Ein Wiedersehen mit Anni, das einfach Freude macht
Möwen, Seegang, falsche Fährte - Anni Gade und die FördemordeInhalt: Annis Freundin Nele möchte an einem Fotowettbewerb zum Thema Lost Places teilnehmen. Eine alte, verlassene Mühle scheint das perfekte Motiv zu sein. Doch als Nele die Mühle nachts aufsucht, um ...
Inhalt: Annis Freundin Nele möchte an einem Fotowettbewerb zum Thema Lost Places teilnehmen. Eine alte, verlassene Mühle scheint das perfekte Motiv zu sein. Doch als Nele die Mühle nachts aufsucht, um bei Mondschein Fotos zu machen, verschwindet sie plötzlich spurlos. Kommissar Jan Christiansen nimmt sofort die Ermittlungen auf. Doch Anni wäre nicht Anni, wenn sie nicht auch selbst alles daransetzen würde, ihre Freundin zu finden.
Mein Leseeindruck: Mit der Reihe „Anni Gade und die Fördemorde“ ist Inga Schneider eine wunderbare Cosy-Crime-Reihe gelungen, die ich unheimlich gern lese. Für mich war deshalb auch sofort klar, dass ich den dritten Band unbedingt lesen muss.
Meine Begeisterung liegt dabei vor allem an der Hauptfigur Anni Gade. Sie gibt als Petuhtante Führungen durch Flensburg, schreckt aber privat nicht davor zurück, auf eigene Faust zu ermitteln, wenn sie das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt. Anni ist einfach unglaublich sympathisch, herzlich, mutig und loyal. Eine Freundin wie sie hätte wirklich jeder gern an seiner Seite.
Aber nicht nur Anni ist toll gezeichnet, auch die Nebenfiguren machen die Geschichte besonders lebendig. Freundin Nele mochte ich wieder sehr und die Dynamik zwischen Anni und Jan sorgt erneut für emotionale Spannung, aber auch schöne Momente. Gleichzeitig gibt es Figuren, die der Geschichte auf herrlich schräge und charmante Weise ihren ganz eigenen Ton verleihen wie etwa Annis Mutter oder Wilhelmine, die Nachbarin ihrer Eltern.
Der Schreibstil von Inga Schneider ist angenehm leicht, bildhaft und mit einer wunderbaren Portion Humor versehen. Der Fall ist spannend und logisch aufgebaut. Besonders schön finde ich die Verbindung aus Spannung, norddeutschem Charme und dieser gemütlichen, fast heimeligen Stimmung, die die Reihe ausmacht.
Außerdem schafft es die Autorin erneut, Flensburg beim Lesen lebendig werden zu lassen. Ich habe richtig Lust bekommen, selbst einmal durch die Stadt zu schlendern oder am besten direkt eine Fahrt mit dem Salondampfer Alexandra zu unternehmen.
Fazit: Ein herrlich gemütlicher Küstenkrimi, der Spannung, Lokalkolorit und Wohlfühlatmosphäre miteinander verbindet. Beim Lesen wollte ich nicht nur unbedingt wissen, wie der Fall ausgeht, sondern auch, wie es mit den lieb gewonnen Figuren weitergeht.