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Veröffentlicht am 14.03.2025

Vampire, Werwölfe und eine arrangierte Ehe: Ali Hazelwood kann auch anders.

Bride – Die unergründliche Übernatürlichkeit der Liebe
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Ich wusste nicht genau, was mich bei diesem Buch erwartet. Ich habe es mir eigentlich nur gekauft, weil es von Ali Hazelwood ist – und bisher hat sie mich noch nie enttäuscht. Trotzdem war ich ein bisschen ...

Ich wusste nicht genau, was mich bei diesem Buch erwartet. Ich habe es mir eigentlich nur gekauft, weil es von Ali Hazelwood ist – und bisher hat sie mich noch nie enttäuscht. Trotzdem war ich ein bisschen skeptisch. Ich gehöre zu denen, die mit Twilight aufgewachsen sind und heute eher mit einem Gefühl der Fremdscham darauf zurückblicken. Aber ich kann nur sagen: Don’t judge a book by its cover! Ali Hazelwood hat es geschafft, dass mir genau dieses Setting wieder gefallen hat.

In Bride geht es um Misery Lark, die in einer Welt lebt, in der Menschen, Vampire und Werwölfe existieren. Sie ist die Tochter eines mächtigen Vampirs, hält sich aber aus den politischen Machtkämpfen heraus und ist eher eine Außenseiterin – bis sie ausgerechnet mit Lowe Moreland, einem Werwolf, verheiratet werden soll. Diese arrangierte Ehe soll den Frieden zwischen ihren Spezies sichern. Doch während Misery versucht, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden, wird schnell klar, dass es Geheimnisse gibt, die sie nicht länger ignorieren kann. Und dann ist da noch Lowe, der vielleicht nicht der Feind ist, für den sie ihn gehalten hat …

Ich hatte unglaublich viel Spaß mit diesem Buch und habe total mit Lowe und Misery mitgefiebert. Vor allem Misery als Protagonistin mochte ich richtig gerne – aber das überrascht mich bei der Autorin nicht wirklich. Ali Hazelwood schafft es einfach immer wieder, starke und intelligente Frauen zu schreiben, die man einfach nur lieben kann. Und wir wissen: Men written by Ali Hazelwood

Das Buch war für mich an keiner Stelle langatmig, und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Dynamik zwischen Misery und Lowe war großartig, mit genau der richtigen Mischung aus Spannung, Humor und Emotionen.
Das Tempo der Beziehung hat mir hier gut gefallen – es war glaubwürdig und nicht überstürzt. Bei einigen Büchern passiert das viel zu schnell, aber hier war die Entwicklung genau richtig. Zu viel möchte ich hier nicht vorwegnehmen, aber wie so oft bei Ali Hazelwood trifft „he falls first“ ziemlich gut zu.

Wer Romance und Fantasy mag – oder einfach ein Fan von Ali Hazelwood ist – sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben! 🫶🏻

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Murder-Mystery trifft Romantasy

Red as Royal Blood
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In Red as Royal Blood wird Ruby aus einem unscheinbaren Leben als Dienstmagd plötzlich in die Rolle der Thronfolgerin geworfen. Während sie sich am Hof zurechtfinden muss, stößt sie auf Hinweise, die den ...

In Red as Royal Blood wird Ruby aus einem unscheinbaren Leben als Dienstmagd plötzlich in die Rolle der Thronfolgerin geworfen. Während sie sich am Hof zurechtfinden muss, stößt sie auf Hinweise, die den Tod des Königs in ein völlig neues Licht rücken. Zwischen politischen Intrigen, Geheimnissen und neuen Allianzen beginnt für sie ein gefährliches Spiel, bei dem sie niemandem vollständig vertrauen kann.

Der Einstieg gelingt sehr leicht, man findet schnell in die Geschichte hinein und wird direkt von der Kombination aus Murder-Mystery und Romantasy gepackt. Die Handlung wirft früh viele Fragen auf, die neugierig machen und einen durchgehend weiterlesen lassen. Besonders gelungen fand ich, dass die Spannung konstant hoch bleibt und es keine wirklichen Längen gibt, das Buch hatte auf mich eine unglaubliche Sogwirkung und ich konnte es stellenweise kaum aus den Händen legen.

Ruby ist eine sympathische und mutige Protagonistin, mit der man schnell mitfiebert. Ihre Situation ist von Anfang an herausfordernd, und gerade ihre Unsicherheit darüber, wem sie vertrauen kann, zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte. Auch die Dynamik zwischen den Figuren hat mir gut gefallen. Vor allem die Interaktionen mit den Prinzen sorgen für Spannung, ohne dass man sich jemals ganz sicher sein kann, welche Absichten wirklich dahinterstecken.

Ein großer Pluspunkt ist für mich die Mischung aus emotionalen Momenten und spannungsgeladener Handlung. Gerade die Enthüllung, auf die man die ganze Zeit hinhiebet bringen Tiefe in die Geschichte. Gleichzeitig bleibt das zentrale Rätsel lange offen, sodass man bis zum Schluss miträtselt und eigene Theorien entwickeln kann.
Das Ende wird vergleichsweise schnell abgehandelt, was man als kleinen Kritikpunkt sehen kann. Für mich hat es jedoch trotzdem funktioniert, da die Geschichte insgesamt sehr klar und zielgerichtet erzählt ist und nicht unnötig in die Länge gezogen wird.

