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Krissi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Chaotisch, brutal, irgendwie auch faszinierend

Es war nicht anders möglich
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Puh, auch ich tue mich mit einer Bewertung für dieses Buch sehr schwer, weil ich mich auch mit dem Lesen schwergetan habe und zwischenzeitlich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Gleichzeitig denke ich ...

Puh, auch ich tue mich mit einer Bewertung für dieses Buch sehr schwer, weil ich mich auch mit dem Lesen schwergetan habe und zwischenzeitlich kurz davor war, das Buch abzubrechen. Gleichzeitig denke ich aber, dass es für sehr viele genau die richtige Art von Abgedrehtheit sein kann, vor allem im Zusammenhang mit dem Thema Verlust eines Elternteils. Die 2,5 Sterne sollen daher eher meinen Zwiespalt darstellen als insgesamte Bewertung.
Wir begleiten Protagonistin Martina durch ihren Alltag, der geprägt ist von Arbeitslosigkeit und Alkoholabhängigkeit. Nach und nach erfahren wir, dass der breaking point für sie der Tod ihres auch schon davor abwesenden Vaters war, mit dem sie sich nun versucht, zu arrangieren. Ausschweifende "Gedankenspaziergänge" gehören dabei ebenso dazu wie direkt an ihren Vater gerichtete Nachrichten, alles eingebettet in ein Kreiseln zwischen Bars und ihrem Zuhause.
Neben den teilweise sehr fragmentarischen, kontextlosen Passagen entstehen auch Gespräche mit anderen Menschen, wobei irgendwann unklar ist, wie viel davon echt ist und wie viel halluziniert. Alles gipfelt schließlich darin, dass Martina vermeintlich Hilfe erhält.
Die Ambivalenz aus sehr poetischen, intelligenten, teils philosophischen Passagen und absolut derben, ekligen Beschreibungen mögen das Buch für viele sehr gut machen, mich hat es teilweise kalt erwischt und auch abgeschreckt. Content note: wer Beschreibungen zu jeglichen Körperausscheidungen nicht gut lesen kann, sollte nicht zu diesem Buch greifen.
Ich bin etwas ratlos, musste aber irgendwie doch wissen wie es ausgeht, nur um am Ende noch unschlüssiger zu sein.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Potenzial, das sich nicht entfaltet hat

Warrior & Peace
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Puh, dieses Buch war eine wilde Achterbahnfahrt, die sich am Ende leider nicht wirklich gelohnt hat - obwohl es anfangs sehr vielversprechend aussah. Die bisherigen Bücher, die ich von der Autorin gelesen ...

Puh, dieses Buch war eine wilde Achterbahnfahrt, die sich am Ende leider nicht wirklich gelohnt hat - obwohl es anfangs sehr vielversprechend aussah. Die bisherigen Bücher, die ich von der Autorin gelesen habe, mochte ich vor allem aufgrund des sehr humorvollen, coolen Schreibstils, aber auch die Storys konnten mich immer überzeugen. Hier dagegen gab es für mich auf beiden Ebenen einige Probleme.
Die Grundidee hat mich zunächst überzeugt, dieses Buch lesen zu wollen: Griechische Göttermythologie, bei der sowohl die bekannten Orte wie Olymp und Unterwelt als auch die Götter selbst spannend interpretiert werden: Protagonistin Warrior ist das Kind von Hades und Aphrodite und ist mit einer Art Fluch belegt. Im Laufe der Geschichte sieht sie nicht nur ihre eigenen Fähigkeiten sich verändern, sondern auch die alten Götter scheinen abzubauen. So weit, so cool; ein Göttersystem, das modernisiert werden muss, weshalb die Götterkinder nachrücken sollen, was den alten Göttern natürlich gar nicht gefällt. Dann wird der Plot aber plötzlich ganz wild - wir sind an so vielen unterschiedlichen Schauplätzen, Nebencharaktere tauchen auf, werden beschrieben und sind dann doch ganz anders drauf, als sie eingeführt wurden (Stichwort Bizarre) und von der mehr als problematischen (weil einfach gewaltvollen, auf Machtmissbrauch basierenden) Beziehung Warriors zu ihrem Love interest will ich gar nicht erst anfangen, das übersteigt wirklich jedes toxische bad-boy-Verlangen, das ich bisher gelesen habe. Auch der von mir sonst so gefeierte Schreibstil wirkte hier einfach nur plump, übertrieben und unflüssig.
Eine Geschichte, die so viel Potenzial hatte, es meiner Meinung nach aber leider kaum entfaltet hat - Teil 2 werde ich nicht lesen.

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