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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

Etwas flach

Lindy Girls
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Berlin 1928. Aus Amerika schwappt eine neue Musik herüber. Der Swing erobert die Menschen und verbreitet Freude. Die Choreografin Wally ist begeistert und gründet eine Tanzgruppe. Ihre Mädchen sind keine ...

Berlin 1928. Aus Amerika schwappt eine neue Musik herüber. Der Swing erobert die Menschen und verbreitet Freude. Die Choreografin Wally ist begeistert und gründet eine Tanzgruppe. Ihre Mädchen sind keine ausgebildeten Tänzerinnen, sondern kommen aus verschiedenen Berufen bzw. von der Straße. Doch es ist schwer, ein Engagement zu bekommen, denn in den Varietés, Tanzpalästen und Hotels haben immer noch Männer das Sagen. Es wird nicht leicht. Doch sie geben nicht auf und trainieren bis zum Umfallen.


Das Buch lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite ist sehr gut eingefangen das Lebensgefühl der damaligen Zeit und das Aufkommen der neuen Tänze wie Swing oder Charleston oder Lindy Hop. Auch die Probleme der verschiedenen Menschen sind aufgeführt, seien es Drogen, Arbeitslosigkeit, Erstarken der Nazis und damit Unterdrückung der Juden, Homosexualität oder auch lesbische Liebe. Genau das aber ist das Problem. Es werden so ziemlich alle Sachen angesprochen und irgendwie in die Tanzmädchen hineininterpretiert. Dadurch wirken die Figuren aber sehr flach und man bekommt irgendwie keinen richtigen emotionalen Zugang dazu. Es ist einfach zu viel gewollt und das wird dann sehr kurz abgehandelt oder angerissen. So kommt das Buch leider über Mittelmaß nicht hinaus. Meine Empfehlung wäre, entweder man hätte an den Problemen etwas gekürzt und die restlichen vertieft oder dem Buch einige Seiten mehr gegönnt. Inhaltlich wäre es möglich gewesen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Schwierig

Kajzer
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Menachem Kaiser (Kajzer) versucht, das Haus seines Großvaters nach der Wende in Polen zurückzubekommen. Das gestaltet sich als sehr schwierig. Erst mal ist es das falsche Haus, dann fehlen wichtige Papiere ...

Menachem Kaiser (Kajzer) versucht, das Haus seines Großvaters nach der Wende in Polen zurückzubekommen. Das gestaltet sich als sehr schwierig. Erst mal ist es das falsche Haus, dann fehlen wichtige Papiere und dann ändert Polen die Gesetze und vor Gericht geht es auch nicht gut aus…

Das Buch war für mich schwierig zu lesen und ist genauso schwierig zu bewerten. Da ist zum einen grundsätzlich die Forderung nach Rückgabe des Hauses. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Familie das Haus (oder beim Verkauf das Geld) benötigt. Und noch weniger hatte ich das Gefühl, dass sie es unbedingt wollen. Das alles war für mich sehr ambivalent. Unabhängig davon steht natürlich das Recht auf ihrer Seite, dass ihnen das Haus durch die Nazis weggenommen wurde und es ihnen zusteht.
So habe ich anfangs das Buch mehr als Roman oder Familiengeschichte gelesen und da war es auch interessant. Auch wenn man eher wenig über die Familie erfährt und auch der Autor sehr wenig über seinen Großvater weiß und auch nicht sehr viel mehr über ihn bzw. diese Generation herausbekommt.
Danach wechselt das Thema abrupt und das Buch wird zu einer Art Sachbuch. Der Autor bezeichnet es selbst als Sachbuch, aber das ist es für mich auch nicht. Es geht um die derzeitigen Schatzsucher speziell in Schlesien, die vom Bernsteinzimmer bis zu Nazidevotionalien alles wollen und es teilweise groteske Züge annimmt. Dieser Teil der Geschichte passt nicht zur Familie und ist eher langweilig. Mich hat beim Lesen „gerettet“, dass ich die Gegend kenne und so bei der Nennung von Orten zumindest ein Bild vor Augen hatte.
Danach wechselt es wieder zum Zurückbekommen des Hauses und hier verstehe ich nicht wirklich, warum der Autor weiterhin an der polnischen Rechtsanwältin festhält, obwohl sie grobe Fehler vor Gericht gemacht hat – womit ich wieder beim 1. Abschnitt der Bewertung lande.
Zu guter Letzt geht es nur noch um das Buch und die teilweise Geschichte eines eher weit entfernten Verwandten namens Abraham Kajzer, dessen Aufzeichnungen zumindest in Polen ziemlich bekannt sind. Das allerdings passt wieder nicht wirklich zur Familiengeschichte.
Alles in allem und kurz zusammengefasst: Dem Buch fehlt die Entscheidung, ob es eher Roman oder Sachbuch sein soll und es fehlt definitiv eine Art roter Faden. So ist es für mich mit viel gutem Willen maximal Mindestmaß.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Überzeugt mich nicht völlig

Bevor die Welt sich weiterdreht
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1917 im Ersten Weltkrieg. In der neutralen Schweiz im noblen Kurort Davos arbeitet Johanna wieder in der elterlichen Kurklinik. Sie war als Krankenschwester im Krieg und kommt mit einem unehelichen Kind ...