Insgesamt ist Red as Royal Blood eine unterhaltsame, spannende und emotional zugängliche Geschichte, die vor allem durch ihren Lesefluss und die gelungene Mischung aus Romance und Mystery überzeugt. Für mich eine gut gelungene Mischung von der ich gerne mehr hätte.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Zwischen Rache, Wahrheit und gefährlicher Nähe

Firewatch
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In Firewatch von Colin Hadler geht es um Robin und seinen besten Freund Aaron, der im Sommer während seiner Arbeit in einem Firetower aus bisher unerklärlichen Gründen verschwindet. Auf der Suche nach ...

In Firewatch von Colin Hadler geht es um Robin und seinen besten Freund Aaron, der im Sommer während seiner Arbeit in einem Firetower aus bisher unerklärlichen Gründen verschwindet. Auf der Suche nach der Wahrheit nähert sich Robin Kian Foster an, dem letzten Menschen, der Aaron lebend gesehen hat. Dabei verstrickt er sich immer tiefer in eine Wahrheit, die alles andere als eindeutig ist, und findet sich schließlich zwischen Misstrauen, Schuldfragen und aufkeimenden Gefühlen wieder.

Der Roman ist von Beginn an spürbar düster, was gut zur Grundstimmung passt. Besonders die Naturkulisse mit dem Wald und dem Firetower erzeugt eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre. Die immer wieder eingestreuten kryptischen Textpassagen und die Rückblicke in die Vergangenheit verstärken diese Spannung zusätzlich, weil man unbedingt verstehen möchte, was dahintersteckt und wie alles zusammenhängt.
Robin ist keine makellose Hauptfigur. Er handelt oft impulsiv und trifft nicht immer die klügsten Entscheidungen und gleichzeitig reflektiert er sein Verhalten und hinterfragt sich selbst, wodurch er sehr menschlich und nachvollziehbar bleibt. Seine Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist deutlich spürbar, je tiefer er gräbt, desto mehr muss er sich fragen wie weit er für die Wahrheit geht.

Auch Kian ist nicht das, was er auf den ersten Blick zu sein scheint. Gemeinsam mit Robin entdeckt man nach und nach neue Facetten, was die Dynamik zwischen den beiden besonders spannend macht. Generell sind viele Figuren moralisch nicht eindeutig einzuordnen, was der Geschichte eine realistische Tiefe verleiht. Niemand ist hier ausschließlich gut oder böse und genau das macht das Geschehen glaubwürdig.

Der Anfang wirkt zunächst noch zurückhaltend, entwickelt jedoch schnell eine starke Sogwirkung. Gerade im letzten Drittel zieht die Spannung noch einmal deutlich an. Man beginnt, jeden zu hinterfragen, kann niemandem vollständig trauen und merkt, dass die Grenzen zwischen Täter und Opfer zunehmend verschwimmen.

Insgesamt ist Firewatch eine intensiver Thriller mit einer Romance-Suspense-Geschichte mit starker Atmosphäre und emotionaler Tiefe. Für mich definitiv nicht das letzte Buch von Colin Hadler, vor allem, weil er es schafft, Emotionen mit konstant wachsender Spannung zu verbinden.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Sport trifft auf Dark Romance

Beautiful Venom (Vipers, Band 1)
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Dahlia möchte sich rächen. Dafür versucht sie, sich in das Elite-Hockeyteam ihres Colleges einzuschleusen, denn ihre einzige Spur führt zu den Vipers. Hinter diesen steckt ein System aus Macht und Kontrolle, ...

Dahlia möchte sich rächen. Dafür versucht sie, sich in das Elite-Hockeyteam ihres Colleges einzuschleusen, denn ihre einzige Spur führt zu den Vipers. Hinter diesen steckt ein System aus Macht und Kontrolle, und ganz oben steht Kane Davenport, der auf den ersten Blick eher harmlos scheint. Als Dahlia ihm näherkommt, findet sie langsam heraus, was sich wirklich hinter seiner Fassade verbirgt.

Beautiful Venom hat mich schnell abgeholt, da ich ohnehin ein großer Fan von Rina Kents Büchern bin und mir ihr Schreibstil bereits vertraut war. Und eins vorab: Meiner Meinung nach gehört das Buch zu den düstereren ihrer Geschichten, auch wenn keines ihrer Werke wirklich harmlos ist.
Hier handelt es sich diesmal um eine Art Sports-Dark-Romance, wobei der Hockeyaspekt nicht im Vordergrund steht und eher nebenbei behandelt wird. Wer sich also viele Spieldetails wünscht, könnte etwas enttäuscht werden.

