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Veröffentlicht am 10.06.2026

Part 5: Josie Blythe

A Girl Named Josie (Breaking Waves 5)
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Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina haben sich in den Sommerferien in einem Surfcampf auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis Josie eines Tages spurlos verschwindet, ...

Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina haben sich in den Sommerferien in einem Surfcampf auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis Josie eines Tages spurlos verschwindet, die Gruppe daran zerbricht und erst Jahre später wieder zusammen findet und erfährt, dass Josie am Leben ist.

Josie war jahrelang auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, doch sich selbst hat sie dabei nie gefunden. Nun begibt Josie sich auf ihre letzte Suche, zurück in die Vergangenheit und weg von dem Mann, den sie ihr Leben lang geliebt hat - Andrea.

A Girl Named Josie ist der Abschlussband der Geschichte um die fünf Freundinnen Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina. Aus den vier Vorgängerbänden kennt man Josies Geschichte schon relativ gut, nun wollte ich aber mehr von Josie erfahren und habe mich total über diesen letzten Band gefreut. Auch Josies Geschichte erleben wir aus zwei Perspektiven: Vergangenheit und Gegenwart, aber auch Andreas Perspektive bekommen wir zu lesen und die Vergangenheit rückt immer näher an die Gegenwart.

Ich habe mir wirklich viel von diesem Band versprochen, dementsprechend war es womöglich auch leicht enttäuscht zu werden. Josies Perspektive hat mich in sehr vielen Belangen gestört. Da wären viele Aspekte, die wir durch die Vorgängerbände bereits gelesen haben und die durch Josies Perspektive leider kaum Tiefe gewann und das obwohl sie die Hauptbeteiligte war, dennoch wirkte es eher repetitiv und weniger mit neuen Gefühlen besetzt. Das mag aber auch daran liegen, dass Josie mir mit jeder Seite unsympathischer wurde. Denn das Schlimmste waren für mich Josies Handlungen gepaart mit ihrer Gedankenwelt. Ja, sie hatte ein toxisches Umfeld und litt darunter, aber sie entschied sich jedesmal bewusst (!) dazu, Menschen die sie scheinbar liebte, zu verletzen und das macht sie nicht weniger toxisch. Hätte ich hier eine Zerrissenheit gespürt oder unsichere Gedanken wahrgenommen, dann wäre das sicherlich anders, so war es für mich leider der Inbegriff einer 'Red flag'. All ihre Aktionen waren auch super unnötig und simples reden hätte eine Menge leid erspart, dass sie von allen Seiten auch noch Verständnis für ihr Verhalten bekommt - furchtbar! Daher konnte ich die ganze Geschichte um Josie und Andrea nicht fühlen, vor allem weil Josie sich auch über zehn Jahre später null entwickelt hat und weiterhin die gleichen Fehler macht.

Deswegen bleibt A Girl Named Josie leider weit hinter meinen Erwartungen zurück und das einzig Positive war die Rückkehr nach Harbour Bridge.

Veröffentlicht am 23.05.2026

Zu viel!

Starminster - Stadt in den Wolken
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Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines ...

Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines Tages taucht eine Frau mit Flügeln auf und zeigt Astrid nicht nur mehr von der Welt, sondern auch, dass sie eine Librae ist und verspricht ihr, dass auch ihr irgendwann Flügel wachsen werden.

Starminster von Megan Hopkins wird Kindern ab 11 Jahren empfohlen, lässt sich für mich jedoch eher schwierig in ein Alter einordnen. Angesprochene Themen richten sich auf jeden Fall eher an ältere Kinder, aber Astrid hat sich für mein Lesekind (11J.) jünger angefühlt, weswegen die Protagonistin und damit auch die Geschichte für sie eher uninteressant war.