1917 im Ersten Weltkrieg. In der neutralen Schweiz im noblen Kurort Davos arbeitet Johanna wieder in der elterlichen Kurklinik. Sie war als Krankenschwester im Krieg und kommt mit einem unehelichen Kind zurück, das ihr Vater ihr wegnimmt. Johanna will ihre Tochter zurück und gerät eher zufällig an den deutschen Geheimdienst, der sie erpresst und zur Spionage zwingt, damit sie ihre Tochter zurückerhalten kann.

Mich konnte das Buch nicht völlig überzeugen. Das liegt in erster Linie daran, dass es nach einer Serie geschrieben wurde und das merkt man dem Buch leider sehr an. Es ist sicherlich gut lesbar, aber die Szenarien laufen irgendwie für einen Film ab. So sind relativ unmotiviert plötzlich Nebenhandlungen eingebaut, die für die eigentliche Handlung eher nebensächlich sind und ablenken. Auch die Hauptfigur der Johanna erscheint mir nicht durchweg glaubhaft. Dass sie als Krankenschwester nur vom Zugucken das Operieren lernt, halte ich den Kriegszeiten für möglich. Dass sie allerdings auch noch Fotos entwickeln kann, in Nullkommanichts das Spionieren lernt und darin besser ist als die ausgebildeten Spione, ist dann für mich doch etwas zu viel. Alles in allem ist es ein gut lesbares Buch, das man vielleicht inhaltlich nicht ganz ernst nehmen soll. Wenn man es wie einen Abenteuerroman liest, dann geht es in Ordnung.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Leider sehr zäh

Die geheime Gesellschaft
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London 1873. Die geheime Gesellschaft nur für Männer veranstaltet eine Menge Seancen und kassiert damit viel Geld ein. Doch immer mehr Gerüchte gibt es, dass bei den Sitzungen nicht alles mit rechten Dingen ...

London 1873. Die geheime Gesellschaft nur für Männer veranstaltet eine Menge Seancen und kassiert damit viel Geld ein. Doch immer mehr Gerüchte gibt es, dass bei den Sitzungen nicht alles mit rechten Dingen zu gehen soll. Die sehr bekannte Wahrsagerin Vaudeline d'Allaire wird von Paris nach London geholt, um einiges davon aufzuklären. Doch das ist nicht so einfach und zusammen mit ihrer Gehilfin Lenna gerät sie bald in Lebensgefahr…

Das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Vor allem in der ersten Hälfte war es unfassbar zäh und langweilig und ich war mehr als nur einmal versucht, das Lesen komplett abzubrechen. Im zweiten Teil wird das Ganze dann etwas spannender. Doch leider ist das Ende so unglaubwürdig (Feder - Bernstein zum Beispiel), dass ich das Buch nicht weiterempfehlen würde. Schade, denn der Vorgänger war richtig gut.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ganz nett

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Es ist Weihnachten und in der Seniorenanlage feiert der Donnerstagsmordclub. Sie wünschen sich ein Jahr ohne Mord. Doch das passiert leider nicht. Ein guter Freund und Antiquitätenhändler namens Kuldesh ...

Es ist Weihnachten und in der Seniorenanlage feiert der Donnerstagsmordclub. Sie wünschen sich ein Jahr ohne Mord. Doch das passiert leider nicht. Ein guter Freund und Antiquitätenhändler namens Kuldesh wird erschossen. Er hat sich mit Drogendealern eingelassen und diese suchen jetzt das Paket mit den Drogen. Der Donnerstagsmordclub ermittelt...

Das Buch ist der vierte Teil der Reihe um die sehr agilen und speziellen Senioren. Allerdings finde ich, es ist eher ein schwächerer Teil. Anfangs war ich ganz begeistert. Die witzigen Dialoge und schrägen Eigenschaften der älteren Herrschaften sind wieder wunderbar beschrieben, echt schwarzer britischer Humor. Doch leider ist das Buch gerade im Mittelteil extrem gedehnt und wird über einige Strecken sogar direkt langweilig. Das bedauere ich sehr. Da wäre mehr Potenzial gewesen und eine Straffung vielleicht ganz gut. Das Ende war für mich nicht in allen Teilen unbedingt nachvollziehbar. So ist das Buch für mich ganz nett zu lesen, teilweise witzige Unterhaltung, insgesamt aber eher Mittelmaß.

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