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Karolina_Hruskova

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Keine Antworten, nur Fragen

Einatmen. Ausatmen.
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»Einatmen. Ausatmen.« lädt auf vielen Ebenen zum Innehalten ein. Im Roman wurden viele Aspekte zur Achtsamkeit, zur inneren Mitte, zur Selbstreflektion und -erkenntnis angesprochen, aber gleichzeitig war ...

»Einatmen. Ausatmen.« lädt auf vielen Ebenen zum Innehalten ein. Im Roman wurden viele Aspekte zur Achtsamkeit, zur inneren Mitte, zur Selbstreflektion und -erkenntnis angesprochen, aber gleichzeitig war es nicht der Anspruch des Romans, auch Antworten zu geben. Vielmehr hat es sich so angefühlt, als würden besonders durch Alex und Marlene die richtigen Fragen als Impulse gestellt werden, über die der/die Leser/in selbst nachdenken kann.

Abgesehen davon war es eine Verwebung recht komischer Geschichten. Marlenes Over-Achivement, Alex' Sinnkrise, das Seminar an sich, plötzlich noch dazu die Rodung eines nahegelegenen Waldes, Wildtiere... All diese Themen haben ein übertriebenes Ende ergeben, das nicht zum Rest des Romans passen wollte. Und dennoch hat mir das Ende gefallen, weil es kein klassisches Happy End war, sondern ein realitätsnahes. Vieles hat sich im Laufe der Geschichte so angefühlt, als würde es sich fügen, als hätte alles einen Sinn und die vielen Probleme der einzelnen Figuren würden eine einfache Lösung finden, aber dem war einfach nicht so. Für mich hat sich das nach einem aufrichtigen und ehrlichen Abschluss angefühlt.

An sich hat sich der Roman durchgehend flüssig und schnell lesen lassen, hier und da mit Humor gespickt, der aber nur nebensächlich war. Mir wurden ein paar interessante Anhaltspunkte zum Reflektieren mitgegeben, verpackt in einen komischen, skurrilen, aber trotzdem irgendwie auch ehrlichen Rahmen. Eine wirklich spannende Mischung!

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Hailie und Adrien: ich will mehr davon!

The Monet Family – Rise Up, Little Diamond
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Ok wow I like it! Lange haben wir Hailie und ihre Brüder begleitet. Dabei war ich konstant genervt von allem, Hailies Naivität, ihrem kindischem Verhalten, ihrer ewigen Heulerei. Die Brüder waren nicht ...

Ok wow I like it! Lange haben wir Hailie und ihre Brüder begleitet. Dabei war ich konstant genervt von allem, Hailies Naivität, ihrem kindischem Verhalten, ihrer ewigen Heulerei. Die Brüder waren nicht viel besser, oft übergriffig und herablassend. Aber diesmal? Band 5 mochte ich schon, aber Band 6 toppt ihn eindeutig!

Vier Jahre sind vergangen und Hailie wird erwachsen. Sie studiert mittlerweile in Barcelona und hat sich in der Welt ihrer Brüder eingefunden. Ihre Brüder haben sich glücklicherweise zumindest ein bisschen verändert, sind reifer, ruhiger, teilweise auch schon mit eigener Familie. Ich mochte Hailies neues Selbstbewusstsein, ihre forsche Art. Natürlich gibt es auch diesmal wieder verschiedene Dramen um sie herum, die teilweise ziemlich konstruiert und gewollt wirken, aber von irgendwas muss der Roman ja leben.

Auf Adrien oder der aufkeimenden Beziehung lag nämlich nicht wirklich der Hauptfokus, obwohl wir zusätzlich einige Momente aus seiner Sicht kennenlernen. Er wirkte sehr angenehm, wenn auch seine Hingabe überhaupt nicht nachvollziehbar war. Plötzlich will er Hailie. Ist halt so. Auch emotional hat mich nicht viel angesprochen, weil Adrien zu beherrscht und zurückhaltend aufgetreten ist. Das Feuer beginnt wohl erst zu lodern.