Ich möchte mit dem positiven anfangen, das ist für mich eindeutig die Welt und die Besonderheit der Librae. Die grundsätzliche Idee gefällt mir ausgesprochen gut. Der Klappentext lässt auch erahnen, dass manche Themen schwierig sein können, darauf war ich daher vorbereitet, aber am Ende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich eine magische Geschichte gelesen habe, sondern eine Sammlung aus Alltagsproblemen, die in die Welt der Librae übertragen und stumpf übermittelt wurden.

Kinderbücher sollten definitiv gesellschaftskritische Themen beinhalten und Botschaften übermitteln, aber das eher feinfühlig, über die Geschichte und die Protagonist:innen. Starminster wählt jedoch die Brechstange, spricht alles sehr direkt an und verliert dadurch sich selbst. So werden u.a. Tierversuche, Umweltschutz/-verschmutzung, Diskriminierung, Unterdrückung und die Klassengesellschaft thematisiert und das meiste davon ganz unverblümt, ohne sich wirklich in der Geschichte um Astrid zu entfalten.

Dann kommt noch das Thema hinzu, welches sich im Klappentext andeutet. Astrid wird von ihrer Mutter gefangen gehalten, von Mrs. Wairi befreit und doch entführt, denn Astrid möchte nicht gehen und gleichzeitig verschwinden andere Kinder, auch hier geht es um Entführung und potenzielle Misshandlung. Das hätte gut ausgearbeitet werden können und bleibt für mich leider an viel zu vielen Stellen nicht richtig auserzählt und daher problematisch. Klar ist, dass die Entführungen der Kinder als schlecht dargestellt werden, aber mir fehlte die Verdeutlichung, dass es bösartige Taten sind und dahinter auch noch viel Schlimmeres steckte. Hinzukommt, dass Mrs. Wairi mit Astrid ähnliches getan hat und auch das eher nicht reflektiert wird, zumal Astrid mitgeht und dieses Thema sicherlich keines ist, das Elternteile, die ihren Kindern predigen nicht mit Fremden mitzugehen, gerne lesen.

Allein die Themen des Klappentextes hätten gereicht, um ein Buch mit knapp 250 Seiten zu füllen und die Leser:innen in die Welt von Starminster zu bringen, wenn man es reflektiert und die Figuren mit der Geschichte arbeiten. Hopkins hat sich leider dazu entschlossen, noch viele weitere Themen einzubringen und damit den Zauber der Welt verpuffen zu lassen. Auch hier, jedes einzelne Thema kann sich gut über die Geschichte erzählen lassen, aber aufgrund der geringen Seitenanzahl haben die Themen nicht genug Raum bekommen. Am besten gelang die Umsetzung noch beim Thema Klassengesellschaft, das sich über Arm und Reich, Flügge und Nicht-Flügge, sowie unterschiedliche Flügelarten präsentiert hat und in der Ausarbeitung gute Ansätze gezeigt hat, aber Wörter wie Steuern sind unerklärt noch viel zu groß für Kinder.

So bleibt am Ende eine tolle Idee, die sich leider komplett verloren hat. Eine Reihe, die vermutlich nicht weiterverfolgt wird.

Veröffentlicht am 09.05.2026

Memento Mori!

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ...

Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ermordet wurde. Noch weiß Wase jedoch nicht, dass Rahels Schicksal weit zurückreicht und mit dem Leben eines guten Freundes verbunden ist.

Vier Minuten Stille von Chris Warnat klang nach einem packenden Thriller und wurde für mich leider ein langweiliger Krimi. Ich bin kein besonders großer Fan von Krimis, die extrem viel persönliche Probleme der Ermittler beinhalten, weswegen ich aktuell auch einen großen Bogen um Krimis mache. Auf diesem Buch steht allerdings Thriller drauf und der Klappentext klang unheimlich vielversprechend, daher musste ich zum Buch greifen und wurde dementsprechend enttäuscht.

