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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2026

gäbe es doch mehr solcher Bücher

Solange ein Streichholz brennt
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Dieses Buch von Christian Huber " Solange ein Streichholz brennt" ist ganz großes Kino.
Eine Liebesgeschichte und ein Leben am Rande der Gesellschaft werden so emphatisch beschrieben, dass ich das Buch ...


Dieses Buch von Christian Huber " Solange ein Streichholz brennt" ist ganz großes Kino.
Eine Liebesgeschichte und ein Leben am Rande der Gesellschaft werden so emphatisch beschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Bohm ist 36 Jahre alt und lebt mit seinem Freund Fox, der im zugelaufen ist , seit 5 Jahren auf den Straßen Kölns. Ein Schlafsack, eine Isomatte, ein Rucksack mit seinem Hab und Gut, mehr hat und braucht er nicht.

Alina arbeitet als Fernsehjournalistin bei einem Kölner Sender. Ihre Karriere läuft nicht rund, die Konkurrenz ist hart und sie rechnet, als sie zum Programmdirektor gerufen wird, mit ihrer Entlassung. Doch man gibt ihr eine letzte Chance. Eine Reportage, zusammen mit ihrem Kollegen Jacob, über ein Leben am Rande der Gesellschaft. Hier lernt sie Bohm kennen und bietet ihm Geld, um einen Film über ihn zu drehen, doch Bohm lehnt ab. Doch als sein Hund Fox verletzt wird und eine kostspielige Operation benötigt willigt er ein und so lernen Alina und Bohm sich im Laufe der Zeit immer besser kennen und fühlen sich zueinander hingezogen.
Warum Bohm auf der Straße lebt, erfährt der Leser erst am Ende der Geschichte, einer Geschichte, die fantastisch erzähl twird und einen nicht loslässt.

Das Buch berührt, läd aber auch zum Nachdenken ein, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie man selbst zu den Menschen steht, die, aus welchen Gründen auch immer, dieses Leben gewählt haben und die wir doch gerne einmal übersehen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

tolle geschichte mit überzeugender Protagonistin

Little Hollywood
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" Little Hollywood" von Inga Hanka war für mich eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit. " Little Hollywood " ist eine Videothek in die sich die Protagonistin dieses Buches , Leo, flüchtet, um ihren ...

" Little Hollywood" von Inga Hanka war für mich eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit. " Little Hollywood " ist eine Videothek in die sich die Protagonistin dieses Buches , Leo, flüchtet, um ihren Alltagsproblemen zu entfliehen und die sind nicht ohne. Ein Schlägervater und weitere Probleme in der Familie , erinnern und das ist hier schon öfter erwähnt worden, ein wenig an " 22 Bahnen". Ich finde es immer etwas schwierig, da Vergleiche anzustellen, denn Probleme sind immer individuell.
Trotzdem ist solch ein solcher Vergleich legitim und sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen, handelt es sich doch bei deiden um junge Protagonisten, die ihren Weg, trotz schlechter Startbedingungen finden müssen.
UNd so ist dieses wirklich atmosphärisch geschriebene Buch auch eine Geschichte über Neuanfang, Sinnsuche und Freiheit, die mir, abgesehen davon, dass sie mich in meine Jugend zurückgeführt hat, was mir ausnehmend gut gefallen hat, lange im Gedächtnis bleiben wird.
Dicke Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

eine berührende Geschichte

Elbland
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"Elbland " von Claudia Rikl ist für mich eines der wenigen Highlights im noch neuen Lesejahr 2026. Ich kenne schon ihr Buch " Wellenkinder" was mir damals auch sehr gut gefallen hat und was sie unter dem ...

"Elbland " von Claudia Rikl ist für mich eines der wenigen Highlights im noch neuen Lesejahr 2026. Ich kenne schon ihr Buch " Wellenkinder" was mir damals auch sehr gut gefallen hat und was sie unter dem Namen Liv Marie, Bahrow geschrieben. Welches ihr wahrer Name ist und welcher Pseudonym, wiß ich leider nicht.

In "Elbland erzählt Claudia Rikl eine Familiengeschichte, angelehnt an das Schicksal ihrer Großmutter, die sicherlich kein Einzelfall ist. Traumatische Erlebnisse, die nie aufgearbeitet wurden und somit an weitere Generationen weitergegeben wurden.

Wir lernen Nina kennen, die ihre schwer depressive Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Ihre Schwester hat das Elternhaus schon früh verlassen und auch ihr Vater ging und gründete eine neue Familie. Alles schmerzhafte Erlebnisse für Nina. Sie erinnert sich, dass dieser Bruch mit einem Urlaub im Jahhr 1987 zusammenhing, dem Urlaub nachdem ihre Familie zerbrach.

Sie will unbedingt herausfinden , was geschah und begibt sich auf Spurensuche im Heimatland ihrer Mutter.

Auf drei Zeitebenen 1945/1987 und in der Gegenwart ist diese Geschichte geschrieben, die Stück dür Stück aufklärt, was geschehen ist und warum diese Familie zerbrach.

Mit vielen interessanten Informationen aus der Vergangenheit und in einem sehr emphatischen Erzählstil, erlebt der Leser das Schicksal einer Familie, die sicherlich kein Einzelfall ist. Menschen, die für ihr Leben gezeichnet sind und ihre Erlebnisse nie verwinden können und in nachfolgende Generationen weitergeben.

Eine dicke Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 29.03.2026

ein Haustier mit großer Auswirkung

Eine Maus namens Merlin
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Helen Cartwrigt ist 83 Jahre alt und kehrt nach 60 Jahren aus ihrer Wahlheimat Australien nach England zurück. Ihr Mann und ihr Sohn sind beide verstorben und haben Helens Lebenswillen sterben lassen, ...

