Profilbild von Eliza

Eliza

Lesejury Star
offline

Eliza ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Eliza über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Histo-Krimi mit einigen Wendungen

Der Tote an der Alster
0

Ein Roman mit einigen Wendungen, der ein persönliches Drama zeigt. Kommissar Hauke Sötje ist ein faktenorientierter Ermittler, der jedoch eine geheimnisvolle Vergangenheit hat. Er wird dabei des Öfteren ...

Ein Roman mit einigen Wendungen, der ein persönliches Drama zeigt. Kommissar Hauke Sötje ist ein faktenorientierter Ermittler, der jedoch eine geheimnisvolle Vergangenheit hat. Er wird dabei des Öfteren von den „bösen Gedanken eines Traumas“ heimgesucht.

Der Mordfall entwickelt sich zu mehr als nur einem Fall für Sötje und seine Kollegen. Besonders gut gefallen hat mir Kriminalanwärter Heinsohn, der sich im Laufe der Ermittlungen weiterentwickelt und stets versucht, Sötje eine Stütze zu sein.

Der Roman entwickelt sich stetig und hat immer wieder ruhigere Passagen, um anschließend erneut an Tempo zu gewinnen. Gerade gegen Ende wird es deutlich spannender, auch wenn ein Cliffhanger dafür sorgt, dass noch nicht alle Karten aufgedeckt werden.

Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar. Sehr gut haben mir wieder die Originalpressetexte aus dem „Hamburger Fremdenblatt“ gefallen, die am Anfang eines jeden Kapitels stehen. Diese sorgen für zusätzliche Authentizität und bringen den damaligen Zeitgeist sowie den Sprachgebrauch der lesenden Person näher.

Auch die vielen Anspielungen auf die Schifffahrt und die Szenerie im Hafen schaffen eine besondere Atmosphäre beim Lesen. Die Darstellung der Emotionen von Sötje und seinen Mitstreitern ist der Autorin sehr gut gelungen.

Ich persönlich weiß gar nicht, was da noch kommen soll. Eine Sache zum Schluss hat mich sehr schockiert. Ich bin auf die Fortsetzung sehr gespannt.

Ein Kriminalroman mit Spannung und einem Kommissar, der nach außen hart und nach innen sehr zerbrechlich wirkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2026

Wo komme ich her und wo gehöre ich hin?

Real Americans
0

Ein Roman, der die Frage aufwirft: Wo komme ich her und wo gehöre ich hin? Einfühlsam und ausdrucksstark versucht die Autorin, dieser Frage nachzugehen.

Der Roman ist in drei Zeit- und Erzählebenen aufgeteilt ...

Ein Roman, der die Frage aufwirft: Wo komme ich her und wo gehöre ich hin? Einfühlsam und ausdrucksstark versucht die Autorin, dieser Frage nachzugehen.

Der Roman ist in drei Zeit- und Erzählebenen aufgeteilt und wird aus der Perspektive von Lily Chen, ihrem Sohn Nick Chen sowie seiner Großmutter May erzählt. Was ich besonders interessant fand, war die Tatsache, dass ich drei unterschiedliche Genres in diesem Roman wiedergefunden habe. Somit steht gewissermaßen jedes Genre für einen Teil, was mir wirklich gut gefallen hat.

Auch den einzelnen Charakteren konnte ich stets etwas abgewinnen. Ich persönlich mochte Nick am liebsten, weil ich sein Handeln gut nachvollziehen konnte.

Der Roman geht sehr einfühlsam auf die Problematik von Herkunft und Heimat ein – eine der tragenden Säulen der Geschichte. Was bedeutet es, Amerikaner oder Chinese zu sein? Was bedeutet Heimat, und was bedeutet Familie? Der innere familiäre Konflikt wird immer wieder aufgegriffen und zeigt die Zerrissenheit der einzelnen Charaktere.

In einigen wenigen Passagen wirkte die Geschichte etwas brüchig, was den Lesefluss insgesamt jedoch kaum beeinträchtigt. Der Schreibstil der Autorin ist leicht gehoben und sehr gut ins Deutsche übersetzt worden.

Es ist ein Roman, der stark mit Emotionen und Gefühlen arbeitet. Im Laufe der Erzählung gewinnt auch die politische Ebene zunehmend an Bedeutung. Besonders im dritten Teil, der aus der Sicht der Großmutter May erzählt wird, erfährt man einiges über die politischen Verhältnisse ihrer Zeit in China.

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und definitiv kein Buch für zwischendurch ist. Ich musste am Ende noch lange über das Gelesene nachdenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2026

Können Bienen morden?

Tödliches Déjà-vu
0

Ein Fall für Campanard mit viel Natur und einem interessanten Ausflug in die Welt der Bienen. Ein außergewöhnlicher Todesfall einer sehr sonderbaren Frau sorgt für Aufregung. Campanard beweist dabei erneut ...

Ein Fall für Campanard mit viel Natur und einem interessanten Ausflug in die Welt der Bienen. Ein außergewöhnlicher Todesfall einer sehr sonderbaren Frau sorgt für Aufregung. Campanard beweist dabei erneut seine leicht provokante und sarkastische Ermittlungsweise. Er sticht im wahrsten Sinne des Wortes in ein Bienennest und muss ständig auf der Hut sein.