Während der Prolog noch Interesse wecken kann, verflacht dieses mit den ersten Kapiteln, die wir vor allem aus der Sicht des Ermittlers Wase Rahimi erleben. Perspektiven des Ermittlerteams können grundsätzlich spannend sein, in diesem Fall drifteten mir Wases Gedanken viel zu häufig zu unwichtigen Aspekten ab und generell wurde extrem viel Wert auf irrelevante Details gelegt, was dem Lesegefühl nicht zu Gute kam und die Geschichte langwierig und zäh wirken ließ. Der Fall selbst wurde nur peripher behandelt und entscheidende Entwicklungen gab es vor allem dann, wenn man nicht in Wases Perspektive unterwegs war.

Zum Ende hin wechselt die Perspektive durchgehend, sodass wir 1/5 des Buches gar nicht mehr aus Wases Perspektive erleben. An der Stelle nahm das Tempo für mich deutlich zu und das erste Mal kam ein Gefühl von ‚Thriller‘ auf, sodass für mich am Ende die Frage bleibt, welchem Zweck Wases Perspektive diente, wenn sich der Fall nicht aus seiner Sicht löst und wir seine Perspektive gar nicht mehr einnehmen. Unausgewogen empfand ich auch den Aspekt der Detailverliebtheit, wo zu Beginn vorbeifliegende Reiher genauer erläutert werden, werden entscheidende Szenen am Ende nicht auserzählt und nur in der Retroperspektive im Schnelldurchlauf erlebt.

Während des Lesens fällt auch auf, dass Vier Minuten Stille an Fünfzehn Sekunden anknüpft und man Beziehungen zwischen den einzelne Ermittlern wohl mit dem nötigen Vorwissen besser verstehen kann, da ich den ersten Band jedoch nicht gelesen habe, empfand ich das Geflecht an manchen Stellen eher verwirrend und würde empfehlen, den ersten Band vorab zu lesen.

Vier Minuten Stille konnte mich leider gar nicht überzeugen, der Klappentext verspricht unheimlich viel Spannung, dem das Buch nicht gerecht werden konnte. Möglicherweise geht es jenen, die besonders gerne Krimis lesen anders, aber ein Thriller war das für mich überhaupt nicht.

Veröffentlicht am 11.04.2026

Spannungsarm

Bachelorette Party
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Tessa macht ihrer Freundin Anneliese eine Freude und trifft sich mit ihr auf einer abgelegenen Schäreninsel. Dort möchte Anneliese ihren Junggesellinnenabschied feiern, fernab der Zivilisation und ohne ...

Tessa macht ihrer Freundin Anneliese eine Freude und trifft sich mit ihr auf einer abgelegenen Schäreninsel. Dort möchte Anneliese ihren Junggesellinnenabschied feiern, fernab der Zivilisation und ohne Handys. Doch Tessa hat ein ungutes Gefühl, denn ein Cold Case geht ihr nicht aus dem Kopf, vier Frauen sind vor zehn auf einer Schäreninsel spurlos verschwunden. Können Tessas Bedenken so viele Jahre später noch berechtigt sein?

Bachelorette Party von Camilla Sten konnte mich leider in sehr vielen Punkten nicht überzeugen. Der erste Kritikpunkt hat dabei noch nicht einmal etwas mit der Autorin zutun, sondern mit dem Klappentext. Es nimmt dem Inhalt jegliche Spannung, wenn dieser fast 2/3 des Buchs beschreibt und damit viel zu viel vorwegnimmt. Lange Zeit würde ich auch eher von einem Spannungsroman a la Lucy Clarke sprechen, nur dass die Spannung eben komplett flöten gegangen ist. Ja und dann die Auflösung, auch die war leider komplett vorhersehbar und damit wurde auch ganz offen gespielt, denn Finten sucht man hier vergeblich. Und dann kommt das Ende, das dann den Namen Thriller alle Ehre macht, aber so gar nicht in das Tempo des Buches passt und daher lediglich übertrieben und unstimmig wirkt. Schade, denn Potenzial war durchaus vorhanden. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und trägt einen durch die Geschichte, auch die Protagonistin ist tiefgründiger beschrieben, wenn mir auch nicht wirklich sympathisch. Die Nebencharaktere bleiben jedoch eher blass.