Helen Cartwrigt ist 83 Jahre alt und kehrt nach 60 Jahren aus ihrer Wahlheimat Australien nach England zurück. Ihr Mann und ihr Sohn sind beide verstorben und haben Helens Lebenswillen sterben lassen, genauso wie ihre Liebsten gestorben sind. Sie warten nur noch auf den Tod, damit sie wieder mit ihnen vereint ist.
Doch dann verändert eine kleine Maus ihr ganzes Leben. Stellt sie zu Anfang noch eine Mausefalle auf, die sie in einem Baumarkt kauf, folgt danach ein Kontakt mit den Angestellten einer Bücherei, denn sie will mehr über Merlin erfahren, wie sie die Maus nennt, denn den Tod von Merlin möchte sie nicht, weil das zu grausam ist. Sie überlegt ihn ihn in ein Tierheim zu brinegen, indem er gut gepflegt wird und vielleicht mit anderen Mäusen zusammenleben kann.
UNd so bekommt Helen durch Merlin immer mehr Kontakt zu anderen Menschen. die ihre Einsamkeit beenden und sie auf andere Gedanken bringt.

Noch nie ist meines Wissens das Thema Alterseinsamkeit so warmherzig umgesetzt werden, sie in diesem Buch. Eine kleine Maus, die den Lebenswillen einer einsamen Frau wiederbelebt, nur durch ihre reine Anwesenheit.

Ein wunderbares Leseerlebnis in einem flüssigen Schreibstil und mit einer mehr als sympathischen Protagonistin.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

ein Buch das jeden berühren wird

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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„Wenn die Kraniche nach Süden fliegen", ist ein Buch das jeden berühren wird und mich noch lange beschäftigt hat.

Wir lernen den 89 jährigen Bo kennen, der zusammen mit seinem treuen Gefährten, dem Hund ...

„Wenn die Kraniche nach Süden fliegen", ist ein Buch das jeden berühren wird und mich noch lange beschäftigt hat.

Wir lernen den 89 jährigen Bo kennen, der zusammen mit seinem treuen Gefährten, dem Hund Sixten, zusammenlebt. Seine Frau, mit der er über sechzig Jahren verheiratet ist, lebt in einer Pflegeeinrichtung für Demenzkranke. Bo wird tagsüber durch einen Pflegedienst betreut und auch sein Sohn Hans kommt regelmäßig vorbei .Einmal in der Woche telefoniert er mit seinem Freund Ture, den er vor Jahrzehnten auf der Arbeit kennen gelernt hat. Sein Leben ist stark eingeschränkt durch viele Altersleiden, vor allem das Gehen und das Gleichgewicht machen im zu schaffen.Als sein Sohn ihm den Hund wegnehmen will, weil er glaubt, Bo wird ihm nicht mehr gerecht, wird Bo zornig und versucht sich dagegen zu wehren. Ohne Sixten ist sein Leben nur noch einsam und sinnlos.

In vielen Rückblicken, die Bo während seiner Ruhephasen hat erfahren wir, dass Bo ein sehr schlechtes Verhältnis zu seinem Vater hatte,der ihm gegenüber hart und emotionslos war. Bo wollte seinen Kindern gegenüber nie solch ein Vater sein, muss aber eingestehen, dass es ihm Hans gegenüber nicht ganz gelungen ist.

Mich hat dieses Buch wirklich die Bandbreite an Gefühlen durchleben lassen ,von Freude, über Spaß bis hin zu Unverständnis und Wut und am Ende nur noch Traurigkeit.

Es muss für einen Menschen schwer zu ertragen sein, seine körperliche Kraft schwinden zu sehen und dann auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Wie entwürdigend muss es für den zu Pflegenden sein, sich von jungen Pflegern duschen zu lassen, sich seines eigenen gebrechlichen Körpers bewusst. Das Tragen von Windeln, in denen man sich nicht wohl fühlt.Man ist ausgeliefert, büßt seine Autonomie ein und wird von Pflegenden, aber auch von den Kindern oft entmündigt und dadurch unbewusst respektlos behandelt. Ich glaube es wird den Angehörigen manchmal gar nicht bewusst, was es bei den alten Menschen auslöst, so ausgeliefert zu sein und der Angehörige tut dies häufig aus Sorge um den Menschen,meint das Richtige zu tun. Es ist eine Gradwanderung da den richtigen Weg zu finden.
Auch die Einsamkeit, die häufig im Alter präsent ist, wenn der Ehepartner schon tot ist, oder wie hier im Pflegeheim lebt. Wie sehr muss es schmerzen den Partner so verändert zu erleben und die letzte Zeit des Lebens alleine zu verbringen. Die Freunde werden auch weniger, sie sterben oder werden krank und somit stirbt brechen auch dort Kontakte weg.

Der Autorin gelingt es, diese Phase im Leben eines Menschen sehr anschaulich und nachvollziehbar zu beschreiben und vielleicht auch sensibel zu machen für ein respektvolles Miteinander in Phasen, wo sich das Eltern-Kind Verhältnis umkehrt, was für alle Beteiligten nicht einfach ist, denn auch Kinder müssen sich daran gewöhnen, das die Autoritätspersonen , die Eltern einmal waren, nun hilflos sind und es für Eltern auch oft schwer ist, die Hilfe ihrer Kinder anzunehmen.

Ich fand dieses Buch sehr emphatisch beschrieben, hab mich gefreut, dass solch ein Thema auch Platz in einem Buch findet und ich werde diese Geschichte ganz sicherlich nicht vergessen.

Eine dicke Leseempfehlung!

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