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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2019

Faszinierender Roman

Die Erleuchtung der Welt
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Die Geschichte der Mechtild von der Pfalz zusammengebracht mit der fiktiven Helena ist ein rundum gelungener historischer Roman.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Die sehr junge Helena ist ...

Die Geschichte der Mechtild von der Pfalz zusammengebracht mit der fiktiven Helena ist ein rundum gelungener historischer Roman.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Die sehr junge Helena ist ein Kind ihrer Zeit, sie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und ist den Zwängen ausgesetzt, die sie in ihr Schicksal führen. Misshandelt und vergewaltigt in jungen Jahren scheint ihr Lebensweg vorbestimmt. Der starke Charakter lässt sie jedoch nicht verzagen und mutig einen Ausweg finden.

Ein neuer Lebensabschnitt bringt sie mit Mechtild von der Pfalz zusammen. Überraschende Wendungen kennzeichnen diese Zeit im Leben von Helena. Neue Bekanntschaften und das Zusammentreffen mit Figuren aus ihrem früheren Leben sorgen für jede Menge Spannung. Zudem gibt viele interessante historische Details wie die Reformen der Klöster, der Stellenwert der Kirche sowie das unterschiedliche Leben der verschiedenen Stände. Auch die Verbindungen, problematischen Verknüpfungen und das Leben der adligen Familien wird wunderbar dargestellt.
Dann kommt es zum Bruch zwischen Mechtild und Helena, wodurch diese ihre Reise nach Italien antreten kann, wo sie ihre erste große Liebe wieder trifft – eine tolle Wendung. Und schließlich der lange Weg zur Versöhnung mit Mechtild – sehr realistisch dargestellt. Mit der Gründung der Universität in Tübingen schließt sich dann der Kreis des historischen Anteils.

Das Einfügen einer Sage ist interessant und absolut in die Geschichte passend. Mechtild war eine erstaunliche Persönlichkeit, die sich in Zeiten durchzusetzen wusste, in denen Frauen noch sehr unterdrückt waren. Durch den flüssigen Schreibstil ist die Geschichte leicht zu lesen und man mag das Buch gar nicht zur Seite legen. Starke Frauenfiguren tragen zum Gelingen der
Geschichte bei. Zudem ist sie wunderbar recherchiert und absolut plausibel zusammengefügt. Ein historischer Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.

Veröffentlicht am 19.04.2026

Realistischer Politik-Thriller

Die Stockholm-Protokolle
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Im Mittelpunkt stehen die politische Machenschaften in einem europäischen Staat, in diesem Fall Schweden, und des EU-Parlaments, ansässig in Brüssel. Die Protagonisten, sie Journalistin und er schließlich ...

Im Mittelpunkt stehen die politische Machenschaften in einem europäischen Staat, in diesem Fall Schweden, und des EU-Parlaments, ansässig in Brüssel. Die Protagonisten, sie Journalistin und er schließlich Pressesprecher des charismatischen und äußerst beliebten Ministerpräsidenten, begeben sich in die Tiefen der Politik. Sie steckt durch ihre investigativen Recherchen schon tief in der Thematik, während er eher naiv in seinen neuen Job hinein stolpert. Unabhängig voneinander kommen sie Unregelmäßigkeiten auf die Spur und wollen Licht ins Dunkel bringen.

Die Hintergründe des Autorenduos haben eine profunde Kenntnis der Materie zugelassen und sie das gut recherchierte Thema realistisch darstellen lassen. Der Themenmix aus Politik, Journalismus und, insbesondere zum Ende hin, Spannung hat mir gut gefallen. Die Erzählung aus zwei verschiedenen Perspektiven ist interessant gewählt und sorgt für immer neue Aspekte in den unterschiedlichen Richtungen der Machenschaften. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, gerne empfehle ich die Lektüre denjenigen, die gute Politik-Thriller zu schätzen wissen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Zurück zu den Wurzeln

Mein Name ist Emilia del Valle
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Geboren in San Francisco als Tochter eine Nonne und eines chilenischen Adeligen, wächst sie mit einem liebevollen Stiefvater in einem Armenviertel auf. Er bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Nach einem ...

Geboren in San Francisco als Tochter eine Nonne und eines chilenischen Adeligen, wächst sie mit einem liebevollen Stiefvater in einem Armenviertel auf. Er bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Nach einem Erfolg mit Groschenromane unter männlichem Pseudonym, wird ihr Wunsch, als Journalistin zu arbeiten, immer größer. Sie erreicht ihr Ziel, als Reporterin bei einer einer großen Zeitung zu arbeiten, allerdings auch wieder nur unter einem männlichen Namen. Ihr Ziel ist es, ihren eigenen Namen unter den Artikeln zu sehen. Der bevorstehende Bürgerkrieg in Chile bringt sie und ihren Kollegen Eric in das Land ihres Vaters. Vor Ort gerät sie in unterschiedliche Konflikte, privater wie politscher Art.

