Profilbild von mystarrybooks

mystarrybooks

Lesejury Star
offline

mystarrybooks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mystarrybooks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2022

Lesenswert

Die Senfblütensaga - Wege des Schicksals
0

„Die Senfblütensaga – Wege des Schicksals“ war ein Zufallsfund auf Netgalley. Ich kannte die Reihe nur dem Namen nach, aber das Cover hat mich so fasziniert, dass ich den Klappentext lesen musste. Und ...

„Die Senfblütensaga – Wege des Schicksals“ war ein Zufallsfund auf Netgalley. Ich kannte die Reihe nur dem Namen nach, aber das Cover hat mich so fasziniert, dass ich den Klappentext lesen musste. Und auch der hat mich so angesprochen, dass ich doch wieder eine neue Reihe beginnen musste. Ich habe also Band 1 gekauft, um nicht wieder mittendrin die Reihe zu beginnen, und anschließend Band 2 verschlungen.

Wie der Name vermuten lässt, steht eine Senffabrik im Zentrum der Handlung. Im Jahr 1914 hat Emma ihr Studium abgeschlossen und ist voller Vorfreude und Motivation auf die Arbeit in der Fabrik der Familie. Doch die Familie hat ganz andere Pläne: Sie erwarten, dass Emma heiratet. Ihren Widerspruch nehmen sie nicht gut auf und es kommt zu zahlreichen Spannungen und Reibereien. Auch in der Fabrik ist die Situation angespannt und Carl steht vor großen Herausforderungen. Gerade in dieser Situation will sich Emma lieber auf die Arbeit konzentrieren, als auf eine baldige Hochzeit. Doch die Erwartungen an sie und ihre Rolle als Frau sind klar. Ist Carl bereit, sie auf ihrem Weg zu unterstützen oder soll sie sich beugen, um ihm als Ehefrau und Mutter den Rücken freizuhalten? Für Emma beginnt eine schwierige Zeit, in der sie ihren Standpunkt beziehen muss. Dann bricht der erste Weltkrieg aus und alles versinkt im Chaos, die Welt ist aus den Fugen geraten und es gilt, um das Bestehen der Fabrik zu kämpfen.

Da ich den ersten Band direkt zuvor gelesen hatte, fiel es mir leicht, gleich an die Handlung anzuknüpfen. Emma ist mir als Hauptcharakter sehr sympathisch – sie sieht voller Motivation ihrer Zukunft entgegen und muss doch mit den Rollenbildern des frühen zwanzigsten Jahrhunderts kämpfen. Dieser Zwiespalt wird sehr anschaulich und emotional dargestellt, sodass ich mich vollkommen in Emmas Situation einfühlen konnte. Gerade für mich als Frau ist das eine sehr packende Thematik, die auch heute noch eine gewisse Relevanz hat. Trotzdem bin ich froh, dass die Zeiten sich schon um einiges gewandelt haben. Auch die anderen Charaktere sind authentisch und nahbar, sodass ich schnell ein genaues Bild von der gesamten Szenerie im Kopf hatte. Ebenso spannend war für mich aber die Senffabrik – darüber hatte ich bisher noch nichts gelesen. Sonst geht es in historischen Romanen eher um Krankenschwestern und Lehrerinnen, weswegen ich diese Thematik hier als besonders toll empfunden habe. Die Dynamiken in der Familie gerade vor diesem Hintergrund haben mir gut gefallen und mich sehr gut unterhalten.

Werbeanzeigen

DIESE ANZEIGE MELDENDATENSCHUTZ

Ebenso fesselnd war für mich der Schreibstil – die Autorin hat es ab der ersten Seite geschafft, mich abzuholen. Ich konnte flüssig lesen und mich voll und ganz auf die Handlung, die Charaktere und das Setting konzentrieren. Die Beschreibungen der Orte und Szenen sind detailliert und anschaulich, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Clara Langenbach hat da für meinen Geschmack genau das richtige Maß gefunden. Ich bin rundum begeistert von der Senfblüten-Saga und freue mich schon auf Band 3 „Hoffnung im Herzen“, den ich ganz bald lesen möchte. Von mir gibt es volle fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.

– Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen –

Alle Bände der Senfblüten-Saga:
Band 1: Zeit für Träume
Band 2: Wege des Schicksals
Band 3: Hoffnung im Herzen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2022

Tolle Atmosphäre

Sommernacht
0

„Sommernacht“ stand schon seit Erscheinen des Paperbacks im März 2021 auf meiner Wunschliste. „Neuschnee“ hatte mir dann aber nicht so gut gefallen und auch „The Paris Apartment“ (= „Abendrot“) konnte ...

„Sommernacht“ stand schon seit Erscheinen des Paperbacks im März 2021 auf meiner Wunschliste. „Neuschnee“ hatte mir dann aber nicht so gut gefallen und auch „The Paris Apartment“ (= „Abendrot“) konnte mich nicht wirklich überzeugen. So geriet das Buch erstmal in Vergessenheit, bis ich es vor kurzem wieder in der Hand hielt. Da war es tatsächlich die haptischer Covergestaltung, wegen der ich dem Buch eine Chance geben wollte 😀 Der Regen ist mit einer Art Folie dargestellt und das abgebildete Haus wirkt düster und gruselig. Es mag an der Jahreszeit und am Wetter liegen, aber somit musste ich das Buch lesen.

Das Setting des Buches bildet eine abgeschiedene Insel vor Islands Küste. Immer wieder kommt es dort zu starken Stürmen und rauem Wetter. Diesen Ort mit einem frisch renovierten Anwesen haben sich Julia und Will als Hochzeitslocation ausgesucht. Sie finden den besonderen Flair charmant und einzigartig, wie die Feier an sich. Also laden sie ihre Gäste ein, dort mit ihnen zu feiern. Geplant ist eine außergewöhnliche Party, die allen noch lange im Gedächtnis bleiben soll. Doch schon kurz nach Ankunft der Gäste, läuft das Zusammensein nicht mehr nach dem strikten Plan.

Wir tauchen in die Handlung ein, während am Vorabend der Hochzeit eine wilde Party steigt. Als es plötzlich zu einem Stromausfall kommt, sind alle Feiernden wie gelähmt vor Angst, doch kurze Zeit später ist der Strom zurück und der Schock ist vergessen. Nach und nach erfahren wir aus sechs verschiedenen Perspektiven, wie die Gäste zueinander stehen und welche Erinnerungen sie teilen. Doch jeder hat andere Erinnerungen und Gedanken, die sich oft sehr von einander unterscheiden. Und jeder trägt Geheimnisse mit sich herum, die verborgen bleiben sollen. Besonders deutlich wird das, als ein heftiger Sturm aufzieht, und die Gäste von der Außenwelt abschneidet. Dann kommt es auf der Insel zu einem schrecklichen Ereignis, bei dem einer der Gäste tot aufgefunden wird. Und es geht das Gerücht um, dass an diesem Ort schon mal etwas grauenhaftes passiert ist.

Die Kapitel sind recht kurz gehalten und enden oft mit Cliffhangern, die öfter mal eine Weile unaufgelöst bleiben. Durch die häufigen Perspektivwechsel springt der Fokus immer mal wieder, was mir anfangs viel Konzentration abverlangte. Als ich die Personen besser kennengelernt hatte, fügten sich die Informationen immer mehr zu einem sinnvollen Gesamtbild und die Geschichte nahm deutlich an Fahrt auf. Schnell wird klar, dass zwischen den Gästen keine so heile Atmosphäre herrscht, wie man sie angesichts der Hochzeit vermutet hätte. Die Charaktere sind authentisch, aber doch sehr düster, dargestellt. In den ersten Kapiteln ist alles noch unscharf, doch ca. ab der Hälfte des Buches hatte ich eine Vermutung, wie die Geschichte ausgeht – und so war es dann auch.

