Chaotisch, brutal, irgendwie auch faszinierend
Es war nicht anders möglichPuh, auch ich tue mich mit einer Bewertung für dieses Buch sehr schwer, weil ich mich auch mit dem Lesen schwergetan habe und zwischenzeitlich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Gleichzeitig denke ich ...
Puh, auch ich tue mich mit einer Bewertung für dieses Buch sehr schwer, weil ich mich auch mit dem Lesen schwergetan habe und zwischenzeitlich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Gleichzeitig denke ich aber, dass es für sehr viele genau die richtige Art von Abgedrehtheit sein kann, vor allem im Zusammenhang mit dem Thema Verlust eines Elternteils. Die 2,5 Sterne sollen daher eher meinen Zwiespalt darstellen als insgesamte Bewertung.
Wir begleiten Protagonistin Martina durch ihren Alltag, der geprägt ist von Arbeitslosigkeit und Alkoholabhängigkeit. Nach und nach erfahren wir, dass der breaking point für sie der Tod ihres auch schon davor abwesenden Vaters war, mit dem sie sich nun versucht, zu arrangieren. Ausschweifende "Gedankenspaziergänge" gehören dabei ebenso dazu wie direkt an ihren Vater gerichtete Nachrichten, alles eingebettet in ein Kreiseln zwischen Bars und ihrem Zuhause.
Neben den teilweise sehr fragmentarischen, kontextlosen Passagen entstehen auch Gespräche mit anderen Menschen, wobei irgendwann unklar ist, wie viel davon echt ist und wie viel halluziniert. Alles gipfelt schließlich darin, dass Martina vermeintlich Hilfe erhält.
Die Ambivalenz aus sehr poetischen, intelligenten, teils philosophischen Passagen und absolut derben, ekligen Beschreibungen mögen das Buch für viele sehr gut machen, mich hat es teilweise kalt erwischt und auch abgeschreckt. Content note: wer Beschreibungen zu jeglichen Körperausscheidungen nicht gut lesen kann, sollte nicht zu diesem Buch greifen.
Ich bin etwas ratlos, musste aber irgendwie doch wissen wie es ausgeht, nur um am Ende noch unschlüssiger zu sein.