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Veröffentlicht am 27.04.2026

Wendungsreiche Story, absolut fesselnder Psychothriller

Der Fjord
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Nachdem ich mich vor ziemlich genau einem Jahr auf DIE YACHT begeben habe, habe ich mich nun auf einen weiteren Psychothriller von Sarah Goodwin eingelassen. DER FJORD hat mit noch mehr an menschlichen ...

Nachdem ich mich vor ziemlich genau einem Jahr auf DIE YACHT begeben habe, habe ich mich nun auf einen weiteren Psychothriller von Sarah Goodwin eingelassen. DER FJORD hat mit noch mehr an menschlichen Abgründen aufzuwarten, wie ich finde.

Der Prolog bietet einen ersten Einblick auf die begehrten Einladungen zu der alljährlich stattfindenden Sommerparty auf dem mondänen Anwesen der Fowleys. Ein Jahr später dann ist es wieder so weit. Amelia reist nach Norwegen, sie ist ganz offiziell eingeladen. Was keiner weiß – sie sucht nach ihrer Schwester Rose, deren Spur sich seit dem letzten Sommerfest der Familie Fowley verliert.

Die Autorin versteht es, ab sofort Spannung zu erzeugen und diese durchgehend aufrecht zu erhalten. Erzählt wird hauptsächlich aus Amelias Sicht und sie ist es auch, um die ich bange. Ihr Plan, wie sie sich in die Party drängt, ist so genial wie gefährlich. Inmitten der illustren Gäste, die sich in den stilvollen Außenanlagen inklusive der extra für dieses Spektakel aufgebauten Hütten, Bars und dergleichen bis hin zum Strand bestens amüsieren, ist sie auf der Suche nach dem Verbleib ihrer Schwester. Sie sucht den Kontakt zu dem Fowleys, zu Lawrence und James, zu Sam und Ford und noch so einigen mehr. Jeder einzelne scheint einiges zu verbergen zu haben, wobei ich mein Urteil über sie mehrmals infrage stelle. Die Fassaden bröckeln, um sich dann doch wieder ins Gegenteil zu verkehren.

Sarah Goodwin ist eine Meisterin darin, ihre Figuren vielschichtig und undurchdringlich zu präsentieren. Bis zum bitteren Ende, denn schon vorher meine ich, dem Satan höchstpersönlich begegnet zu sein. Ein Trugschluss? Nur so viel: DER FJORD hat mich von Anfang bis Ende absolut gefesselt, die wendungs- und temporeiche Story mochte ich nicht weglegen, das Buch habe ich in zwei kurzen Nächten verschlungen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Perfekt inszenierte, nervenaufreibende Jagd nach dem Entführer

Nebelbeute
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NEBELBEUTE ist der dritte Band um die Sondereinheit „Gruppe 4“, spezialisiert auf Serienmörder. Schon die beiden Vorgängerbände KRÄHENTAGE und ASCHESOMMER habe ich verschlungen und auch dieser neue Fall ...

NEBELBEUTE ist der dritte Band um die Sondereinheit „Gruppe 4“, spezialisiert auf Serienmörder. Schon die beiden Vorgängerbände KRÄHENTAGE und ASCHESOMMER habe ich verschlungen und auch dieser neue Fall um die Suche nach den beiden Mädchen Mathilda und Romy und deren Entführer hat mich wiederum gefesselt und mich bis zum Ende nicht losgelassen.

Mila Weis erfährt, dass Johannes Toblach, der Entführer von Mathilda und Romy, sich in den Bergen aufhält. Sie allein will ihn endlich finden, dafür hat sie sich ein paar Tage Zeit genommen, sich eine Hütte angemietet und ihr für die Jagd nach Toblach notwendiges Equipment mitgenommen.

Schon bald nach ihrer Ankunft wird eine grausam zugerichtete Leiche gefunden und als ob dies nicht genug wäre, wird diese für alle gut sichtbar regelrecht zur Schau gestellt. Die hierfür zuständigen örtlichen Polizeibeamten wissen zunächst nichts davon, dass es sich bei Mila um eine Kollegin handelt, auch ist ihnen der Grund für Milas Reise hierher nicht bekannt. Bald jedoch wissen sie um Milas Zugehörigkeit zur Gruppe 4, eine weitere Leiche wird gefunden, ähnlich inszeniert wie jene zuvor. Was ist hier los?