Lucy Foley hat für „Sommernacht“ ein klassisches Strickmuster für diese Art von Whodunnit-Thrillern verwendet. Dabei wurde das Rad nicht neu erfunden und der Plot an sich war recht vorhersehbar – eine abgeschiedene Insel, kein Kontakt zur Außenwelt. Eine Gruppe von Menschen, bei denen jeder dunkle Geheimnisse hat. Ein Mord, der die Anwesenden in Atem hält. Das Rad wurde definitiv nicht neu erfunden, aber das hatte ich anhand des Klappentextes auch nicht vermutet. Der Klappentext verspricht genau das, was das Buch schließlich liefert. Für meinen Geschmack haben ein paar unvorhersehbare Wendungen gefehlt. Ebenso hätte ich mir eine überraschendere Auflösung des Ganzen gewünscht. Aufgrund dieser Kritikpunkte ziehe ich einen Stern ab. Insgesamt war „Sommernacht“ für mich aber ein solider Thriller, der mir spannende Lesestunden geliefert hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für jeden, der Thriller mit dieser Plot-Art mag und Lust auf ein atmosphärisch überzeugendes Setting hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2022

Sehr authentisch und spannend

Carrie Soto is Back
0

Mit „Carrie Soto is Back“ ging es mir wie mit „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“. Beide Bücher habe ich auf dem US-Booktube und auf Bookstagram gesehen und war sofort angefixt. Carrie Soto wollte ich ...

Mit „Carrie Soto is Back“ ging es mir wie mit „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“. Beide Bücher habe ich auf dem US-Booktube und auf Bookstagram gesehen und war sofort angefixt. Carrie Soto wollte ich wegen des Tennis-Vokabulars unbedingt auf deutsch lesen und war froh, als es nun am 1. September bei Ullstein erschienen ist. Das Cover ist ein wahrer Hingucker, was vor allem an der tollen Farbauswahl liegt. Da wurde Evelyn Hugo meiner Meinung nach noch weit übertroffen.

Hauptfigur des Buches ist die namensgebende Tennislegende Carrie Soto. Von klein auf hatte sie durch den Einfluss ihres Vaters ein Ziel: die größte Tennislegende zu werden. Mit 37 Jahren blickt sie nun auf eine grandiose Karriere und zahlreiche Rekorde zurück. Doch sechs Jahre nach ihrem Karriereende, droht ihr Lebenswerk zu scheitern. Eine junge Tennisspielerin bricht ihre Rekorde und droht, ihren Rang im Tennis zu übersteigen. Carrie Soto kann das nicht untätig mit ansehen und trifft den Entschluss, wieder aktiv zu spielen und sich ihre Rekorde zurückzuholen. Noch ein Jahr möchte sie spielen und zu ewigen Ruhm zu gelangen – denn schließlich war das immer ihr Platz im Leben. Sie setzt alles an das Ziel und geht ungewöhnliche Wege, um wieder an die Spitze zu gelangen.

Wie der Klappentext vermuten lässt, ist Carrie Sotos Tenniskarriere das dominierende Thema des Buches. Mir hat diese Thematik ab der ersten Seite gut gefallen und ich konnte mich gleich in Carrie und ihre Situation einfühlen. Ihre Erfolge im Tennis sind für Carrie vor allem im Bezug auf die Beziehung zu ihrem Vater wichtig – eine Thematik die immer mehr Tiefgang entwickelt. Aus Carries Perspektive tauchen wir in ihre Vergangenheit ein – vom Beginn ihrer Karriere über ihre Rückkehr und markante Ereignisse in ihrem Leben. Es ist spürbar, wie sehr der Verlust ihrer Mutter sie geprägt hat – und welchen Stellenwert ihr Vater Javier dadurch eingenommen hat. Als ehemaliger Tennisspieler hat er Carries Potential erkannt und es sich zum Ziel gesetzt, aus ihr das größte Tennistalent aller Zeiten zu machen. Doch der Ehrgeiz ihres Vaters bringt viel Druck mit sich, der schwer auf Carries Schultern lastet und einige Schatten wirft.

