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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungenes Nachschlagewerk für den Gemüsegarten

Das Gemüsegarten 1 x 1
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Es ist nicht mein erster Ratgeber für den Gemüsegarten, insofern war ich gespannt, ob er mich überzeugen können würde und ich vielleicht noch etwas Neues lernen könnte. Allein die Covergestaltung fand ...

Es ist nicht mein erster Ratgeber für den Gemüsegarten, insofern war ich gespannt, ob er mich überzeugen können würde und ich vielleicht noch etwas Neues lernen könnte. Allein die Covergestaltung fand ich sofort sehr ansprechend, buntes Gemüse, stimmig um den Titel angeordnet.

Inhaltlich gibt es eine klare Gliederung, von der Anzucht, über die verschiedenen Pflanzen, bis hin zu Schädlinge und Nützlinge, was mir schon einmal gut gefallen hat.
Jede Seite wartet mit passenden und veranschaulichenden Fotografien zu den Informationen auf und schafft so zusätzlich Verständlichkeit. Gerade auch bei einzelnen Pflanzenkrankheiten empfand ich die Fotos als sehr hilfreich.
Besonders gelungen fand ich im Pflanzenkapitel, dass immer ein kurzer Steckbrief zu jeder Pflanze vorangestellt wurde. Dadurch ist auf einen schnellen Blick ersichtlich, wann und wie gesät, gepflanzt und geerntet werden muss.
Die Infotexte empfand ich als klar verständlich und auf das Wesentliche fokussiert.

Am Ende gibt es noch ein Sachregister, dass gezieltes Suchen nach Begriffen erleichtert.

Für mich stellt dieses Nachschlagewerk tatsächlich eine Bereicherung in meinem Bücherregal dar, das sicher noch oft zur Hand genommen werden wird.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Berührend, literarischer Blick auf unsere deutsche Vergangenheit

Treppe aus Papier
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„Kein Fleck in diesem Land ist frei von seiner Geschichte, denkt sie.“ S. 159

Das ist nur einer, dieser vielen Sätze, die in mir nachhallen und dieses Buch für mich zu einem ganz besonderen machen. Henrik ...

„Kein Fleck in diesem Land ist frei von seiner Geschichte, denkt sie.“ S. 159

Das ist nur einer, dieser vielen Sätze, die in mir nachhallen und dieses Buch für mich zu einem ganz besonderen machen. Henrik Szántó schafft es in seinem Roman viele Male Gefühle und Wahrheiten so treffend auf den Punkt zu bringen, dass ich immer wieder innehalten musste beim Lesen und über diese Fähigkeit mit Sprache umzugehen gestaunt habe.

Die Handlung selbst spielt einzig und allein in einem Mehrparteienhaus und das Einzigartige darin ist die Erzählperspektive, denn die übernimmt das Haus selbst. Klingt im ersten Moment seltsam, hat für mich aber unheimlich gut funktioniert. Gerade auch, weil das Haus fühlt, leidet, sich freut und somit sehr menschlich wirkt.

Dabei stellt es Ruth, Nele und Irma in den Mittelpunkt und wechselt maßgeblich zwischen zwei Zeitebenen. Einmal begleiten wir Ruth und Irma während den 1930ern und 1940ern und zum anderen befinden wir uns mit einer über 90jährigen Ruth und Nele in der Gegenwart.

Wie die erste Zeitebene vermuten lässt, spielt die NS-Zeit und ihre Folgen eine große Rolle. Ruth ist Jüdin und Irma ein Kind nazitreuer Eltern und auch wenn es zu Beginn eine Freundschaft zwischen den beiden Mädchen gibt, brauchen wir leider alle keine Fantasie, um uns vorzustellen, wie die Situation für Ruths Familie ausging.

Der Autor nutzt diese Zeitebene allerdings nicht als Fokuspunkt der Geschichte, sondern eher als Ausgangspunkt, um zu veranschaulichen, wie prägend diese Erfahrungen für uns Menschen sind. Denn Ruths Charakter und Verhalten ist ein klares Produkt ihrer Erziehung und jetzt am Ende ihres Lebens, setzt sie sich damit auseinander. Den Anstoß dazu bekommt sie durch die Teenagerin Nele, die für ihre Geschichtsklausur lernen muss und Ruth als Zeitzeugin nutzt.

Die Folge davon ist, dass auch Nele in ihrer Familie nachzufragen beginnt, denn „Vielleicht hat die eigene Familie nicht nur erlebt, sondern auch getan.“ S.72

Es ist ein Roman, der mich sehr berührt hat und für mich eine große Entdeckung darstellt. Henrik Szántó schreibt äußerst einfühlsam, ohne dabei alles auserzählen zu müssen. Vieles klingt und hallt zwischen den Zeilen und verfängt dadurch vielleicht sogar noch viel mehr.
Für mich ein Highlight.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Über ein ganzes Leben

Brennnesseltage
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„Die Geschichte eines Hauses, die Geschichte eines Lebens. Und mir wurdes vieles klarer.“ S. 117

Ein Satz, der in seiner Einfachheit doch so viel aussagt und von großer Bedeutung ist. Für mich bringt ...


„Die Geschichte eines Hauses, die Geschichte eines Lebens. Und mir wurdes vieles klarer.“ S. 117

Ein Satz, der in seiner Einfachheit doch so viel aussagt und von großer Bedeutung ist. Für mich bringt er den Inhalt dieses Romans perfekt auf den Punkt.

