberschreitende Jagd, die von Hamburg bis in die dunkleren Ecken Barcelonas führt.

Besonders stark ist erneut die Authentizität. Ben Westphal versteht es, die Mechanismen des internationalen Drogenhandels glaubwürdig darzustellen – von Kurierwegen bis hin zu den Hierarchien innerhalb der Szene. Dabei wirkt nichts überzogen oder künstlich dramatisiert; vielmehr entsteht die Spannung aus der realistischen Darstellung eines gefährlichen Geschäfts.

Gerd Sehling bleibt das Herzstück der Geschichte: ein Mann, der eigentlich kürzertreten sollte, aber schlicht nicht anders kann. Gerade dieser innere Konflikt – zwischen Pflichtgefühl, Erfahrung und dem Wunsch nach einem ruhigeren Leben – verleiht dem Roman Tiefe. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Einsätze härter und persönlicher werden: Die Gefahr ist spürbarer, die Konsequenzen ernster.

Das Tempo ist hoch, die Handlung dicht gestrickt. Ortswechsel, Ermittlungen und Konfrontationen greifen sauber ineinander und sorgen dafür, dass man kaum Zeit zum Durchatmen hat. Besonders gelungen ist dabei die internationale Dimension, die dem Buch eine zusätzliche Dynamik verleiht.

Sprachlich bleibt der Roman klar und direkt, ohne Schnörkel – genau passend zum Genre. Wer literarische Feinspielereien sucht, wird hier nicht fündig, dafür aber eine packende, glaubhafte Story mit ordentlich Zug.

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