Entscheidungen
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Was, wenn ich einfach etwas anderes mache? Wenn ich nicht nach rechts fahre, sondern nah links abbiege? Wenn ich mich in eine andere Linie des Busses setze und schaue, wohin er mich bringt?
So ...
Entscheidungen
Was, wenn ich einfach etwas anderes mache? Wenn ich nicht nach rechts fahre, sondern nah links abbiege? Wenn ich mich in eine andere Linie des Busses setze und schaue, wohin er mich bringt?
So ähnlich geht es unserer Protagonistin. Denn nach einem Kinobesuch verfährt sich eine Frau wegen einer Umleitung und fährt immer weiter von ihrem Zuhause weg. Während sie die Nacht und den folgenden Tag unterwegs ist, wird ihr klar, dass die Rückkehr zu ihrem Mann vielleicht gefährlicher ist als die unheimliche Reise selbst.
Es ist kein klassischer Roadtrip, sondern vielmehr ein leises “von den Problemen weg fahren” Weniger von äußeren Ereignissen als von Gedanken, Erinnerungen und Zweifeln angetrieben.
Die namenlose Protagonistin bleibt uns als Leser dabei jedoch recht distanziert. Ich konnte nicht alle Entscheidungen nachvollziehen und habe dann überlegt, was ich wohl machen würde.
Sprachlich konnte mich der Roman durch seinen ruhigen, teilweise fast kühlen Stil überzeugen. Auch wenn ich etwas gebraucht habe, um reinzukommen. Lange Gedankengänge und wenig äußere Handlung fordern Geduld. Es hat jedoch eine ganz eigene, besondere Atmosphäre. Dunkle Straßen und leere Rastplätze.
Der Roman wirkt als würde man nur einen kleinen Blick in das Leben der Protagonistin erhalten. Eine Geschichte zum Weiterdenken und überlegen, wie man selbst handeln würde. Kein Buch für jede Zeit im Leben, aber manchmal braucht es eben genauso ein Buch. Und auch kein Buch zum schnellen Durchlesen, sondern eines, das nachhallt. Gerade weil es viele Fragen offenlässt.
ISBN: 978-3257073812
Autorin: Esther Schüttpelz
Verlag: Diogenes
ET: 25.02.26
Umfang: 208 Seiten