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Nikko_Yarop

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Flucht, Kampf, Zerstörung und Heilung

Wassermann
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Im Mittelpunkt steht Luk, der vor sich selbst und seiner Situation in Deutschland flieht. Der Tod seiner Mutter, familiäre Konflikte und die Frage nach der eigenen Identität begleiten ihn auf seinem Weg ...

Im Mittelpunkt steht Luk, der vor sich selbst und seiner Situation in Deutschland flieht. Der Tod seiner Mutter, familiäre Konflikte und die Frage nach der eigenen Identität begleiten ihn auf seinem Weg nach Barcelona und später weiter. Dabei fühlt sich seine Reise weniger wie ein klares Ziel an, sondern eher wie ein ständiges Weiterziehen/ weglaufen und immer auf der Suche, ohne wirklich anzukommen.

Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen. Er ist klar, stellenweise poetisch und gleichzeitig sehr nahbar. Anfangs war er etwas abgehackt, man findet allerdings schnell in die Geschichte rein. Oft wirkt es fast so, als würde der Autor direkt mit einem sprechen.

Die Gedanken und Gefühle von Luk sind intensiv und authentisch dargestellt, auch wenn sie manchmal etwas sprunghaft oder wirr wirken, was aber gut zu seiner inneren Zerrissenheit passt. Besonders gefallen hat mir, dass er so reflektiert hat.

Inhaltlich geht es um das Erwachsenwerden, Verantwortung und die Frage, ob man vor seinen Problemen davonlaufen kann. Auch Themen wie Liebe, Verlust und politische Unruhen fließen mit ein.

Ich konnte Luk auf seiner Reise gut begleiten und seine Entwicklung nachvollziehen, auch wenn nicht jede Entscheidung für mich greifbar war.

Insgesamt ist „Wassermann“ ein ruhiger, tiefgründiger Roman, der weniger durch große Spannung, sondern vielmehr durch seine Sprache und Emotionen überzeugt und noch lange nachwirkt. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen und das Buch lässt mich seitdem nicht mehr los. Ein wirklich gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Sarkasmus, Selbstzweifel und schonungslose Ehrlichkeit

Half His Age
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Der Einblick ins teenager Leben.



Waldo ist ein teenie wie kein anderer, und doch erkennt man sich selbst wieder in ihr.

Der Sarkasmus, das Online frust Shopping, und die unbeholfenheit des nicht erwachsen ...

Der Einblick ins teenager Leben.



Waldo ist ein teenie wie kein anderer, und doch erkennt man sich selbst wieder in ihr.

Der Sarkasmus, das Online frust Shopping, und die unbeholfenheit des nicht erwachsen seins.

Jenette McCurdy erzählt hier eine Geschichte die nicht nur intensive ist, sondern auch lustig. Man schwingt zwischen schmunzeln, Lachen und Besorgnis.



Die Darstellung der Dysfunktionalen Beziehungen zieht Empathie und Sympathie in einem hoch. Von Waldos Mutter zu ihrer besten Freundin. Die Art wie Jenette hier die Realität eines armen, einsamen Mädchens zeigt sich in Lust, wut und Träumereien die einem fast schon unangenehm fühlen lassen.



Es ist unglaublich leicht in das Buch reinzukommen und der Humor packt einen sofort. Waldo is nicht nur ein teenager, sie ist ein selbstironischer Spiegel der Gesellschaft in der Frauen nur immer gut genug sind wenn sie intensiv sich selbst kleiner machen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Geheimdienst, Machtpolitik und ein brisanter Wettlauf um Einfluss

Dunkelmann
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Mit Dunkelmann legen Lars Findsen und Jacob Weinreich einen hochaktuellen und spannungsgeladenen Thriller vor. Der politische Thriller verbindet reale geopolitische Konflikte mit rasanter Agentenhandlung ...