Seine beiden Assistenten Linda und Olivier haben einen guten Anteil an den Ermittlungen. Olivier hat mir dabei besonders gut gefallen. Er nimmt die nicht einfache Herausforderung seiner schwierigen Vergangenheit an und versucht, das Beste daraus zu machen. Dabei hat er mich wirklich überrascht.

Der Fall besticht durch seine Naturatmosphäre und seine Figuren. Die Spannung entwickelt sich anfangs gemächlich, um schließlich in einem spannenden Finale zu münden. Man erfährt zudem viel über das Leben der Bienen, die Arbeit mit den Tieren und die Entwicklungen rund um die Imkerei. Gerade der wissenschaftliche Aspekt hat mich dabei beeindruckt.

Der Schreibstil des Autors ist humorvoll und vielseitig. Es gelingt ihm, mit einem süffisanten Unterton dem Kommissar und seinen Figuren trotz der Ernsthaftigkeit des Themas eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen. Diese sorgt dafür, dass sich der Roman, obwohl es kein klassischer Cosy-Krimi ist, stellenweise dennoch so anfühlt.

Man fühlt sich direkt in das ländliche Frankreich der Provence versetzt. Ein Naturkrimi mit Spannung, Witz, Dramatik und einem Kommissar in Höchstform.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Krimi mit Urlaubsflair und charmanten Charakteren

Gefährliche Aussicht
0

Eine Kommissarin in einem Mordfall, der ihr sehr nahegeht. Mit viel Urlaubsflair und liebevoll gezeichneten Charakteren hat mich dieser Kriminalfall erneut gut unterhalten.

Marie Mercier lebt bei ihrer ...

Eine Kommissarin in einem Mordfall, der ihr sehr nahegeht. Mit viel Urlaubsflair und liebevoll gezeichneten Charakteren hat mich dieser Kriminalfall erneut gut unterhalten.

Marie Mercier lebt bei ihrer Großtante Léonie auf deren Hof und ist ein herzlicher, familiärer, aber manchmal auch etwas ungeduldiger Charakter. Sie ermittelt leidenschaftlich gerne und versucht dabei, schnell zu den Fakten zu kommen. Doch gerade im beschaulichen Périgord ticken die Uhren etwas anders – was ihr im Grunde auch so gut an dieser Region gefällt.

Der Roman lebt von seinen Figuren und deren Eigenarten. Da ist Georges, der Gehilfe des Hofes, der mit seinen beiden Trüffelschweinen Joseph und Augustine ebenfalls dort lebt. Georges ist mein absoluter Lieblingsnebencharakter, und ich hatte ihn schon im ersten Band ins Herz geschlossen. Auch L éonies beste Freundin Rose hat ihre ganz besonderen Eigenheiten.

Die Geschichte entwickelt sich zunächst ruhig, um dann zunehmend an Fahrt aufzunehmen. Der Ermittlungsanteil ist zu Beginn und am Ende des Romans stark präsent, während er in der Mitte etwas abflacht. Insgesamt empfinde ich das Verhältnis zwischen Ermittlungen, Nebengeschichten und privaten Ereignissen jedoch als gut ausgewogen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, lebendig und angenehm zu lesen. Man taucht tief in die Region ein und erhält auch atmosphärisch ein sehr stimmiges Bild davon. Auch wenn ich bereits zur Mitte hin eine Vermutung hatte, ist der Fall keineswegs leicht zu durchschauen. Einige geschickt eingestreute Verdächtigungen sorgen beim Miträtseln für zusätzliche Spannung.

Ein Krimi mit liebevollen Charakteren, Kulinarik und sich langsam aufbauender Spannung, der weit mehr ist als nur eine gute Urlaubslektüre – der aber gleichzeitig große Lust auf Frankreich oder andere schöne Urlaubsregionen macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein viktorianischer Krimi mit süffisanten Elementen

Inspector Swanson und das Kabinett der Kuriositäten
0

Ein viktorianischer Krimi mit süffisanten Elementen über einen geradlinigen Ermittler, der mithilfe einer genialen Idee aus seinem persönlichen Umfeld zur Aufklärung des Falls beiträgt.

Chief Inspector ...

Ein viktorianischer Krimi mit süffisanten Elementen über einen geradlinigen Ermittler, der mithilfe einer genialen Idee aus seinem persönlichen Umfeld zur Aufklärung des Falls beiträgt.

Chief Inspector Donald Swanson hat mir als Figur sehr gut gefallen. Er besitzt Persönlichkeit und Ausstrahlung und zeigt trotz seines beruflich harten Alltags innerhalb seiner Familie eine ganz andere, ruhigere und liebevollere Seite. Besonders überzeugt hat mich die Konstruktion des Falls, der mit einigen geschickt platzierten Fallstricken zu überraschen weiß. Ich lag völlig auf der falschen Fährte und hatte andere Verdächtige im Blick, als sich am Ende die tatsächliche Lösung offenbarte.

Der Schreibstil des Autors ist sehr anschaulich und von einem süffisanten, leicht humorvollen Unterton geprägt. Es gelingt ihm, der Geschichte klare Konturen zu verleihen, ohne dabei zu ausschweifend zu werden – was mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist. Die Atmosphäre der gesamten Erzählung ist stimmig, und man kann sich als lesende Person wirklich in das London des Jahres 1896 hineinversetzen.

Das Ende ist interessant gestaltet. Ich war überrascht, aber auch ein wenig entsetzt über den gesamten Hintergrund der Geschichte. Insgesamt ein überzeugender Krimi, den ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere