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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

"Der hat doch tatsächlich 'Kling' auf die Klingel geschrieben."

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ja, was soll ich sagen. Marc-Uwe Kling halt. Bereits die bisherigen Känguru-Teile waren grandios, "Die Känguru-Rebellion" steht denen in nichts nach. Der Einstieg fiel mir wie gewohnt extrem leicht. Der ...

Ja, was soll ich sagen. Marc-Uwe Kling halt. Bereits die bisherigen Känguru-Teile waren grandios, "Die Känguru-Rebellion" steht denen in nichts nach. Der Einstieg fiel mir wie gewohnt extrem leicht. Der Schreibstil ist locker, pointiert und einfach unglaublich unterhaltsam. Ich habe beim Lesen mehr als einmal laut lachen müssen. Gleichzeitig steckt in vielen Dialogen deutlich mehr, als man im ersten Moment denkt.
Das Zusammenspiel zwischen dem Erzähler und dem Känguru ist auch hier wieder das absolute Highlight. Die Gespräche sind herrlich absurd, teilweise völlig drüber und gleichzeitig erschreckend treffend. Genau diese Mischung macht für mich den Reiz der Reihe aus, man lacht und denkt sich im nächsten Moment: „Ja… leider gar nicht so weit hergeholt.“
Besonders gut gefallen hat mir, dass die gesellschaftskritischen Aspekte hier wieder stärker in den Fokus rücken. Die Handlung an sich steht dabei gar nicht so sehr im Vordergrund, sondern vielmehr die vielen kleinen Szenen, Dialoge und Gedanken, die das Buch ausmachen. Genau das funktioniert hier aber hervorragend.
Insgesamt ist „Die Känguru-Rebellion“ für mich gewohnt stark. Humor, Ironie und Gesellschaftskritik greifen perfekt ineinander und machen das Buch zu einem echten Highlight.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

"Von all seinen Albträumen war das Osterfeuer buchstäblich der Dauerbrenner."

REM
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Mit „REM“ hat mich ein Thriller erwartet, der vor allem durch seine Grundidee rund um Schlaf, Träume und Albträume sofort neugierig gemacht hat. Genau das war auch der Hauptgrund, warum ich das Buch unbedingt ...

Mit „REM“ hat mich ein Thriller erwartet, der vor allem durch seine Grundidee rund um Schlaf, Träume und Albträume sofort neugierig gemacht hat. Genau das war auch der Hauptgrund, warum ich das Buch unbedingt lesen wollte und in dieser Hinsicht wurde ich definitiv nicht enttäuscht.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Ich habe das Buch in sehr kurzer Zeit gelesen, was für mich immer ein gutes Zeichen ist. Der Schreibstil ist angenehm und sorgt dafür, dass man schnell in die Handlung eintauchen kann.
Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Von Anfang an liegt etwas Unruhiges und Beklemmendes über der Geschichte, das perfekt zur Thematik rund um den REM-Schlaf passt. Gerade die Idee mit den Träumen, Albträumen und den damit verbundenen Auswirkungen fand ich unglaublich spannend und stellenweise auch richtig faszinierend umgesetzt.
Der Genre-Mix aus Thriller, Horror und leichten Science-Fiction-Elementen ist definitiv etwas Besonderes. Für mich hat das größtenteils sehr gut funktioniert, auch wenn es sich an ein paar Stellen leicht ungewohnt angefühlt hat. Genau diese Mischung macht das Buch aber auch aus und hebt es von klassischen Thrillern ab.
Die Figuren handeln nachvollziehbar und sind gut gezeichnet, an manchen Stellen hätte bei den einzelnen Charakteren mehr in die Tiefe gegangen werden können.
Der Spannungsbogen bleibt über weite Strecken hoch. Es gibt viele starke und fesselnde Szenen sowie einige Wendungen, die die Geschichte immer wieder in eine neue Richtung lenken. An wenigen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht, und im Mittelteil gab es kleinere Längen, die für mich aber nicht stark ins Gewicht gefallen sind.
Die teilweise sehr expliziten und blutigen Szenen passen gut zum Horror-Aspekt der Geschichte und unterstreichen die düstere Stimmung. Das ist sicherlich nicht für jeden etwas, fügt sich hier aber stimmig ins Gesamtbild ein.
Insgesamt ist „REM“ ein spannender und ungewöhnlicher Thriller mit einer richtig starken Grundidee, einer dichten Atmosphäre und einem gelungenen Genre-Mix. Auch wenn es kleinere Schwächen gibt, konnte mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten und immer wieder fesseln.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

"...aber tot zu sein, ist ein wenig hinderlich bei meiner Suche nach Saela."

Dire Bound
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Als Meryns kleine Schwester verschleppt wird, zögert sie keine Sekunde und meldet sich freiwillig für den Eintritt in die Armee, um sie zu retten. Was folgt, ist ein brutales Auswahlverfahren, das auf ...

