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Veröffentlicht am 08.04.2026

Verliert im Verlauf an Spannung

REM
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To be honest: Ich hab mehr erwartet. Lasst es mich kurz erklären:

Tatsächlich hat die Ausgangsidee etwas angenehm Düsteres: ein 4-jähriges Kind, das sich gegen das Einschlafen wehren soll, ein letzter ...

To be honest: Ich hab mehr erwartet. Lasst es mich kurz erklären:

Tatsächlich hat die Ausgangsidee etwas angenehm Düsteres: ein 4-jähriges Kind, das sich gegen das Einschlafen wehren soll, ein letzter Satz, der sich tief einprägt, und Jahre später ein Erbe, das alte Schatten wieder hervorholt. Das klingt nach einem richtig starken Thriller-Setup, stimmt's? Und die Geschichte legt zunächst auch vielversprechend los.

»Du darfst nicht einschlafen!«

Alysee trägt ihre Schuldgefühle wie ein ständiges Echo in sich, ihre Angst vor dem Schlaf wirkt greifbar, beinahe beklemmend. Auch sprachlich zieht einen der Text mühelos hinein, die Seiten fliegen dahin, und hin und wieder blitzen sogar Momente auf, die echtes Unbehagen erzeugen.

Doch dann passiert… nichts. Oder zumindest nichts, was den Puls nachhaltig beschleunigt.

Die Entwicklung wirkt stellenweise (über)konstruiert und driftet in Richtungen ab, die nicht immer ganz überzeugen. Anstatt die starke Grundidee weiter zu verdichten, verzettelt sich die Geschichte ein wenig und büßt dabei an Spannung ein. Man sitzt da, wartet auf den großen Knall, dieses typische „Noch-ein-Kapitel“-Gefühl. Ansätze davon sind da, werden aber nicht durchgehend ausgeschöpft, sodass am Ende weniger Nervenkitzel entsteht als erhofft.

Zum Schluss schlägt die Geschichte dann noch einmal eine völlig andere Richtung ein. Das ist zwar grundsätzlich gut gedacht, wirkt hier aber eher ungewohnt als wirklich überzeugend und lässt einen sogar etwas ratlos zurück.

Fazit: Eine clevere, düstere Plot-Idee mit einem gelungenen Start, die im Verlauf leider etwas an Klarheit und Spannung verliert. Insgesamt bleibt das Gefühl, dass hier noch mehr drin gewesen wäre – gerade mit Blick auf die hohen Erwartungen. Lest einfach mal rein und macht euch euer eigenes Bild.

PS: Das 5-stündige Audible-Hörspiel ist übrigens cool gemacht! Ich mochte die verschiedenen SprecherInnen, die musikalische Begleitung und die Sound-Effekte. Das war Kino für die Ohren. Sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Überwiegend spannend, Auflösung wirkt unspektakulär

Bachelorette Party
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Ein abgelegenes Eiland, irgendwo zwischen schimmernder Idylle und erstickender Isolation. Was als luxuriöser Junggesellinnenabschied mit Yoga, Champagner und sorgfältig inszenierter Harmonie beginnt, kippt ...

Ein abgelegenes Eiland, irgendwo zwischen schimmernder Idylle und erstickender Isolation. Was als luxuriöser Junggesellinnenabschied mit Yoga, Champagner und sorgfältig inszenierter Harmonie beginnt, kippt rasch in ein beklemmendes Kammerspiel aus Misstrauen, Schuld und unterschwelliger Feindseligkeit. Die Vergangenheit liegt hier nicht einfach begraben – sie lauert. Und sie wartet.

Die Geschichte greift ein altbekanntes, aber wirkungsvolles Szenario auf: eine Gruppe von Frauen, abgeschnitten von der Außenwelt, gefangen in einem Setting, das zugleich paradiesisch und tödlich wirkt.
Zehn Jahre nach einem mysteriösen Verschwinden scheint sich das Schicksal erneut zusammenzuziehen wie eine Schlinge. Besonders für Tessa, deren Besessenheit von ungelösten Verbrechen sie auf diese Insel geführt hat, verschwimmen bald die Grenzen zwischen Recherche und persönlichem Albtraum.

