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Veröffentlicht am 12.04.2026

Tödliche Bienenstiche

Tödliches Déjà-vu
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In der Provence verschwinden auf rätselhafte Weise die Bienen. Selbst der Lavendelgarten von Commissaire Campanard bleibt leer. Es ist unerklärlich. Die exzentrische Bioimkerin Monique Gaillard kämpft ...

In der Provence verschwinden auf rätselhafte Weise die Bienen. Selbst der Lavendelgarten von Commissaire Campanard bleibt leer. Es ist unerklärlich. Die exzentrische Bioimkerin Monique Gaillard kämpft um ihre Lieblinge und schlägt Alarm, beschuldigt ständig Unbekannte ohne Beweise und stört das öffentliche Leben in Grasse. Campanard ist fasziniert von ihrer ungewöhnlichen Nähe zu den Bienen. Ohne Schutzkleidung können sich die Bienen auf ihr niederlassen, ohne dass sie gestochen wird. Doch kurz darauf wird sie mit Stichen ihrer eigenen Bienen tot aufgefunden. Für Commissaire Campanard wirkt das wie eine Wiederholung eines alten, ungeklärten Falls.

"Tödliches Déjà-Vu ist Band 3 der Reihe rund um Commissaire Campanard. Man muss die Vorgänger nicht zwingend kennen, doch wie bei den meisten Reihen empiehlt es sich die vorherigen Bände zu kennen, denn die Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt – Olivier, Linda und Campanard. Das sorgt für Abwechslung, hält die Spannung und verleiht zusätzlich Tiefe. Der Kriminalfall selbst überzeugt mit einem stimmigen Spannungsbogen. Der ungewöhnliche Tod durch Bienenstiche wirft sofort Fragen auf, wie und warum es dazu kommen konnte.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, leicht und stellenweise herrlich humorvoll. Die Spannung wird mit kleinen humoristischen Momenten aufgelockert, ohne dass die Ernsthaftigkeit des Falls verloren geht. Insbesondere die Hauptfigur Campanard sorgt immer wieder für einen Schmunzler. Mit seiner warmherzigen und leicht schrulligen Art bleibt er sofort im Gedächtnis. Er ist eine dieser Figuren, an die man sich noch lange erinnert. Es hat einfach etwas Menschliches.

Die Charaktere kennt man bereits aus den Vorgängerbänden, dennoch erfährt man immer wieder Neues über ihre Vergangenheit. Kleine Geheimnisse, alte Wunden, rätselhafte Andeutungen. Das macht sie authentisch, menschlich und greifbar. Besonders Olivier, der zuvor eher blass blieb, bekommt in diesem Band deutlich mehr Kontur.

Durch die bildhaften Beschreibungen wirken die Szenen so lebendig und man das Provence-Flair fast spürt. Lavendelduft, warme Luft, mediterrane Farben, die Orte - alles entsteht vor dem inneren Auge. Diese tolle Atmosphäre und Kulisse trägt die Handlung.

Mein Fazit:
Ein atmosphärischer Provence‑Krimi mit Humor, Herz und einem ungewöhnlichen Fall. Besonders Campanard bleibt mit seiner warmherzigen Art im Gedächtnis, während der ungewöhnliche Fall bis zum Schluss fesselt. Auf jeden Fall perfekt für Zwischendurch und sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Verschwunden im Moor

Moorland. Die Zwillinge
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Die 18‑jährigen Zwillinge Nike und Jana verschwinden spurlos im nebligen Moor. Trotz intensiver Suche findet man nur ihre Kamera. Kurz darauf tauchen plötzlich beunruhigende Videos von Jana auf TikTok ...

Die 18‑jährigen Zwillinge Nike und Jana verschwinden spurlos im nebligen Moor. Trotz intensiver Suche findet man nur ihre Kamera. Kurz darauf tauchen plötzlich beunruhigende Videos von Jana auf TikTok auf. Kommissarin Malia Gold nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf ein Netz aus Lügen, das die eingeschworene Dorfgemeinschaft um jeden Preis schützen will. Während sie versucht, die Mädchen zu finden, wird sie zudem gezwungen, sich den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.