Als Meryns kleine Schwester verschleppt wird, zögert sie keine Sekunde und meldet sich freiwillig für den Eintritt in die Armee, um sie zu retten. Was folgt, ist ein brutales Auswahlverfahren, das auf die Bindung mit einem Schattenwolf hinausläuft – gnadenlos, gefährlich und von Beginn an nervenaufreibend. Die Frage, ob Meryn diese Ausbildung überhaupt überleben kann, schwebt permanent über der Geschichte und sorgt für eine intensive, düstere Grundstimmung.
Der Schreibstil hat mich sofort gepackt: mitreißend, atmosphärisch dicht und stellenweise schonungslos. Auch wenn das Worldbuilding nicht extrem tief ausgearbeitet ist, entsteht dennoch ein klares Bild vor dem inneren Auge. Einige Wendungen der Handlung ließen sich zwar relativ früh erahnen, doch das hat meiner Lesefreude kaum geschadet. Die Geschichte bleibt spannend, emotional aufgeladen und ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles entwickelt.
Meryn ist eine unglaublich starke und kämpferische Protagonistin. Ihre Wut, ihre Verzweiflung und ihr unbändiger Drang nach Rache waren deutlich spürbar und haben mich sehr mit ihr mitfühlen lassen. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, dass sie inne hält und überlegter handelt – was sie aber auch menschlich und greifbar macht. Besonders gefallen hat mir, wie nach und nach Geheimnisse aufgedeckt werden. Auch das Leben mit den Wölfen und deren Hintergrundgeschichte sind intensiv und stimmig in die Handlung eingebunden.
Im Mittelteil gab es für mich kleinere Längen, da sich die Figuren zeitweise selbst im Weg standen. Dennoch überwiegt für mich ganz klar der positive Eindruck: ein spannendes Academy-Setting mit abwechslungsreichen Prüfungen, emotionalen Momenten und einer Grundidee, die neugierig auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

"Wer weiß... vielleicht ist dieser Ort wirklich genau das, was ich gebraucht habe."

Happy Head
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„Happy Head“ ist eine sehr gelungene Kombination aus Jugendbuch, Dystopie und Thriller. Die Geschichte begleitet den Protagonisten Seb während eines zweiwöchigen Programms, das Jugendliche wieder glücklich ...

„Happy Head“ ist eine sehr gelungene Kombination aus Jugendbuch, Dystopie und Thriller. Die Geschichte begleitet den Protagonisten Seb während eines zweiwöchigen Programms, das Jugendliche wieder glücklich machen und sie in die Gesellschaft reintegrieren soll. Schon früh wird deutlich, dass hinter diesem Konzept weit mehr steckt, als es zunächst scheint.
Seb ist ein ausgesprochen sympathischer Protagonist, und ich habe seine Entwicklung im Laufe der Handlung sehr gerne verfolgt. Seine inneren Konflikte, Zweifel und Ängste sind beinahe greifbar und lassen einen als Leser stark mitfühlen. Gerade dieser psychologische Aspekt macht die Geschichte besonders intensiv und eindringlich.
Auch die Nebencharaktere sind sorgfältig ausgearbeitet und vielschichtig. Keine der Figuren wirkt beliebig oder eindimensional, ihr Handeln bleibt durchgehend nachvollziehbar und konsistent. Dadurch fühlt sich die dargestellte Welt sehr authentisch an.
Die Grundidee hinter „Happy Head“ ist brandaktuell und erschreckend realistisch umgesetzt. Themen wie gesellschaftlicher Leistungsdruck, mentale Gesundheit und die Frage nach echtem Glück werden eindrucksvoll aufgegriffen. Der Schreibstil überzeugt durch seine Direktheit und Modernität und passt hervorragend zur Zielgruppe sowie zur Thematik. Der Spannungsbogen bleibt über die gesamte Geschichte hinweg konstant hoch, ohne dass Längen entstehen.
Besonders gelungen ist die Verbindung aus spannender Handlung und gesellschaftlicher Kritik. Ohne zu spoilern regt das Buch nachhaltig dazu an, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und die eigene Vorstellung von Glück zu hinterfragen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

"Deine Wahrheit hat System. Deine Wahrheit bringt mich um."

Firewatch
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Ich habe „Firewatch“ zum Vorablesen gewonnen und war sehr froh darüber. Thriller lese ich ohnehin sehr gerne – jedenfalls war das meine Erwartung. Bekommen habe ich jedoch viel mehr. Das Buch ist eine ...

Ich habe „Firewatch“ zum Vorablesen gewonnen und war sehr froh darüber. Thriller lese ich ohnehin sehr gerne – jedenfalls war das meine Erwartung. Bekommen habe ich jedoch viel mehr. Das Buch ist eine wahnsinnig gelungene Kombination aus New Adult, Suspense Romance und Thriller. Andere Werke mit diesem Genre-Mix konnten mich bisher nicht überzeugen, bei „Firewatch“ war das anders.
Aber worum geht’s? Kurz gesagt: Der Protagonist Robin ist überzeugt zu wissen, wer seinen besten Freund Aaron hat verschwinden lassen. Da die Polizei sehr zurückhaltend ermittelt, beschließt Robin, selbst aktiv zu werden und Kian als Täter zu überführen.
Die Atmosphäre lebt von Small-Town-Vibes, Nationalpark-Idylle und dem ständigen Gefühl, dass Gefahr in der Luft liegt. Mit Robin bekommt man einen mehr als sympathischen Protagonisten, den man einfach lieben muss. Klar bewegen sich einige seiner Entscheidungen auf einem schmalen Grat zwischen Mut und Dummheit, sodass ich mich manchmal nicht entscheiden konnte, ob ich ihn am liebsten in den Arm nehmen oder schütteln würde. Auch andere Figuren lösen diese Ambivalenz aus und sind definitiv nicht flach oder eindimensional. Wir lernen sie durch verschiedene Perspektiven und Zeitebenen gut kennen.
Die Wechsel zwischen Damals und Heute bringen ordentlich Spannung mit sich. Zwar hatte ich um Seite 120 kurzzeitig die Sorge, dass diese abflachen könnte, doch das erwies sich eindeutig als unbegründet. Das Ende ist in Teilen vielleicht vorhersehbar, was aber gut zu verkraften ist.
„Firewatch“ war definitiv eine tolle Überraschung für mich. Die Kombination aus einer intensiven queeren Liebesgeschichte und einem spannenden Thriller ist hier einfach sehr gelungen.

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