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Veröffentlicht am 19.04.2026

wunderbarer Lesestoff

Das Bettelmädchen
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Schwester Henny ist 1906 die erste weibliche Polizeiassistentin in Deutschland. Ein Job für den sie brennt, der ihr aber auch viel abverlangt. Denn sie will mehr als nur die Anstandsdame bei der ärztlichen ...

Schwester Henny ist 1906 die erste weibliche Polizeiassistentin in Deutschland. Ein Job für den sie brennt, der ihr aber auch viel abverlangt. Denn sie will mehr als nur die Anstandsdame bei der ärztlichen Untersuchung der Frauen auf Geschlechtskrankheiten sein. Henny sieht hinter die Kulissen, will nicht nur klarstellen, dass diese Frauen sich erst durch Männer infiziert haben und es die Männer sind, die diese Krankheit auch in ihre Familien bringen. Denn bisher sieht der Paragraf 361 Absatz 6 nur die Bestrafung der Frauen vor. Gleichzeitig sieht Henny aber auch das Elend der unehelichen Kinder, deren Mütter gesellschaftlich geächtet und viele von ihnen einem grausamen Schicksal entgegensehen. So auch das Bettelmädchen Sophie, dessen Zuhälter sie zwingt, unter Vortäuschung von Versehrtheit, das Mitleid der Mitmenschen zu erwecken oder auch diese zu bestehlen. Das stellt aber erst den Anfang ihres traurigen in der Abwärtsspirale befindlichen Lebens dar.
Im Buch halten sich die Schilderungen um Hennys schwierigen Stand im Job, ihren Visionen und ihrem Kampf für mehr Frauenrechte die Waage mit den Ausführungen, wie Sophies Leben weitergeht. Das Mädchen hat mir unwahrscheinlich leidgetan. Gleichzeitig hat es aber auch vermittelt, wie wichtig Hennys Kampf für die Rechte der Frauen ist. Der Autorin gelingt es sehr eindringlich zu schildern, welche Widerstände auf Hennys Vorschläge treffen. Schlimmer noch, je mehr sie sich für die Frauen einsetzt, um so mehr steht sie im Focus der Kritik bei ihren Chefs. Aber es gab damals noch andere Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen. Ich hatte bisher nie davon gehört, dass Kellnerinnen keinen Lohn erhielten. Für sie war das Trinkgeld die Bezahlung.
Eines habe ich beim Lesen gemerkt: wie intensiv Helene Winter sich mit der Materie im Vorfeld befasst haben muss. Mich hat dieser erste Teil auf jeden Fall überzeugt und darum gibt’s von mir 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Schein, Sein – einfach verwirrend

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
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Karolin Boger hatte bisher kein einfaches Leben. Seit sie klein ist, musste sie sich um ihre depressive Schwester Jenny kümmern, nun auch noch um deren 13jährige Tochter. Beruflich hat sie ihren Platz ...

Karolin Boger hatte bisher kein einfaches Leben. Seit sie klein ist, musste sie sich um ihre depressive Schwester Jenny kümmern, nun auch noch um deren 13jährige Tochter. Beruflich hat sie ihren Platz gefunden – in der Schraubenfabrik. Als Leiterin genießt sie das Vertrauen des Firmenchefs. Und endlich hat sie auch den liebevollen Mann fürs Leben gefunden. Kleiner Makel – Christopfer ist noch verheiratet und die Scheidung läuft.
Doch immer mehr seltsame Dinge geschehen in Karos Umfeld. Scheunen brennen in unmittelbarer Umgebung, ein totes Kaninchen knallt gegen ihre Terassentür.
Die Autorin lässt den Leser an den Ängsten und Zweifeln von Karo teilnehmen. Hautnah ist zu erleben, wie sie immer ängstlicher, wie sie versucht sich zu wehren und dabei immer noch der Fels in der Brandung für ihre Schwester und ihre Nichte Ronja zu sein. Mir hat die Frau auf der einen Seite unwahrscheinlich leidgetan und auf der anderen habe ich sie dafür bewundert, wie sie sich zur Wehr setzt. Irgendwann hatte das aber fast etwas Manisches. Jeden in ihrem Umfeld misstraut sie. Ich fand es jedenfalls unwahrscheinlich spannend, wie Karo hier im Buch versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. Und das, ohne zu ahnen wer wirklich hinter allem steckt. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne, Leseempfehlung eingeschlossen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

ein Haus, ein Team – toller Roman

Pina fällt aus
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Pina ist Mitte 40 und lebt mit ihrem 20jährigen Sohn Leo allein. Leo ist speziell und seine autistischen Züge oft eine Herausforderung. Hilfe hat Pina keine, denn einen Vater gibt es nicht. Als Pina beim ...