Was zunächst nach einem raffinierten Thriller mit doppelter Zeitebene, True-Crime-Elementen und psychologischer Spannung klingt, entpuppt sich jedoch als erzählerisch widersprüchliches Konstrukt. Der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzeugt weniger Sog als vielmehr Distanz. Statt die Spannung zu verdichten, zerfasert die Handlung stellenweise, wirkt sprunghaft, fast fragmentarisch. Man bleibt Beobachter; selten fühlt man sich wirklich hineingezogen. Dabei ist die Grundidee zweifellos reizvoll: Freundschaft, die über Jahre hinweg Risse bekommt; Geheimnisse, die wie Gift unter der Oberfläche zirkulieren; und eine allgegenwärtige Frage nach Schuld und Rache. Doch genau hier liegt auch eine der größten Schwächen: Die Figuren bleiben seltsam blass. Ihre Dynamik wirkt eher wie eine inszenierte Kulisse, ein Abziehbild moderner Freundschaft, irgendwo zwischen Reality-TV und Klischee. Nur Tessa sticht hervor, doch selbst ihre Perspektive verliert mit der Zeit an Intensität.

Atmosphärisch hingegen kann der Roman ordentlich punkten. Die Insel wird zur eigentlichen Hauptfigur: still, schön und zutiefst unheimlich. Die Abgeschiedenheit, verstärkt durch das (fast schon obligatorische) Kommunikationsverbot, erzeugt ein Gefühl von Ausgeliefertsein, das immer wieder an klassische „Locked-Room“-Szenarien erinnert. Wenn dann Gewalt ins Spiel kommt, kippt die Geschichte zeitweise sogar in fast schon horrorhafte Gefilde, mit einer Direktheit, die mir sehr gefallen hat.

Und doch bleibt am Ende ein schaler Nachgeschmack. Trotz zahlreicher Wendungen und falscher Fährten – oder vielleicht gerade wegen ihnen – wirkt die finale Auflösung überraschend unspektakulär. Fast, als hätte die Geschichte selbst nicht den Mut, ihre eigene Dramatik konsequent zu Ende zu denken. Der große Knall bleibt leider aus.

Fazit: Ein Thriller, der mit einer starken Prämisse, dichter Atmosphäre und reichlich Drama lockt, sich aber in seiner Umsetzung nicht ganz entscheiden kann, wo er hin will. Packend in vielen Momenten, aber nie besonders fesselnd. Voller anfänglicher Versprechen, die am Ende schneller verflogen sind, als man erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Düster, intensiv, vorhersehbar

Where the Devil waits at Midnight
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Aspen Skye entführt in eine Zeit, in der Frauen gefälligst zu schweigen, zu gehorchen und zu heiraten hatten, und stellt diesem Korsett eine Protagonistin entgegen, die sich weigert, darin zu ersticken. ...

Aspen Skye entführt in eine Zeit, in der Frauen gefälligst zu schweigen, zu gehorchen und zu heiraten hatten, und stellt diesem Korsett eine Protagonistin entgegen, die sich weigert, darin zu ersticken.

Aubrielle Thorne ist keine Heilige. Sie ist unbequem, suchend, widersprüchlich. Eine junge Frau, die fühlen, erschaffen und leben will. Koste es, was es wolle. Gerade darin liegt ihre größte Stärke… und vielleicht auch ihr Untergang.
Denn hinter den Mauern von Saint Michael’s wartet nicht die Rettung, sondern etwas weitaus Gefährlicheres: ein Mann im Gewand des Glaubens, dessen Worte wie Gebete klingen und doch nach Sünde schmecken. Pater Lucien Graves ist kein klassischer Antagonist. Er ist Verführung in Reinform. Bedrohlich, faszinierend, verdorben. Wenn er Aubrielle „seine Sünde“ nennt, verschwimmen die Grenzen zwischen Begehren und Verderben endgültig.

