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hardcovergirl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2026

Erdrückend

Gelbe Monster
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"Es ist, wie von einem Traum zu erzählen, aber Charlie weiß, was sie sagen muss. Sie beginnt zu sprechen."

Charlie wollte doch einfach nur ihre große Liebe. Den Mann, der ihr zufällig begegnet ist und ...

"Es ist, wie von einem Traum zu erzählen, aber Charlie weiß, was sie sagen muss. Sie beginnt zu sprechen."

Charlie wollte doch einfach nur ihre große Liebe. Den Mann, der ihr zufällig begegnet ist und der sie sofort verstanden hat. Der, der sie endlich aus ihrem Selbstmitleid rausholen sollte und mit dem es dann einfach nicht klappen wollte. Bis sie heulend in Frau Yilmaz' Büro sitzt und das sie unter Androhung ihrer Mitbewohnerin und einzig verliebenen Freundin Ella nicht verlässt, bis sie sich bereit erklärt, ein Antiaggressionstraining zu absolvieren, von dem sie nicht denkt, dass sie es braucht.

Charlie zieht einen in ihre Welt und lässt uns verstehen, wie sich Gewalt in einer Beziehung entwickeln kann. Wie Frauen zu Täterinnen werden, ohne sich wie eindimensionale Superschurkinnen zu verhalten und wie man so viel Mitgefühl für eine gebrochene Frau aufbringen kann, ohne, dass das irgendetwas an der Tat verändert.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Was zur Hölle

Verlorene Schäfchen
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In der komplett absurden und überzeichneten Welt der Familie Flynn in ihrer ebenso absurden und überzeichneten Kleinstadt hat jedes ihrer Mitglieder seine ganz eigenen Probleme. Von einer Affäre ...

In der komplett absurden und überzeichneten Welt der Familie Flynn in ihrer ebenso absurden und überzeichneten Kleinstadt hat jedes ihrer Mitglieder seine ganz eigenen Probleme. Von einer Affäre mit dem Nachbarn über die zwielichtigen Aktivitäten der eigenen Firma bis hin zu Schönheitswettbewerben für innere Schönheit und einer Radikalisierung durch eine Online-Freundschaft laufen diverse Plot-Stränge kreuz und quer. Und immer ist das, was passiert, auch ein Angriff auf das eigene Komikzentrum. Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere sind liebenswert und trotz fünf Schichten Sarkasmus, der über allem liegt, dreidimensional genug um nicht eine Parodie ihrer selbst zu werden. Der Plot zieht sich gegen Ende gut genug zusammen, um ein schlüssiges Ende zu ergeben; gleichzeitig wäre das aber eigentlich gar nicht notwendig gewesen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein guter Spagat

Einatmen. Ausatmen.
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Das Szenario war an sich schon recht witzig: eine strenge, emotionslose Frau mit Karriereambitionen und ohne Sinn für Humor oder Einfühlungsvermögen trifft auf ein achtsam-spirituelles Seminar ...

Das Szenario war an sich schon recht witzig: eine strenge, emotionslose Frau mit Karriereambitionen und ohne Sinn für Humor oder Einfühlungsvermögen trifft auf ein achtsam-spirituelles Seminar von einem Mann, der seine eigenen Zukunftsängste und Beziehungsprobleme so gar nicht wegatmen kann. Ich fand das Buch auch ursprünglich aufgrund seiner Komik in den ersten Seiten sehr gut. Trotzdem hat es der Geschichte sehr gut getan, dass sie sich selbst irgendwann ernster genommen hat. Irgendwann konnte man sich deutlich bessere in unsere beiden Protagonist:innen hineinversetzen und sie als komplexere Charaktere wahrnehmen, die sich mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzen. Trotzdem bleibt Marlenes trockener Humor mein Favorit. Ein Teil des Setups blieb auch bis zum Ende zu absurd, um es glaubhaft in eine ernsthafte Realität zu übertragen, aber das Auge kann man problemlos zudrücken.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Herzergreifend

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Erikas Ehe droht auseinanderzubrechen, als ihr Mann ihr eines Abends im Urlaub gesteht, dass er seit bereits anderthalb Jahren eine Affäre mit einer 15 Jahre jüngeren Frau hat. Erika selbst droht ...

Erikas Ehe droht auseinanderzubrechen, als ihr Mann ihr eines Abends im Urlaub gesteht, dass er seit bereits anderthalb Jahren eine Affäre mit einer 15 Jahre jüngeren Frau hat. Erika selbst droht auseinanderzubrechen; wir begleiten sie durch emotionale Ausnahmezustände und vor allem auch viele existentielle Fragen. Mit 65 Jahren möchte sie die Liebe und das Begehren noch lange nicht aufgeben, auch wenn sie das Gefühl hat, dass ihr Mann sie aufgegeben hat. Vor allem ihre Sehnsucht trieft nur so aus jeder Seite und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Erika ist dabei kein leicht verdaulicher Mensch: sie ist gehässig, sie liebt, sie ist dem Zusammenbruch nahe, sie hofft, sie zetert, sie beschimpft, sie ist irrational und gerade das macht es so spannend, in ihrem Kopf zu verweilen. Denn genau da befinden wir uns; sie erzählt uns wie einer guten Freundin, was ihr passiert ist. Das einzige Manko ist dabei, dass ihre Beziehung zu Jan vor allem in der Gegenwart präsentiert wird; so fällt es einem schwer, diese Figur genau so zu lieben und an ihr zu hängen wie Erika es tut.

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