Tennis ist die allgegenwärtige Thematik im Buch, aber der tatsächliche Fokus liegt doch auf der Vater-Tochter-Beziehung. Immer wieder offenbart Carrie herzergreifende Szenen und Erinnerungen, die mir immer wieder Tränen in die Augen getrieben haben. Die anfangs so starke Carrie lernen wir immer mehr als empfindsamen Menschen kennen, der auch durch die Öffentlichkeit unter hohen Erwartungen leidet. Am Rande gibt es eine Liebesgeschichte, die mir auch gefallen hat – trotzdem war die Beziehung zu Javier am ergreifendsten.

Der Schreibstil ist, wie für Taylor Jenkins Reid üblich, sehr leicht und angenehm zu lesen. Ich habe das Buch nur so verschlungen, was mit Hinblick auf den emotionalen Tiefgang wirklich besonders ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2026

Small Town und Single Dad

Riding The High
0

Passend zu meiner aktuellen Small-Town-Romance-Stimmung, ging es für mich nach einer Sports-Romance wieder etwas klassischer weiter. Die beiden ersten Teile der "Silver Pines Reihe" hatte ich auf englisch ...

Passend zu meiner aktuellen Small-Town-Romance-Stimmung, ging es für mich nach einer Sports-Romance wieder etwas klassischer weiter. Die beiden ersten Teile der "Silver Pines Reihe" hatte ich auf englisch als eBooks gelesen. Dementsprechend glücklich war ich über die tolle Printausgabe mit Seitenklappe und Lesezeichen zum Abschneiden. Das Cover-Design mit Cowboy-Boots und Sonnenblumen ist absolut nach meinem Geschmack - besser hätte man es nicht machen können!
Ich habe mich sehr darauf gefreut, wieder nach Silver Pines zurückzukehren. Diese besondere Kleinstadtatmosphäre, die Mischung aus Wärme, Chaos und Emotionen, ist genau das, was ich an Small-Town-Settings so mag.

Hauptfiguren in diesem dritten Band sind Cole und Ginger, deren Geschichte mit einer spontanen Hochzeit in Vegas beginnt, die eigentlich nie ans Licht kommen sollte. Unter anderem, weil das für Coles Polizeikarriere und Gingers kontrollsüchtigen Vater ein gefundenes Fressen für Kritik wäre. Was zunächst nach einem klassischen Fake-Marriage-Setup klingt, bekommt durch ihre gemeinsame Vergangenheit eine ganz eigene Dynamik. Zwischen ihnen liegt eine alte, scheinbar unerwiderte Schwärmerei, ein ziemlich peinlicher erster Kuss und dieses herrlich vertraute Necken, das sofort spürbar macht, dass da schon lange mehr ist.

Genau diese Mischung hat für mich den Reiz ausgemacht. Auf der einen Seite dieses spielerische, schlagfertige Banter, auf der anderen Seite eine spürbare Nähe, die sich ganz leise durch viele Momente zieht. Andererseits gab es immer wieder Szenen, die mich nicht abholen konnten. Gerade weil die beiden sich so lange kennen und so vertraut miteinander sind, war ihre Kommunikation an manchen Stellen für mich zu flach. Coles Lebensstil als Single Dad fand ich sehr interessant und das Setting hat der Geschichte definitiv den geeigneten Rahmen gegeben. Andererseits fand ich das Buch mit 464 Seiten zu lang. Rund 100 Seiten weniger hätten die Geschichte meines Empfindens nach spannender gemacht und den langsamen Mittelteil gut gestrafft.