Und trotzdem: Ich brauche Nachschub und zwar dringend!! Ich bin durch die Seiten gerauscht, mochte Hailie x Adrien (besonders ihn!), mochte die Stimmung des Romans. Eine geheime, verbotene Beziehung, beschützende Brüder, die es einfach niemals lassen können, Mafia-Vibes - ich wollte nicht, dass die Geschichte endet und bin so gespannt wie auf kein anderes Finale.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Zerrüttelte Freundinnenschaft

Spielverderberin
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Wir begleiten die Freundinnen Sophie, Lotte und Romy auf zwei Zeitebenen: In Rückblicken erlebt man ihre Zeit unmittelbar vor dem Abitur, die Zeit der großen Entscheidungen, der Veränderungen. Vier Jahre ...

Wir begleiten die Freundinnen Sophie, Lotte und Romy auf zwei Zeitebenen: In Rückblicken erlebt man ihre Zeit unmittelbar vor dem Abitur, die Zeit der großen Entscheidungen, der Veränderungen. Vier Jahre später stehen wir an einem Punkt, an dem ihre Freundinnenschaft nach einer Entfremdung wieder in den Mittelpunkt rückt.

Marie Menkes Debütroman war durchzogen von einer spürbaren Schwere, denn nach und nach näherte man sich einem Ereignis, das die Freundinnenschaft damals verändert hat. Doch war das nur der Auslöser - viele kleine Ursachen haben vorher bereits dazu geführt, dass sich die Freundinnen fremd geworden sind. Anfangs gab es nur Sophie und Lotte, bis Romy zugezogen ist und die bisherige Dynamik stark verändert hat. Die Freundinnenschaft war sehr komplex, subtil im Wandel, äußerst fragil. Marie Menke hat es trotzdem geschafft, dass mir in diesem Konstrukt die Orientierung leicht fiel und ich den Linien klar folgen konnte.

Der Roman lebt von Unausgesprochenem, einer melancholischen Atmosphäre, von Geheimnissen, Ghosting, Obsession, der Frage nach Identität und Herkunft, der damit verbundenen Zerrissenheit. Ereignisse aus der Vergangenheit belasten Sophie, sie findet keinen Abschluss. Die Freundinnenschaft, die diese Belastung verursacht hat, aber auch gleichzeitig Sophies Sicherheitsnetz war, existiert nicht mehr. Nach dem Abitur zerbrach sie recht schnell, als Romy sich entzogen hat und einfach verschwand.

Als Leserin habe ich aus Sophies Sicht auf deren Erwachsenwerden im Kontext ihrer Freundinnenschaft blicken können. Mir hat es dabei gefallen, Sophies Gedanken zu teilen und tiefer in das Konstrukt einzutauchen. Allerdings gab es keinen Aufhänger, durch den mir der Roman länger im Gedächtnis bleiben wird. War es die Nüchternheit, der Nebel, der geheimnisvoll und schwer über allem lag - letztendlich konnte ich »Spielverderberin« nie vollumfänglich greifen. Dennoch möchte ich zukünftig mehr von Marie Menke lesen, denn vor allem atmosphärisch hat mich ihr Debüt auf jeden Fall überzeugt.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Bin restlos verzaubert

A Photo Finish
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In Teil eins der Reihe hat es noch nicht so gewirkt, aber mit Violet und Cole schlummerte da eine Geschichte, die mich in (fast) allem überzeugt hat.

Mir hat die Energie und Dynamik zwischen beiden unglaublich ...

In Teil eins der Reihe hat es noch nicht so gewirkt, aber mit Violet und Cole schlummerte da eine Geschichte, die mich in (fast) allem überzeugt hat.

