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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Düstere Fae-Welt mit viel Potenzial und Spannung

Eramor - Reich der dunklen Fae
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Eramor – Reich der dunklen Fae von Anja Lehmann hat mich insgesamt sehr gut unterhalten und in eine spannende, düstere Welt entführt. Besonders die Atmosphäre und das Worldbuilding haben mir richtig gut ...

Eramor – Reich der dunklen Fae von Anja Lehmann hat mich insgesamt sehr gut unterhalten und in eine spannende, düstere Welt entführt. Besonders die Atmosphäre und das Worldbuilding haben mir richtig gut gefallen – die Welt der Fae ist magisch, geheimnisvoll und gleichzeitig gefährlich, was für eine durchgehend intensive Stimmung sorgt.

Auch optisch ist das Buch ein echtes Highlight. Cover, Farbschnitt und die gesamte Gestaltung passen perfekt zur Geschichte und machen direkt Lust, in diese Welt einzutauchen.

Die Handlung rund um Seren, die sich aus Liebe und Mut in das Reich der Fae begibt, ist spannend aufgebaut und wird durch verschiedene Wendungen und Prüfungen immer wieder vorangetrieben. Besonders das letzte Drittel konnte mich nochmal richtig fesseln.

Seren und Elion sind zwei interessante Hauptfiguren, die mir im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen sind. Ihre Dynamik fand ich spannend, auch wenn sich ihre Beziehung stellenweise etwas zu schnell entwickelt hat. Generell hatte ich das Gefühl, dass manche Entwicklungen etwas mehr Raum gebraucht hätten – gerade zum Ende hin ging mir die Handlung teilweise etwas zu schnell.

Trotzdem überzeugt das Buch mit einer starken Grundidee, einer faszinierenden Welt und vielen offenen Fragen, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

Fazit:
Eine düstere, magische Fae-Geschichte mit viel Spannung und Atmosphäre. Kleine Schwächen im Tempo, aber insgesamt ein gelungener Auftakt, der Lust auf Band 2 macht.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Die Wölfe der Beziehung – verständlich, reflektierend und schön gestaltet

Die 13 Beziehungswölfe
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Mit Die 13 Beziehungswölfe haben Tobias und Laura Goldfarb ein Buch geschaffen, das typische Dynamiken und Herausforderungen in Beziehungen auf eine sehr anschauliche Weise erklärt. Die Idee, unterschiedliche ...

Mit Die 13 Beziehungswölfe haben Tobias und Laura Goldfarb ein Buch geschaffen, das typische Dynamiken und Herausforderungen in Beziehungen auf eine sehr anschauliche Weise erklärt. Die Idee, unterschiedliche Beziehungsmuster als „Wölfe“ darzustellen, fand ich besonders gelungen. Dadurch werden komplexe Themen greifbar und man erkennt schnell Parallelen zum eigenen Verhalten oder zu Situationen, die viele Paare kennen.

Jeder der dreizehn Wölfe steht für ein bestimmtes Thema – etwa Streit, Nähe und Distanz, Herkunft, Geld oder Entscheidungen. Beim Lesen wurde mir immer wieder bewusst, wie viele dieser Dynamiken tatsächlich im Alltag von Beziehungen vorkommen. Das Buch regt dazu an, eigene Muster zu hinterfragen und Dinge vielleicht aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Besonders positiv hervorheben möchte ich auch das Design des Buches. Die Gestaltung ist sehr liebevoll umgesetzt und die Illustrationen der einzelnen Wölfe lockern den Inhalt auf. Dadurch wirkt das Buch nicht nur informativ, sondern auch visuell sehr ansprechend und lädt dazu ein, immer wieder darin zu blättern.

Nicht jeder der Wölfe hat mich persönlich gleich stark angesprochen, und manche Themen hätte ich mir stellenweise noch etwas vertiefter gewünscht. Trotzdem bietet das Buch viele hilfreiche Denkanstöße und eignet sich gut, um über Beziehungsmuster ins Gespräch zu kommen.

