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Veröffentlicht am 13.04.2026

Opfer und Täterin zugleich

Noch fünf Tage
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Die Thematik dieses Thrillers ist herausragend: Ein Wettlauf mit der Zeit bis zum eigenen Ende! Dafür ist der Titel genau treffend, und auch das Cover mit der schweizer Bergwelt und einem unheilsvoraussagenden, ...

Die Thematik dieses Thrillers ist herausragend: Ein Wettlauf mit der Zeit bis zum eigenen Ende! Dafür ist der Titel genau treffend, und auch das Cover mit der schweizer Bergwelt und einem unheilsvoraussagenden, düsteren Himmel führt gut in die Problematik ein.
Inhaltlich geht es um die Spitzenköchin Lis, die von London aus das traumhafte Angebot einer schweizer Milliardärsfamilie erhält, als Köchin für sie tätig zu sein. Das von Lis zubereitete exklusive Silvesterdinner wird mit Plutonium vergiftet, und die vierköpfige Familie Harman stirbt. Da sie nur abgeschmeckt hat, bleiben Lis noch 5 tage bis zu ihrem unausweichlichen Tod. Sie wird als Mörderin verdächtigt, aber sie versucht, im Krankenhaus der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Wer steckt hinter der Tat? Liegt das Mordmotiv in der Vergangenheit der Superreichen? Besonders herzzerreißend ist ihre Sorge um ihre zwölfjährige Tochter Cosima, die sie auf keinen Fall dem alkoholkranken leiblichen Vater überlassen will. Die Krankenschwester Esme hilft ihr zum Glück bei ihrer Recherche.
Die letzten fünf Tage der Protagonistin beschreibt die Autorin auf sehr individuelle und ungewöhnliche Weise. Vor jedem Kapitel steht jeweils die Zeitangabe einer elektrischen Uhr, so daß die Spannung mit jeder Minute steigt. Lis erzählt in Rückblenden aus ihrer Sicht, dabei werden die einzelnen Familienmitglieder der neurotischen Familie Harman beleuchtet, ebenso wie ihr eigenes Leben, und vermeintliche Freunde und Feinde.
Lis wird als liebevolle Mutter charakterisiert, was eine Identifikation leicht macht, das hat mir besonders gut gefallen, besonders, da es herzzerreißend ist, dass sie ihr Ende vor Augen hat.
Sprachlich flüssig und anspruchsvoll, beginnt der Thriller rasant, und der Spannungsbogen hält bis zum Schluss an. Ich hatte auf ein anderes Ende gehofft, jedoch läßt die Logik nur diesen Schluss zu.
Ich würde das Buch Personen empfehlen, die Spannung mit vielen interessanten Details suchen, allerdings müssen sie auch verkraften, wie hier das Schicksal zugeschlagen hat.

Veröffentlicht am 05.04.2026

Aufbruch in ein neues Leben

Mirabellentage
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Mit “Mirabellentage“ hat die Autorin, Martina Bogdahn, ihren zweiten Roman lanciert, der mit einem schönen Cover aufwartet. Ihr ruhiger und sehr atmosphärischer Schreibstil lässt uns das kleine katholischen ...

Mit “Mirabellentage“ hat die Autorin, Martina Bogdahn, ihren zweiten Roman lanciert, der mit einem schönen Cover aufwartet. Ihr ruhiger und sehr atmosphärischer Schreibstil lässt uns das kleine katholischen Dorf in Bayern, wo sich die Handlung abspielt, vor unserem geistigen Auge entstehen. Sie kann perfekt ein Gefühl von einfachem, beschützten Leben in der Heimat evozieren und schafft einen interessanten Aufbau durch die kleinen Episoden aus der Gegenwart und der Vergangenheit, die sie aus ihrer Perspektive in der Ich-Form erzählt. Dabei spielt die Einengung in einer katholischen Gemeinde eine wichtige Rolle, wobei ich, Protestant aus dem Norden, oftmals heftig lachen musste, denn sie bringt ihre Beobachtungen humorvoll und auch mit wenigen Tabus an den Leser.
Ihre freche Art ist total sympathisch und passt zu ihrer aufopfernden Tätigkeit als Haushälterin des Dorfpfarrers, den sie seit Kindertagen kennt. Als dieser mit 57 Jahren plötzlich verstirbt, gerät ihr einfaches Leben ins Wanken, denn es kommt ein neuer junger Pfarrer aus dem hohen Norden, der Plattdeutsch spricht (erneut ein Schmunzeleffekt!). Wird er sie noch benötigen? Neben der Organisation der Beerdigung hat sie Pfarrer Josef noch einen letzten Wunsch zu erfüllen, deshalb macht sie sich auf an die Nordsee. Was sie dort wohl vorhat?
Sie hat ihre Gemeinde noch nie verlassen und denkt in der ganz anderen Umgebung über ihr Leben nach. Wird sie ihren Lebensstil verändern und sich eventuell ihrem Jugendschwarm zuwenden? Oder wird sie weiterhin Erfüllung darin finden, zahllose Gläser Mirabellenmarmelade ( daher der Titel “Mirabellentage“) einzukochen und den Wünschen anderer Menschen in Blumfeld zu entsprechen?
Mit vielen traurigen, komischen und auch berührenden Begebenheiten hat Martina Bogdahn uns in ein tolles Setting katapultiert, das ein Kontrapunkt ist zu der modernen, hektischen Welt in der Stadt.
Mir hat die witzige und unkonventionelle Art der Protagonistin sehr gefallen und mich zu einer Bayernreise motiviert, was ich allen Lesern empfehlen kann, die einen malerischen, ruhigen, humorvollen Sommerroman dort lesen wollen.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Humorvoller Krimi vor atmosphärischer Kulisse