"Moorland - Die Zwillinge" ist der Auftakt in eine neue Thriller-Reihe mit der Kommissarin Malia Gold.

Der Einstieg in die Handlung erforderte ein wenig mehr Konzentrationsleistung, weil viele Figuren mit ihren Namen auf einmal auftauchen. Da musste man sich recht konzentrieren, um nicht durcheinanderzukommen. Nachdem sich aber alles gesetzt hat und man wusste wie man die Figur einzuordnen hat, entfaltet die Handlung ihre ganze Kraft. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Diese sorgen dafür, dass man immer wieder neue Puzzleteile bekommt und gleichzeitig ständig neue Fragen auftauchen.

Durch den bildgewaltigen Schreibstil, der sich zudem wie gewohnt flüssig lesen lässt und einen ans Buch fesselt, wurde eine düstere und teilweise gruselige Atmosphäre geschaffen. Das Setting aus Nebel, Moor und nächtlichen, winterlichen Szenen schafft es das alles unheimlich wirkt. Man spürt beim Lesen förmlich die Kälte und die Feuchtigkeit.

Der Fall selbst ist clever aufgebaut. Es ist so voller Wendungen, falscher Fährten und Momente, in denen man sicher ist, die Lösung zu kennen, und dann im nächsten Moment doch wieder auf dem Holzweg zu sein. Die Cliffhanger am Ende vieler Kapitel verleiten einen dazu immer weiterzulesen und somit entwickelt sich eine Sogwirkung.

Sehr gut gelungen fand ich die Dialoge zwischen den einzelnen Figuren. Sie wirken so lebendig und authentisch, dass man das Gefühl hat, direkt daneben zu stehen. Dadurch entsteht eine Nähe zu den Figuren und sie werden greifbarer.

Die Hauptprotagonistin Malia wirkt anfangs undurchsichtig, fast verschlossen, und man merkt schnell, dass sie ihre eigenen Geheimnisse mit sich herumträgt. Stück für Stück erfährt man mehr über ihre Vergangenheit und vor allem über das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter. Diese private Ebene verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und Spannung. Außerdem macht es neugierig auf die Fortsetzung der Reihe, weil alles geklärt ist noch nicht.

Mein Fazit:
Dieser Thriller konnte mich wieder absolut fesseln. Die unheimliche Atmosphäre und die vielen Cliffhänger, wo man denkt "nur noch ein Kapitel" haben dafür gesorgt, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Ein absoulter Pageturner und natürlich ein MUSS zu lesen für alle Winkelmann-Fans.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Luisas Vergangenheit

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff erkennt auf einer Vermisstenmeldung die Frau wieder, die einst an ihrer eigenen Entführung beteiligt war. Sie wendet sich an die Münchener Polizei und trifft auf Kommissar ...

Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff erkennt auf einer Vermisstenmeldung die Frau wieder, die einst an ihrer eigenen Entführung beteiligt war. Sie wendet sich an die Münchener Polizei und trifft auf Kommissar Ramin Brunner, der gerade dabei ist eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen. Durch ihr eidetisches Gedächtnis bringt Luisa die Ermittler auf die Spur ihres damaligen Entführers. Doch neue Hinweise stellen alles infrage. Luisa wird als externe Beraterin an dem Fall eingebunden. Während Zweifel wachsen, gerät Luisa selbst ins Visier, weil ein entscheidendes Detail übersehen wurde.

