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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Tiefgründige Unterhaltung

Das Leuchten des Fieberbaums
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Nachdem ihr Vater gestorben ist, ist die junge Frances Irvine nicht nur eine Waise, sondern komplett mittellos. Nun steht sie vor der Wahl, entweder ihrer ungeliebten Tante als Hausmädchen zu dienen und ...

Nachdem ihr Vater gestorben ist, ist die junge Frances Irvine nicht nur eine Waise, sondern komplett mittellos. Nun steht sie vor der Wahl, entweder ihrer ungeliebten Tante als Hausmädchen zu dienen und in England zu bleiben oder ihren ungeliebten Cousin Edwin Matthews zu heiraten, der als Doktor in Südafrika arbeitet, was ihr als geringeres Übel erscheint. Auf der langen Überfahrt nach Kapstadt verliebt sie sich jedoch in den charmanten William Westbrook, welcher in Afrika in den illegalen Diamantenhandel verstrickt ist. Zwar gewöhnt sie sich langsam an das simple Leben mit Edwin, doch William geht ihr nicht aus dem Kopf, schon gar nicht als Edwin scheinbar rücksichtslos seine Interessen durchzusetzten versucht. So kommt es, dass Frances gezwungen ist, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. Jetzt erkennt sie, dass ihre Welt nicht die ist, die sie zu sein schien.
Das Cover des Buches ist mit einem Guckloch versehen, durch das man ein Zebra in der Steppe sieht, dessen Bedeutung sich im Laufe des Buches offenbart. Die Idee ist sehr kreativ und toll umgesetzt, allerdings war ich immer für einen kurzen Moment verwirrt, als sich meine Finger beim Lesen zu diesem ungewohnten Cover verirrten. Die Frauenfigur, die vor dem weiten Horizont Afrikas steht, ist ziemlich treffend gestaltet.
Die Figur Frances ist sympathisch und in ihrer Naivität sehr liebenswert. Durch ihre vielen Rückschläge fühlt man sich in ihr Schicksal ein und leidet mit. Trotzdem ist sie an einigen Stellen zu naiv und stellt sich selbst unter ein schlechtes Licht. Sie scheint von den Männern zu sehr abhängig zu sein, allerdings passt dies trotzdem ins Bild der verwöhnten Engländerin, die in das primitive Leben Afrikas gezwungen worden ist. Es werden viele Klischees bedient, doch auch dies ist passend, da der Roman im 19. Jahrhundert spielt.
Die Reise auf dem Schiff nahm einen großen Teil in Anspruch, was zwar aufgrund der Länge der Überfahrt nachvollziehbar ist und sich dort auch bewegende Ereignisse abspielen, war aber zeitweise etwas langatmig. Der Fieberbaum, welcher im Titel erwähnt wird, spielt eher eine nebensächliche Rolle, hat aber eine eindeutige symbolische Bedeutung. Schön und bewegend fand ich auch die Beziehung von Frances und ihrem Zebra.
Im Laufe der Geschichte kommt es zu einigen unerwarteten Wendungen, die die Spannung aufbauen. Auch das Ende ist nicht das typische "Happy End", was man von so einer Geschichte erwartet. Ansonsten ist der Roman auf den ersten Blick eine leichte Lektüre, die allerdings einiges Material zum Verdauen liefert und mich zum Einen unterhalten, zum Anderen sehr bewegt hat.

Veröffentlicht am 28.09.2017

Erfrischender Wind für Thrillerfans

Die Bestimmung des Bösen
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Am Rhein werden die Leichen von zwei vermissten Frauen gefunden – grotesk drapiert und mit Wunden, die ihren schmerzhaften Tod erahnen lassen. Kommissarin Alexis Hall nimmt die Ermittlungen auf. Kriminalbiologin ...

Am Rhein werden die Leichen von zwei vermissten Frauen gefunden – grotesk drapiert und mit Wunden, die ihren schmerzhaften Tod erahnen lassen. Kommissarin Alexis Hall nimmt die Ermittlungen auf. Kriminalbiologin und Freundin Karen Hellstern untersucht mithilfe von Maden und Käfern, die sie an Leichen und Tatort findet, Todeszeitpunkt und Tathergang. Als ein ihr allzu bekanntes Detail an den Leichen hinzukommt, sieht Alexis sich mit ihrer Vergangenheit und dem Tod ihrer Eltern konfrontiert.

Das Cover ist leider wie bei vielen Thrillern eher nichtssagend, dafür passt aber der Titel umso besser, dessen Thematik sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht. Der gewählte Handlungsort passt auch super zur Geschichte, da es sich mal nicht um einen typischen Großstadt- oder Provinzthriller handelt.

Der Autorin gelingt es wirklich gut, Spannung aufzubauen und die Handlungsstränge zusammen zu führen, bis auf das Einbringen eines Protagonisten, das für mich viel zu plötzlich und holprig kam, auf das ich aber aus Spoiler-Gründen nicht näher eingehen werde. Die Mordfälle sind wirklich grauenhaft und das Motiv des Täters gut durchdacht. Einige der Szenen sind mehr als gelungen beschrieben, besonders die Rückblicke, in diesen gefällt mir der Schreibstil besonders gut. An einer Stelle wurde mir der biologisch-wissenschaftliche Input fast zu viel, diesen konnte ich dann aber problemlos überfliegen. Die Auflösung ist überraschend und dennoch schlüssig, daher absolut gelungen.

