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Veröffentlicht am 04.12.2024

spannende, feministische Neuinterpretation

Rosaline
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Die Gestaltung des Buches ist unglaublich gut gelungen, ich bin ein großer Fan dieser neuen Art von Klappenbroschur, und auch innen ist es mit der Karte von Verona richtig hochwertig gestaltet.
Im Original ...

Die Gestaltung des Buches ist unglaublich gut gelungen, ich bin ein großer Fan dieser neuen Art von Klappenbroschur, und auch innen ist es mit der Karte von Verona richtig hochwertig gestaltet.
Im Original spielt Rosalin(d)e kaum eine Rolle, sie ist Romeos jüngste "Eroberung" & dient lediglich als Funktion, um Cousine Julia zu begegnen, für die er sie spontan verlässt. Deshalb finde ich es richtig interessant und eine tolle Idee, die Geschichte aus ihrer Sicht zu beschreiben.
Sowohl Rosa (15) als auch Julia (13) sind wahnsinnig jung, wachsen isoliert auf & lassen sich deshalb leicht von Romeos Charme und hübschem Gesicht einlullen. Ich finde es in dem Alter und Kontext absolut realistisch, dass sie hier eher naiv agieren, es ist die erste Verliebtheit, und Rosa erkennt sein wahres Gesicht zu spät. Plötzlich wird sie die einzige, die ihre Cousine zu beschützen versucht & macht eine unglaublich große und reflektierte Entwicklung durch. Zwar geben sich die Nonnen, in deren Kloster sie gesteckt wird, als große Frauenfreundinnen, doch zwingen sie ihr letztlich ein Leben auf, das sie nicht möchte. Wobei fraglich ist, ob sie in dem Zeitalter eine andere Wahl hätte.
Romeos Darstellung hier fand ich persönlich etwas überspitzt, das hatte in Kombi mit dem Mönch richtige soziopathische Züge zwischen Diebstahl, Vergew., Menschenhandel & Mord. Das hätte es mMn in dem Ausmaß gar nicht gebraucht. Er sollte wirklich bewusst als schlimmster aller schlimmsten Männer dargestellt werden mit 0 Aufmerksamkeitsspanne, obwohl er Julia im Original ja wirklich heiratet und nicht nur ausnutzt. Er blieb daher recht Schurken-eindimensional. Trzd war natürlich klar ersichtlich, worauf die Autorin hinauswollte.
Die vielschichtige, clevere, mutige Rosa hingegen hat mir als Protagonistin richtig gut gefallen.
Es wurde super herausgearbeitet, wie schwierig es damals für Frauen war, dass man quasi als Kind schon an alte Männer verkauft wird (Julia 13, Paris graue Haare), keine eigene Meinung oder Wünsche haben darf & sich zwischen Zwangsheirat & Kloster entscheiden kann, wobei Letzteres auch nicht unbedingt als save place dargestellt wurde. Aus feministisch-kritischer Sicht war diese Neuinterpretation daher mMn absolut relevant und gut gemacht, auch sprachlich konnte es mich überzeugen - es wurde nicht zu sehr modernisiert, was in dieser Form stilistisch prima gepasst hat.
Ich liebe es, dass es immer mehr solcher Neuinterpretation aus weiblich-reflektierter Sicht gibt.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Spannender Einblick in Chanels erste Lebenshälfte

Coco und die Revolution der Mode
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Coco Chanel wurde es feministische, moderne Karrierefrau dargestellt, die im Gegenzug zu den Erwartungen der Zeit ihren Traum vor das Leben als Ehefrau und Mutter stellte, zu Lebzeiten blieb sie kinderlos. ...

Coco Chanel wurde es feministische, moderne Karrierefrau dargestellt, die im Gegenzug zu den Erwartungen der Zeit ihren Traum vor das Leben als Ehefrau und Mutter stellte, zu Lebzeiten blieb sie kinderlos. Zwar konnte sie sich ihr Business ausschließlich durch die finanziellen Mittel ihrer Liebhaber finanzieren, doch zahlte sie alles mit Zinsen zurück, wenngleich die Trennung zwischen Geschäft und Privatem nie ganz gelang. Man hat ihr so sehr gewünscht, ihre große Liebe wäre bei ihr geblieben, wenngleich man sich nie zu 100% sicher war, ob diese letztlich nicht doch ihr(e) Beruf(ung) als Modeschöpferin war. Durch die eher nüchterne objektive Erzählweise erschien Gabrielle nicht besonders emotional, sondern ausschließlich auf die Arbeit fokussiert - vermutlich war das aber tatsächlich so, sonst hätte sie sich wrsl. nicht so schnell derart viel aufbauen können. Ich hatte durchweg wahnsinnig viel Respekt vor ihr.
Die einzelnen Etappen konnte ich hervorragend mit den Verfilmungen visualisieren.
Neu war für mich die Kindheit Gabrielles, ihre Jugend, wie sie zum ersten Mal zum Schneidern kam und dass sie eigentlich Sängerin werden wollte. Wie sie aufwuchs, welche Schicksalsschläge sie erlitt, wer sie unterstützte, in welchen Kreisen sie sich bewegte, dass sie zB schon in jungen Jahren eine Rothschild einkleidete.
Der Erzählstil ist mitreißend, fesselnd, versucht so viele historische Fakten wie mgl. einzufangen, mir persönlich hat nur eine winzige Prise Gefühl gefehlt, doch rückblickend betrachtet liegt hierauf nicht der Fokus der Reihe, sondern darauf, historischen Frauenfiguren eine Stimme zu verleihen.
Ich flog nur so durch die Seiten, Chanels Werdegang war unglaublich spannend und mitreißend zu verfolgen. Ihre Sehnsüchte, Ängste und Träume, v.a. aber, dass sie niemals aufgegeben hat, ihren Traum zu verfolgen.
Das Ende war mir etwas zu offen, ich hätte gern in einem Epilog erfahren, wie es sowohl mit Gabrielle als Person als auch ihrer Modelinie und auch den Nebenfiguren weiterging, auch wäre ein-zwei Seiten Resümee über das Leben Chanels nach dem Krieg wünschenswert, schließlich umfasst dies noch 50 weitere Lebensjahre. Dennoch kann ich eine große Leseempfehlung für alle aussprechen, die sich für ihr spannendes, mutiges Leben vor ihrem größten Durchbruch interessieren⭐ 4.5

