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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

Sehr berührend

Die Nacht der Bärin
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Ich hab das Buch vor ein paar Tagen beendet und hänge gedanklich immer noch total drin fest. Es ist definitiv keine Geschichte, die man einfach so wegliest.

​Es fängt schon heftig an, denn Jule flüchtet ...

Ich hab das Buch vor ein paar Tagen beendet und hänge gedanklich immer noch total drin fest. Es ist definitiv keine Geschichte, die man einfach so wegliest.

​Es fängt schon heftig an, denn Jule flüchtet nach einem gewalttätigen Streit mit ihrem Partner zu ihren Eltern. Als ihre Mutter die Nachricht vom Tod der eigenen Mutter bekommt und absolut null Regung zeigt, fängt Jule an zu graben.

Wir landen in der Vergangenheit bei ihrer Mutter und deren Schwester. Das war für mich der emotionalste Teil. Wie die beiden versucht haben, der Gewalt des Vaters in eine eigene kleine Welt zu entkommen, während ihre Mutter einfach nur tatenlos zugesehen hat... das ist echt hart.

Man sieht richtig, wie dieses "Wegschauen" und der Schmerz sich wie ein roter Faden durch die Generationen ziehen.

​Aber ganz wichtig: Ich muss hier eine deutliche Triggerwarnung aussprechen. Es geht um häusliche Gewalt, auch gegen Kinder.

Kira Mohn schreibt das so bildhaft, dass es stellenweise echt wehgetan hat. Da hätte ich mir im Buch selbst wirklich einen deutlichen Hinweis gewünscht.

Insbeondere das Nachwort hat mich sehr berührt, weil Kira nochmal deutlich macht, warum betroffene Frauen nicht einfach ihre Sachen packen und verschwinden. Diese Einordnung war für mich absolut richtig, weil sie die psychologischen Hintergründe so verständlich auf den Punkt bringt.

​Insgesamt ein wahnsinnig berührendes Buch über Schmerz und dem langen Weg zur Heilung. Wenn man sich auf diese schwere Thematik einlassen kann, bleibt es definitiv im Kopf. 🙌






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Veröffentlicht am 24.02.2026

Sehr schöne Slowburn Romance

The Day I Left
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Wir begleiten Marin, die nach einer toxischen Beziehung die Reißleine zieht. Sie lässt alles hinter sich und flüchtet nach Amsterdam, um bei Damaris unterzukommen und dort bei der Planung eines Uni-Events ...

Wir begleiten Marin, die nach einer toxischen Beziehung die Reißleine zieht. Sie lässt alles hinter sich und flüchtet nach Amsterdam, um bei Damaris unterzukommen und dort bei der Planung eines Uni-Events zu helfen. Inmitten von Grachten und Museen versucht sie, zu sich selbst zurückzufinden. Doch dann ist da der Neffe ihrer Vermieterin. Zwischen den beiden knistert es gewaltig, doch die Schatten der Vergangenheit machen es alles andere als leicht.

​Wer Amsterdam liebt, wird dieses Buch ebenfalls toll finden. Die „Vibes“ der Stadt sind fast schon ein eigener Charakter.

Was mir besonders gut gefallen hat ist, Marins Entwicklung wird nicht „magisch“ geheilt. Das Buch zeigt ungeschönt, wie schwer es ist, sich aus einer toxischen Vergangenheit zu lösen. Marin ist eine unglaublich starke, bodenständige Protagonistin.

​„The Day I Left“ ist die perfekte Slowburn-Romance. Ein absolutes Wohlfühlbuch mit Tiefgang, das zeigt, wie viel Qualität im Selfpublishing steckt!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Sehr lebensnah

This isn't happiness
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Es geht um Amy und Josh, die seit vielen Jahren ein Paar sind und kurz vor ihrer Hochzeit stehen. Nach außen wirkt ihre Beziehung stabil, doch hinter dieser Fassade fehlt es längst an Nähe und vor allem ...