Die Dorfbewohner werden näher durchleuchtet, keinem ist so recht zu trauen. Da ist ein neuer Pfarrer und einer, der stumm beobachtet, ein verwitwter Krämer und Maria, in deren Gaststätte sich alle treffen. Ein Sägewerk ist weit und breit der größte Arbeitgeber und auch treiben sich Umweltschützer hier herum. Nichts und niemand ist zu durchschauen.

Schon die klimatischen Bedingungen lassen schaudern, es ist bitterkalt, es schneit immer mehr, so manch Haus ist mit einem Fahrzeug nicht mehr zu erreichen. Milas Ansinnen nach der Jagd auf Toblach scheint Erfolg zu haben. Aber ist dem wirklich so? Andere Stimmen sind zu vernehmen, die Jagd hat gerade erst begonnen – aber wer ist die Beute? Wer ist Jäger, wer Gejagter? Mila indes befindet sich in großer Gefahr und als sie für ihre Kollegen der Gruppe 4 nicht mehr erreichbar ist, machen diese sich in das verschneite Bergdorf auf, um nach ihr zu suchen.

Benjamin Cors bietet seine NEBELBEUTE in drei Teilen dar. Zunächst ist es „Mila“ und ihre Ankunft, die Dörfler und die örtlichen Beamten, die vor der Aufklärung der Morde stehen. Als dann zu Mila Funkstille herrscht, reist „Jakob“ Krogh mit seinem gesamten Team an um dann im dritten, mit „Morgen“ überschriebenen letzten Teil dem dramatischen Ende zuzusteuern.

Ja, dramatisch und nervenaufreibend ist auch dieser dritte Band um die Gruppe 4, bei dem es um so viel mehr als „nur“ um die Suche nach Toblach geht. Die örtlichen Verhältnisse, die Aufklärung der schaurigen Morde, all die finsteren Gestalten sorgen für atemlose Spannung und wenn man meint, endlich am Ziel zu sein, so wendet sich das Blatt hin zu noch mehr Ausweglosigkeit hin zum überraschenden Finale. Auch von diesem dritten Band bin ich restlos überzeugt, ich habe ihn wiederum im Rekordtempo verschlungen.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Ein wundervolles Buch, eine warmherzige Geschichte

Mirabellentage
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Martina Bogdahns „Mirabellentage“ sind wie schon ihr erster Roman „Mühlensommer“ in und um Blumfeld angesiedelt, einem fiktiven Ort im Fränkischen.

Anna ist die Haushälterin des Pfarrers, den mit gerade ...

Martina Bogdahns „Mirabellentage“ sind wie schon ihr erster Roman „Mühlensommer“ in und um Blumfeld angesiedelt, einem fiktiven Ort im Fränkischen.

Anna ist die Haushälterin des Pfarrers, den mit gerade mal 57 Jahren das Zeitliche segnet. Die beiden kannten sich seit Kindertagen wie auch Robert und Josef – der Mesner und der gerade Verstorbene. Zwei richtige Lausbuben waren sie, die sich für so manch Bubenstreich schon mal ne Ohrfeige eingehandelt haben.

Der Roman beginnt mit dem Tod von Josef, der sich seine letzte Reise anders wünscht, als man es von einem Pfarrer erwartet. Ans Meer will er, dort soll seine Asche verstreut werden. Anna weiß dies und auch der Bestatter ist eingeweiht, also muss der leere Sarg für alle gut sichtbar ins Grab. Aber - bis alles geregelt ist, gibt es noch so manch Hindernis zu bewältigen. Anna hat zwar einen Führerschein, ihre Fahrpraxis lässt aber sehr zu wünschen übrig. Wie soll sie ans Meer kommen? Zunächst aber muss die Beerdigung organisiert werden, der neue Pfarrer ist schon unterwegs und was soll Anna nun machen, mit ihren 54 Jahren? Noch hat sie alle Hände voll zu tun, auch denkt sie an so manch Anekdote, die schon lange zurückliegt.

