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Veröffentlicht am 18.04.2026

Wunderschön erzählt

Heimkehr nach Morioka
2

„Heimkehr nach Morioka“ ist ein leiser und tiefgründiger Familienroman der japanischen Autorin Yuki Ibuki.

Die 17-jährige Mio Yamazaki wird in der Schule gemobbt und verlässt deswegen nur ungern das Haus. ...

„Heimkehr nach Morioka“ ist ein leiser und tiefgründiger Familienroman der japanischen Autorin Yuki Ibuki.

Die 17-jährige Mio Yamazaki wird in der Schule gemobbt und verlässt deswegen nur ungern das Haus. Irgendwann hält sie es zu Hause nicht mehr aus und flieht zu ihrem Großvater. Da dieser sich mit ihrem Vater überworfen hat, kennt sie ihn kaum. Er führt die Wollmanufaktur Yamazaki - eine Färberei und Weberei in Morioka. Dort kann Mio loslassen, taucht in die Welt des traditionellen Webens ein und besinnt sich wieder auf sich selbst.

Der Schreibstil von Yuki Ibuki ist klar und ruhig. Sie zeichnet ihre Charaktere klar und vielschichtig. Direkt zu Beginn werden die schwierigen Beziehungen innerhalb der Familie spürbar. Es fehlt das Verständnis füreinander wodurch sich die Familienmitglieder entfremdet haben. Nun führt der Großvater Mio in die Kunst des Spinnens und des Färbens ein, wodurch sie zur Ruhe kommt und ihren Weg findet.

Der Roman ist einfach wundervoll erzählt und enthält zahlreiche Metapher zwischen den Zeilen. Ein schnelles Lesen war mir nicht möglich, wäre aber vermutlich von der Autorin nicht gewollt gewesen, da es in ihrem Roman darum geht, zu sich und zur Ruhe zu finden.

Mir haben die Atmosphäre in der Manufaktur, die Darstellung des traditionellen Handwerkes des Webens und Färbens, über das ich bisher nur wenig wusste, sehr gut gefallen und ich habe eine Menge Neues erfahre.

Es ist ein tiefgründiger Familienroman, durch den ich beim Lesen zur Ruhe gekommen bin. Wer einfach einmal durchatmen und loslassen möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen.


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Veröffentlicht am 17.04.2026

Ein Klassiker in neuer Aufmachung

Stolz und Vorurteil – die Graphic Novel nach Jane Austen
1

Die in Berlin lebende Autorin und Dramaturgin Anna Opel hat eines der bekannten Werke von der britischen Schriftstellerin Jane Austen in eine Graphic Novel umgewandelt.
Als Fan von Jane Austen und insbesondere ...

Die in Berlin lebende Autorin und Dramaturgin Anna Opel hat eines der bekannten Werke von der britischen Schriftstellerin Jane Austen in eine Graphic Novel umgewandelt.
Als Fan von Jane Austen und insbesondere ihres Romans „Stolz und Vorurteil“ war ich sehr gespannt darauf, wie ihr das gelungen ist und ob es überhaupt möglich ist die Atmosphäre des Romans auf diese Art und Weise zu transportieren.
Meine Antwort darauf ist ein klares „ja“.
Ich war überrascht mit wie wenig Text sich die gesamte Geschichte darstellen lässt, ohne inhaltlich zu verlieren.
Die Zeichnungen hat der 2D-Animator und Illustrator Elias Linnekuhl mit viel Liebe zum Detail gelungen illustriert. Die Farben sind passend gewählt und die Mimik der Charaktere wird gelungen eingefangen.
Sicherlich ist es von Vorteil, wenn man den Inhalt zumindest grob kennt, aber ich denke, dass man der Handlung auch ohne Vorwissen folgen kann.

Ich habe „Stolz und Vorurteil“ gerne auf diese visuelle Art und Weise neu erlebt, da ich mag es, wenn Klassiker anders aber inhaltlich unverändert dargestellt werden und das ist hier wirklich gut gelungen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Veränderungen und Neuanfänge in ländlicher Idylle

Mirabellentage
1

„Mirabellentage“ ist nach „Mühlensommer“ der zweite Roman der in München lebenden Autorin Martina Bogdahn. Auch dieser spielt in dem fiktiven kleinen bayrischen Ort Blumfeld ist aber unabhängig von dem ...

„Mirabellentage“ ist nach „Mühlensommer“ der zweite Roman der in München lebenden Autorin Martina Bogdahn. Auch dieser spielt in dem fiktiven kleinen bayrischen Ort Blumfeld ist aber unabhängig von dem vorherigen Roman.

Die 54-jährige Anna Nass ist die Haushälterin des Dorfpfarrers Josef. Als dieser überraschend stirbt steht sie direkt vor mehreren Herausforderungen. Das Dorf ist ihre Heimat, die sie noch nie wirklich verlassen hat, deswegen ist es für sie schwierig dem letzten Wunsch des Pfarrers nachzukommen. Auch sein junger Nachfolger Fridjof, stellt ein Problem da, weil er von einer Hallig kommt und nur plattdeutsch spricht.