Dahlia ist von Beginn an eine starke Protagonistin. Sie hat ihren eigenen Kopf, weiß sich zu wehren und schreckt für ihr Ziel vor wenig zurück. Gerade diese Eigenschaften mochte ich besonders an ihr, vor allem, weil ihre Art mich hin und wieder an Protagonistinnen aus anderen Rina-Kent-Reihen erinnert hat.
Kane wirkt auf den ersten Blick ziemlich harmlos, was allerdings ungewöhnlich für das Genre wäre. Erst später erfährt man, was wirklich hinter seiner Fassade steckt, was viel zur Spannung beiträgt. Die Dynamik der beiden ist stark von Anziehung geprägt, gleichzeitig verfolgen beide ihre eigenen Ziele, wodurch sie sich in einem Konstrukt aus Täuschung und Geheimnissen wiederfinden. Das stetige Misstrauen hält die Beziehung zwischen ihnen dauerhaft spannend.

Auch die Nebenfiguren werden bereits charakterlich stärker ausgearbeitet und es werden Handlungsstränge etabliert, die in kommenden Bänden eine Rolle spielen dürften. Sie tragen viel zur düsteren Atmosphäre bei, gleichzeitig gab es aber auch Szenen, die mich hin und wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Ich hoffe sehr, dass die ein oder andere Nebenfigur ebenfalls noch einen eigenen Band bekommt.
Wer bereits andere Bücher von Rina Kent kennt, wird hier ebenfalls nicht enttäuscht, da sich die Handlung in einigen Punkten von ihren bisherigen Büchern abhebt und bewusst Raum für die ein oder andere Überraschung lässt.

Beautiful Venom ist insgesamt ein düsterer, intensiver Reihenauftakt, der von seiner Atmosphäre, moralischen Grauzonen und der spannungsgeladenen Dynamik lebt. Der Sportaspekt war für mich dezent eingesetzt und in Kombination eine gelungene Abwechslung. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen der Reihe.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Zwischen Flammen und Freiheit

Of Flame and Fury
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Auf Cendor gehören die Phönixrennen zu den beliebtesten, aber auch gefährlichsten Events. Gemeinsam mit ihrem Team kämpft Kel darum, ihre Farm und ihren Phönix Savita zu retten, koste es, was es wolle. ...

Auf Cendor gehören die Phönixrennen zu den beliebtesten, aber auch gefährlichsten Events. Gemeinsam mit ihrem Team kämpft Kel darum, ihre Farm und ihren Phönix Savita zu retten, koste es, was es wolle. Unerwartete Umstände zwingen sie dazu, mit ihrem Rivalen Coup zusammenzuarbeiten und vor der Kamera das perfekte Paar zu spielen. Doch je tiefer Kel in die Welt der Phönixe und ihrer Sponsoren eintaucht, desto deutlicher wird, dass dahinter weit mehr steckt, als sie je vermutet hätte.

Besonders gut gefallen hat mir der leichte Einstieg in diese neue Welt, was unter anderem daran lag, dass es sich um eine Art Urban Fantasy handelt, da das Setting in der moderne spielt. Auch durch den flüssigen Schreibstil der Autorin, habe ich schnell in die Welt von Kel und Savita hineingefunden.
Die Beschreibungen der Rennen waren sowohl spannend als auch lebhaft, sodass ich dem Geschehen jederzeit folgen und es kaum erwarten konnte, zu erfahren, wie sie ausgehen.

Kel hat mir als Protagonistin gut gefallen und war mir schnell sympathisch. Sie ist entschlossen, loyal und zeigt zugleich verletzliche Seiten. Besonders die Dynamik mit ihrem Team, mit dem sie an den Phönixrennen teilnimmt, hat mir Spaß gemacht. Das emotionale Zentrum bildet hier natürlich ihre Bindung zu ihrem Phönix Savita, welche die Handlung grundlegend trägt. 
Coup war von Beginn an charmant und witzig. Er ist eindeutig als Publikumsliebling angelegt und das funktioniert hier hervorragend.
Die Dynamik zwischen den beiden ist gespickt mit Schlagabtauschen, und ihre Beziehung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo, ohne den eigentlichen Plot zu überlagern.
Auch moralische Konflikte spielen eine Rolle und zwingen die Figuren immer wieder, ihr Handeln und ihre Entscheidungen zu hinterfragen.
Die Nebenfiguren sind authentisch ausgearbeitet und tragen mit ihrer Gruppendynamik viel zur Spannung bei. Im Verlauf des Buches entsteht ein starkes „Found Family“-Gefühl, das die Handlung zusätzlich bereichert.

Of Flame and Fury ist insgesamt ein mitreißender Fantasyroman, der durch spannende Rennen, glaubwürdige Charakterentwicklung und ein originelles Setting überzeugt. Wer eine Geschichte sucht, die durchweg fesselnd bleibt und unerwartete Wendungen bietet, die sorgfältig von Beginn an in die Handlung eingearbeitet sind, wird hier definitiv fündig. Mikayla Bridge überzeugt mit einem unterhaltsamen Schreibstil und viel Liebe zum Detail und ich hatte viel Spaß daran, Kels Geschichte zu begleiten.

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