39 Grad Mord
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Elke Ranzinger hat den Krimi “ 39 Grad Mord“ von Jenny Lund Madsen aus dem Dänischen stimmungsvoll und flüssig übersetzt, wobei auch die umgangssprachlichen Elemente gut getroffen wurden.
Das Cover passt ...

Elke Ranzinger hat den Krimi “ 39 Grad Mord“ von Jenny Lund Madsen aus dem Dänischen stimmungsvoll und flüssig übersetzt, wobei auch die umgangssprachlichen Elemente gut getroffen wurden.
Das Cover passt gut zum sommerlichen Setting des Werkes und unterstreicht den Titel perfekt. Man spürt förmlich die flirrende Hitze und den Staub auf Sizilien durch den rasanten Erzählstil, unterstrichen durch die kurzen Kapitel, wodurch eine flüssige Lektüre gewährleistet ist, egal, ob man selbst im Urlaub am Strand liegt oder sich nur in die stimmungsvolle Urlaubsatmosphäre hineinversetzt.
Die Protagonistin, Hannah Krause – Bendix, hat nach diversen recht erfolglosen Romanen, einen Krimihit gelandet und wird nun von ihrem Lektor bedrängt, möglichst bald einen Nachfolgeband zu produzieren, aber sie befindet sich in einer Schreibkrise, bedingt durch Liebeskummer und wenig Anerkennung als seriöse Schriftstellerin, denn man will sie in die Ecke einer Frauenkrimischriftstellerin verfrachten. Sie wird nach Sizilien geschickt, um dort ihre Schaffenskrise zu überwinden.
Madsen präsentiert uns keine klassische Sympathieträgerin. Sie will sich nicht einvernehmen lassen, nörgelt, ist sehr selbstgerecht und trinkt. Aber ihre Persönlichkeit ermöglicht ihr den Kampf gegen die Verdächtigung, die Frau des Villenbesitzers auf Sizilien, wo sie untergekommen ist, ermordet zu haben. Also übernimmt sie die Aufklärung des Falles. Mit viel Ironie und Humor präsentiert uns die Autorin viele Italienklischees, welche Hannas zynische Weltsicht unterstreichen. Das hat mir besonders gut gefallen. In ihren Augen ist der sizilianische Polizist ein unfähiger Macho. Sogar die Mafia wird ins Spiel gebracht.
Die Story wird sinnvoll und spannend aufgebaut, allerdings wirken einige Fakten etwas konstruiert, und man könnte die Auflösung erahnen. Aber durch sehr gut und authentisch beschriebene Schauplätze wird man animiert, dieses Werk im Urlaub zu lesen. Also von mir eine klare Leseempfehlung als Urlaubslektüre.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein atmosphärischer Thriller

Moorland. Die Zwillinge
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Nach der Lektüre der beiden Cosy Crimes habe ich den neuen Thriller von Andreas Winkelmann mit Spannung erwartet.
Sofort sticht einem das sehr auffällige Cover in schreiendem Grün ins Auge, und die geheimnisvolle, ...