Cole selbst hat es mir dafür umso leichter gemacht, das Buch zu mögen. Als alleinerziehender Vater bringt er so viel Wärme, Verantwortung und Fürsorge mit, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss. Seine Beziehung zu seiner Tochter ist unglaublich liebevoll geschrieben und hat für mich zu den stärksten Aspekten der Geschichte gehört. Ebenso seine Familie, die sich liebevoll um die beiden kümmert und auch Cole mit seiner herausfordernden Karriere unterstützt. Ginger mochte ich ebenfalls sehr. Sie ist schlagfertig, klug und selbstbewusst, ohne dabei überzogen zu wirken. Besonders gefallen hat mir, dass sie sich nicht verbiegt und gleichzeitig eine emotionale Seite zeigt. Aber auch, wie sie mit Mabel umgegangen ist, war für mich ein emotionales Highlight im Buch. Da war es für mich nachvollziehbar, dass Cole sich immer mehr in Ginger verliebt hat.

Was für mich durchgehend schön war, war das Setting. Die Ranch, die Kleinstadt, diese leichten Country-Vibes das alles hat eine unglaublich stimmige Atmosphäre geschaffen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Auch die Nebenfiguren haben dazu beigetragen, dass sich die Welt lebendig anfühlt und genau das hat meine Neugier auf die anderen Bände definitiv verstärkt.

Der Schreibstil liest sich angenehm locker und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Auch die humorvollen Dialoge haben immer wieder aufgelockert. Der Spice ist deutlich präsent, aber stilvoll geschrieben und passt zur Dynamik der Figuren. Für meinen persönlichen Geschmack hat dieser Aspekt stellenweise recht viel Raum eingenommen, auch wenn er insgesamt gut zur Geschichte gepasst hat. Ich fand es manchmal wirklich widersprüchlich, wie Cole sich einerseits vorgenommen hat, sich von Ginger fernzubleiben, nur um sie später in den hot tub einzuladen.

Insgesamt ist "Riding The High" für mich eine atmosphärische Small-Town-Romance it einem beeindruckenden Setting und einer schönen Portion Gefühl. Die Geschichte punktet vor allem mit ihrem Setting, charmanten Figuren und einer spürbaren Anziehung zwischen den Hauptcharakteren. Emotional hätte sie mich noch etwas mehr packen können, trotzdem habe ich die Zeit in Silver Pines genossen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Fans von gefühlvollen und gleichzeitig spicy Romance-Geschichten.

Bewertung: ★★★★☆ (3.5/5)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2026

Small Town und Single Dad

Riding The High
0

Passend zu meiner aktuellen Small-Town-Romance-Stimmung, ging es für mich nach einer Sports-Romance wieder etwas klassischer weiter. Die beiden ersten Teile der "Silver Pines Reihe" hatte ich auf englisch ...

Passend zu meiner aktuellen Small-Town-Romance-Stimmung, ging es für mich nach einer Sports-Romance wieder etwas klassischer weiter. Die beiden ersten Teile der "Silver Pines Reihe" hatte ich auf englisch als eBooks gelesen. Dementsprechend glücklich war ich über die tolle Printausgabe mit Seitenklappe und Lesezeichen zum Abschneiden. Das Cover-Design mit Cowboy-Boots und Sonnenblumen ist absolut nach meinem Geschmack - besser hätte man es nicht machen können!
Ich habe mich sehr darauf gefreut, wieder nach Silver Pines zurückzukehren. Diese besondere Kleinstadtatmosphäre, die Mischung aus Wärme, Chaos und Emotionen, ist genau das, was ich an Small-Town-Settings so mag.

Hauptfiguren in diesem dritten Band sind Cole und Ginger, deren Geschichte mit einer spontanen Hochzeit in Vegas beginnt, die eigentlich nie ans Licht kommen sollte. Unter anderem, weil das für Coles Polizeikarriere und Gingers kontrollsüchtigen Vater ein gefundenes Fressen für Kritik wäre. Was zunächst nach einem klassischen Fake-Marriage-Setup klingt, bekommt durch ihre gemeinsame Vergangenheit eine ganz eigene Dynamik. Zwischen ihnen liegt eine alte, scheinbar unerwiderte Schwärmerei, ein ziemlich peinlicher erster Kuss und dieses herrlich vertraute Necken, das sofort spürbar macht, dass da schon lange mehr ist.

Genau diese Mischung hat für mich den Reiz ausgemacht. Auf der einen Seite dieses spielerische, schlagfertige Banter, auf der anderen Seite eine spürbare Nähe, die sich ganz leise durch viele Momente zieht. Andererseits gab es immer wieder Szenen, die mich nicht abholen konnten. Gerade weil die beiden sich so lange kennen und so vertraut miteinander sind, war ihre Kommunikation an manchen Stellen für mich zu flach. Coles Lebensstil als Single Dad fand ich sehr interessant und das Setting hat der Geschichte definitiv den geeigneten Rahmen gegeben. Andererseits fand ich das Buch mit 464 Seiten zu lang. Rund 100 Seiten weniger hätten die Geschichte meines Empfindens nach spannender gemacht und den langsamen Mittelteil gut gestrafft.

Cole selbst hat es mir dafür umso leichter gemacht, das Buch zu mögen. Als alleinerziehender Vater bringt er so viel Wärme, Verantwortung und Fürsorge mit, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss. Seine Beziehung zu seiner Tochter ist unglaublich liebevoll geschrieben und hat für mich zu den stärksten Aspekten der Geschichte gehört. Ebenso seine Familie, die sich liebevoll um die beiden kümmert und auch Cole mit seiner herausfordernden Karriere unterstützt. Ginger mochte ich ebenfalls sehr. Sie ist schlagfertig, klug und selbstbewusst, ohne dabei überzogen zu wirken. Besonders gefallen hat mir, dass sie sich nicht verbiegt und gleichzeitig eine emotionale Seite zeigt. Aber auch, wie sie mit Mabel umgegangen ist, war für mich ein emotionales Highlight im Buch. Da war es für mich nachvollziehbar, dass Cole sich immer mehr in Ginger verliebt hat.

Was für mich durchgehend schön war, war das Setting. Die Ranch, die Kleinstadt, diese leichten Country-Vibes das alles hat eine unglaublich stimmige Atmosphäre geschaffen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Auch die Nebenfiguren haben dazu beigetragen, dass sich die Welt lebendig anfühlt und genau das hat meine Neugier auf die anderen Bände definitiv verstärkt.

Der Schreibstil liest sich angenehm locker und flüssig, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Auch die humorvollen Dialoge haben immer wieder aufgelockert. Der Spice ist deutlich präsent, aber stilvoll geschrieben und passt zur Dynamik der Figuren. Für meinen persönlichen Geschmack hat dieser Aspekt stellenweise recht viel Raum eingenommen, auch wenn er insgesamt gut zur Geschichte gepasst hat. Ich fand es manchmal wirklich widersprüchlich, wie Cole sich einerseits vorgenommen hat, sich von Ginger fernzubleiben, nur um sie später in den hot tub einzuladen.

Insgesamt ist "Riding The High" für mich eine atmosphärische Small-Town-Romance it einem beeindruckenden Setting und einer schönen Portion Gefühl. Die Geschichte punktet vor allem mit ihrem Setting, charmanten Figuren und einer spürbaren Anziehung zwischen den Hauptcharakteren. Emotional hätte sie mich noch etwas mehr packen können, trotzdem habe ich die Zeit in Silver Pines genossen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Fans von gefühlvollen und gleichzeitig spicy Romance-Geschichten.

Bewertung: ★★★★☆ (3.5/5)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere