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Veröffentlicht am 14.06.2026

Mitreißender Jugendthriller mit schwierigen Charakteren

Dead Girls Don't Dance
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Sowohl das Cover in den eher dunklen, gedeckten Farben, die die Atmosphäre des Waldes gut einfangen als auch der wirklich hübsche Farbschnitt, der sich wirklich ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön. Sowohl das Cover in den eher dunklen, gedeckten Farben, die die Atmosphäre des Waldes gut einfangen als auch der wirklich hübsche Farbschnitt, der sich wirklich wunderschön im Regal machen würde.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Ein Jahr ist es her, dass Addie Blackwood ihrer Schwester im Streit die schlimmsten Dinge an den Kopf geworfen hat und diese kurze Zeit später tot am Fuße einer Klippe aufgefunden wurde. Die Polizei hat ihren Tod als Unfall deklariert, aber Addie ist sich sicher, dass Fiona gestoßen wurde und für die Tat niemand anderes als Thatcher Montgomery, der reiche Nachbarssohn in Frage kommt. Unermüdlich hat sie das ganze Jahr über versucht, die Polizei von seiner Schuld zu überzeugen, jedoch ohne Erfolg, jetzt sind die Montgomerys allerdings zurück, um ihren Sommer wie immer als Nachbarn von Addie zu verbringen. Sie sieht endlich ihre Chance, zu beweisen, dass Thatcher ihre Schwester getötet hat, doch bevor sie mit ihm sprechen kann, wird er an genau der gleichen Stelle tot aufgefunden wie Fiona und Addie ist die Hauptverdächtige. Zusammen mit Thatchers Cousin Seth, mit dem sie eine komplizierte Beziehung verbindet, versucht sie, ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu überführen, doch dieser ist näher, als erwartet.

Ich lese wirklich gerne Jugendthriller und habe mich deswegen auch auf diesen gefreut, so ganz überzeugen konnte er mich allerdings nicht. Das liegt allerdings nicht am Schreibstil. Dieser ist unglaublich fesselnd und mitreißend. Durch die leichte Art, die Geschichte zu erzählen, habe ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen und bin nur so durch die Seiten geflogen.

Ein größeres Problem hatte ich hingegen mit den Charakteren. Ich konnte Addies Schmerz verstehen, zumal sie mit Gewissensbissen zu kämpfen hat, weil sie sich in den letzten Stunden im Leben ihrer Schwester mit dieser gestritten hat. Allerdings fand ich es schwierig, mit ihren Ausbrüchen klarzukommen. Sie handelt wirklich oft extrem irrational, redet aber mit niemandem offen über ihre Gefühle, was mich ab einem gewissen Punkt wahnsinnig gemacht hat. Ich kann sogar verstehen, dass sie niemandem traut und konstant Angst hat, sich dem Mörder ihrer Schwester gegenüber zu sehen. Allerdings handelt sie mir oft zu rigoros, sie muss ja niemandem alles erzählen, aber schon der kleinste Punkt reicht aus, damit sie an den Menschen in ihrem Umfeld zweifelt und ich fand es krass, wie schnell sie andere ausschließt, nur um selbst auf keinen Fall wieder verletzt zu werden. Dadurch fand ich sie manchmal schon fast unberechenbar und hatte wirklich Probleme, sie richtig kennenzulernen. Ich mochte sie durchaus, aber hatte das Gefühl, dass sie den Leser ähnlich wie die Personen um sie herum auf Abstand hält. Man lernt so auch die anderen Charaktere nur durch ihre Augen kennen und vertraut ihnen ebenso wenig, wie Addie es tut. Dabei hatte ich oft das Gefühl, deren Charakter deutlich besser einschätzen zu können als ihren und konnte mir manchmal nur vor den Kopf schlagen, wenn sie wieder die Motive von jemandem in Frage stellt, dem sie ganz offensichtlich sehr wichtig ist.

Die Story fand ich im Großen und Ganzen wirklich vielversprechend, weil ich wirklich unbedingt wissen wollte, was genau mit Fiona und Thatcher passiert ist. Allerdings fand ich, dass Addie sich sehr schnell auf Verdächtige festgelegt hatte, ohne wirklich ermittelt zu haben. Ich wäre gerne mehr dabei gewesen, wie sie unabhängig von der Montgomery-Familie mit Personen darüber spricht, was passiert sein könnte, stattdessen schließt sie direkt aus, dass sich hier ein möglicher Täter verbirgt und selbst als deutlich wird, dass es wohl nicht Thatcher war, überdenkt sie ihre Verdächtigungen nicht wirklich. Das war mir manchmal dann doch ein bisschen zu engstirnig und kurz gedacht, zumal Fiona ja auch ein Leben außerhalb ihrer Familie und der direkten Nachbarschaft hatte.