Mir hat die Energie und Dynamik zwischen beiden unglaublich gut gefallen. Violet war stolz, stark und unabhängig (was ich in Band eins noch gar nicht bemerkt hatte), Cole hingegen grumpy af, aber mit einem Herz aus Gold. Beide kannten sich bereits aus einem (anonymen) Chat und treffen diesmal im echten Leben aufeinander. Ich mochte die kleinen Einspieler aus dem Chat und ihrer Freundschaft damals. Nur den Auslöser, warum sie überhaupt gechattet haben, fand ich konstant fragwürdig.

Im weiteren Verlauf ist ganz klar Violet der aktive (und unterschätzte) Part. Sie fordert Cole, aber respektiert ihn und sein Tempo dabei. Bis er sich selbst im Weg steht...

Cole war herzerwärmend. Er trägt viel Last mit sich, aber gibt vor sich selbst auch zu, dass er dadurch einsam ist. Mit Violet findet er endlich einen Anlass, um sich selbst und sein Leben zu verändern. Ich habe beide so gerne begleitet, wie sie auf ihre Art und Weise die Nähe des anderen gesucht haben und gegeben haben, was sie eben konnten.

Dabei bin ich nicht nur aufgrund des Inhalts durch die Seiten geflogen, sondern auch wegen Elsie Silvers Schreibstil. Sehr angenehm und leicht zu lesen, bildlich, mit dem richtigen Maß an Humor. Auch Billie, Vaughn und weitere Nebenfiguren waren on point integriert. Und das Setting auf der Gold Rush Ranch hat mich ja sowieso verzaubert.

Elsie Silver hat unumstritten ein Händchen für Small-Town-Settings, Herzklopfen und Emotionen, nimmt ihre Figuren dabei aber auch nicht zu ernst. Ich freue mich schon sehr auf Band drei!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Die Geschichte, von der ich nicht wusste, dass ich sie brauche?

Like Hearts We Heal
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»Like hearts we heal« - der Band, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn brauche?

Es ist kein Geheimnis mehr, dass im Abschlussband (diesmal wirklich?) der Winter-Dreams-Reihe Paisley und Knox getrennt ...

»Like hearts we heal« - der Band, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn brauche?

Es ist kein Geheimnis mehr, dass im Abschlussband (diesmal wirklich?) der Winter-Dreams-Reihe Paisley und Knox getrennt sind.

Ich bin sehr schwer in die Geschichte gestartet, habe das Buch über Tage und Wochen nicht angerührt, so wenig hat es mich interessiert. Denn gerade am Anfang wird nur rumgeheult. Die Geschichte setzt ca. ein Jahr nach der Trennung an, dennoch ist das das Top-Thema. Paisley kann Knox nicht sehen, ohne irgendwelche Ausfälle zu haben. Er kann sie nicht sehen, ohne irgendwelche besitzergreifenden Anwandlungen zu haben. Gähn. Für mich wurde die Situation eindeutig überdramatisiert, was sie unglaubwürdig gemacht hat.

Aber irgendwann hat es mich dann doch gepackt. Ein paar Themen kamen neben der Trennung noch hinzu, die alles endlich abgerundet haben. Natürlich wird Paisley auch von ihrer Vergangenheit heimgesucht - und ohne spoilern zu wollen: Knox hat es diesbezüglich echt versaut.

Überraschenderweise hat mir die Geschichte im weiteren Verlauf dann zugesagt. Die Spannung zwischen beiden fand ich gut, aber hat mich aber durch andere Umstände in der Geschichte nicht zu 100 % überzeugt. Ebenso die Emotionen, die einfach an der Grenze zwischen Glaubwürdigkeit und Übertreibung lagen. Den Schluss fand ich etwas übereilt, ein paar Seiten mehr hätten ihm gut getan. Und der Epilog war... Friede, Freude, Eierkuchen.

Habe ich »Like hearts we heal« nun also gebraucht oder nicht? Da bin ich sehr zwiegespalten. Nach überwundenen Startschwierigkeiten fand ich es in Ordnung, und ja: Auch fiktive Lovestories müssen nicht ihr Happy End haben... oder doch?

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