Pina ist Mitte 40 und lebt mit ihrem 20jährigen Sohn Leo allein. Leo ist speziell und seine autistischen Züge oft eine Herausforderung. Hilfe hat Pina keine, denn einen Vater gibt es nicht. Als Pina beim Einkaufen zusammenbricht und nicht nach den vereinbarten 1,5 Stunden Leo wieder bei Inge abholt, gerät das Leben aller Bewohner der Hansastraße 22 durcheinander…
Das Buch fand ich sehr kurzweilig. So wie die Bewohner des Mietshauses in der Hansastraße 22 beschrieben werden, wirkten sie auf mich sehr lebendig. Da gibt es die 16järige Zola, die die Schule abgebrochen hat, die Lehre gar nicht erst angetreten ist und die Nächte durchzockt. Dann den alleinlebenden Wojtek, der meist im Homeoffice arbeitet und unsterblich verliebt in eine Frau ist, die tausende Kilometer entfernt am kältesten Ort der Welt lebt. Nicht zu vergessen Inge, die 86jährige Witwe. Nach ihrem Sturz auf der Kellertreppe vor einem Jahr, hat sie nicht mehr die Wohnung verlassen, wartet nur noch auf den Tod.
Aber Leo braucht Hilfe, braucht sein geregeltes Leben. Nur leider kann Leo sich ihnen nicht mitteilen, jede Abweichung vom alltäglichen Ablauf setzt ihn unter Stress. Wie Leos Denken funktioniert, wie seine kleine Welt strukturiert sein muss, wissen die drei Mitbewohner leider nicht. Trotzdem stellen sie sich dieser Aufgabe und wachsen mit ihr. Sie erleben, wie glücklich es sie selbst macht, wenn auf Leos Gesicht ein lächeln erscheint und lernen seine Rituale kennen.
Für mich ist der Abschluss des Romans, als Inge am Ende klarstellt, dass die drei schrägen Vögel (Zitat aus Buch) trotz Pinas Genesung sich weiter um Leo kümmern werden, es aber nicht für Pina sondern für Leo tun, gelungen.
Ein wunderbarer Roman, den ich gerne weiterempfehle und der von mir 4 Lese-Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

realitätsnah, emotional, einfach lesenswert

Solange ein Streichholz brennt
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Alinas Kariere als Fernsehjournalistin steht gerade auf der Kippe. Da bietet ihr ein Kollege an einen Beitrag für seine neue Sendung zu erstellen. Sie soll, während er Honoratioren aus Politik und Wirtschaft ...

Alinas Kariere als Fernsehjournalistin steht gerade auf der Kippe. Da bietet ihr ein Kollege an einen Beitrag für seine neue Sendung zu erstellen. Sie soll, während er Honoratioren aus Politik und Wirtschaft interviewt, die Kehrseite dieser Politik aufzeigen. So lernt sie Bohm kennen, der seit 5 Jahren auf der Straße lebt und der ihr anfangs nicht einmal seinen Namen nennen will.
Ich denke, für Alina war es ebenso wie für mich, ein Eintauchen in eine völlig unbekannte Welt. So läuft ihre erste Begegnung nicht unbedingt nach Plan. Klar hat man des Öfteren Obdachlose gesehen. Aber was das für diese Menschen bedeutet, wie sie in Mülltonnen nach Nahrung suchen, wie sie stets nach einem Schlafplatz, an dem ihnen nicht das bisschen Habe noch gestohlen wird, suchen müssen, vergisst man beim oberflächlichen Blick. Christian Hubers Ausführungen dazu fand ich sehr eindringlich.
Glaubhaft vermittelt er auch, wie sich Stück für Stück Vertrauen zwischen den Alina und Bohm aufbaut. Es sind kleine Gesten und Blicke, die Alina erkennen lassen, dass da hinter der zerlumpten, ärmlichen Fassade ein Mensch mit einem großen Herzen verborgen ist. So fragt sie sich auch, wie konnte ihm dann sein Leben so entgleiten?
Das Buch hat mich regelrecht gefesselt. Es war ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Da sind einmal die Beschreibungen, wie Bohm sein Leben auf der Straße organisiert um dort zu überleben. Keine einfache Art zu Leben und von vielen Gefahren begleitet. Dann aber auch mitzuerleben, wie Bohm langsam Vertrauen zu Alina aufbaut. Wie er neugierig auf ihr Leben, ihre Wünsche und Ängste wird und dazu das Frage-Antwort-Spiel mit dem brennenden Streichholz nutzt.
Irgendwann ist auch Bohm bereit sich zu öffnen, seine Abwärtsspierale hin zum Leben auf der Straße zu erzählen. Mich hat dieser Teil des Buchs stark emotional stark berührt. Selten hat mich ein Roman so gefesselt. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Einfach zum Abtauchen in die spannungsgeladene Handlung

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Zusammen mit Ehemann Jacob und ihren drei Kindern hat es sich Dr. Eva Mares in ihrem umgebauten alten Bauernhof nett eingerichtet. Aber noch immer liegen die Schatten der albtraumhaften Ereignisse auf ...

Zusammen mit Ehemann Jacob und ihren drei Kindern hat es sich Dr. Eva Mares in ihrem umgebauten alten Bauernhof nett eingerichtet. Aber noch immer liegen die Schatten der albtraumhaften Ereignisse auf ihnen. Besonders Nelly, die große Tochter, leidet noch sehr und Eva würde ihr so gerne helfen. Aber sie weiß nicht wie. Eva fühlt sich zerrissen zwischen Mutterliebe und den Ratschlägen der Psychologin. Jedoch wird es noch schlimmer kommen, als nachts ein älterer Mann mit einer schwangeren Frau an ihrer Tür klingelt und sie um Hilfe bittet…
Was die Autorin hier im Thriller zum Thema gemacht hat, ist Gewalt gegen Frauen. Ich finde die Umsetzung sehr gelungen und war regelrecht ans Buch gefesselt. Was anfangs mit einem Hilferuf einer Schwangeren beginnt, setzt sich zu einem Netzwerk aus Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen zusammen. Wobei es mir an manchen Stellen kaum vorstellbar war, wie lange die Frauen das durchhalten konnten. Was in Zusammenarbeit mit der Polizei im aktuellen Fall aufgedeckt wird, lässt Gänsehaut aufkommen beim Lesen.
Ich fand diesen zweiten Band um Dr. Eva Mares sehr spannend. Der Thriller beinhaltet nicht nur die aktuellen Ermittlungen, er durchleuchtet auch, wie es dazu kommen konnte und zeigt Hinweise auf, wo man Hilfe finden kann. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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