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Veröffentlicht am 25.10.2024

Anders als erwartet

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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Ich glaube, über diesem Buch wurden in den letzten Tagen ausreichend Worte gewidmet. Daher möchte ich den Inhalt nun nicht nochmals wiederholen, sondern nur meinen Eindruck wiedergeben.
Der Roman ‚Hey ...

Ich glaube, über diesem Buch wurden in den letzten Tagen ausreichend Worte gewidmet. Daher möchte ich den Inhalt nun nicht nochmals wiederholen, sondern nur meinen Eindruck wiedergeben.
Der Roman ‚Hey guten Morgen, wie geht es Dir?“ hat frisch den Deutschen Buchpreis 2024 gewonnen. Es ist definitiv ein Buch, welches heraus sticht und einen nach dem Lesen mit vielen Gedanken zurück lässt. Die Geschichte greift ein Thema auf, zu welchem ich bisher keinerlei Bezug hatte – „Love Scamming“. Und sofort drängen sich mir ganz viele Fragen in den Kopf. Was bringt einen Menschen dazu, mit Frauen Kontakt aufzunehmen, bis Gefühle im Spiel sind, um dann irgendwann nur das Geld dieser Frauen zu wollen? Und wie einsam müssen Frauen sein, die über diesen Weg glauben, eine wahre Liebe gefunden zu haben? Es passiert immer wieder und sicher öfter als man sich vorstellen kann. Und wie bei jedem Betrug glaubt man sicher bis zum Schluss, selbst standhaft zu bleiben, nicht darauf reinzufallen und plötzlich ist es zu spät. Juno, die Protagonistin, spielt dieses Spiel mit – aber sie selbst spielt mit den Männern, die sich online an sie heranmachen. Ihr Mann ist pflegebedürftig seit Jahren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie sich ihr Leben anders vorgestellt hat. Die Szene mit dem spontanen Zahnarztbesuch ist mir dabei besonders hängen geblieben. Sie zeigt sehr anschaulich, was es heißt, diese Verantwortung zu tragen, so abhängig zu sein. Und so sucht sich Juno in ihren nächtlichen Chats die Ablenkung, die sie tagsüber nicht hat. Da kann sie sein, wer sie ist. Bis sie auf Benu trifft, der nicht wie die anderen sofort den Kontakt abbricht, sondern sie schreiben lange Zeit, telefonieren, warten gegenseitig auf Nachrichten, nehmen mehr und mehr Teil am Alltag des anderen, sprechen offen über Love Scamming. „Ist halt die Frage, ob man sich beim Lügen nicht zuallerserst selbst belügt.“ Dieser Satz ist so trivial wie tiefgründig. Wo fängt Lügen an? Warum lügen Menschen? Bei Juno war es Flucht, bei Benu Mittel zum Zweck. Und doch haben sie sich eine zeitlang Halt gegeben. Ich habe dieses Buch weder als leicht empfunden, noch als „Komödie“ – im Gegenteil, ich habe es als bedrückend empfunden, voller Einsamkeit, gefangen in einem Leben, welches alles andere als frei, spontan und erfüllt zu sein scheint. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum sich Juno in diese Online-Welt flüchtet, um auszubrechen. Auf mich wirkte es, als hätte sie alles stumpf ertragen. Ich hätte mir mehr echte Gefühle gewünscht, Wut, Traurigkeit, Verzweiflung, aber auch einmal pure Freude.
Dies ist meine persönliche Meinung. Jeder wird sicherlich beim Lesen anders empfinden, auch basierend auf den persönlichen Erfahrungen und dem individuellen Lesegeschmack. Es ist ein Buch, welches hängen bleibt, das ist richtig. Aber es wird nicht mein Jahres-Highlight.

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Spannend, informativ, gut recherchiert

Der Tote im Vulkan
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Die Kunsthistorikerin ist mit einem Bekannten Autor gut befreundet. Dieser will sich nun True Crime Romanen widmen und hat bereits einen ersten Fall in Vorbereitung. Dabei stößt er auf einen Wissenschaftler ...

Die Kunsthistorikerin ist mit einem Bekannten Autor gut befreundet. Dieser will sich nun True Crime Romanen widmen und hat bereits einen ersten Fall in Vorbereitung. Dabei stößt er auf einen Wissenschaftler , der in Island verschwunden ist. Seine Recherchen deuten darauf hin, dass ein Mord dahinter steckt. Alles scheint sich um ein historisches Buch zu drehen und bald schon ist auch Anna selbst in Gefahr.

Das Buch sehr spannend und gleichzeitig informativ. Island ist mit seinen Mythen und der Landschaft einfach eine wunderbare Kulisse. Beim lesen erfährt man viel über die Geschichte, zum Beispiel dr Einfluss irischer Mönche auf die isländische Kultur. Sehr informativ.
Leider war dieser letzte Band der Reihe mein erster Band, so dass ich mich schwer getan habe, einzusteigen. Ich kannte die Figuren nicht, konnte die Verbindung nur schwer nachvollziehen und es erschien mir daher zu Beginn zu undurchsichtig. Es ist sicher besser, hier wirklich immer Band 1 zu beginnen und Anna sukzessive zu begleiten.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Gemütlicher Sommerroman

Die kleine Buchhandlung am Meer
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Worum geht es:

Jess findet heraus, dass ihr Mann sie betrügt und ihre Tochter Caitlin verliert an einem Tag Job und Freund. Grund genug für die beiden eine Auszeit bei Jess‘ Mutter in der Cape Cod Region ...