Was folgt, ist ein Spiel aus Macht, Manipulation und dunkler Anziehung. Ein Tanz entlang der sieben Todsünden, bei dem jede Berührung, jeder Blick eine Entscheidung ist. Oder eine Falle. Und genau hier entfaltet das Buch seine größte Stärke: Atmosphäre. Düster, bedrückend, fast schon klaustrophobisch legt sich der Schreibstil über die Geschichte. Die Bilder sind so lebendig, dass man meint, die Schatten selbst atmen zu hören. Gleichzeitig verliert sich die Erzählung stellenweise in ausschweifenden inneren Monologen, die zwar die Stimmung vertiefen, aber den Lesefluss spürbar bremsen. Es ist ein Stil, der fasziniert und zugleich fordert.

So packend das Setting und die Dynamik zwischen den Figuren sind, so früh zeichnen sich zentrale Wendungen ab. Manche Entwicklungen wirken vorhersehbar, manche Figuren austauschbar, als würden sie nur kurz ins Rampenlicht treten, um gleich wieder zu verschwinden. Am schwersten wiegt jedoch Aubrielle selbst. So stark und faszinierend sie zu Beginn erscheint, so schwer greifbar wird sie im Verlauf. Ihre Gedanken kreisen, widersprechen sich, lösen sich auf. Sie hinterfragt Manipulation und scheint ihr doch immer wieder zu verfallen.

Trotz aller Kritikpunkte bleibt da diese eine Sache, die sich nicht leugnen lässt: die Anziehung. Zwischen Aubrielle und Lucien lodert etwas, das gleichermaßen verstört und fesselt. Verboten, gefährlich, unwiderstehlich. Man weiß, dass man wegsehen sollte und liest doch weiter. Und dann ist da noch das Ende. Ein Moment, der plötzlich wieder alles aufreißt, Fragen stellt, Erwartungen unterläuft und genau die Spannung zurückbringt, die zwischendurch verloren ging.

Fazit: Kein perfektes Buch. Es ist vorhersehbar, stellenweise schwerfällig und nicht immer konsistent. Aber es ist auch herrlich düster, intensiv und voller verbotener Faszination. Ein Auftakt, der schwankt und gerade deshalb neugierig macht, wie tief dieser Abgrund im nächsten Band noch werden kann.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Coole Unterhaltungslektüre

Cursed King TuT
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Tutanchamun, ein altägyptischer König der 18. Dynastie, ein Pharao, um den sich unzählige Legenden ranken - und der bis heute nichts von seinem Status eingebüßt hat. Beinahe wirkt es so, als würde seine ...

Tutanchamun, ein altägyptischer König der 18. Dynastie, ein Pharao, um den sich unzählige Legenden ranken - und der bis heute nichts von seinem Status eingebüßt hat. Beinahe wirkt es so, als würde seine Bedeutung stetig größer werden. Mich reizt alles, was mit ihm oder dem alten Land zu tun hat, deswegen musste ich diese Geschichte einfach lesen.

Direkt zu Beginn lernen wir Nora, unsere Hauptprotagonistin, und ihre beste Freundin Kat kennen. Während Kat eher das Partygirl mimt, ist Nora ruhiger und mehr in sich gekehrt. Tatsächlich konnte ich sogar einige Parallelen zwischen ihr und mir feststellen: Wir beide sind Winterkinder, Streberinnen und brauchen acht Stunden Schlaf pro Nacht. Es war, als hätte die Autorin mich selbst beschrieben - war witzig!

Für ihre Abschlussarbeit haben die Mädels besagten Pharao als Thema gewählt und besuchen in diesem Zuge eine Ausstellung in München. Nora spürt da schon, dass etwas nicht stimmt, als würde eine fremde Macht sie magisch anziehen. Und so ist es dann auch. Schwupps landet sie mitten im geheimnisvollen Ägypten und steht Tutanchamun höchstpersönlich gegenüber. Wie verhält man sich, wenn man plötzlich der Person in die Augen blickt, von der man total besessen ist? Und die seit Ewigkeiten im Jensseits verweilt? Interessante Vorstellung, nicht wahr?

Nora ist nicht grundlos durch die Zeit gereist, doch was der Pharao von ihr verlangt, sprengt die Grenzen von Gut und Böse. Jede Entscheidung könnte den Lauf der Geschichte beeinflussen und verändern. Für mich war das der Part, der mich am meisten angefixt hat. Zu erfahren, was die Autorin zum Pharao recherchiert hat (dabei habe ich einiges Neues an Input bekommen) und zu überlegen, was gewesen wäre, wenn ... dies, das und jenes nicht passiert wäre.