Mit Dunkelmann legen Lars Findsen und Jacob Weinreich einen hochaktuellen und spannungsgeladenen Thriller vor. Der politische Thriller verbindet reale geopolitische Konflikte mit rasanter Agentenhandlung und sorgt so für eine äußerst brisante Atmosphäre. Besonders da einer der Autoren selbst Erfahrungen als Chef des dänischen Geheimdienstes mitbringt, die die ganze Geschichte noch realer wirken lässt.

Im Mittelpunkt stehen die Geheimdienstmitarbeiter Maja Birk und Daniel Hartmann. Während Daniel als Analyst eine verdächtige Unstimmigkeit bei der Einreise einer chinesischen Delegation entdeckt, wird Maja mit den Ermittlungen betraut. Schnell wird klar, dass sich hinter der falschen Identität eines Delegationsmitglieds ein gefährliches politisches Komplott verbergen könnte. Die Situation eskaliert zunehmend, und Majas Recherchen bringen nicht nur die Wahrheit ans Licht, sondern auch sie selbst und Menschen in ihrem Umfeld in große Gefahr.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert und führt von einem riskanten Einsatz in der Türkei von Maja, über Ermittlungen in Dänemark bis hin zu einem dramatischen Finale in Grönland. Besonders spannend ist dabei der politische Hintergrund, denn die Machtinteressen rund um Rohstoffe, strategische Gebiete und die chinesische „Neue Seidenstraße“ verleihen der Handlung eine beunruhigende Nähe zur Realität.

Der Schreibstil ist sehr fesselnd, sodass man schnell in die Geschichte hineingezogen wird. Die relativ vielen Kapitel (100 Kapitel auf 500 Seiten) waren sehr gut gesetzt, da durch die ständigen Perspektivwechsel die Geschichte permanent spannend geblieben ist. Allerdings muss man umso mehr bei der Sache bleiben, da besonders am Anfang viele Charaktere und deren Situationen vorgestellt werden und es mit den Perspektivwechsel dann doch etwas schwierig sein könnte bei jedem weiteren Wechsel sich wieder in die Situation einzufinden. Da ich das Buch an einem Tag gelesen habe, war das kein Problem, wenn man vor hat es über längere Zeit zu lesen sollte man sich anfangs vielleicht Stichpunkte machen.

Auch die Figuren sind gelungen gezeichnet. Maja und Daniel wirken authentisch und menschlich, da neben der gefährlichen Geheimdienstarbeit auch ihr Privatleben immer wieder eine Rolle spielt. Der Kontrast zu einem relativ geregelten „normalen“ Privatleben mit Beziehungsproblemen und ihrem gefährlichen und unplanbarem Beruf macht das Buch erstrecht interessant. Zudem sind die Nebenfiguren sehr gelungen und sorgen für mehr Abwechslung und Spannung.

Fazit:
Ein rasanter, politisch brisanter Agententhriller, der Realität und Fiktion geschickt miteinander verbindet und mit Spannung, Aktualität und glaubwürdigen Figuren überzeugt

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Tödliche Spiele, dunkle Magie und überraschende Wendungen

The Crane and the Nightjar
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The Crane and the Nightjar – Nebelverhüllt von Ada Bailey war ein düsterer und spannender Auftakt, der mich mit seiner intensiven Atmosphäre, interessanten Charakteren und einem gefährlichen Wettstreit ...

The Crane and the Nightjar – Nebelverhüllt von Ada Bailey war ein düsterer und spannender Auftakt, der mich mit seiner intensiven Atmosphäre, interessanten Charakteren und einem gefährlichen Wettstreit überzeugt hat. Eigentlich hatte ich in Sachen Fantasy das Trope mit tödlichen Spielen etwas satt, ich bin aber sehr froh, dass ich mich davon nicht habe abschrecken lassen. Es war zwar etwas dasselbe Grundkonzept wie bei vielen solcher Bücher, allerdings hatte es so viele neue Aspekte und Fassetten, dass es wirklich sehr stimmig und spannend war.