Alles in allem hat Bachelorette Party mich leider enttäuscht und die zwei Sterne gibt es nur, weil ich durch den guten Schreibstil schnell durchs Buch gekommen bin und das obwohl der Inhalt zäh war.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Falsche Botschaft!

Meine dunkle Vanessa
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Vanessa schläft mit fünfzehn das erste Mal mit ihrem Englisch-Lehrer, Jacob Strane. Strane ist der einzige Mensch, der sie wirklich versteht und für sie steht fest: es ist Liebe und alles was zwischen ...

Vanessa schläft mit fünfzehn das erste Mal mit ihrem Englisch-Lehrer, Jacob Strane. Strane ist der einzige Mensch, der sie wirklich versteht und für sie steht fest: es ist Liebe und alles was zwischen den beiden passiert, passiert mit ihrem Einverständnis. Jahre später wird Strane von einer ehemaligen Schülerin wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt, ändert das Vanessas Blick auf ihre eigene Vergangenheit?

Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell erleben wir aus der Perspektive Vanessas zu drei verschiedenen Zeitpunkten. Russell gelingt es unglaublich gut diese Perspektiven und Gedanken zu beleuchten und einzufangen, dabei geht sie ins Detail und man kann die Dunkelheit der Geschichte förmlich spüren.

Und obwohl Russell wirklich gut den Inhalt übermittelt und man die Details der Geschichte erkennt, die Arbeit darin förmlich spürt, gibt es zu viel Aspekte, die mir absolut nicht gefallen.

Weswegen es mir selten schwerer fiel eine (schlechte) Rezension zu schreiben, auch weil ich das Thema und das Gespür für solche Übergriffe super wichtig finde, dennoch bleibt am Ende ein fader Beigeschmack an der Geschichte haften.

Aber von vorn: Vanessas Perspektive aus der Vergangenheit gefällt mir am besten. Ihre ambivalenten Gefühle für die Situation, das Erlauben von Dingen und doch der große Zwiespalt, die Zweifel und immer wieder der Schimmer von Erkenntnissen, dass er vielleicht doch mehr dafür macht, dass sie etwas zustimmt, was sie eigentlich nicht möchte. Diese Details wurden unglaublich gut gestreut und dennoch fühlt man als Leser:in, dass Vanessa Opfer wurde.

Umso schlimmer ist dann die Perspektive Vanessas in der Gegenwart. Opfer sexuellen Missbrauchs werden kleingeredet, weil sie weniger schlimme Dinge erfahren haben als sie selbst und das obwohl ihr selbst weiterhin die Erkenntnis fehlt, dass ihr wirklich etwas angetan wurde. Ja, diese Gedankenwelt gibt es und doch fehlt mir der Aufbruch, der extrem wichtig ist. Opfer haben es heutzutage schwer genug, da braucht es keine Protagonistin, die klaren Missbrauch nicht erkennt. In diesem Buch wird sämtliche Hoffnung zerstört, dass Opfern geglaubt wird und ich hatte am Ende das Gefühl, dass der Geschichte der rote Faden fehlt. Ich weiß nicht, was die Autorin mir mit dieser Geschichte vermitteln wollte.

Auch die ambivalenten Gefühle in der Gegenwart hätten (!) funktionieren können, wenn der Aufbruch gekommen wäre, wenn Vanessa den Punkt erreicht hätte zu Erkennen, dass sie zum Opfer wurde. Aber der kam nicht und so bleibt Vanessa als unsympathische Protagonistin zurück und das obwohl ihr Leid aus der Vergangenheit enorm groß ist.