Was die Entwicklung der Story angeht, war da noch Luft nach oben. Händel spürt, wie sie ihre Leserschaft um den Finger wickeln kann. Manchmal jedoch lässt sie die Zügel zu schnell wieder locker. Auch traf das Ende nicht ganz meinen Geschmack, aber der ist nunmal subjektiv. Andere Leser hatten, wie ich erfahren habe, mehr Freude daran. Und das ist auch gut so!

In der Autorin schlummert ein schriftstellerisches Talent, was dazu führt, dass ich sie auf jeden Fall im Auge behalten werde. Sie schreibt klar, pointiert, mit einem leichten Hang zur Dramaturgie. Mir gefällt ihre einfache Sprache und dass sie Nebenstränge unter ihrer Kontrolle behält. Niemand mag ausufernde Sidekicks.

Dem Korrektorat ist zwar das eine oder andere Fehlerteufelchen durchgerutscht, glücklicherweise stört das aber nicht den Lesefluss.

Dieser Horror-Mystery-Roman fetzt und ist eine coole Unterhaltungslektüre für zwischendurch. Liest sich ratzfatz weg und macht neugierig auf weitere Werke der Autorin.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Potenzial nicht ganz ausgeschöpft

Little White Lies
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Ich würde ein Leben inmitten der Reichen und Schönen definitiv gern mal ausprobieren wollen. Ob es mich auf Dauer glücklich machen würde, kann ich nicht sagen. Unsere Protagonistin Sawyer bekommt zumindest ...

Ich würde ein Leben inmitten der Reichen und Schönen definitiv gern mal ausprobieren wollen. Ob es mich auf Dauer glücklich machen würde, kann ich nicht sagen. Unsere Protagonistin Sawyer bekommt zumindest die Chance. Ihr wird eine große Summe Geld versprochen, wenn sie für ihre Großmutter an der Debütantinnensaison teilnimmt. Nichts leichter als das, easy peasy Geldmacherei, denkt sie. Doch so leicht wird es nicht werden.

Man merkt relativ früh, dass Sawyer nicht in die versnobte Gesellschaft hineinpasst. Sie ist direkt, frech und bringt sich gern in Schwierigkeiten. Dennoch findet sie in ihrer Cousine und deren Freundin Gleichgesinnte. Zu Beginn war ihr Charakter ein wenig anstrengend, jedoch ist sie mir im Laufe der Story sehr ans Herz gewachsen. Denn hinter der harten Schale steckt ein weicher Kern. Sie konnte sich in komplizierten Situationen behaupten und den Gefahren dieser übertriebenen Alles-ist-toll-Welt strotzen.


Auch die vielen weiteren Protagonisten waren gut ausgearbeitet, besonders Cousine Lily. Sie ist trotz Glamour und Reichtum auf dem Teppich geblieben und wird Sawyer zu einer engen Verschworenen.

Hin und wieder, gerade in der Mitte des Buches, fand ich die Story ein wenig flach. Die Autorin hätte hier durchaus mehr Potenzial gehabt, die Spannung in die Höhe zu schrauben. Das habe ich bereits bei ihrem Debütroman "Inheritance Games" kritisiert. Barnes fehlt noch immer das gewisse Etwas, um die Spannung auf einem Level zu halten. Es gibt zu viele Aufs und Abs, aber keine kontinuierliche Kurve, die die Story am Laufen hält. Meistens plätschert die Geschichte sanft vor sich hin, mit nur wenigen Highlights. Der Anfang hingegen versprach deutlich mehr. Es wurden Theorien aufgestellt, man fragte sich andauernd „wo führt das Ganze hin“. Doch dann flachte es ab. Leider. Erst kurz vor Schluss ergaben viele Sachen Sinn, die Rätsel wurden gelöst und das Ganze endete in einem überraschenden Finale.

Fazit: Da es sich bei dem Buch um eine Reihe handelt, hoffe ich, dass die Spannung in den weiteren Büchern noch steigen wird. Ich empfehle das Buch dennoch gern weiter, besonders an junge Erwachsene, die in das Genre einsteigen möchten.

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