Es geht um Babette, eine junge Frau, die mit ihrem Vater auf dem Petererhof in den Bergen lebt. Es ist ein anstrengendes, karges und mühsames Leben für die beiden. Wobei die Gebrechlichkeit des Vaters und ihre ungewollte Schwangerschaft die Situation zusätzlich verschärfen. Als Babette eine, für eine Mutter, unfassbar schwere Entscheidung treffen muss, bleibt ihr anschließend nur noch der Petererhof.

Mehrere Jahrzehnte begleite ich Babette und ihr Leben in den Bergen. Dabei kommt sie mir sehr nahe und ich kann ihr Handeln verstehen. Zugleich bedauere ich es sehr, dass sie in vielen Momenten nicht aus ihrer Haut kann und ihr somit engere Bindungen und menschliche Nähe verwehrt bleiben.

Die Autorin schafft es mit wenigen Worten unheimlich bildhafthaft die Szenerien vor meinem inneren Auge zu erschaffen. Dabei ist ihre Sprache reduziert und klar, zugleich aber entsteht eine unheimlich dichte, eindrückliche Geschichte in einem ganz besonderen Ton.

Für mich ein Volltreffer, der mir länger im Gedächtnis bleiben wird und den ich Euch sehr ans Herzen legen möchte.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Tolle Frauen, die mehr Sichtbarkeit verdient haben

We are Austria
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Wie viele außergewöhnliche Frauen können wir aus dem Stehgreif beim Namen nennen? Und bei wie vielen davon wissen wir auch noch, dass sie Österreicherinnen waren oder sind?
Kennt Ihr zum Beispiel Carmen ...

Wie viele außergewöhnliche Frauen können wir aus dem Stehgreif beim Namen nennen? Und bei wie vielen davon wissen wir auch noch, dass sie Österreicherinnen waren oder sind?
Kennt Ihr zum Beispiel Carmen Possnig, Amani Abuzahra oder Reneé Schroeder?
Die Kaiserin Elisabeth würde wohl den meisten einfallen und vielleicht auch noch Vicki Baum, dann wird es aber wahrscheinlich schon schwierig, dabei gibt es natürlich weit mehr, wie dieses Buch zeigt.
Ganz konkret hat die Autorin 77 außergewöhnliche Frauen unter anderem aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Sport oder Politik ausgewählt. Dabei gibt es für jede Frau eine Doppelseite. Auf der linken wird jeweils aus der Ich-Perspektive über das eigene Leben, Schaffen und Wirken erzählt und rechts ist eine passende Portraitillustration zu sehen.
Allein die Illustrationen sind so unterschiedlich, bunt und verschieden, wie die jeweiligen Frauen es sind und ergänzen sie, in meinen Augen, perfekt. Die kurzen und informativen Biografien machen unheimlich Lust weiter zu recherchieren und tiefer in die unterschiedlichen Leben der 77 Auserwählten einzutauchen.
Eine ganz tolle Idee finde ich, dass bereits im Inhaltsverzeichnis hinter den Namen jeweils der Grund vermerkt ist, warum wir sie kennen sollten. Insofern können wir Lesenden uns auch anhand dieser Information durch das Buch schmökern und „neue“ wichtige Österreicherinnen entdecken.
Es ist ein Buch, das bereits wunderbar im Grundschulalter funktioniert und nach einem gemeinsamen Lesen oder Vorlesen schreit, um anschließend darüber zu sprechen.
Von mir gibt es eine große Leseempfehlung, eignet sich auch sehr gut als Geschenk.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Witzig geschrieben, inhaltlich krass

Gym
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Die namenlose Ich-Erzählerin braucht dringend einen Job und nimmt dazu auch eine klitzekleine Notlüge in Kauf, um ihren neuen Chef von sich zu überzeugen. So wird sie neue Tresenkraft im Fitnessstudio ...

Die namenlose Ich-Erzählerin braucht dringend einen Job und nimmt dazu auch eine klitzekleine Notlüge in Kauf, um ihren neuen Chef von sich zu überzeugen. So wird sie neue Tresenkraft im Fitnessstudio und kurzerhand Mutter eines Säuglings.
Was sich im ersten Moment skurril und witzig anhört, ist es auch, bis zu dem Moment, in dem die Bodybuilderin Vick im Studio auftaucht.
Denn nun erfahren wir in Rückblenden auch mehr über die Protagonistin, ihre Vergangenheit und den Grund ihrer Jobsuche.

Verena Keßler hat hier einen Roman geschrieben, der ab der ersten Seite packt und weit tiefer geht als zu Beginn gedacht. Sie hält uns den Spiegel vor, wie und was es heißt, heute Frau zu sein. Dabei spielen Vereinbarkeit von Kariere und Mutterschaft ebenso eine Rolle, wie der gesamte Bereich Köperwahrnehmung, „Idealkörper“ bis hin zum Körperkult.

Ihr Schreibstil ist amüsant, pointiert, soghaft. Innerhalb eines Tages hatte ich das Buch ausgelesen und gerade das Ende hatte es nochmal richtig in sich. Es ist in seiner Deutlichkeit krass und erschreckend, für mich aber bis zum Ende nachvollziehbar und gelungen.

Klare Leseempfehlung von meiner Seite.

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