Flucht, Kampf, Zerstörung und Heilung
WassermannIm Mittelpunkt steht Luk, der vor sich selbst und seiner Situation in Deutschland flieht. Der Tod seiner Mutter, familiäre Konflikte und die Frage nach der eigenen Identität begleiten ihn auf seinem Weg ...
Im Mittelpunkt steht Luk, der vor sich selbst und seiner Situation in Deutschland flieht. Der Tod seiner Mutter, familiäre Konflikte und die Frage nach der eigenen Identität begleiten ihn auf seinem Weg nach Barcelona und später weiter. Dabei fühlt sich seine Reise weniger wie ein klares Ziel an, sondern eher wie ein ständiges Weiterziehen/ weglaufen und immer auf der Suche, ohne wirklich anzukommen.
Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen. Er ist klar, stellenweise poetisch und gleichzeitig sehr nahbar. Anfangs war er etwas abgehackt, man findet allerdings schnell in die Geschichte rein. Oft wirkt es fast so, als würde der Autor direkt mit einem sprechen.
Die Gedanken und Gefühle von Luk sind intensiv und authentisch dargestellt, auch wenn sie manchmal etwas sprunghaft oder wirr wirken, was aber gut zu seiner inneren Zerrissenheit passt. Besonders gefallen hat mir, dass er so reflektiert hat.
Inhaltlich geht es um das Erwachsenwerden, Verantwortung und die Frage, ob man vor seinen Problemen davonlaufen kann. Auch Themen wie Liebe, Verlust und politische Unruhen fließen mit ein.
Ich konnte Luk auf seiner Reise gut begleiten und seine Entwicklung nachvollziehen, auch wenn nicht jede Entscheidung für mich greifbar war.
Insgesamt ist „Wassermann“ ein ruhiger, tiefgründiger Roman, der weniger durch große Spannung, sondern vielmehr durch seine Sprache und Emotionen überzeugt und noch lange nachwirkt. Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen und das Buch lässt mich seitdem nicht mehr los. Ein wirklich gelungenes Debüt!