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Veröffentlicht am 11.11.2023

Unterhaltsam und interessant!

Darf man eigentlich Zombies töten?
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Richter THORSTEN SCHLEIF geht in seinem fast 200seitigen Büchlein 𝔻𝕒𝕣𝕗 𝕞𝕒𝕟 𝕖𝕚𝕘𝕖𝕟𝕥𝕝𝕚𝕔𝕙 ℤ𝕠𝕞𝕓𝕚𝕖𝕤 𝕥𝕠𝕖𝕥𝕖𝕟? aus dem Heyne Verlag deutschen Rechtsfragen der Fantasyfilm und -serienwelt nach. Er beginnt mit Zombies, ...

Richter THORSTEN SCHLEIF geht in seinem fast 200seitigen Büchlein 𝔻𝕒𝕣𝕗 𝕞𝕒𝕟 𝕖𝕚𝕘𝕖𝕟𝕥𝕝𝕚𝕔𝕙 ℤ𝕠𝕞𝕓𝕚𝕖𝕤 𝕥𝕠𝕖𝕥𝕖𝕟? aus dem Heyne Verlag deutschen Rechtsfragen der Fantasyfilm und -serienwelt nach. Er beginnt mit Zombies, Werwölfen und Vampiren, zB. mit der Frage, ob Werwölfe Hundesteuer zahlen müssen (berechtigte Frage 😂). Dabei bezieht er sich auf Paragraphen aus dem Strafrechtbuch oder dem Wohnungseigentumsgesetz. Es ist wirklich alles top recherchiert und absolut logisch und unanfechtbar begründet 🤓 richtig interessant finde ich die Frage, wem eigentlich der Ring aus Herr der Ringe gehört - die Antwort hätte dem Personal einiges an Strapazen erspart 🤔 Ich glaube, besonders die Harry Potter fragen dürften einige interessieren oder auch die längen Star Wars Episoden oder Superhelden wie TÜV für das Batmobil.
Ich finde das Buch wahnsinnig gut gemacht und sehr gelungen. Manche der Fragen habe ich mir tatsächlich selbst schon gestellst, vor allem im DC und Marvel Universum^^
Es ist eine richtig coole Idee, als Richter sowas zu schreiben und ich glaube, dass es echt gut ankommt bei allen Fantasynerds 😁 Man kann nach der Lektüre eine Menge unnützes Wissen raushauen, so viel steht fest 😂
Auf jeden Fall aber ist es unglaublich unterhaltsam, kurzweilig und interessant und ich empfehle es sehr gern weiter an all diejenigen, die sich auch schon einmal beim Serien Schauen solche random Fragen gestellt haben oder die es ab jetzt in Betracht ziehen xD
Ich hoffe auf eine Fortsetzung 🤗

4.5⭐

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Cosy, cute, auch für Einsteiger:innen

Mein erfrischend neues Leben nach der Scheidung vom Prinzen 01
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Der Manga beginnt mit einer Szene im Schloss. Der Prinz haut einfach so raus, dass er sich von der Protagonistin scheiden lässt und eine andere heiratet, weil diese vom Sommergeist gesegnet sei und dadurch ...