Fazit:
Ein gut verständliches, reflektierendes Buch über Beziehungsdynamiken mit einer originellen Idee und sehr schöner Gestaltung. Für mich eine empfehlenswerte Lektüre mit vielen Impulsen zum Nachdenken.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Spannend mit teils unerwarteten Wendungen

The Exes
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Alleine direkt am Anfang hat man das Gefühl, einen Einblick in die Psyche von Natalie zu bekommen. Gleichzeitig fragt man sich, ob dieser Eindruck trügt – oder ob man selbst bereits zu viele True-Crime-Serien ...

Alleine direkt am Anfang hat man das Gefühl, einen Einblick in die Psyche von Natalie zu bekommen. Gleichzeitig fragt man sich, ob dieser Eindruck trügt – oder ob man selbst bereits zu viele True-Crime-Serien gesehen hat und überall unzuverlässige Erzählerinnen wittert. Genau dieses Unbehagen zieht sich wie ein roter Faden durch The Exes und macht den Reiz des Romans aus.

Natalie ist keine Figur, der man sich sofort anvertraut. Sie wirkt verletzlich, aber nie eindeutig, und gerade diese Ambivalenz sorgt dafür, dass man ständig zwischen Mitgefühl und Misstrauen schwankt. Die Geschichte spielt gekonnt mit der Frage, wie gut wir Menschen – und vor allem ihre Motive – wirklich einschätzen können. Was ist Erinnerung, was Verdrängung, was Selbstschutz? Und ab welchem Punkt macht man es sich als Leser:in zu einfach?

Leodora Darlington baut die Spannung weniger über klassische Schockmomente auf, sondern über psychologischen Druck. Rückblenden, Andeutungen und kleine Irritationen fügen sich nach und nach zu einem Gesamtbild, das man immer wieder neu hinterfragt. Dabei bleibt der Stil angenehm flüssig und zugänglich, ohne oberflächlich zu wirken.

Besonders gelungen ist, dass The Exes nicht nur ein Thriller über vergangene Beziehungen ist, sondern auch über Schuld, Projektionen und die Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um mit dem eigenen Leben zurechtzukommen. Nicht jede Wendung wirkt vollkommen realistisch, doch das tut der Sogwirkung kaum Abbruch – im Gegenteil: Man liest weiter, gerade weil man sich nicht sicher ist, ob man der Geschichte oder der Protagonistin trauen sollte.

Unterm Strich ist The Exes ein spannender, psychologisch dichter Thriller, der weniger auf Blut und Tempo setzt als auf Zweifel und innere Spannung. Ein Buch, das einen noch beschäftigt, wenn man es längst zur Seite gelegt hat – und das einen dabei ertappt, wie man sich fragt, ob man Natalie nun verstanden hat. Oder eben doch nicht.

Das Cover passt da auch absolut perfekt zu, denn es gibt nichts über den Inhalt Preis und passt dennoch genau dazu.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Geister, Humor und Herz – ein unterhaltsamer Auftakt

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Mit "The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love" liefert Josie Silver einen charmanten und ungewöhnlichen Auftakt zu einer paranormalen Romance-Reihe. Die Mischung aus Geisterjagd, humorvollen Momenten ...

Mit "The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love" liefert Josie Silver einen charmanten und ungewöhnlichen Auftakt zu einer paranormalen Romance-Reihe. Die Mischung aus Geisterjagd, humorvollen Momenten und romantischen Verwicklungen sorgt für eine unterhaltsame Geschichte, die sich sehr angenehm lesen lässt.

