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Veröffentlicht am 14.04.2026

Facettenreicher, geschichtsträchtiger Roman

Ein Ort, der bleibt
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Das Cover des Romans auf dem ein Gewächshaus, viele Pflanzen und eine Frau zu sehen sind, passt hervorragend zur Geschichte, denn der Dreh- und Angelpunkt sind Pflanzen - insbesondere der Botanische Garten ...


Das Cover des Romans auf dem ein Gewächshaus, viele Pflanzen und eine Frau zu sehen sind, passt hervorragend zur Geschichte, denn der Dreh- und Angelpunkt sind Pflanzen - insbesondere der Botanische Garten in Istanbul- und Menschen. Aber, wer jetzt denkt, dann ist der Roman nichts für mich, denn für Botanik interessiere ich mich nicht, der liegt falsch, denn der Roman ist viel mehr und auch völlig anders. Zeitlich beginnt der Roman 1926 in Istanbul, wo Mehpare, die dort als junges Mädchen aufs Mädchengymnasium geht, später wird sie einmal wird sie Naturwissenschaften studieren und im Zuge dessen als Assistentin für den Botaniker Alfred Heilbronn arbeiten. 1933 beginnt die Geschichte in Münster, dort lebt Magda Heilbronn, selbst mit Studium und Doktortitel, mit ihrer Familie als Frau des Professors Alfred Heilbronn.Das Leben der Familie ändert sich schlagartig als die Nazis die Juden öffentlich ins Visier nehmen. So kreuzen sich Mehpares Leben und das der Familie Heilbronn in Istanbul, da Alfred mit seiner Familie aufgrund einer Einladung dorthin ausreisen und als Professor arbeiten darf. Die dritte Frau, die auch mit dem Botanischen Garten in Istanbul in Kontakt kommt, ist Imke ihres Zeichens Stadtplanerin und sie soll in der Gegenwart über das Schicksal des selbigen eine Expertise ausstellen. Im Roman wird in kurzen Abschnitten aus den Blickwinkeln der Frauen erzählt, wobei stets der Name, Ort und Zeit vorangestellt werden, so dass ich mich hervorragend orientieren konnte.
Der Roman ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, denn die Familie Heilbronn, Mehpare und viele der Menschen, die in Istanbul zusammentreffen - u.a. viele Wissenschaftler- gab es wirklich und auch das, was sich politisch und gesellschaftlich ereignet hat, ist real, fiktiv ist die Figur der Imke und ihre Geschichte, die jedoch so real wirkt, dass sie sich jederzeit hätte so ereignen können.
Der Roman istein Geniestreich über ein Stück Zeitgeschichte, die mir bisher nicht bekannt gewesen ist. Mich haben die Menschen und auf mich wirkten sie, ganz egal, ob sie von der Autorin erschaffen oder historisch waren, alle äußerst echt. Neben der übergeordneten historischen Zeitgeschichte, der intensive Einblick in die Pflanzenwelt mit allen seinen lateinischen Namen, die Rolle der Frau in Vergangenheit und Gegenwart, Essen in all seinen Facetten, Sprache, gibt es viel über Freundschaft, Mut, Liebe, Trauer, Neuanfänge...zu erfahren. Ich mag die intensiven Beschreibungen der Autorin und das sie es überall schafft Stimmungen einzufangen. Die vielen winzigen Kleinigkeiten machen den Roman zu etwas ganz besonderen, ebenso das die Szenarien so unterschiedlich sind. Ich habe die drei Frauen bewundert, die alle mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hatten, aber ich mochte auch viele der Männer insbesondere hat mir die Entwicklung von Alfred gefallen. Großartig vom Schreibstil und Inhalt! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Wundervoll erzählte Familiengeschichte mit Tiefgang

Andere nennen es Urlaub
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Der Titel und das Cover lassen mich an eine locker, leichte Story denken und ich bin sehr überrascht worden. Der Schreibstil ist locker und leicht, aber auf keinen Fall ist der Inhalt seichter Natur,, ...