Alles in allem ist das Buch unglaublich kurzweilig und mitreißend, sodass ich es in kürzester Zeit durchgelesen habe und es mich dabei auch gut unterhalten hat. Allerdings bin ich mit den Charakteren, vor allem mit Addie, nicht so richtig warm geworden und fand auch die Art der Ermittlungen nicht immer so richtig nachvollziehbar.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2026

Spannende Idee, die braucht, um in Fahrt zu kommen

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag das Cover mit dem abgebildeten Raben inmitten der Blumen, weil man erst im Laufe des Buches dessen Bedeutung versteht und die gesamte Gestaltung ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag das Cover mit dem abgebildeten Raben inmitten der Blumen, weil man erst im Laufe des Buches dessen Bedeutung versteht und die gesamte Gestaltung die Stimmung des Buches wirklich gut einfängt. Mein Highlight ist aber tolle Farbschnitt, der sich wirklich hervorragend im Regal machen wird und das Buch zu etwas Besonderem macht.

Die Geschichte fand ich ebenfalls vielversprechend: Lilians Leben steht seit ihrer Geburt unter dem Eindruck, dass sie die Tochter eines Dämons ist und ihr deswegen nicht getraut werden kann. Sie wächst in dem Orden zur Dämonenbekämpfung auf und muss jeden Tag ihre Menschlichkeit beweisen, während sie in ihren magischen Fähigkeiten unterwiesen wird. Kurz vor ihrem 25. Geburtstag wird sich gegen ihre Hinrichtung entschieden und sie darf als Dämonenjägerin arbeiten. Direkt bei ihrem ersten Einsatz werden sie und ihr bester Freund Jupiter von einem Dämon in die Enge getrieben und Lilian stirbt. Außer sich vor Trauer und der Möglichkeit beraubt, dass seine Freundschaft zu ihr mehr wird, lässt sich Jupiter auf einen Deal mit dem Teufel ein, um sie wiederzubeleben. Doch dafür muss er sich zukünftig den Körper mit Lucifer teilen und er ahnt nicht, welche Pläne dieser in der Welt der Sterblichen verfolgt.

Ich fand die Idee des Buches vom Teufel, der sich den Körper mit einem Sterblichen teilt und dadurch in der Welt der Lebenden wandelt, wirklich spannend, zumal Jupiter und Lucifer auch parallel existieren und sich beide für Lilian interessieren. Dennoch konnte mich das Buch lange nicht so richtig fesseln, das liegt vielleicht auch zum Teil an dem Schreibstil. Dieser ist zwar wirklich gut, aber ich habe einiges an Zeit gebraucht, um mich an ihn gewöhnen zu können.

Das liegt auch daran, dass es drei verschiedene Sichtweisen von Lilian, Jupiter und Lucifer gibt. Ich fand es durchaus gut, weil man dadurch die Charaktere besser verstehen konnte, aber ich habe wirklich lange gebraucht, um diese Unterscheidung zwischen Lucifer und Jupiter zu verstehen, weil zwar deutlich ist, dass sie sich als Personen unterscheiden, aber dadurch dass sie sich einen Körper teilen und auch in Gedanken kommunizieren können, war es aus Lilians Sicht manchmal schwer zu erkennen, welche Persönlichkeitsaspekte gerade im Vordergrund stehen. Vielleicht lag es auch ein bisschen daran, dass ich Probleme hatte, Jupiters Gefühle zu fassen, obwohl er in einem Teil der Story der einzige Protagonist ist, der handeln kann. Mein Problem mit den Charakteren war wahrscheinlich vor allem, dass es schon sehr etablierte Beziehungen zwischen den Charakteren gibt, bei denen ich manchmal so meine Schwierigkeiten hatte, sie zu durchblicken. Jupiter und Lilian sind zunächst einmal beste Freunde und haben schon einiges miteinander erlebt, auch wenn sie ihren romantischen Gefühlen noch nicht nachgegeben haben. Dadurch, dass sie aber schon einiges zusammen durchgemacht haben, habe ich ein bisschen gebraucht, um einen Zugang zu ihrer Beziehung zu finden. Ich hatte immer das Gefühl, ein bisschen außen vor zu sein, gerade weil sie schon so vertraut miteinander waren, ich sie aber noch nicht wirklich kannte. Das ändert sich erst ein bisschen, als Lucifer Teil dieser Gleichung wird und sie plötzlich nicht mehr alles übereinander wissen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, endlich beide ein bisschen mehr kennenlernen zu können und auch in die Geschichte eintauchen zu können.