Im Mittelpunkt steht Melody Bittersweet, die – wie alle Frauen ihrer Familie – Geister sehen kann. Während ihre Mutter und Großmutter ihre Gabe eher traditionell einsetzen, gründet Melody gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina kurzerhand eine eigene Geisterjäger-Agentur. Ihr erster Auftrag führt sie in ein Herrenhaus voller ungelöster Geheimnisse und ruheloser Geister. Dabei begegnet sie nicht nur mysteriösen Ereignissen, sondern auch alten Gefühlen, Konkurrenz und einer neuen möglichen Romanze.

Besonders gefallen haben mir die lebendigen und sympathischen Charaktere. Melody ist eine herrlich eigenwillige Protagonistin – manchmal tollpatschig, manchmal schlagfertig, aber immer mit Herz. Auch das Team rund um sie wächst einem schnell ans Herz, und Figuren wie der Mops Lestat bringen zusätzliche charmante Momente in die Geschichte.

Der Schreibstil ist locker, humorvoll und sehr flüssig, sodass man schnell durch die Seiten fliegt. Die Geschichte verbindet Grusel mit Humor und einer leichten Romantik, wodurch ein unterhaltsamer Mix aus Paranormal Romance und cozy Mystery entsteht.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass einige Entwicklungen recht vorhersehbar sind und die Handlung an manchen Stellen etwas mehr Spannung vertragen hätte. Dennoch macht das Buch einfach Spaß und punktet vor allem mit seiner originellen Idee und den liebenswerten Figuren.

Fazit:
Ein humorvoller, charmant-spukiger Reihenauftakt mit sympathischen Charakteren und viel Wohlfühlatmosphäre. Perfekt für alle, die eine leichte paranormale Romance mit Witz und Herz suchen.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Zwischen wichtigen Impulsen und Wiederholungen – ein solides, aber nicht durchgehend überzeugendes Sachbuch

How to Talk to Yourself
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How to talk to yourself greift ein Thema auf, das vermutlich jede und jeden betrifft: den Umgang mit der eigenen inneren Stimme. Wie sprechen wir mit uns selbst? Warum sind wir oft strenger zu uns als ...

How to talk to yourself greift ein Thema auf, das vermutlich jede und jeden betrifft: den Umgang mit der eigenen inneren Stimme. Wie sprechen wir mit uns selbst? Warum sind wir oft strenger zu uns als zu anderen? Und wie können wir negative Gedankenspiralen durchbrechen?

Viele der Impulse im Buch sind grundsätzlich nicht neu – Achtsamkeit, Selbstreflexion, das Hinterfragen automatischer Gedanken. Dennoch war es schön, diese Ansätze noch einmal gesammelt und strukturiert vorzufinden. Gerade die Erinnerung daran, dass wir nicht unsere Gedanken sind und dass nicht jede innere Kritik der Wahrheit entspricht, ist wertvoll und alltagstauglich.

Die Autorin arbeitet viel mit persönlichen Erfahrungen, insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Essstörung. Das macht das Buch authentisch und nahbar – man merkt, dass sie aus eigener Betroffenheit schreibt. Gleichzeitig war mir der Fokus auf dieses Thema in der Summe etwas zu dominant. Hier hätte ich mir mehr allgemeingültige Beispiele gewünscht, die ein breiteres Spektrum an Lebensrealitäten abdecken.

Hinzu kommt, dass sich einige zentrale Gedanken im Verlauf des Buches mehrfach wiederholen – wenn auch in leicht abgewandelter Form. Manchmal hätte ich mir mehr inhaltliche Straffung gewünscht, um die Kernaussagen noch klarer und prägnanter wirken zu lassen.

Insgesamt ist "How to talk to yourself" ein Buch mit wichtigen Denkanstößen, das besonders durch die Offenheit der Autorin punktet. Für Leser:innen, die sich intensiver mit Selbstgesprächen und innerer Selbstkritik auseinandersetzen möchten, kann es eine hilfreiche Begleitung sein. Für mich persönlich blieb es jedoch bei einer soliden Lektüre mit guten Impulsen, aber ohne nachhaltigen Aha-Moment.

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