Es ist ein warmherziges Buch, das mit einem ernsten Thema beginnt. Es ist traurig und es ist auf wundervolle Weise schön. Es ist witzig und charmant, zuweilen skurril, mit gar herrlicher Situationskomik ausgestattet – so wie das Leben eben ist. Und dann träumt sie - träumt sie wirklich? Von dem blauen Mofa und der riesigen Gans und den goldenen Ohrringen und von einer Allee voller Mirabellenbäumen und… von noch so vielem mehr.

Die beiden Zeitebenen – das Gestern und das Heute – verschmelzen ineinander. Aus der momentanen Situation heraus ergibt sich so manch mehr oder weniger kuriose Begebenheit. Der neue, noch ziemlich junge Pfarrer Frijdthof, stammt aus dem hohen Norden, er spricht platt und – keiner versteht ihn. Was macht Anna? Das sei nicht verraten, nur so viel: Ich hab mich köstlich amüsiert. Ja, köstlich, im wahrsten Sinne des Wortes.

Martina Bogdahn hat mich mit ihren Mirabellentagen sofort in Annas Geschichte gezogen. Einer Pfarrhaushälterin, die für alle und für jeden da ist, die aus jeder Situation das Beste zu machen imstande ist. Sie und all die Menschen um sie herum sind gut getroffen, garniert mit durchaus nachvollziehbaren Erlebnissen – zum Schmunzeln schön. Es sind auch die leisen Töne, die nicht zu kurz kommen, die diesen klugen Roman abrunden.

In Annas Leben wird sich viel verändern, was auch bedeutet, dass sie gewohnte, eingefahrene Pfade verlassen wird. Es wird nicht leicht sein, aber nur wer Neues ausprobiert und dies auch zulässt, kann viel dazugewinnen. Um es mit den Worten der Autorin zu sagen: „Nur wer von zuhause weggeht, kann heimkommen.“

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Spannender Auftaktband

Meine tote Schwester: Psychothriller
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Von Catherine Shepherd kenne und schätze ich ihre Zons-Thriller, auch ihre Laura Kern- und Julia Schwarz-Thriller und nun geht sie mit ihrem neuesten Buch „Meine tote Schwester“ den Schritt Richtung Psychothriller. ...

Von Catherine Shepherd kenne und schätze ich ihre Zons-Thriller, auch ihre Laura Kern- und Julia Schwarz-Thriller und nun geht sie mit ihrem neuesten Buch „Meine tote Schwester“ den Schritt Richtung Psychothriller. Und auch davon bin ich sehr angetan, ich werde die neue Reihe weiter verfolgen – eh klar.

Zunächst stehe ich mit Mia am Fenster. Sie beobachtet die Villa gegenüber, die schon seit vielen Jahren leer steht. Ihre Mutter hat ihr strikt verboten, auch nur einen Fuß in dieses Haus zu setzen. Nicht ohne Grund, denn vor elf Jahren ist ihre damals 16jährige Schwester darin ums Leben gekommen.

Nora will weg aus Hamburg – Lukas wegen. Er wird gemobbt, seit sich das Gerücht hält, er hätte seine Freundin auf dem Gewissen. Sie macht genau diese Villa ausfindig, die sie ziemlich günstig erwerben kann, allerdings weiß Lukas nichts von dem Kauf, er ist dementsprechend sauer. Hilft aber nix, die Hamburger Wohnung ist verkauft, er muss mit. Bei ihrer Ankunft sind die Handwerker noch zugange, die ersten Zimmer erstrahlen aber schon in neuem Glanz.

In der Schule lernt Lukas Mia und ihre Freundinnen Charlotte und Lisa kennen, sie werden Freunde. Lost Places sind Charlottes begehrte Objekte, vor Lukas und Noras Einzug war es die Villa, auch der umschwärmte Maurice und Anne sind auf der Jagd nach diesen morbiden Objekten, ihre Klicks beweisen, dass die beiden damit sehr viel mehr Erfolg haben als Charlotte. Als dann eines Tages eine Mitschülerin unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, fällt der Verdacht auf Lukas.

