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Norbi_liest

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2026

Zwischen Nähe und Entfernung

Fast ein Leben
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Kiran Millwood Hargrave erzählt in diesem Roman nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern zugleich ein intensives Porträt zweier Menschen, die über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden bleiben. Die Handlung ...

Kiran Millwood Hargrave erzählt in diesem Roman nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern zugleich ein intensives Porträt zweier Menschen, die über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden bleiben. Die Handlung beginnt im Paris der späten siebziger Jahre und entwickelt sich danach über viele Jahre hinweg weiter, ohne jemals an emotionaler Wirkung zu verlieren.
Besonders gelungen ist die Art, wie gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Lebenswege ineinandergreifen. Die politischen Veränderungen, die Atmosphäre der einzelnen Jahrzehnte und die Herausforderungen des jeweiligen Zeitgeists fließen ganz selbstverständlich in die Geschichte ein. Dadurch wirkt der Roman glaubwürdig und vielschichtig.
Erica und Laure stehen dabei weniger für eine klassische Romanze als vielmehr für die Frage, wie sehr bestimmte Begegnungen das eigene Leben prägen können. Beide Figuren bleiben angenehm unperfekt. Ihre Zweifel, ihre Unsicherheiten und ihr Schweigen machen sie menschlich und nahbar.
Der Schreibstil wirkt ruhig und anspruchsvoll, zugleich aber sehr zugänglich. Viele Passagen entfalten ihre Wirkung erst zwischen den Zeilen. Besonders die stillen Szenen und unausgesprochenen Gefühle hinterlassen Eindruck. Trotz des Umfangs bleibt die Geschichte fesselnd, weil die Autorin ihren Figuren Raum zur Entwicklung gibt. Manche Kapitel wirken beinahe wie Momentaufnahmen eines ganzen Lebens und genau darin liegt die Stärke dieses Romans.
Mich hat vor allem beeindruckt, wie fein hier über verpasste Möglichkeiten, Sehnsucht und Erinnerung geschrieben wird. Ein kluger, atmosphärischer Roman, der lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Wollige Ermittlungen

Widdersehen
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Schon das Cover wirkt wie eine liebevolle Einladung zurück nach Glennkill, wo die Schafe erneut im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kriminalfalls stehen. Die vertraute Herde rund um Miss Maple kehrt voller ...

Schon das Cover wirkt wie eine liebevolle Einladung zurück nach Glennkill, wo die Schafe erneut im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kriminalfalls stehen. Die vertraute Herde rund um Miss Maple kehrt voller Erwartungen auf ihre alte Weide zurück, doch die Idylle aus der Erinnerung zeigt schnell Risse. Fremde Schafe, ein veränderter Ort und eine spürbar seltsame Atmosphäre lassen die Rückkehr alles andere als heimelig wirken. Als dann auch noch die Schäferin Rebecca verschwindet und ein verstörender Hinweis im Schäferwagen zurückbleibt, kippt die Stimmung endgültig ins Rätselhafte. Die Geschichte entfaltet sich mit einer Mischung aus feinem Humor und unterschwelliger Spannung, die sich leise steigert. Besonders reizvoll bleibt der Blick aus der Perspektive der Schafe, die menschliche Geschehnisse mit entwaffnender Logik deuten. Charakterlich überzeugt erneut die Vielfalt der Herde, allen voran die kluge Miss Maple und die charmant eigenwillige Madouc. Der Schreibstil wirkt leicht, bildhaft und voller liebevoller Wortspielereien, die immer wieder ein Schmunzeln hervorrufen. Auch die irische Kulisse wird atmosphärisch eingefangen und trägt viel zur besonderen Stimmung bei. Die Handlung bleibt dabei eher gemütlich als rasant, lebt aber von ihrer Idee und den Figuren. Kleine humorvolle Spitzen lockern ernste Momente gekonnt auf. Im Verlauf entsteht ein warmes, beinahe vertrautes Lesegefühl, das sich langsam entfaltet.
Im Fazit überzeugt der Roman als liebevoller, humorvoller Cozy Crime, der mit origineller Perspektive und warmem Erzählton vor allem durch seine besondere Atmosphäre glänzt.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Feuer, Mut und eine verborgene Welt

Lucia 1. Flüsterin der Flammen
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Schon das Cover zieht mit seinen warmen Farben und dem stimmungsvollen Farbschnitt sofort in den Bann. Es vermittelt Magie, Feuerkraft und Abenteuer und passt wunderbar zur Atmosphäre der Geschichte.
Im ...

