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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2024

Eine Wanderung zu sich selbst

Zwei in einem Leben
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Zwei Protagonisten, die sich ähnlicher nicht sein können, werden von einer gemeinsamen Freundin zu einer Wanderung überredet. Beide haben gescheiterte Beziehungen hinter sich und lieben es auf unterschiedliche ...

Zwei Protagonisten, die sich ähnlicher nicht sein können, werden von einer gemeinsamen Freundin zu einer Wanderung überredet. Beide haben gescheiterte Beziehungen hinter sich und lieben es auf unterschiedliche Weise allein zu sein. Aufgrund verschiedener Erfahrungen haben beide ihr Päckchen zu tragen. Marnie ist geplagt von Selbstzweifel, zu tiefst verletzt und meidet zum Selbstschutz andere Menschen. Michael hält es nach einem traumatischen Erlebnis und aufgrund seines gebrochenen Herzens nicht im Haus aus und wandert in seiner Freizeit am liebsten.
Liebevoll skizziert Nicholls eine Wanderung, die die zwei Protagonisten mit jedem Schritt verändert und die Sichtweisen verschiebt. Der Schreibstil ist witzig, erkenntnisreich, nüchtern und tiefgründig. Man merkt, dass sich Nicholls ausgiebig mit dem Thema Alleinsein mit all seinen Schattierungen beschäftigt hat. Die Charaktere wachsen einem ans Herzen und man möchte sie am liebsten nicht mehr loslassen. Für mich ein wunderbar tiefgründiges Buch, dass emotional nicht besser beschrieben hätte sein können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2024

Marmeladenglasmomente

Das Lied der Biene
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Marga, Anfang 40, ist die gute Seele im Hause Alprecht. Die Stimmung zwischen der Verlobten von Paul Alprecht wird jedoch zunehmend frostiger, so dass Marga beschließt zu kündigen. Doch gerade am Tag der ...

Marga, Anfang 40, ist die gute Seele im Hause Alprecht. Die Stimmung zwischen der Verlobten von Paul Alprecht wird jedoch zunehmend frostiger, so dass Marga beschließt zu kündigen. Doch gerade am Tag der großen Entscheidung überschlagen sich die Ereignisse und die Kündigung bleibt in der Tasche. Marga beschließt Paul, der von großer Trauer geplagt ist, E-Mails zu schreiben, da die selbst schon sehr viel Leid in ihrem Leben erfahren hat. Die Beziehung zwischen Paul und Marga wird per Mail immer intensiver, als er jedoch entdeckt, wer hinter dem geheimnisvollen Verfasser steckt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Gabriela Gross hat mich mit diesem Buch auf viele emotionale Szenen mitgenommen. Sie hat das Talent unglaublich bildhaft und atmosphärisch Landschaften und Vorkommnisse zu beschreiben. Das Buch hat sich beim Lesen wie ein kleiner Kurzurlaub angefühlt. Einzelne Charaktere wurden glaubhaft und authentisch beschrieben. Anfangs hätte ich mir nur ein bisschen mehr Tiefe und Hintergründe gewünscht- aber auch dies hat die Autorin wunderbar gelöst bekommen. Gerade die Protagonistin macht eine bemerkenswerte Wandlung innerhalb des Buches durch und emanzipiert sich.
Für Marmeladenglasmomente und kleine Lebensweisheiten haben viele Charaktere gesorgt und mich zum Nachdenken gebracht. Gerade die gewissen Eigenheiten machen hier die einzelnen Personen besonders liebevoll. Ich habe dieses Buch mit einem Lächeln geschlossen und werde definitiv noch andere Bücher der Autorin lesen. Von mir eine klare Leseempfehlung.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 03.05.2024

Kuschelzeit

Das Kuscheltier-Kommando (Band 3) – Mit dir schlaf ich am liebsten ein
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Kuschelzeit
Schatten von Lampen auf der Bühne oder Schatten, die der Mond in Freds Zimmer wirft – davor hat Fred Angst. Aber zum Glück hat er das Kuscheltier-Kommando, dass ihm hilft, seine Ängste zu ...