Was für ein Szenario! Catherine Shepherd versteht es, die Spannung hoch zu halten. Neben Lukas gibt es so einige Verdächtige, ich würde sogar sagen, dass die sich sehr verdächtig machen. Ich hab da einen ganz speziellen Typen in Verdacht, dann wieder schwenke ich wieder um, ich bin mir absolut nicht sicher. Genau so bin ich es gewohnt von der Autorin, sie beherrscht das Katz- und Mausspiel mit ihren Lesern. Die wendungsreiche Story ist ab sofort fesselnd, auch weiß ich lange nichts über die näheren Umstände zu Jasmins lange zurückliegendem Tod. Bei Lukas geht es mir ähnlich, auch zu ihm gibt es so einiges, das bis ziemlich zum Schluss unbekannt bleibt. Irgendwann dann kristallisiert sich einer heraus, es ist nur ein kleines Detail und doch bleibe ich daran hängen. Wars das? Nein, ich verrate nichts. Dieser Psychothriller ist es allemal wert, gelesen zu werden. Spannend bis zum Schluss, man kann das Buch erst dann weglegen, wenn man die letzte Zeile gelesen hat.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Ein tiefer Blick hinein den innersten Kreis der Mächtigen

Die Stockholm-Protokolle
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„Gefährliche Beziehungen“ ist der Auftaktband der „Stockholm Protokolle“ von einem Autorenduo, das mit geballtem Insiderwissen punktet: Joakim Zander und Moa Berglöf. Zander ist EU-Experte und Moa Berglöf ...

„Gefährliche Beziehungen“ ist der Auftaktband der „Stockholm Protokolle“ von einem Autorenduo, das mit geballtem Insiderwissen punktet: Joakim Zander und Moa Berglöf. Zander ist EU-Experte und Moa Berglöf war jahrelang Redenschreiberin des schwedischen Ministerpräsidenten.

Julia und Alfred leben mit ihren beiden Kindern in Stockholm. Der Politikjournalismus ist Julias Metier und als solche geht sie einer heißen Spur nach, die direkt zu Christian Bratt, dem Ministerpräsidenten Schwedens, führt. Ihr Chefredakteur zieht sie von der Sache ab, zeitgleich wird ihr Lebensgefährte Alfred ins Kanzleramt gebeten, um ihn als Bratts Pressesprecher zu gewinnen. Die Zeit drängt, er sagt zu und erst danach erfährt Julia davon. Für die Personalie Alfred Swärd war vordergründig sein souveräner Auftritt im TV maßgeblich, jedoch ist er in diesem politischen Haifischbecken total unerfahren, Julia dagegen hat den absoluten Überblick. Sie ist zwar kaltgestellt, was sie jedoch nicht daran hindert, still und heimlich weiter zu recherchieren. Alfred dagegen merkt bald, dass er sich Respekt verschaffen muss. Infos werden bewusst manipuliert oder ganz „vergessen“, er wird vielfach ausgebootet.

Es geht um Macht und Machtmissbrauch und um persönliche Verstrickungen, es geht aber sehr viel tiefer. Die dunkelsten Seiten der Politelite werden aufgezeigt. Es sind gefährliche Beziehungen, ganz klar, auch ist die Kungelei mit den Rechtsaußen-Parteien Thema.

Was genau unsere beiden Protagonisten Julia und Alfred lostreten, in welch Wespennest sie stochern, wird erschreckend deutlich. Gut, eigentlich ist es Julia, die nicht locker lässt. Sie gräbt immer tiefer, ihr Weg führt sie auch in ein Internat, schon damals kannten sich die Mächtigen von heute. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, kann aber jedem politisch Interessierten zu diesem Buch raten und auch jene, die einen spannenden Thriller suchen, werden nicht enttäuscht sein.

Trotzdem wir mittendrin im Machtgefüge der Politik sind, ist die Story auch für Nicht-Politiker verständlich geschrieben. Ein Personenverzeichnis wäre optimal gewesen, zumal es viele Personen sind, die in Rosenbad, dem Sitz der schwedischen Regierung, arbeiten und so etliche davon gleich anfangs auftreten. Hier kommt man mit den vielen schwedischen Namen und den Posten, welche die einzelnen Personen bekleiden, ganz schön ins Schleudern und so war es für mich unabdingbar, mir dieses Verzeichnis selber zu erstellen. Ansonsten gibt es über diesen sehr lesenswerten Thriller nichts zu beanstanden.

„Macht, Intrigen und Verrat“ gibt es nicht nur in der Politik, wir wissen es.

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