Sehr berührend
Die Nacht der BärinIch hab das Buch vor ein paar Tagen beendet und hänge gedanklich immer noch total drin fest. Es ist definitiv keine Geschichte, die man einfach so wegliest.
Es fängt schon heftig an, denn Jule flüchtet ...
Ich hab das Buch vor ein paar Tagen beendet und hänge gedanklich immer noch total drin fest. Es ist definitiv keine Geschichte, die man einfach so wegliest.
Es fängt schon heftig an, denn Jule flüchtet nach einem gewalttätigen Streit mit ihrem Partner zu ihren Eltern. Als ihre Mutter die Nachricht vom Tod der eigenen Mutter bekommt und absolut null Regung zeigt, fängt Jule an zu graben.
Wir landen in der Vergangenheit bei ihrer Mutter und deren Schwester. Das war für mich der emotionalste Teil. Wie die beiden versucht haben, der Gewalt des Vaters in eine eigene kleine Welt zu entkommen, während ihre Mutter einfach nur tatenlos zugesehen hat... das ist echt hart.
Man sieht richtig, wie dieses "Wegschauen" und der Schmerz sich wie ein roter Faden durch die Generationen ziehen.
Aber ganz wichtig: Ich muss hier eine deutliche Triggerwarnung aussprechen. Es geht um häusliche Gewalt, auch gegen Kinder.
Kira Mohn schreibt das so bildhaft, dass es stellenweise echt wehgetan hat. Da hätte ich mir im Buch selbst wirklich einen deutlichen Hinweis gewünscht.
Insbeondere das Nachwort hat mich sehr berührt, weil Kira nochmal deutlich macht, warum betroffene Frauen nicht einfach ihre Sachen packen und verschwinden. Diese Einordnung war für mich absolut richtig, weil sie die psychologischen Hintergründe so verständlich auf den Punkt bringt.
Insgesamt ein wahnsinnig berührendes Buch über Schmerz und dem langen Weg zur Heilung. Wenn man sich auf diese schwere Thematik einlassen kann, bleibt es definitiv im Kopf. 🙌