Der Titel und das Cover lassen mich an eine locker, leichte Story denken und ich bin sehr überrascht worden. Der Schreibstil ist locker und leicht, aber auf keinen Fall ist der Inhalt seichter Natur,, was die Autorin aber sehr gut verpackt hat. Netti ist 50zig Jahre alt, erfolglose Schauspielerin, alleinerziehende Mutter des 18jährigen Luis und hangelt sich mit diversen zusätzlichen Jobs durch ihr Leben. Vor einigen Monaten ist ihre geliebte Mutter gestorben, zu der sie eine innige Beziehung hatte und nun kümmert sie sich gemeinsam mit ihrer erfolgreichen Schwester Ellen um ihren fast 80zigjährigen Vater Bruno. Dazu muss gesagt werden, dass Ellen nicht besonders zuverlässig ist, so dass Netti sich so fühlt, als ob sie die Verantwortung alleine trägt. Als sie jetzt vor einem neuen finanziellen Dilemma steht, bekommt sie unverhofft die Chance nach Triest zu reisen. Ihr Vater lädt sich quasi selbst zu der Reise ein und so wird es eine besondere Fahrt.

Netti lernt ihren Vater von einer neuen Seite kennen und erfahrt ganz viel über die Vergangenheit ihrer Eltern. Zusätzlich bin ich mittendrin in Nettis Gefühlswelt, was ihren Sohn, ihre Schwester und Georgio betrifft, der der Fahrer des Busses ist, mit dem sie fährt. Ich konnte mich sehr gut in Nettis Sorgen als Mutter, Schwester und Tochter hineinversetzen. Zusätzlich habe ich Italien mit all meinen Sinnen wahrnehmen dürfen.

Diese Geschichte vereint Trauer, Liebe, Abschiede sowie Neuanfänge und hat mir sehr gut gefallen.

Fünf Sterne

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Wundervolle Geschichte aus dem Leben einer emanzipierten Frau

Die Briefträgerin
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Anfang der Dreißiger Jahre war es mit der Emanzipation der Frauen auch in Italien noch nicht weit her und genau dann und dort spielt die Geschichte von Francesca Giannones Roman "Die Briefträgerin". Als ...

Anfang der Dreißiger Jahre war es mit der Emanzipation der Frauen auch in Italien noch nicht weit her und genau dann und dort spielt die Geschichte von Francesca Giannones Roman "Die Briefträgerin". Als es noch üblich war, dass verheiratete Frauen nicht arbeiten gingen und zu Hause sich um Familie und hoffentlich viele Kinder kümmern, stellt Anna die Vorstellungen in dem kleinen Dorf, in das sie mit Eheman und Kind zieht, auf den Kopf. Sie hat ein Kind durch Kindsbetttod verloren und fühlt sich im Dorf, in dem jeder jeden kennt und alle ihre Geheimnsse haben sowie jeden insbesondere "Fremde" aufs genaueste beobachten, nicht besonders wohl. Mit ihrer erfolgreichen Bewerbung als Briefträgerin ist sie zwar immer noch die Fremde, aber nun verdient sie ihr eigenes Geld und hat ein eigenes Leben, was nicht von der Familie bestimmt wird. Auch wenn sie ihren Ehemann sehr liebt, fühlt sie sich von ihm oft nicht verstanden, denn ihr Schwager ist ihr gefühlt näher, da er auch ein Faible für Bücher hat. Doch nicht nur durch ihren Beruf macht Anna von sich reden, sondern auch durch ihre Kleidung und ihre Ansichten. Ich habe es genossen diesen Roman über die emanzipierte Anna zu lesen und sie kann heute noch als Vorbild für Frauen dienen. Ich würde sehr gerne mehr als fünf Sterne vergeben, wenn ich könnte.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Eine Story, die mir unter die Haut ging

Der Kuckucksjunge
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Ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, dass es nach "Der Kastanienmann" einen weiteren Teil gibt und meine hohen Erwartungen an einen zweiten Teil sind mit "Der Kuckucksjunge" voll erfüllt worden. Vorkenntnisse ...

Ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, dass es nach "Der Kastanienmann" einen weiteren Teil gibt und meine hohen Erwartungen an einen zweiten Teil sind mit "Der Kuckucksjunge" voll erfüllt worden. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sind nicht unbedingt erforderlich, denn die Figuren werden gut eingeführt. Naia Thulin will als Kommissarin eigentlich nicht mehr draußen vor Ort arbeiten und schon gar nicht mehr in die Nähe von Schauplätzen von Gewaltverbrechen arbeiten, da sie zuverlässig für ihre Tochter da sein möchte. Doch aufgrund der Spurenlage vor Ort wird sie vom Chef der Cyperkriminalität ausgeliehen und kommt in das Haus von Silje, einer geschiedenen Frau und Mutter einer Tochter, die verschwunden ist. Diese hatte in der Vergangenheit Anzeigen bei der Polizei wegen Stalking aufgegeben und sie fühlte sich bedroht. Schnell gibt es Hinweise auf eine echte Bedrohung.... Der Ermittler Mark Hess mit Naia im Fall des Kastanienmannes zu tun wird ebenfalls mit dem neuen Fall betraut, der sehr verzwickt ist.
Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen, denn es war sehr spannend und ich hatte das Gefühl ganz nah dabei zu sein. Die Bedrohung und die Angst, die der Täter mit Fotos und Nachrichten schürt , ist perfide. Währenddessen kämpft Marie, die Mutter von Caroline dafür, dass die Ermittlungen am Mord ihrer Tochter vor zwei Jahren nicht im Sande verlaufen. Sie ist von ihrem Mann Tom mitllerweile getrennt, da er es nicht mehr ausgehalten hat, wie verbissen sie weiterhin das Ziel verfolgt, dass der Täter gefunden wird. Die beiden gemeinsamen Söhne leiden jeder auf ihre Weise.
Der Autor schaffte es viele kleine Spuren zu legen, die ich ebenso wie die Ermittler verfolgte und doch hatte ich den Mörder keine Minute früher als Naia und ihre Kollegen in Verdacht. Spannung pur bis zu letzten Minute und dazu immer auch die private Seite von Naia und MarK, sowie der Opfer.
Fünf Sterne und ich bin gespannt, ob es einen neuen Fall geben wird.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Wundervolles Bilderbuch mit Aufforderungscharakter

Bloß nicht öffnen
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Dieses Bilderbuch besticht durch wundervolle, sehr ansprechende Illustrationen samt kurzen Texten, die die Kinder auffordern mit dem Buch aktiv zu werden. Ganz egal, ob es darum geht, wie das Buch zu halten, ...

Dieses Bilderbuch besticht durch wundervolle, sehr ansprechende Illustrationen samt kurzen Texten, die die Kinder auffordern mit dem Buch aktiv zu werden. Ganz egal, ob es darum geht, wie das Buch zu halten, zu schütteln oder zu berühren ist, es macht Spaß. Da der Text dir als Leser bzw. dem Kind mitteilt, dass du dazu beigetragen hast, dass die Tiere ihr Gehege verlassen konnten, musst du nun dafür sorgen, dass sie wieder in ihr Zuhause zurückkommen. Die Mimik und Gestik der Tiere ist so super, dass man sie auch ohne Worte verstehen kann. Ein sehr gelungenes Kinderbuch, was aufgrund der Größe sich auch für kleine Kindergruppen und Bilderbuchbetrachtungen eignet. Einziger Wermutstropfen ist die Ausstattung des Buches mit Papierseiten, die nicht für häufigem Gebrauch bestimmt sind. Es wären hier stabilere, abwischbare Pappseiten zu empfehlen gewesen.

Da das Buch ansonsten ein absoluter Knüller ist.... fünf Sterne!

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