Schon das Cover zieht mit seinen warmen Farben und dem stimmungsvollen Farbschnitt sofort in den Bann. Es vermittelt Magie, Feuerkraft und Abenteuer und passt wunderbar zur Atmosphäre der Geschichte.
Im Mittelpunkt steht die dreizehnjährige Lucia, deren Leben sich schlagartig verändert, als sie entdeckt, dass in ihr eine verbotene Feuermagie erwacht. Was zunächst rätselhaft wirkt, entwickelt sich rasch zu einer ernsten Bedrohung, die sie zwingt, ihre vertraute Welt hinter sich zu lassen. Ihre Flucht führt Lucia nach Flammaris, einem ehemaligen Feuerland voller Magie, Feuerwesen und dunkler Geheimnisse. Die Verbindung aus realem Schauplatz und fantastischer Parallelwelt ist besonders gelungen und verleiht der Handlung eine glaubwürdige Tiefe. Flammaris wirkt geheimnisvoll, stellenweise düster, aber zugleich voller Hoffnung und Möglichkeiten.
Lucia ist eine starke, zugleich sehr nahbare Hauptfigur, deren Zweifel, Mut und Entwicklung gut nachvollziehbar dargestellt werden. An ihrer Seite steht der Feuersalamander Yuki, der mit Wärme, Humor und Loyalität für emotionale Ausgeglichenheit sorgt. Auch der Eisjunge überzeugt als ruhiger, geheimnisvoller Begleiter, dessen Zurückhaltung und innere Konflikte ihn sympathisch machen und einen spannenden Gegenpol zu Lucias Feuermagie bilden.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr atmosphärisch. Magische Wesen, Prüfungen und Begegnungen entstehen lebendig vor dem inneren Auge und machen das Eintauchen in die Geschichte leicht. Die Handlung bleibt dabei stets altersgerecht, ohne an Spannung zu verlieren.
Im Fazit bleibt ein starker und magischer Reihenauftakt in einer besonderen Welt mit sympathischen Figuren. Das offene Ende macht große Lust darauf, Lucias Weg weiterzuverfolgen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein Sommer voller Selbstfindung

Little Hollywood
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Der Roman begleitet Leonie, genannt Leo, nach dem Abi auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden, zwischen familiären Verpflichtungen und der Sehnsucht nach einem eigenen Leben. Die Figuren wirken lebendig und ...

Der Roman begleitet Leonie, genannt Leo, nach dem Abi auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden, zwischen familiären Verpflichtungen und der Sehnsucht nach einem eigenen Leben. Die Figuren wirken lebendig und nahbar, besonders Leo, Jo und ihr kleiner Bruder Ben, deren Beziehungen von Zuneigung, Unsicherheit und ersten Gefühlen geprägt sind. Auch Nebenfiguren wie die Mutter oder Theo fügen sich stimmig in die Geschichte ein, selbst wenn sie etwas im Hintergrund bleiben. Die 90er-Jahre-Atmosphäre wird durch die Videothek „Little Hollywood“, Musik und Filmzitate sehr stimmungsvoll eingefangen und weckt eine angenehme Nostalgie.
Der Schreibstil ist leicht und fließend, zugleich aber auch gefühlvoll und bildhaft, sodass man sich gut in die Szenen hineinversetzen kann. Die Handlung lebt weniger von großen Wendungen, sondern vielmehr von leisen Momenten, inneren Konflikten und kleinen Entwicklungen. Gerade diese ruhige Erzählweise sorgt für eine authentische und greifbare Stimmung. Leos Weg, ihren Platz im Leben zu finden, steht dabei klar im Mittelpunkt.
Auch wenn am Ende nicht alle Fragen vollständig beantwortet werden und einige Entwicklungen etwas offen bleiben, entsteht ein insgesamt stimmiger Eindruck. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre Atmosphäre, die Figuren und die sanfte Entwicklung der Ereignisse. Es ist ein einfühlsamer Coming-of-Age-Roman, der die Unsicherheiten und Entscheidungen dieser Lebensphase gut einfängt und Raum für eigene Gedanken lässt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zwischen Humor und leiser Erkenntnis

Einatmen. Ausatmen.
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Die Gestaltung des Covers mit seinen sanften Naturbildern wirkt ruhig und fast meditativ und greift damit die Grundstimmung des Romans sehr schön auf. Erzählt wird von Marlene, die beruflich fast alles ...

Die Gestaltung des Covers mit seinen sanften Naturbildern wirkt ruhig und fast meditativ und greift damit die Grundstimmung des Romans sehr schön auf. Erzählt wird von Marlene, die beruflich fast alles erreicht hat und dennoch an sich arbeiten soll, ausgerechnet in einem Achtsamkeitsseminar. Die Grundidee ist unterhaltsam und bietet viel Raum für humorvolle und zugleich nachdenkliche Situationen.
Besonders die Dynamik zwischen Marlene und Alex sorgt für Spannung, da beide auf ihre Weise mit eigenen Unsicherheiten kämpfen. Auch die Nebenfiguren bringen frischen Wind hinein und setzen kleine, oft überraschende Impulse. Manche von ihnen bleiben stärker im Gedächtnis als die eigentliche Handlung.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und lässt sich mühelos lesen. Vor allem die ironischen Spitzen und die Beobachtungen des Alltags machen großen Spaß. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte ernster und bewegt sich stärker in Richtung Selbstfindung, was nicht immer ganz ausgewogen wirkt.
Einige Entwicklungen erscheinen etwas vorhersehbar oder zu schnell erzählt, dennoch bleibt die Geschichte durchgehend unterhaltsam. Die Mischung aus überspitzten Szenen und ruhigeren Momenten funktioniert größtenteils gut.
Der Roman bietet keine tiefgehende Analyse, trifft aber immer wieder kleine, wahre Gedanken über das Leben.
So entsteht eine angenehme, kurzweilige Lektüre, die nicht perfekt ist, aber viele schöne Momente bereithält. Insgesamt eine warme, lesenswerte Geschichte, die mit vier von fünf Sternen bewertet wird.

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