Cozy Fantasy im Leben einer männlichen Haushexe
The House Witch 1Meine Meinung:
Ich war hin- und weg vom Cover und habe auch viele gute Berichte zur englischen Ausgabe gehört, wodurch meine Neugierde geweckt wurde.
Inhaltlich geht es um den neu eingestellten Koch ...
Meine Meinung:
Ich war hin- und weg vom Cover und habe auch viele gute Berichte zur englischen Ausgabe gehört, wodurch meine Neugierde geweckt wurde.
Inhaltlich geht es um den neu eingestellten Koch Finlay Ashowan, der fortan im Schloss als Königlicher Koch arbeitet und alle Anwesenden mit leckeren neuen Gerichten begeistert. Die Handlung ist nicht komplex, denn obwohl es einen Plot zu den politischen Machtspielen in anderen Königreichen kommt, liegt der Fokus eher auf Fins Kochkunst, seine Beziehung und Umgang mit den anderen Schlossbewohnern, die Entdeckung und Entwicklung seiner magischen Kräfte, die politische Bedrohung aus dem Nachbarreich und das Liebeschaos namens Lady Annika Jenoure. Es gibt auch einige abzweigende Handlungsstränge, die vielversprechend klangen, aber nach einigen Kapiteln nicht weiter aufgegriffen wurden (Krakens Abenteuer).
Der Schreibstil ist für mich gelungen, auch wenn ich Zeit gebraucht habe, um reinzukommen (aber nicht wegen dem Schreibstil sondern der langsamen Voranschreitung der Geschichte). Nach einer Leseeingewöhnungsphase konnte mich der Schreibstil mitnehmen und mochte die Erzählerform, in der die Perspektive nicht nur auf Koch Finlay gerichtet ist, sondern auch mal zum König Norman, der Königin Ainsley, Annika Jenoure, Hannah und weiteren Nebencharakteren wie z. B. den Kater Kraken wechselt.
Ich lese normalerweise kein Cozy Fantasy mit wenig Spannung, Action oder Intrigen. Und genau das macht den Charme des Buches aus. Die ausgelassene Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und ich hab es zu schätzen gelernt und fühlte mich pudelwohl in Fins Küche, mit seiner Küchenmagie und der natürlichen und manchmal humorvollen Interaktionen mit den anderen Charakteren wie Annika, Hannah, den drei Rittern Sirs Taylor, Lewis und Andrews, dem König, Kraken, Eric, etc. Es wurde bei mir herzlich gelacht und Freude versprüht.
Das Worldbuilding ist auch gut gelungen und ich fühle mich mittendrin im Geschehen, nicht zuletzt auch wegen der bildlichen Beschreibungen. Gelegentliche Ausreißer gab es schon, die mich ein wenig aus der Story ausgerissen habeb wie Bulgogi, Kimchi und dass gerne Fin bei Hof höhergestellte Personen einfach Duzt. Zu Letzterem gibt es einen Hinweis als Anmerkung am Anfang, weshalb es nicht zu stark ins Gewicht fällt. Ansonsten werden im Buch unterschiedliche Arten von Wesen mit magischen Kräften unterschieden. Hexen sind Geschöpfe der Göttin und es gibt reine Elementhexen und sogenannte "mutierte Hexen" wie Fin einer ist als sogenannte Haushexe. Dann sind da noch Magier/Zauberer, die von Natur aus keine magischen Kräfte besitzen und mithilfe eines Magierkristalls und jahrelanges Studium ihre Kräften kommen. Die Informationen sind durchaus spannend und deshalb kommt es gerne mal zu Auseinandersetzungen zwischen unserer Hexe Fin und Magier Lee.
Und ganz besonders liebe ich die Charaktere, denn auch wenn sie Maken haben, haben sie auch Werte wofür sie einstehen. Fin ist ein gutes Beispiel eines Mannes mit dem Herz am richtigen Fleck, aber dessen scharfe und spitzbubige Zunge und sein räudiges Temperament ihn schon öfters in Bredouille gebracht haben. Seine Beziehungen zu den ganzen Bewohnern des Schlosses könnten nicht unterschiedlicher sein, ob nun Witzeleien und Albernheiten mit (Prinz) Eric, wortwitzige Gefechte mit Berater Howard, Sticheleien mit Magier Lee, Beschützerinstinkte gegenüber Hannah und Flirts mit Lady Jenoure: Hier wird man fündig und die Auswahl an Figuren musste ich einfach lieben. Allen voran Fins Entwicklung am Ende empfand ich sehr positiv und wie ihm alle beigestanden sind.
Mein Fazit:
Alles in allem eine empfehlenswerte Geschichte, wer einen Ausklang braucht von komplexen Geschichten und es langsam angehen will. Delemhach (Emilie Nikota) entführte mich in dieses wohlige Zuhause, bei dem Lachen, gutes Essen und authentische Charaktere auf der Speisekarte hausen. "Vermaledeiter Magiersohn" wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. XD
Meine Bewertung: 4 Kochsterne 🌟🌟🌟🌟