Der Manga beginnt mit einer Szene im Schloss. Der Prinz haut einfach so raus, dass er sich von der Protagonistin scheiden lässt und eine andere heiratet, weil diese vom Sommergeist gesegnet sei und dadurch mehr Pluspunkte dem Volk gegenüber hätte 💔
Vera nimmt es mit Würde. Zum ersten Mal hat sie ihre Freiheit ♡

Der Manga überzeugt durch eine Mischung aus cosy Plot und green flag Figuren (also außer dem Prinzen haha). Durch Vera und den zweiten Prinzen, Alan, gab es einen wundercollen feel good Vibe. Alan hat mich an Elsa aus Frozen erinnert 😂 Was er anfasst, gefriert zu Eis, wodurch er einsam und zurückgezogen lebt. Ein starker Kontrast zu Vera, der der Frühling quasi ins Herz geschrieben ist. Die beiden waren zusammen unglaublich cute ♡

Der Zeichenstil hat mir richtig gut gefallen. Detailliert an den passenden Stellen, romantisch-filigran und mit wunderschönen Figuren ♡ perfekt zum Plot passend

Die Story selbst fiel etwas kurz aus, weil sie fast nur in Veras neuem Haus spielt, wo hin und wieder Alan vorbei schaut. Dadurch ist es auf jeden Fall für Einsteiger:innen gearbeitet.
Auf der anderen Seite war ich so tief in der Storyline drin, dass ich am liebsten direkt weitergelesen hätte.

Ich will unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht.
Und generell mit dem Königreich. Die Grundidee mit den verschiedenen Geistern, passend zu den Jahreszeiten, die ihre Gaben an Menschen weitergeben, ist großartig & ich würde wirklich gern mehr davon lesen. Ich würde es auch total gern farbig als Anime sehen 🤭

Und dann ist da natürlich noch diese grandiose Box - ich hab noch niiie eine so hübsche Bloggerbox gesehen omg & mit den cuten Vergissmeinnichtsamen und nachträglich einem Acryluntersetzer mit Cover.
Dankeee an das Verlagsteam 🥰💕

Die Leseempfehlung gibt es natürlich unabhängig vom Rezensionsexemplar, ich fand es einfach nur zum Wohlfühlen ♡

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Endometriose als wichtiges Thema in Romanform

Paradise Beach
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In der Gegenwart verarbeitet Ada ihre Endometriose-OP. Während sie heute Zugriff auf Online-Foren und Google hat, hatte sie damals keine Ansprechpartnerin, selbst die Verwandten haben ihre Schmerzen abgetan ...

In der Gegenwart verarbeitet Ada ihre Endometriose-OP. Während sie heute Zugriff auf Online-Foren und Google hat, hatte sie damals keine Ansprechpartnerin, selbst die Verwandten haben ihre Schmerzen abgetan und es wurde nicht darüber gesprochen. Trotzdem fand ich es erschreckend, dass man zwar auf digitale Foren zugreifen kann, diese aber nahezu die einzige Möglichkeit eines Austausches zu sein scheint und das auch nur aus eigener Erfahrung und kaum evidenzbasiert. Hier wirkte Ada auf mich so, als könnte sie das Thema noch nicht so ganz reflektieren. Darum haben mir noch ein paar Fakten, Zahlen und Infos gefehlt. Ich habe bei dem Roman etwas ganz anderes erwartet.
In Flashbacks aus ihrer Jugendzeit werden die ersten Blutungen und Schmerzen beleuchtet. Hier hat mir gefallen, wie sensibel an das Thema herangegangen wurde. Die Flachbacks bilden größten Teil der Geschichte. Es geht um Adas Sommer, unbeständige Freundschaften und wie sich der Körper eines Teenagers verändert, ohne dass dieser wirklich damit umzugehen weiß. Ada wird mit allem allein gelassen, spricht aber auch nichts von sich aus an, weil sie nicht weiß, dass ihre Schmerz nicht normal sind. Der Coming-of-Age Teil hat mir richtig gut gefallen, wenn er auch etwas unabgeschlossen wirkte hinsichtlich der Nebenfiguren.
In der Gegenwart habe ich mir mehr Fokus auf die Krankheit, ihr persönliches Erleben/Empfinden gewünscht, diese Szenen spielen (außer Spaziergängen mit dem Hund) ausschließlich in ihrem Zimmer. Das habe ich irgendwann als Eingesperrtsein im eigenen Körper interpretiert. Ebenso, wie ich den Nachbarn, durch den viel Spannung aufgebaut wurde, als Funktion für ihren Aufbruch betrachtet habe. Stellenweise konnte ich sie nicht nachvollziehen, z. B. als sie beim Nachbarn eingebrochen ist, um sich in Unterwäsche in sein Bett zu legen.

Der Schreibstil passt mMn. perfekt zum Plot: kurz, auf den Punkt gebracht, authentisch, ungeschönt, fast ein bisschen lyrisch.

Das Thema finde ich unheimlich wichtig. Ich bin mir nicht sicher, ob Leserinnen, die sich damit nicht auskennen, die gegebenen Infos reichen, um sich ein Bild zu machen. Und ob Betroffene mehr rausholen als ein "geht mir auch so". Allerdings handelt es sich ja um einen Roman und keinen Ratgeber.
Ich kann gar nicht so recht in Worte fassen, was mir gefehlt hat. Generell mochte ich die Geschichte aber gern und sie ist hängen geblieben. Ich glaube, es liegt eher an meiner Erwartung zum Thema selbst.

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