Der Schreibstil von Martina Bogdahn liest sich leicht und ist sehr lebendig. Sie hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, mich in den beschaulichen Ort Blumfeld mitzunehmen. Ihre Beschreibungen sind authentisch und durch die Landschaftsbeschreibungen hatte ich alles direkt vor Augen.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Anna berichtet. Anna ist eine sympathische Protagonistin, die ihre eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstellt, sich einsetzt und die für die Dorfgemeinschaft da ist. Ihr fällt es schwer mit den neuen Veränderungen zurechtzukommen und ihre Gedanken schweifen häufig in die Vergangenheit, wodurch es zahlreiche Episoden aus der Vergangenheit gibt. Ich habe diese durchaus gerne gelesen, hätte aber auch gerne mehr aus der Gegenwart erfahren, dieser Handlungsstrang kam mir ein wenig zu kurz. Das Ende kam ein wenig plötzlich, war aber für mich rund und stimmig.

Es ist ein ruhiges Buch mit einem atmosphärischen Setting, authentischen Charakteren, Momenten die berühren aber auch vielen humorvollen Augenblicken. Ich mag die Idylle von Blumfeld und hoffe, dass Martina Bogdahn dieses Setting in weiteren Romanen verwendet.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Emotional, spannend & intensiv

Du musst mich vergessen
1

„Du musst mich vergessen“ ist eine höchst spannende Liebesgeschichte von der britischen Autorin Rosie Walsh.

Die Handlung beginnt im September 2010 in Thailand mit der Hochzeit von Carrie und Johann. ...

„Du musst mich vergessen“ ist eine höchst spannende Liebesgeschichte von der britischen Autorin Rosie Walsh.

Die Handlung beginnt im September 2010 in Thailand mit der Hochzeit von Carrie und Johann. Für Carrie vollkommen überraschend kommen bewaffnete Männer herbei gestürmt, die Johann packen und mitnehmen. Carrie bleibt vollkommen verstört zurück.
Im Anschluß wechselt die Handlung in das Jahr 2022. Inzwischen hat Carrie erneut geheiratet und lebt zufrieden und glücklich mit ihrem Mann Robin und den sechsjährigen Zwillingen in Devon.
Sie will wieder als Chirurgin arbeiten und muss dafür vier Tage nach Schweden fliegen. Bei der Suche nach einer Unterkunft stößt sie im Internet auf ein Foto von Johann.

Der Schreibstil von Rosie Walsh ist unglaublich mitreißend. Sie versteht es Emotionen zu vermitteln und Spannung aufzubauen, so dass ich direkt gefesselt war.
Die Handlung wird aus der Perspektive von Carrie geschildert. Sie war mir auf Anhieb sympathisch und ich konnte ihre Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen.

Über knapp 500 Seiten wird hier in 39 kurzen Kapitel Spannung aufgebaut. Es gibt immer wieder unvorhersehbare Wendungen, die dafür gesorgt haben, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Außerdem ist die Kombination aus Spannung und Emotionen so einzigartig, dass mir beim Lesen fast die Luft weggeblieben ist.

Ich fand schon die vorherigen Bücher der Autorin großartig, aber mit diesem hat sie sich selbst übertroffen. Es ist so intensiv, atmosphärisch und fesselnd, dass ich bis zur letzten Seite mitgerissen wurde und es dann zufrieden, berührt und mit Tränen in den Augen zugeklappt habe.


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Veröffentlicht am 04.04.2026

Frisch, frech & völlig absurd

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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„Die Känguru-Rebellion“ ist bereits der fünfte Teil mit dem Känguru und dem Kleinkünstler Marc-Uwe des Autors Marc-Uwe Kling. Vorwissen aus den vorherigen Büchern ist nicht notwendig.

Dieses Mal ruft ...

„Die Känguru-Rebellion“ ist bereits der fünfte Teil mit dem Känguru und dem Kleinkünstler Marc-Uwe des Autors Marc-Uwe Kling. Vorwissen aus den vorherigen Büchern ist nicht notwendig.

Dieses Mal ruft das Känguru zur Rebellion auf. Es rebelliert gegen die Zustände und sucht Mitstreiter. Marc-Uwe ist dabei.
Die beiden betrachten die aktuelle Weltlage sehr detailliert und finden eine Menge, wogegen sich rebellieren lässt. Das passiert auch dieses Mal wieder auf eine äußerst unterhaltsame und humorvolle Art und Weise, da kein Blatt vor den Mund genommen wird.
Die derzeitige weltpolitische Lage und die in Deutschland eignen sich aber auch leider nur zu gut, um sie prüfend zu hinterfragen.
Das Känguru und sein Mitbewohner sind kritisch und zeigen dabei Haltung.

Das Buch ist satirisch und widmet sich zahlreichen aktuellen Themen wie u.A. dem Klimawandel, soziale Ungleichheit und Digitalisierung. Auch vor unseren Politikern machen die beiden keinen Halt.
Allerdings hatte ich den Eindruck hatte, dass das Känguru inzwischen ein wenig gemäßigter geworden ist als in den vorherigen Büchern. Diese waren aus der Ich-Perspektive des Kleinkünstlers Marc-Uwe geschrieben und auch hier gibt es etwas Neues. Das Känguru schlüpft zwischendurch in die Erzählerrolle.

Der Autor liest sein Buch selbst und gibt jedem seiner Charaktere eine einzigartige, unverkennbare Stimme.

Obwohl ich viel gelacht habe, hat mich das Buch auch zum Nachdenken gebracht, da so viel Absurdes und gleichzeitig Wahres angesprochen wird.

Wer über Kritik an der derzeitigen weltpolitischen Lage lachen kann, der dürfte mit diese Hörbuch seinen Spaß haben.

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