"Ungelöst - Die erste Zeugin" ist der Auftakt in eine neue Cold-Case-Reihe. Bei diesem ersten Band handelte es sich allerdings noch nicht unbedingt um einen alten ungelösten Fall, sondern es wurde ein alter Fall mit neuen Vermisstenfällen verknüpft.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt und ist geprägt von falschen Fährten sowie unerwarteten Twists. Das sorgt für eine Unsicherheit und dass man ständig alles in Frage stellt. Man hinterfragt die Figuren. Wem kann man trauen? Welche Figur zeigt ihr wahres Gesicht? Dieses Spiel mit Vertrauen und Misstrauen zieht sich durch die Handlung und verleiht der Story seinen besonderen Sog. Zudem sind die Kapitelenden immer wieder von Cliffhängern geprägt, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Sehr interessant ist das ungewöhnliche Duo: Ermittler Ramin Brunner und Medizinstudentin Luisa Menkoff. Zwei völlig unterschiedliche Welten aus beruflicher Sicht, aber sie harmonieren überraschend gut und sind beide richtig sympathisch. Luisas eidetisches Gedächtnis ist faszinierend, wie sie sich an alles erinnern kann. Ich bin sehr gespannt, wie das in zukünftigen Fällen noch eingesetzt werden kann.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und fesselnd. Die bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte, Protagonisten sowie der Handlung sorgen für eine düstere Atmosphäre.

Mein Fazit:
Ein packender Auftakt in eine neue Serie. Die Kombination aus Kommissar und Medizinstudentin ist sehr ungewöhnlich und ich bin sehr neugierig wie es sich in der Fortsetzung der Reihe entwickeln wird. Eine klare Leseempfehlung für dieses Buch und ein Muss für alle Strobel-Fans.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Flucht aus Endlock

To Cage a Wild Bird
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Ravens Bruder landet im grausamen Gefängnis Endlock. Dort werden die Gefangenen nicht nur bestraft, sondern dort dürfen reiche Bürger die Gefangenen auch jagen und töten. Um ihren Bruder zu beschützen ...

Ravens Bruder landet im grausamen Gefängnis Endlock. Dort werden die Gefangenen nicht nur bestraft, sondern dort dürfen reiche Bürger die Gefangenen auch jagen und töten. Um ihren Bruder zu beschützen und ihn zu retten, lässt sich Raven selbst einsperren und kämpft ums Überleben. Als Kopfgeldjägerin ist sie aber immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt. Sie bekommt Hilfe, aber ausgerechnet von dem Wachmann Vale. Doch sie weiß nicht, ob sie ihm trauen kann oder ob er Teil des Systems ist, was sie verabscheut.

"To Cage a Wild Bird" ist Band 1 mit der Kopfgeldjägerin Raven Thorne. Die Story hat mich stellenweise ein wenig an Maze Runner erinnert, bei dem Jugendliche in einer feindlichen Umgebung ums Überleben und Entkommen kämpfen.

Eine atmosphärische dichte, bildgewaltige Dystopie, die mich sofort gepackt hat. Das Setting ist toll gewählt. Die Welt von Dividium, mit ihrer Dreiteilung und dem grausamen Gefängnis Endlock, wirkt unglaublich lebendig und bedrückend zugleich. Besonders die Jagd- und Kampfszenen in Endlock sind intensiv, temporeich und definitiv nichts für schwache Nerven. Bei den Szenen habe ich so richtig mitgefiebert und gezittert.

Die Handlung wird vollständig aus der Sicht von Raven erzählt. Raven ist eine starke, aber nicht unverwundbare Protagonistin. Die Motivation und Liebe zu ihrem Bruder ist jederzeit greifbar. Ihre Ängste, ihr Kampfgeist und ihre Verletzlichkeit machen sie zu einer Figur, mit der man unmittelbar mitfühlt. Bei jeder Entscheidung, jedem Rückschlag und jeder Verletzung fühlt man unmittelbar mit. Die anderen Charaktere neben Raven sind ebenfalls stark gezeichnet.

Zwischen all der Brutalität und dem Überlebenskampf findet sich eine Liebesgeschichte, die genau das richtige Maß einnimmt. Sie ist präsent, aber nie dominant. Die Flucht, die Jagd und Ravens Überlebenskampf bleiben stets im Vordergrund, während die romantischen Momente die Figuren abrunden, ohne die Spannung zu bremsen.