Obwohl ich die Idee und auch das Setting in Edinburgh wirklich gelungen fand, konnte mich die Story lange nicht so richtig fesseln. Ich habe die Story trotzdem gerne gelesen, mir fehlte aber ein bisschen der Sog, unbedingt weiterlesen zu wollen, sodass ich länger für das Buch gebraucht habe, als normalerweise bei Fantasy-Büchern.

Alles in allem mochte ich die grundsätzliche Idee und den Schreibstil des Buches, aber es konnte mich nicht komplett überzeugen. Erst zum Ende hin konnte es mich so richtig fesseln, sodass ich aus Interesse vermutlich auch den zweiten Teil lesen wollen würde, auch weil ich nach anfänglichen Schwierigkeiten die Charaktere durchaus mochte.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Spannende Idee, die mich nicht komplett fesseln konnte

Missing Page - Tödliche Worte
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich wunderschön und springt einem direkt ins Auge, sodass man auch in der Buchhandlung kaum daran vorbeigehen kann. Man entdeckt außerdem beim genaueren Hinschauen jedes ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich wunderschön und springt einem direkt ins Auge, sodass man auch in der Buchhandlung kaum daran vorbeigehen kann. Man entdeckt außerdem beim genaueren Hinschauen jedes Mal neue Details, was perfekt zur Geschichte passt.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Die 17-jährige Toni bekommt die Chance, an einem Schreibworkshop des bekannten Bestsellerautors Richard Giffard teilzunehmen. In dem abgelegenen Herrenhaus in Schottland eröffnet der kauzige Autor den Teilnehmern, dass er beabsichtigt, dem Gewinner des Workshops sein Vermögen zu vermachen. Die Jugendlichen stürzen sich in die Textarbeit, doch Toni kämpft weiterhin mit ihrer Schreibblockade und während ein Sturm das Anwesen von der Außenwelt abschneidet, passieren seltsame Dinge. Das Personal verhält sich seltsam, jemand scheint durch das Anwesen zu geistern und Schlafwandlerin Toni wird von blutigen Träumen heimgesucht. Als einer dieser Träume dann wahr zu werden scheint, muss sie alle ihre Fähigkeiten als Autorin einsetzen, um herauszufinden, was Traum und was Realität ist.

Ich war mir nicht sicher, was ich von dem Buch erwarten sollte, habe aber schon viel Positives über die Autorin gehört und wollte deswegen auch diese Geschichte unbedingt lesen. Leider konnte mich die Story nicht komplett überzeugen, dafür wirkte das ganze manchmal ein bisschen überladen und konnte mich deswegen nicht immer packen. Das liegt auch am Schreibstil. Ich habe relativ lange gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Ich kann nicht einmal genau festmachen, woran das liegt, aber er schafft es nicht so richtig, mich in die Geschichte zu ziehen und nachhaltig zu fesseln.

Das lag vielleicht auch daran, dass ich so meine Schwierigkeiten hatte, die Charaktere so richtig kennenzulernen. Es ist ziemlich eindeutig, dass Toni nicht ausschließlich wegen des Schreibworkshops in Schottland ist und dass so gut wie alle Handelnden etwas zu verbergen haben. Dadurch wusste ich nie so richtig, wem ich vertrauen konnte und wer der Person überhaupt ist, weil es oft so wirkt, als wäre niemand komplett er selbst. Das hat ein bisschen dafür gesorgt, dass ich so meine Probleme hatte, die Charaktere einordnen zu können. Selbst Toni als Hauptperson blieb für mich lange ein bisschen schwammig, wahrscheinlich weil sie selbst nicht komplett vertrauen kann, dadurch dass sie sich nicht an ihre Handlungen während des Schlafwandels erinnern kann. Außerdem konnte ich ihre Handlungen, selbst nachdem man weiß, warum sie das Ganze tut, nicht immer nachvollziehen. Ähnlich ist es mit den anderen Personen, zu denen ich nie eine richtige Verbindung aufbauen konnte, sodass sie mir gar nicht die Möglichkeit gegeben haben, in ihre Geschichte und ihre Gründe für das, was sie tun, eintauchen zu können.