Nach der Lektüre der beiden Cosy Crimes habe ich den neuen Thriller von Andreas Winkelmann mit Spannung erwartet.
Sofort sticht einem das sehr auffällige Cover in schreiendem Grün ins Auge, und die geheimnisvolle, düstere Moorlandschaft lässt einen erschaudern. In dem dunklen Farbschnitt wiederholt sich der Titel und die Landschaftspräsentation. Toll!
Inhaltlich ist alles in diese atmosphärische Gegend eingebettet. Wer sich dort nicht auskennt, kann leicht darin umkommen!
Es passieren schreckliche Dinge: In einer undurchdringlichen Nebelnacht wird der Radfahrer Toma angefahren. Der Verursacher läßt ihn schwerverletzt liegen und haut ab.
Dann verschwinden die eineiigen Zwillinge Jana und Nike im Moor, nachdem sie dort Fotos für ihren Social Media Kanal machen wollten. Nach einiger Zeit taucht Nike wieder auf, hat jedoch jegliche Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse verloren. Welche Rolle spielt Pastor Haberloh, ein fanatischer Freikirchler, der seine Gemeinde, zu der auch die Zwillinge gehören, mit psychischer “Folter“ unter Druck setzt für seine Glaubenslehren. Dann tauchen erschreckende Bilder auf dem Tik-Tok – Kanal der Mädchen auf. Sie sind nicht so sittsam, wie es zuerst den Anschein erweckt. Wer ist La Flos? Zunächst Verdächtige kommen zu Tode, darunter auch ein Lehrer der Mädchen.
Die Hauptkommissarin, Malia Gold, ist nach einem Twist mit ihrer rechthaberischen Mutter nach 15 Jahren erst gerade in ihre Heimatgegend zurück gekehrt und wird gleich mit dem Fall betraut. Sie stößt auf eine Gemeinde mit Geheimnissen, so weiß sie auch nichts über das Verschwinden ihres Vaters. Das sagenumwobene und gefährliche Moor birgt nämlich viele Schauergeschichten, und so sinkt Malia immer tiefer in den Sumpf aus Lügen.
Wir haben hier eine sehr gelungene Mischung aus Privatleben der Kommissarin und mitreißendem und nervenaufreibendem Thriller. Die Ermittlerin und ihre Familie sind sehr authentisch beschrieben, ebenso wie das eiskalte, unwegsame Setting. Die Lesefreude wird durch die klare Sprache und die kurzen Kapitel mit Perspektivwechsel gefördert. An jedem Kapitelende gibt es gewisse Cliffhanger zur Motivationssteigerung. Der Autor baut von Anfang an Spannung auf, die bis zum Schluss anhält. Die Auflösung erscheint einem immer wieder nah zu sein, jedoch ist das Ende völlig unvorhersehbar.
Es sind noch genügend Fragen zu klären, die für den Folgeband der Serie aufgespart wurden. Ich erwarte bereits mit Vorfreude einen ebenso spannenden Thriller der Güteklasse.

Veröffentlicht am 15.02.2026

Ein toller Psychothriller

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Das Cover hat durch den dunklen Hintergrund, wie bei fast allen Werken des Autors, und den übergroßen Titel in der Mitte sowie der Namensnennung ganz oben, einen großen Wiedererkennungswert und ist mir ...

Das Cover hat durch den dunklen Hintergrund, wie bei fast allen Werken des Autors, und den übergroßen Titel in der Mitte sowie der Namensnennung ganz oben, einen großen Wiedererkennungswert und ist mir gleich „in die Augen gesprungen“.
Inhaltlich geht es um die 22 jährige Medizinstudentin, Luisa Menkhoff, die auf einem Faltblatt die vermisste Nicole Klement erkennt, die bei ihrer eigenen Entführung als Fünfjährige mitgewirkt hat. Sie vermutet den Psychiater, Dr. Joachim Lindner, als Täter bei dem Verschwinden, und als dann ein kleines Mädchen abgängig gemeldet wird, spitzt sich der Verdacht zu. Es werden auch Parallelen zu anderen Vermisstenfällen evident.
In diesem Auftakt zu einer neuen Thriller-Serie werden die Personen, Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner und Luisa Menkhoff eingeführt. Ihre Charakterisierung, wie auch die der anderen Akteure, ist gut gelungen, allerdings etwas langatmig, ebenso wie die Beschreibung der jeweiligen Settings.
Als Luisa ein Photo von sich als Fünfjährige findet, wird es dann so richtig spannend. Warum wohl?
In rasantem Tempo können wir die Ermittlungen verfolgen, werden durch gekonnte Twists auf falsche Fährten gelockt und dann zu einem sehr überraschenden Ende geführt. Alles ist perfekt durchkomponiert, und wird durch die Erzähltechnik, kurze Kapitel, unterschiedliche Erzählperspektiven und kurze Cliffhänger an jedem Kapitelende gut gewürzt. Sprachlich ist das Werk präzise und recht schnörkellos, läßt einen also durch die Seiten fliegen.
Besonders interessant empfinde ich die Frage, inwiefern die Psyche eines Menschen manipuliert werden kann, die hier einen wichtigen Stellenwert innehat.
Das Werk ist atmosphärisch, spannend und läßt mich auf den Folgeband im Herbst 2026 hinfiebern.
Eine ganz klare Leseempfehlung für Thrillerfreunde.