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Veröffentlicht am 16.04.2026

Eine Geschichte wie aus dem echten Leben

Zwischen Abschied und Neubeginn
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Im Mai 1981 ist der Sommer in der Wesermarsch noch nicht angekommen. Die junge Hebamme Esther arbeitet mit ihrer erfahrenen Kollegin Luise in der Hebammenpraxis Storchennest in Eckwarden. Zur Zeit macht ...

Im Mai 1981 ist der Sommer in der Wesermarsch noch nicht angekommen. Die junge Hebamme Esther arbeitet mit ihrer erfahrenen Kollegin Luise in der Hebammenpraxis Storchennest in Eckwarden. Zur Zeit macht sie sich Sorgen um Luise, die ihr eine gute Freindin geworden ist. Die sonst so zuversichtliche und muntere Frau verzettelt sich immer öfter in düstere Gedanken und sieht überall Gefahren für die Mütter und ihre Babys, die sie betreut. Dazu kommen noch die werdenden Mütter, die Esther betreut. Auch da haben einige Probleme, die Esther natürlich bemerkt. Sie versucht neutral zu bleiben, was ihr manchmal sehr schwer fällt. Esthers Beziehung zu Stefan flackert wieder auf, doch als sich gerade alles zum Guten wendet, stiftet Birgit wieder Unfrieden. So sind viele Hürden zu überwinden, bis Esther einen Neubeginn wagen kann.

Mit dem zweiten Teil ihrer Hebammen-Saga hat Regine Kölpin wohl wieder den richtigen Nerv vieler Leserinnen getroffen. "Zwischen Abschied und Neubeginn" beschreibt das Jahr 1981 mit den Friedensdemonstrationen und dem Traum von einer gerechten Zukunft so echt, als wäre man dabei gewesen. Über die angestaubten Moralapostel dieser Zeit kann man heute nur noch schmunzeln, damals war das sicher nicht so einfach wegzulächeln. Wie immer beschreibt Regine Kölpin die Menschen so lebendig, daß man schnell mit ihnen vertraut wird. Dieses Buch ist eine Reise in die 1980er Jahre. Das ist eigentlich noch nicht so lange her und doch hat sich so viel verändert. Das wird einem beim Lesen erst richtig bewußt. Ich hoffe, man hört noch mehr von Esther und den Menschen in der Wesermarsch!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Wundervoller Ferienkrimi

Ein romantischer Tod
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Nahe des Wanderweges Sentiero Azzurro wird ein Wanderer tot aufgefunden. Er wurde während eines Picknickes von den Steinen einer jahrhundertealten Mauer erschlagen. Commissario Vito Grassi glaubt nicht ...

Nahe des Wanderweges Sentiero Azzurro wird ein Wanderer tot aufgefunden. Er wurde während eines Picknickes von den Steinen einer jahrhundertealten Mauer erschlagen. Commissario Vito Grassi glaubt nicht an einen Unfall. Der Tote, ein ehemaliger Polizist, war einem skrupellosen Geschäftsmann auf der Spur. Liegt hier das Mordmotiv?

"Ein romantischer Tod" von Andrea Bonetto ist ein richtig guter Ferienkrimi. Angesiedelt im wunderschönen Ligurien wird das Flair der Region sehr schön vermittelt. Landschaft und Charaktere werden sehr bildhaft beschrieben. Die Region wird hier lebendig, man erfährt von ihren Eigenheiten und ein wenig von ihrer Geschichte. Die Charaktere sind alle mit ihren speziellen Eigenarten versehen, haben Ecken und Kanten und sind richtige Unikate, die, so unterschiedlich sie sind, trotzdem perfekt zusammenpassen. Ihre Dialoge sorgen öfters für Lachtränen. Hier kommt etwas Humor ins Spiel. Man merkt hierbei jedoch, daß die kleinen Spitzfindigkeiten nie boshaft gemeint sind. Der Kriminalfall selbst wird auf ruhige Art gelöst. Action sucht man hier vergeblich, was mir sehr gut gefallen hat. Dieser Krimi ist perfekt zum Entspannen und Genießen!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Absolut authentisch und sehr spannend

Bulle bleibt Bulle
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Gerd Sehling hat seiner Frau Dörte nach seinem letzten Fall, den er schon als Pensionär als Rauschgiftfahnder gelöst hat, eine Städtetour versprochen. Dörte hat kurzerhand Barcelona gebucht, sehr zu Gerds ...