Die Idee mit den verschiedenen tödlichen Spielen, um statt einer Hinrichtung um sein Leben kämpfen zu können. Dass die Protagonistin Zara gezwungen ist mit Crane zusammenzuarbeiten, demjenigen warum sie überhaupt erst im Gefängnis gelandet ist, fand ich auch sehr gelungen und verständlich. Ein Highlight der Geschichte ist der Wettstreit zwischen Dieben, der immer wieder für spannende und kreative Lösungen bei den Spielen sorgt. Besonders da Zara eigentlich keine Diebin ist, sondern sich nur in Sachen Sprengstoff gut auskennt. Gleichzeitig wird die Welt von Magie geprägt, die jedoch ihren Preis hat, wer sie zu oft nutzt, verliert Stück für Stück sich selbst und seine Seele und kann schließlich zu einem Krähenartigen Monster werden. Diese Idee verleiht der Geschichte eine düstere und beklemmende Atmosphäre.

Besonders gelungen ist für mich die Hauptfigur Zara beschrieben worden. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern vorsichtig, misstrauisch und handelt oft aus der Not heraus. Genau das macht sie greifbar und authentisch. Auch Crane bleibt lange rätselhaft und sorgt mit seiner distanzierten, geheimnisvollen Art für eine spannende Dynamik zwischen den beiden. Gerade als man denkt Crane besser verstehen zu können überrasch einen die Autorin noch mehr. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig und steht nicht zu sehr im Vordergrund, sondern wächst parallel zur gefährlichen Handlung. Persönlich mag ich es mehr, wenn der Fantasy Anteil den Romance Anteil überwiegt, was bei dem Buch somit gelungen ist.

Der Schreibstil von Ada Bailey ist sehr flüssig und leicht zu lesen, wodurch man schnell in die Handlung eintauchen kann. Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und konnte es irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen.

(Spoilerfrei)
Das Ende schließlich hat mich mit dem unerwarteten Plot Twist auch kalt erwischt und hat mich wirklich geschockt zurückgelassen.
Fazit: Eine empfehlenswerte Geschichte für alle, die düstere Romantasy, eine starke Protagonistin und spannende Wettkämpfe mögen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gelungener Abschluss

Holly – Eine Belladonna-Novelle (Belladonna 4)
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Mit Holly kehrt man ein letztes Mal in die düster-romantische Welt der Belladonna-Reihe zurück und schenkt Fans einen leisen, emotionalen und sehr stimmungsvollen Abschluss. Die Geschichte spielt 27 Jahre ...

Mit Holly kehrt man ein letztes Mal in die düster-romantische Welt der Belladonna-Reihe zurück und schenkt Fans einen leisen, emotionalen und sehr stimmungsvollen Abschluss. Die Geschichte spielt 27 Jahre nach den Ereignissen der Hauptreihe und fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden: vertraut, warm und ein bisschen wehmütig. Natürlich einerseits schön zu sehen wie es Jahre später weiter ging, gleichzeitig ist es natürlich auch ein riesiger zeitlicher Sprung.

Im Mittelpunkt stehen weniger große Wendungen als vielmehr Gefühle: Loslassen, Schuld, Hoffnung und die Frage, ob nach all dem Leid wirklich Frieden möglich ist. Die winterliche, leicht unheimliche Atmosphäre von Wisteria, die ruhige Handlung und der Perspektivwechsel zwischen den bekannten Figuren sorgen für Tiefe und Nostalgie. Besonders schön ist, wie reif und bedacht alle Charaktere handeln.

Holly ist kein actionreicher Band, sondern eine stille, herzerwärmende Novelle mit melancholischem Unterton und perfekt für die Winterzeit. Für mich war es ein wunderschöner Abschluss der Reihe, bei dem letzte offene Fragen geklärt wurden und der dieses zufriedene „So fühlt sich Ankommen an“-Gefühl hinterlässt. Ein kleines Buch mit großer Wirkung und sehr schade dass die Reihe damit zu Ende ist.

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