Es geht um Amy und Josh, die seit vielen Jahren ein Paar sind und kurz vor ihrer Hochzeit stehen. Nach außen wirkt ihre Beziehung stabil, doch hinter dieser Fassade fehlt es längst an Nähe und vor allem an ehrlicher Kommunikation.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer, da es einige Kapitel dauert, bis man wirklich in Amys Gedankenwelt ankommt.

Mit der Zeit wird jedoch immer deutlicher, dass ihr größtes Problem schlicht die fehlende Kommunikation ist. Beide spüren, dass etwas nicht stimmt, sprechen es aber kaum aus und hoffen stattdessen, dass sich die Probleme von selbst lösen.

Josh hat mich dabei als Figur richtig genervt, weil er kaum auf Amy eingeht und sich selbst so gut wie gar nicht reflektiert.

Positiv hervorheben möchte ich den humorvollen Schreibstil. Trotz der ernsteren Thematik liest sich die Geschichte angenehm leicht, sodass man gut durch die Seiten kommt.

Besonders gelungen fand ich auch Amys innere Entwicklung, bei der ich mich oft wie eine kleine Cheerleaderin gefühlt habe, die innerlich „Go, go Amy“ ruft, wenn sie beginnt, sich selbst ernster zu nehmen und ihre eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen.

Trotz des holprigen Einstiegs hat mich die Geschichte nach und nach gepackt, gerade weil sie sich so nah am echten Leben anfühlt und sich mit ehrlicher Selbstreflexion auseinandersetzt.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Unfassbar spannend

Remember, Remember - Denn keine Tat ist je vergessen
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Ein Klassentreffen. Ein Zug. Ein Mord.

Mich hat das Buch von Anfang an richtig gepackt. Die Stimmung ist sehr atmosphärisch. Die Beschreibungen sind sehr detailreich, vor allem der Zug selbst, was das ...

Ein Klassentreffen. Ein Zug. Ein Mord.

Mich hat das Buch von Anfang an richtig gepackt. Die Stimmung ist sehr atmosphärisch. Die Beschreibungen sind sehr detailreich, vor allem der Zug selbst, was das Lesen total spannend gemacht hat.

Beim Lesen habe ich wirklich niemandem getraut. Meine Vermutungen haben sich ständig geändert und ich war mir bis zum Schluss unsicher, wer der Mörder sein könnte. Besonders die Sache mit Mikas Stimme und den Bildern fand ich extrem unheimlich, das war richtig spooky. 🫣

Den letzten Abschnitt fand ich besonders gut. Ich habe absolut nicht kommen sehen, was passiert und habe den Teil in einem Rutsch durchgelesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und mitreißend.

Für mich ein richtig starkes Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann 🫶

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Sehr tolles Buch

Leuchtfeuer
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Ich bin ohne große Erwartungen an Leuchtfeuer herangegangen und habe schnell gemerkt, dass es kein Buch ist, das man einfach so wegliest.

Das Buch ist keine spannungsgeladene Geschichte im klassischen ...

Ich bin ohne große Erwartungen an Leuchtfeuer herangegangen und habe schnell gemerkt, dass es kein Buch ist, das man einfach so wegliest.

Das Buch ist keine spannungsgeladene Geschichte im klassischen Sinn, sondern ein tiefgründiger, berührender Roman über zwei Familien. Eine Nacht verändert alles und prägt das Leben der Beteiligten über viele Jahre hinweg.

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Vor allem Waldo ist mir im Gedächtnis geblieben, da seine besondere Wahrnehmung der Welt und seine Sensibilität mich sehr berührt haben. Aber auch Sarah und Theo wirkten auf mich authentisch. Ihr innerer Kampf mit der Vergangenheit war für mich gut nachvollziehbar. Man spürt, wie sehr Schuld und Schweigen ihr Leben beeinflussen.

Der Roman spielt auf mehreren Zeitebenen und springt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das hat für mich gut funktioniert, weil sich nach und nach ein Gesamtbild zusammensetzt.

Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, ob man mit seiner Vergangenheit wirklich Frieden schließen kann oder ob man lediglich lernt, mit ihr zu leben?

Auch wenn meine Erwartungen zunächst in eine andere Richtung gingen, hat mich das Buch total gepackt. Daher gibt es eine Leseempfehlung von mir 🫶

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