Dabei gefiel mir die Grundidee der Handlung und das Setting eigentlich gut. Natürlich ist ein abgelegenes schottisches Herrenhaus jetzt nichts Neues als Handlungsort für einen Krimi, aber hier fand ich es sehr passend. Dennoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass mir trotz Tonis Karte der Überblick fehlte. Das hätte mich nicht so sehr gestört, wenn die Geschichte nicht so überladen mit Elementen gewesen wäre, die alle für sich oder auch in gewisser Kombination miteinander interessant gewesen wären, aber sich hier vielleicht ein bisschen zu sehr überlagert haben. Außerdem fand ich zumindest einige der Handlungsstränge doch sehr vorhersehbar, sodass ich schon früh eine recht gute Vorstellung davon hatte, was passiert sein könnte. Das hat mich nur bedingt gestört, aber leider auch nicht dafür gesorgt, dass ich die Geschichte unbedingt durchlesen wollte.

Alles in allem habe ich wahrscheinlich einfach zu viel von dem Buch erwartet. Ich mochte zwar die Idee wirklich gerne, aber für mich waren es zu viele ‚klassische Krimi Elemente', die zusammengefügt wurden und sich dadurch zu sehr überlagert haben. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, sich auf weniger davon zu beschränken, zumal es die Personen und der Schreibstil auch nicht so richtig geschafft haben, mich für sich einzunehmen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Leider nicht immer ganz schlüssig

Bachelorette Party
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Beim Cover des Buches bin ich zwiegespalten. Man erkennt zwar direkt, um welches Genre es sich handelt, aber ich fand es dennoch nicht wirklich zum Setting des Buches passend. Ich hätte es vermutlich passender ...

Beim Cover des Buches bin ich zwiegespalten. Man erkennt zwar direkt, um welches Genre es sich handelt, aber ich fand es dennoch nicht wirklich zum Setting des Buches passend. Ich hätte es vermutlich passender gefunden, wenn die Kargheit und die Abgeschiedenheit der Schäreninsel im Vordergrund gestanden hätte. Diese spielt eine nicht unwichtige Rolle im Buch und die Darstellung der Umgebung hier wirkt ein bisschen zu klischeehaft.

Die Story hat mich allerdings direkt gereizt: Annelieses Bachelorette Party soll eigentlich ein entspanntes Yoga-Wochenende auf einer abgelegenen Schäreninsel mit viel Wein und guten Gesprächen werden. Doch die Podcasterin Tessa ist aus einem anderen Grund mitgekommen. Vor zehn Jahren verschwanden vier junge Frauen auf einem Ausflug und sie vermutet, dass sie sich auf genau dieser Insel zuletzt aufgehalten haben. Sie versucht herauszufinden, was damals wirklich passiert ist, doch dann treibt ihr Boot aufs Meer hinaus und die Frauen sitzen auf der Insel fest. Plötzlich scheinen sich lange zurückgehaltene Konflikte und Feindschaften zu entladen und als eine Leiche gefunden wird, ist klar, dass jemand Rache für etwas nehmen will, das vor zehn Jahren passiert ist.

Ich mochte auch schon die vorherigen Bücher von Camilla Sten und wollte deswegen auch dieses unbedingt lesen und auch wenn es mich nicht komplett überzeugen konnte, war es dennoch gut zu lesen. Der Schreibstil ist leicht und fließend, sodass ich nach leichten Anfangsschwierigkeiten das Buch wirklich schnell durchlesen konnte.

Die Story fand ich grundsätzlich auch sehr vielversprechend. Natürlich ist es nicht neu, dass eine Gruppe von Freunden, die sich zum Teil von früher kennen, auf einer einsamen Insel zusammenkommt und dort dann alte Geheimnisse ans Licht kommen. Deswegen hatte ich auch hier schon früh eine ungefähre Vorstellung davon, was passiert sein könnte und welche Geheimnisse die einzelnen Personen haben könnten. Es gab am Ende noch erstaunlich viele Punkte, die ich so niemals erraten hätte, aber ich fand ehrlich gesagt auch nicht alle Handlungsstränge komplett glaubwürdig.

Das lag vermutlich vor allem daran, dass ich nie so richtig das Gefühl hatte, die Charaktere richtig greifen konnte. Am leichtesten fiel es mir noch bei Tessa, deren Verzweiflung nach dem Scheitern ihres Podcasts nahezu spürbar ist. Ich konnte verstehen, wie schlimm es gewesen sein muss, etwas aufzugeben, das man liebt und in dem man gut ist, weil man einen schrecklichen Fehler gemacht hat. Ich konnte deswegen komplett verstehen, dass sie versuchen will, auf der Insel herauszufinden, was damals passiert ist. Aber dadurch, dass sie eine Art Außenseiterin in der Freundesgruppe ist, hatte ich nie das Gefühl, die anderen richtig kennenlernen zu können. Ich habe sie immer wieder verwechselt und war dann ein bisschen verwirrt, wer jetzt noch einmal wer ist und wer wen woher kennt. Ich hatte deswegen meine Schwierigkeiten damit, mitzurätseln, was genau damals passiert ist.