Worum geht es:

Jess findet heraus, dass ihr Mann sie betrügt und ihre Tochter Caitlin verliert an einem Tag Job und Freund. Grund genug für die beiden eine Auszeit bei Jess‘ Mutter in der Cape Cod Region zu nehmen. Dort trifft Jess auf ihre Freundin Alison, die beruflich ebenfalls Probleme hat. Als ein kleiner Buchladen zum Verkauf steht, investiert Jess spontan und die beiden Freundinnen werden Geschäftspartner. Im angrenzenden Coffee-Shop jobbt Caitlin über den Sommer und freundet sich so mit Alison‘s Tochter Julia an. Die Buchhandlung läuft jedoch nicht so gut wie erwartet und dann kreuzt Parker, Jess‘ Mann auch noch auf und beäugt das Unternehmen skeptisch vor dem Hintergrund der drohenden Scheidung.

Meine Meinung:

Es ist eine Wohlfühl-Gschichte über 4 Frauen, ihre Beziehungen und ihre berufliche Zwickmühle. Es ist angenehm geschrieben und dass Buch lässt sich wirklich flüssig lesen. Es hat mich insgesamt ganz gut unterhalten, aber leider gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Die ganze Gschichte kratzt nur an der Oberfläche und die Oberflächlichkeit zieht sich leider auch durch die Protagonisten. Die Buchhandlung taucht immer mal wieder auf, aber nimmt nicht die größte Rolle ein. Das ist schade, aber wäre für mich keine Kritik, wenn der Rest der Geschichte mich überzeugt hätte. Aber leider ist das Ende viel zu vorhersehbar (trotz cozy), die beiden Töchter (erwachsene Frauen mit Studium und eigenem Geschäft) erscheinen mir viel zu unreif. Es gibt wenig Spannung, wenig Reibungspunkte zwischen den Personen, die etwas mehr Pepp in das ganze Buch getragen hätten. Sehr schade, denn das Cover hat mich persönlich sehr angesprochen und aus der Geschichte hätte man sicherlich viel mehr rausholen können.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Leider Erwartungen nicht erfüllt

Das Kap
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Andis Leben wurde gerade auf den Kopf gestellt: Seine Freundin hat ihn rausgeschmissen, sein Studium liegt brach zugunsten eines Jobs als Fahrradkurier. Und plötzlich taucht Bernd auf, erzählt von Andis ...

Andis Leben wurde gerade auf den Kopf gestellt: Seine Freundin hat ihn rausgeschmissen, sein Studium liegt brach zugunsten eines Jobs als Fahrradkurier. Und plötzlich taucht Bernd auf, erzählt von Andis Vater nach 13 Jahren und seiner Krankheit. In Andi regt sich Wut und doch lässt ihn der Gedanke nicht los, seinen Vater aufzusuchen. Andi reist auf den angegeben Camping Platz nach Portugal und stößt dort Gregory und einen fast verlassenen Platz von seinem Vater keine Spur. Doch nicht nur Andi scheint auf der Suche nach seinem Vater und schon bald erkennt Andi, dass auch er in Gefahr ist.

Die Atmosphäre des Buches bringt die flirrende Hitze der Algarve ins Wohnzimmer. Zudem gibt es ein paar überraschende Twists. Dennoch muss ich leider zugeben, dass das Buch mich leider nicht überzeugen konnte. Es hat einige Längen und schwebt für mich zwischen Roman und Thriller. Definitiv waren einige Passagen spannend. Aber so richtig konnte ich keinen Bezug aufbauen, weder zu den Figuren noch fühlte ich mich von der Handlung gefesselt. Dies mal hat es leider nicht gepasst.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Zwischen Krimi und Satire

America Fantastica
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Boyd ist ein erfolgreicher Journalist, Ex-Ehemann, notorischer Lügner, Vater und – in einer ganz neuen Rolle auch Bankräuber. Eine Kurzschlusshandlung lässt ihn die lokale Bank überfallen und dabei Angie, ...

Boyd ist ein erfolgreicher Journalist, Ex-Ehemann, notorischer Lügner, Vater und – in einer ganz neuen Rolle auch Bankräuber. Eine Kurzschlusshandlung lässt ihn die lokale Bank überfallen und dabei Angie, die Angestellte als Geisel nehmen. Eine Flucht nach Mexiko folgt. Doch der Bankraub ist anders: Die Summe viel zu gering, keine Polizei, und doch sind hinter Boyd und dem Geld plötzlich eine Menge Leute her.

Diese Geschichte findet den Grat zwischen „es könnte real sein“ und „es ist Fiktion“ – teils so skurril, dass man sich wirklich fragt, ob man gerade einen Krimi liest oder eine Satire. Ein anspruchsvoller Stil verbunden mit treffsicheren Pointen und gesellschaftlichen Spitzen haben es mir nicht leicht gemacht, in einen Lesefluss zu kommen. Leider, denn ich glaube das Buch ist dicht gepackt mit Inhalt. Stellenweise konnte ich es nicht weglegen und dann kamen wieder Passagen, an denen ich wirklich lang las. Das Buch hat viel Potential, liest sich aber nicht so nebenbei. Man muss sich wirklich darauf einlassen.

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