Kuschelzeit
Schatten von Lampen auf der Bühne oder Schatten, die der Mond in Freds Zimmer wirft – davor hat Fred Angst. Aber zum Glück hat er das Kuscheltier-Kommando, dass ihm hilft, seine Ängste zu überwinden, mit ihm Monster sucht und bei ihm ist, wenn er einschläft.
Die Autoren haben ein wunderschönes, farbenfrohes Buch gezaubert, das ansprechend illustriert ist und bei dem es für Kinder immer wieder Neues zu entdecken gibt. Die verschiedenen Kuscheltiere haben alle eine andere Aufgabe und ein Einschlafen ohne sie kann man sich gar nicht mehr vorstellen.
Ein detailreiches und liebevoll gestaltetes Buch, dass ich sehr gerne weiterempfehle und mit dem wir eine tolle Lesezeit hatten.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.04.2026

Bewegend, gesellschaftlich relevant und nah an der Realität

Pina fällt aus
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Als Pina plötzlich ausfällt, gerät der Alltag ihres Sohnes Leo aus dem Gleichgewicht. Er ist auf feste Strukturen und einen geregelten Tagesablauf angewiesen – etwas, das bisher nur seine Mutter gewährleisten ...

Als Pina plötzlich ausfällt, gerät der Alltag ihres Sohnes Leo aus dem Gleichgewicht. Er ist auf feste Strukturen und einen geregelten Tagesablauf angewiesen – etwas, das bisher nur seine Mutter gewährleisten konnte. Ohne familiäre Unterstützung stehen nun die Bewohner des Hauses vor der Aufgabe, Verantwortung zu übernehmen. Was zunächst von Distanz und Unsicherheit geprägt ist, entwickelt sich Schritt für Schritt zu Nähe, Fürsorge und echter Gemeinschaft.
Der Roman lebt von seinen lebendigen Figuren. Besonders Leo berührt: Seine Krankheit wird nicht klar benannt – Autismus wird zwar angedeutet, bleibt aber nebensächlich. Viel entscheidender ist sein einzigartiger Charakter, der durch die einfühlsamen Beschreibungen greifbar wird und einem sofort ans Herz wächst. Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr er auf tägliche Hilfe angewiesen ist. Pina hingegen verkörpert die völlige Aufopferung und geht bis an ihre körperlichen Grenzen.
Stark ausgearbeitet ist die Entwicklung der Hausgemeinschaft. Aus Wegsehen wird Hinsehen, aus Gleichgültigkeit entsteht Verantwortung. Dabei verändern sich nicht nur die Beziehungen untereinander, sondern auch die einzelnen Figuren selbst. Zola/Alina beginnt, ihr eigenes Leben zu hinterfragen, während Woijtek als ganz anderer Charakter eine spannende Ergänzung bildet.
Der realitätsnahe und eher nüchterne Schreibstil erleichtert die Vorstellungskraft und unterstreicht die Authentizität der Geschichte. Dennoch hätte an manchen Stellen etwas mehr Wärme und Emotionalität dem Roman gutgetan. Auch wirken einige Nebengeschichten zu lang und nicht immer zielführend für die Hauptgeschichte.
Insgesamt ist „Pina fällt aus“ ein sensibler, tiefgründiger und sehr authentischer Roman. Das wichtige Thema Inklusion sowie die enorme Belastung pflegender Angehöriger werden eindrucksvoll vermittelt – spürbar geprägt von den eigenen Erfahrungen der Autorin. 4/5 Sterne
 

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Alltagsnah und authentisch

Logbuch einer Himmelsstürmerin
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Das Buch erzählt in Form von Tagebucheinträgen aus dem Alltag von Mini, die offen und ehrlich über ihre täglichen Erlebnisse, Wünsche und Träume schreibt. Durch diese sehr persönlichen Einblicke in Gedanken- ...

Das Buch erzählt in Form von Tagebucheinträgen aus dem Alltag von Mini, die offen und ehrlich über ihre täglichen Erlebnisse, Wünsche und Träume schreibt. Durch diese sehr persönlichen Einblicke in Gedanken- und Gefühlswelt wird Mini für den Leser authentisch sowie nahbar. Der Schreibstil ist locker, humorvoll und absolut altersgerecht, sodass Leser leicht in die Geschichte hineinfinden.
Durch Minis Leidenschaft für ihren Roboter, mit dem sie täglich kommuniziert wird ihre Kreativität und ihr Erfinderreichtum wunderbar in die Handlung integriert.
Besonders gelungen sind auch die Comic-Elemente und kleinen Zeichnungen, die das Lesen auflockern. Gleichzeitig wird das Thema Anderssein feinfühlig behandelt, ohne belehrend zu wirken. Stattdessen werden Selbstvertrauen und Mut gestärkt.
Mini wächst einem als Charakter schnell ans Herz. Die angenehme Kapitellänge eignet sich das Buch ideal zum allabendlichen Vorlesen. Insgesamt ist es eine schöne Geschichte über Mut, Fantasie und das Anderssein, die durch ihre besonderen Tagebucheinträge und den alltagsnahen Sprachstil besticht. 4/5 Sterne

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