Emilia ist eine starke Protagonistin, die mit Eigensinn und Willen erreicht, was sie sich vornimmt. Die Figur ist toll entwickelt, ebenso die Nebenfiguren in ihrem Umfeld. Die Autorin überzeugt wieder mit ihrem Schreibstil, der Beschreibungen mit Tiefgang und authentischen Umgebungen schafft. Dadurch wird der Roman vielschichtig und realistisch. Der feministische Aspekt wird auf verschiedenen Ebenen aufgegriffen und konnte mich überzeugen. Das Abdrucken einige ihrer Artikel fand ist eine gute Idee, denn so gab es noch mehr Verschiedenheit in dem abwechslungsreichen Roman. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Starkes Debüt

Der letzte Leuchtturm
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Auf der nördlichsten, noch bewohnten Insel Großbritanniens lebt der Leuchtturmwärter nach dem Tod seiner Frau alleine mit seinem Sohn Ouse. Hin und wieder, immer wenn das Geld knapp wird, vermietet er ...

Auf der nördlichsten, noch bewohnten Insel Großbritanniens lebt der Leuchtturmwärter nach dem Tod seiner Frau alleine mit seinem Sohn Ouse. Hin und wieder, immer wenn das Geld knapp wird, vermietet er eines der kleinen Häuschen. So kommt der Schriftsteller Firth während einer Lebenskrise auf das Eiland. Bald steht Ouse zwischen seiner Routine und etwas Neuem, Unbekanntem, denn Firth zeigt ihm, dass das Leben auch anders sein kann. Wird er sich darauf einlassen, dieses Andere zu erkunden?

Der Autor sorgt mit seiner fast poetischen Sprache für eine ganz besondere Atmosphäre, in die man schnell eintaucht. Er erzählt sehr langsam, weshalb ich ein wenig Zeit gebraucht habe, mich in die Geschichte einzufinden. Lässt man sich darauf ein, ist es ein besonderes Erlebnis, die Zeit mit den Protagonisten zu verbringen. Der Erzählstil schafft Beschreibungen von der Natur und dem Leben, so dass ich mich auf die Insel versetzt gefühlt und die Stürme miterlebt habe. Ich konnte nur sehr langsam lesen, was der Sprache geschuldet war. Sie hat mir einerseits gut gefallen und andererseits hohe Ansprüche an die Konzentration gestellt. Wer sich auf all das einlassen kann, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein Fall, der nachdenklich stimmt

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Ein Kind wird vermisst und wenig später tot im Wald aufgefunden. In Verdacht geraten die Jungs von nebenan. Zu den Ermittlern der Mordkommission wird die junge Polizistin Gunni rekrutiert. Sie scheint ...

Ein Kind wird vermisst und wenig später tot im Wald aufgefunden. In Verdacht geraten die Jungs von nebenan. Zu den Ermittlern der Mordkommission wird die junge Polizistin Gunni rekrutiert. Sie scheint überfordert, denn ihre eigene Geschichte ist auch von einer schwierigen Kindheit geprägt. Schnell sind die mutmaßlichen Täter bekannt. Gunni ist schockiert von der Endgültigkeit der Entscheidung, denn sie ist nicht überzeugt, dass der Fall schon gelöst ist. Als fünf Jahre später wieder ein Kind in der Umgebung unter ähnlichen Bedingungen zu Tode kommt, ist die Mordkommission wieder im Einsatz, zuerst ohne Gunni, die nach der Enttäuschung zurück gekehrt ist in ihren vorherigen Job.

Es passiert sehr viel in diesem ersten Band einer wahrscheinlichen Reihe, was der Cliffhanger vermuten lässt. Mir gefällt der Schreibstil sehr gut. Der Autor baut einen Fall auf, der Verdächtigungen in viele Richtungen ermöglicht. Gunnis Vergangenheit nimmt zuletzt doch recht viel Platz ein, mir etwas zu viel, auch wenn dies in Zukunft vielleicht noch wichtig werden könnte. Mir gefallen die Beschreibungen der unterschiedlichen Charaktere und besonders der Umgebung. Es wird eine tolle Atmosphäre geschaffen. Gerne empfehle ich diesen Krimi, denn der Fall ist wirklich interessant.

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