leider sehr langweilige Urban Fantasy
Witch of Fate and PoisonÜber die Aufmachung brauchen wir nicht sprechen. Das Buch ist optisch eine 10/10. Leider hört es da auch schon auf. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht: Hexen, Vampire, London. Das hätte wirklich ...
Über die Aufmachung brauchen wir nicht sprechen. Das Buch ist optisch eine 10/10. Leider hört es da auch schon auf. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht: Hexen, Vampire, London. Das hätte wirklich gut werden können, aber bereits der Anfang des Buches konnte mich nicht überzeigen, dennoch habe ich durchgezogen. Mich haben drei wesentliche Punkte gestört:
1. Der Schreibstil ist sehr einfach und eher plump. Es gibt viele Wiederholungen in den Beschreibungen und Dialogen, da fehlt mir einfach die sprachliche Vielfalt.
2. Den Charakteren wird kein Raum für Emotionen und Wachstum gegeben. So bekommen weder die Protagonistin, noch die anderen Charaktere Tiefe und bleiben das ganze Buch über flach und eindimensional. Auch die Beziehung zwischen Arina und Henry fühle ich überhaupt nicht. Natürlich ist schon beim Klappentext klar, dass beide zusammenkommen werden, aber die ganze Zeit können sie sich nicht ausstehen, machen blöde Sprüche und vertrauen sich überhaupt nicht und dann, aus dem nichts, knutschen beide wild rum. Die Beziehung wurde emotional und dramaturgisch überhaupt nicht aufgebaut und wirkt dadurch unglaubwürdig. Das die beiden bereits Anfang zwanzig sein sollen, konnte ich mir ebenfalls nicht vorstellen, da sie eher wie Sechzehnjährige angelegt sind.
3. Das Buch hätte sehr gut eine Urban Fantasy Dystopie werden können, da im Zentrum die politisch und gesellschaftlichen Machtspiele einer Gruppierung stehen, gegen die unsere Protagonisten vorgehen möchten. Allerdings bleibt diese Gruppierung sehr abstrakt, da bis kurz vorm Ende keine Personen als Antagonisten auftreten, um sich unseren Protagonisten in den Weg zu stellen. Irgendwie bleibt dadurch alles sehr theoretisch und der Anflug dystopischer Elemente wird überhaupt nicht genutzt und verpufft. Da hätte man einen richtig großen Konflikt aufbauen können, immerhin gibt es Hexen, Schattenwesen, Dämonen und eine Göttin.
Insgesamt plätschert die Geschichte einfach so vor sich hin, Infos werden an zufälligen Stellen fallen gelassen, aber es wird nicht weiter drauf eingegangen und am Ende ist auch überhaupt nichts geklärt. Irgendwann waren nur noch 10 Seiten über und ich hab kurz überlegt, wie das ganze noch aufgeklärt werden soll ... Scheinbar erscheint demnächst ein zweiter Band. Allerdings hört es sich so an, als wäre es eine neue Story zu zwei in diesem Band vorkommenden Charakteren. Wir verlassen in Band zwei auch London und begeben uns nach Japan, daher bin ich nicht sicher, in wieweit die für mich noch offenen Punkte dort aufgegriffen und fortgeführt werden.