Mein Fazit:
Es ist eine atmosphärische, bildstarke und packende Dystopie, die durch eine starke Protagonistin, ein brutales Setting und ein hohes Tempo überzeugt. Die Mischung aus Survival, Action, Gefühl und Mystery funktioniert hervorragend. Der fiese Cliffhanger am Ende des Buches sorgt dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

KI-Gefahr

Dorn. Ruf der Toten
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Der Kriminalpsychologe Simon Dorn lebt weiter zurückgezogen in seinem verlassenen Hotel in Bad Gastein. Er wird von einer unbekannten Online-Klientin kontaktiert. Doch diese Frau ist bereits seit Wochen ...

Der Kriminalpsychologe Simon Dorn lebt weiter zurückgezogen in seinem verlassenen Hotel in Bad Gastein. Er wird von einer unbekannten Online-Klientin kontaktiert. Doch diese Frau ist bereits seit Wochen tot, verdurstet neben einem Computer, auf dem eine KI in ihrem Namen weitergeschrieben hat. Dorn erinnert sich an einen alten, jahrelang zurückliegenden Fall und zieht eine Parallele. Bei dem alten Fall hat der Täter seine Opfer qualvoll verdursten lassen, wurde jedoch nicht geschnappt. Die Kriminalpolizistin Lea Wagner nimmt die Spur wieder auf. Während sie versuchen den zurückgekehrten Mörder zu stoppen, arbeitet Dorn weiterhin heimlich an seinem verlassenen Hotel, der er in ein Archiv ungelöster Mordfälle verwandelt hat.

"Dorn. Ruf der Toten" ist der zweite Band der Reihe mit Simon Dorn und Lea Wagner. Dieser Band lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch ist es, wie bei allen Reihen, den Vorgänger zu kennen, um eine bessere Verknüpfung zu Dorn und Lea Wagner herzustellen.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven im Wechsel erzählt, was für Tempo und Dynamik sorgt. Es bleibt durch den fesselnden und flüssig lesbaren Schreibstil konstant spannend. Die Kapitelenden mit den Cliffhänger sind kleine Fallen, sodass man immer zum Weiterlesen animiert wird.

Das Setting mit Dorns verkommenen Hotel in Bad Gastein wurde sehr bildhaft beschrieben und überzeugt dadurch. Es wurde so bildhaft beschrieben, dass man die bröckelnden Wände, die Kälte und das Echo der Vergangenheit beinahe spüren kann.

Die beiden Hauptfiguren bleiben interessant, auch wenn Dorn für mein Empfinden dieses Mal ein wenig zu kurz gekommen ist. Simon Dorn ist ein sehr interessanter Charakter. Er ist ein typische Eigenbrötler und lebt sehr zurückgezogen in seinem Hotel. Gegen seinen Willen hat er Leas Bruder, der Probleme hat, einen Unterschlupf gewährt. Die Szenen zwischend en beiden sind recht humorvoll und lockern die düstere Atmosphäre etwas auf.
Lea Wagner hingegen ist impulsiv. Sie ist eigensinnig, spontan und bereit, weiter zu ermitteln, obwohl sie es eigentlich nicht dürfte. Ihre Entscheidungen entstehen oft aus dem Bauch heraus, was sie einerseits menschlich macht, andererseits aber auch für zusätzliche Spannung sorgt.

Das KI‑Thema ist überraschend gut eingebunden und zeigt, wie manipulierend und gefährlich Technologie werden kann. Am Ende werden alle offenen Fragen geklärt und ein fieser Cliffhänger macht neugierig auf eine Fortsetzung.

Mein Fazit:
Der Mix aus düsterer Stimmung, moderner Thematik und packenden Cliffhangern sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte und am Ende durch einen fiesen Cliffhänger neugierig auf Band 3 macht. Ich vergebe diesem Teil eine klare Leseempfehlung und möchte unbedingt wissen wie es mit Dorn weitergeht.

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