Gerd Sehling hat seiner Frau Dörte nach seinem letzten Fall, den er schon als Pensionär als Rauschgiftfahnder gelöst hat, eine Städtetour versprochen. Dörte hat kurzerhand Barcelona gebucht, sehr zu Gerds Missfallen. Bereits am Flughafen kann er seine Spürnase nicht mehr zügeln, denn er trifft auf den Dealer Steven, der eigentlich in Haft sitzt, nun jedoch mit Frau und Kind ebenfalls nach Barcelona in den Urlaub fliegt. Zufällig wohnen alle fünf im gleichen Hotel. Für Gerd ist es vorbei mit der Erholung! Bei seinen Ermittlungen gerät er mitten in ein Netzwerk aus Dealern, Kurieren und Hintermännern, gerät selbst in Gefahr und er lernt, daß manchmal hinter einer Fassade ein ganz anderer menschlicher Kern steckt, als erwartet.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Krimi mit Tiefgang

Die Totenklägerin
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Matilda Rizzo ist Trauerrednerin und nebenbei Ermittlerin im Namen der Toten. Sie wird von der 12jährigen Jackie damit beauftragt, für eine tote Bekannte die Trauerrede zu halten und hinter die Kulissen ...

Matilda Rizzo ist Trauerrednerin und nebenbei Ermittlerin im Namen der Toten. Sie wird von der 12jährigen Jackie damit beauftragt, für eine tote Bekannte die Trauerrede zu halten und hinter die Kulissen zu schauen. Matilda merkt schnell, daß sie bei ihren Recherchen auf ein Netz aus Abhängigkeit, Schweigen und Schuld geraten ist. AlteWunden brechen auf, auch aus ihrer eigenen Vergangenheit...

Greta Jung konfrontiert ihre Leser in ihrem Krimi "Die Totenklägerin - Nichts ist vergessen" mit einem Thema, das zum Nachdenken anregt. Welches es ist, verrate ich hier nicht, denn dies würde dem Krimi einiges an Spannung nehmen. Mich hat die Auflösung jedenfalls sehr erschreckt und noch lange nachdenklich gemacht. Greta Jung schreibt dabei sehr locker, so daß die Handlung nicht allzu schwermütig wird. Ihr gelingt es sehr gut, das kleine Dorf Reuth und seine Bewohner bildhaft und authentisch darzustellen. Das Mißtrauen der Dorfgemeinschaft gegenüber Matilda wird greifbar und man spürt es überdeutlich. Dabei gefällt mir Matilda ausgesprochen gut. Sie läßt sich nicht unterkriegen und hat immer eine passende Antwort parat. Dabei trägt sie selbst ihr Päckchen und hat mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Ich mußte mich zwar erst an ihre Art gewöhnen, aber ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Dieser Krimi beinhaltet keine Knalleffekte, sondern lebt von seiner düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre. Wer es ruhiger mag, ist hier genau richtig! Mir hat er sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

So viel mehr als ein Krimi

Schroffe Klippen
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Irmi Mangold reist nach Irland, da ihre Mitbewohnerin Luise Hilfe braucht. Eine junge Frau wird tot in der Gischt am Fuße schroffer Klippen gefunden. Luise kannte die Frau und glaubt nicht an einen Unfall. ...

Irmi Mangold reist nach Irland, da ihre Mitbewohnerin Luise Hilfe braucht. Eine junge Frau wird tot in der Gischt am Fuße schroffer Klippen gefunden. Luise kannte die Frau und glaubt nicht an einen Unfall. Irmis Spürnase wird geweckt, als sie erfährt, daß auch die Tochter des Opfers spurlos verschwunden ist. Gemeinsam mit Student Malcolm beginnt sie zu ermitteln und stößt auf viele Verdächtige. Die Spuren reichen bis zu skrupellosen Greyhound-Züchtern. Ein schwer verletzter Flüchtling mitten in einem mystischen Steinkreis wirft weitere Fragen auf....

Mit "Schroffe Klippen" schickt Nicola Förg ihre sympathische Hobbydetektivin Irmi Mangold nach Irland. Dieser Fall hat es wieder in sich. Nicht nur, daß er ohnehin wieder spannend daherkommt und man richtig gut und voller Begeisterung mit Irmi und Malcolm ermittelt, es geht auch wieder um den Tierschutz. Diesmal nimmt sich Nicola Förg der Wettsucht der Irländer an - und dem daraus resultierenden Leiden der Greyhounds. Es ist erschreckend, was diese Menschen den Hunden antun, welche Machenschaften und Verbindungen dahinter stecken. Dies spielt mit in den Fall hinein. Trotz dieser wichtigen Aufklärungsarbeit schafft es Nicola Förg den Krimi selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Dies mag ich an ihren Krimis so sehr - man erhält spannende Fälle und bekommt ohne mahnend erhobenen Zeigefinger viele Informationen zu Tierschutzthemen, die unter die Haut gehen und nachwirken. Dieser Krimi ist, wie die ganze Serie, absolut lesenswert!

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