Ich fand es jedoch schade, dass einige der Protagonisten (z.B. Oliver) so sehr im Hintergrund geblieben sind. Man hat kaum etwas über ihre Geschichte und ihre Beziehungen erfahren, außer in einem oder zwei Nebensätzen. Ein bisschen mehr Information zu ihnen wäre schön gewesen und hätte die Geschichte lebendiger gemacht. Das Einbringen der Biologin als eine der Hauptcharaktere empfinde ich als angenehm erfrischend; es verleiht dem Thriller seinen eigenen Stil. Wer allerdings eine große Abneigung gegen Krabbeltiere hat, sollte das Buch möglicherweise mit Insektenspray bewaffnet lesen. Auch Kommissarin Alexis wirkt trotz ihrer üblen Vergangenheit noch menschlich und nicht wie einer der Überflieger-Ermittler. Ich hoffe trotzdem, dass der zweite Band bei allen Charakteren noch mehr in die Tiefe geht, denn hundertprozentig mitfühlen konnte ich nicht.

Insgesamt ein Thriller mit überraschendem Ende, der frischen Wind für Thriller-Fans und Potenzial für weitere Bände mit sich bringt.

Veröffentlicht am 31.03.2026

Interessanter Thriller aus Norddeutschland

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Mitten in der Nacht stehen ein Mann und eine schwangere Frau vor der Tür von Gynäkologin Dr. Eva Mares im Bremer Umland. Nach einer Untersuchung scheint soweit noch alles in Ordnung und Eva bittet die ...

Mitten in der Nacht stehen ein Mann und eine schwangere Frau vor der Tür von Gynäkologin Dr. Eva Mares im Bremer Umland. Nach einer Untersuchung scheint soweit noch alles in Ordnung und Eva bittet die Frau, die nicht krankenversichert ist, am nächten Tag in die Klinik. Nachdem Eva aber eine mysteriöse Nachricht am Spiegel findet und die Frau am nächsten Tag nicht auftaucht, stellt Eva Nachforschungen an.
Es handelt sich um den zweiten Band und obwohl man durchaus in das Geschehene gut eintauchen kann, würde ich empfehlen, den ersten Teil zu lesen. Es gibt viele Namen, deren Hintergründe nicht immer klar sind und man muss wirklich sehr aufmerksam lesen, um alles mitzubekommen. Das tut zwar der Spannung keinen Abbruch, die durch die vielen kurzen Kapitel erzeugt wird, hat mir aber das Lesevergnügen etwas erschwert.
In den Kapitel um Eva, die Ermittlerinnen und eine mysteriöse Sie werden viele gesellschaftlich aktuelle Kapitel beahndelt. Das ganze passiert so realistisch und lebensnah, dass darauf ein ganz eigener Thrill entsteht. Es ist deutlich geworden, dass die Autorin (die wirklich auch sehr sympathisch die Leserunde begleitet hat) viel Recherche und Herzblut in dieses Buch gesteckt hat.
Fazit: Gut recherchiert, lebensnah und wirklich spannend. Mir hätte aber eine Aufstellung der Charaktere mit einem kurzen Satz zur Geschichte sehr geholfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 22.03.2026

Liebevoll gestaltet

Happy, Healthy and Wealthy
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Greift man zu dem durchaus etwas wenig aussagekräftigem, aber dennoch bunten und fröhlich gestalteten Karton, findet man darin zunächst ein kleines Booklet. Darin findet man zunächst eine thematisch gegliederte ...

Greift man zu dem durchaus etwas wenig aussagekräftigem, aber dennoch bunten und fröhlich gestalteten Karton, findet man darin zunächst ein kleines Booklet. Darin findet man zunächst eine thematisch gegliederte Liste der Karten, eine Einleitung und eine Erklärung, wie es zur Erstellung der Karten kam. Dann folgt die Anleitung und zu jeder Karte die deutsche Übersetzung, Journaling-Impulse, Rituale und Heilsteine, die dazu passen. Letzteres ist nicht mein Fokus, aber die Karten sind so wundervoll gestaltet, dass sie für mich schon so wirken. Die Illustrationen passen sehr gut und sind liebevoll gestaltet.
Mir gefällt es sehr gut, dass die Karten auf Englisch gestaltet sind. Im Booklet findet man diese ja auch noch übersetzt. Zum einen finde ich, dass viele Manifestationen sprachlich auf Englisch ganz anders wirken, zum anderen kann man sich so ganz anders damit auseinander setzen und, wie ich persönlich finde, sich damit mehr auseinander setzen, da es alles Phrasen sind, die ich so bisher nicht in meinem Alltag habe.

Veröffentlicht am 17.03.2026

Sinnvoller Ratgeber

The Mind Manual
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Das Thema mentale Gesundheit gewinnt zum Glück immer mehr an Bedeutung. Entsprechend ist Dr. Alex George's Mind Manual ein gelungenes Sachbuch, das dieses Thema aufgreift.
Das Buch ist in verständlicher ...

Das Thema mentale Gesundheit gewinnt zum Glück immer mehr an Bedeutung. Entsprechend ist Dr. Alex George's Mind Manual ein gelungenes Sachbuch, das dieses Thema aufgreift.
Das Buch ist in verständlicher Sprache geschrieben und somit auch zugänglich für Neulinge. Es hat eine tolle Haptik und Optik; es ist gespickt mit Zitaten, Weisheiten und übersichtlichen Anleitungen bzw. Hinweisen. Dabei werden nicht nur fachliche Hintergründe und Praxisbeispiele gegeben, sondern auch Anleitungen zur Umsetzung bzw. Seiten, die an ein Workbook erinnern. Dabei wird sehr ganzheitlich betrachtet, wie es um unsere mentale Gesundheit steht und wie auch zum Beispiel vermeintlich kleine Aspekte wie Ernährung und Bewegung unsere mentale Gesundheit beinflussen können, aber auch unser Umgang mit Stress, Fehlern und unserem Umfeld.
Keine typische Abendlektüre, aber ein Manual, das man nach und nach durcharbeiten kann.