Alles in allem ist das Buch durchaus unterhaltsam und der Schreibstil wirklich gelungen, aber so richtig fesseln konnte es mich nicht. Ich fand nicht alle Handlungsstränge nachvollziehbar und hatte immer wieder Probleme, die Charaktere so richtig verstehen zu können, was dafür sorgt, dass mir ein bisschen der Sog fehlt, das Buch unbedingt weiterlesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Tolles Setting, aber wenig Tiefe

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Die Darstellung eines Sonnenuntergangs und dem Farbverlauf von Dunkelblau zu hellem Pink sieht einfach toll aus. Ein schönes kleines Detail, das einem erst beim ...

Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Die Darstellung eines Sonnenuntergangs und dem Farbverlauf von Dunkelblau zu hellem Pink sieht einfach toll aus. Ein schönes kleines Detail, das einem erst beim Lesen des Buches auffällt, sind die kleinen Vögel, die eine besondere Bedeutung für die WG-Mädels haben, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie blau sind.

Die Story fand ich sehr vielversprechend: Nach dem Tod ihrer Mutter tut Olive alles, um ihr nahe zu sein und zieht deswegen nach Nashville, wo ihre Mutter einst ihre Leidenschaft für Kunst entdeckte. Olive hofft, ihre Trauer mit Hilfe mit dem Schreiben von Songs verarbeiten zu können, doch der Neustart in Nashville gestaltet sich schwierig. Doch dann lernt sie an einem Abend Drew kennen, der ähnlich schreckliche Tage hinter sich hat und mit dem sie in einer Nacht alles vergessen kann. Doch als sie endlich eine neue WG findet, stellt sich heraus, dass Drew ausgerechnet Teil der verfeindeten Jungs-WG aus dem gleichen Haus ist, die sie immer wieder mit Streichen und Streitereien nerven. Ihre neuen Mitbewohnerinnen dürfen auf keinen Fall erfahren, wie gut sie sich mit ihm verstanden hat und wie groß die Chemie noch immer zwischen ihnen ist. Doch dann bietet er ihr an, ihr dabei zu helfen, ihre Songs zu schreiben und sie kommen sich dabei näher, als erwartet.

Ich habe mich auf die Geschichte gefreut, weil ich das Setting in Nashville interessant fand und ich gespannt darauf war, Olive bei ihrer Songwriting-Reise begleiten zu können. Leider konnte mich das Buch nicht so richtig fesseln. Das liegt auch ein bisschen am Schreibstil. Der ist auf keinen Fall schlecht und lässt sich angenehm lesen, aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich so richtig in die Geschichte eintauchen konnte.

Das lag auch an den Charakteren. Ich mochte sowohl Olive und Drew als auch ihre Freunde wirklich gerne, aber ich hatte das Gefühl, sie richtig kennenzulernen. Das liegt vielleicht auch daran, dass man Olive in der schlimmsten Zeit ihres Lebens kennenlernt und sie dadurch vor allem zu Beginn oft ein bisschen wie betäubt wirkt. Ich konnte ihre Trauer komplett verstehen und fand es super mutig, dass sie nach Nashville geht, um herauszufinden, was ihre Leidenschaft ist. Ich hatte aber irgendwie nie so richtig das Gefühl, dass sie so richtig weiß, was ihre Leidenschaft ist. Ich kann verstehen, dass sie versucht, ihre Trauer zu verarbeiten, aber es wirkte ein bisschen willkürlich, dass sie dafür Songwriting gewählt hat und nicht wie etwas, das sie schon immer machen wollte. Es wäre wahrscheinlich sinnvoll gewesen, wenn man Olive schon vor dem Tod ihrer Mutter hätte erleben können oder es Freunde gegeben hätte, die einen Einblick in ihren Charakter gegeben hätten. Bei Drew hatte ich die meiste Zeit des Buches das Gefühl, ihn besser verstehen zu können, aber den Konflikt mit Olive fand ich komplett absurd, weil er nicht dazu passt, wie er sich vorher verhalten hat. Man hätte für die Glaubwürdigkeit seines Charakters gewisse Verhaltensweisen zumindest andeuten müssen, so aber kommt der Bruch zwischen den beiden nahezu aus dem Nichts.

Alles in allem mochte ich das Gefühl und das Setting des Buches wirklich gerne, aber ich hatte nie das Gefühl, die Charaktere wirklich kennenlernen zu können. Sie blieben einfach oberflächlich, wodurch auch ihre Konflikte ein bisschen konstruiert wirken.

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