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Veröffentlicht am 15.04.2026

Mutig wie ein kleiner Drache

Der kleine Drache und die grossen Augen
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Inhalt: Der kleine Luftdrache erschrickt vor einem großen Augenpaar. Doch wem gehören diese Augen? Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich mutig auf die Suche nach der Antwort.

Unser Leseeindruck: ...

Inhalt: Der kleine Luftdrache erschrickt vor einem großen Augenpaar. Doch wem gehören diese Augen? Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich mutig auf die Suche nach der Antwort.

Unser Leseeindruck: Schon auf den ersten Blick haben uns die Illustrationen begeistert. Der kleine Luftdrache und seine Freunde, der Wasser-, Erd- und Feuerdrache, sind liebevoll und individuell gestaltet, jeder passend zu seinem Element. Auch die Umgebung ist detailreich und farbenfroh. Regenwald, Wasserfall, Schilf sowie Tiere wie Papageien, Affen und Tiger laden dazu ein, in eine fantasievolle Welt einzutauchen.

Besonders schön ist die Darstellung der Freundschaft zwischen den vier Drachen. Sie machen sich gegenseitig Mut und halten zusammen, während sie sich gemeinsam auf den Weg machen, um dem Unbekannten auf den Grund zu gehen. Aus anfänglicher Angst wird Neugier und schließlich erkennen sie, dass sich hinter anfänglichen Befürchtungen auch etwas Schönes verbergen kann. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll es ist, Ängste zu überwinden, vor allem mit der Unterstützung guter Freunde.

Ein weiteres Highlight ist das Ende. Der kleine Drache kehrt zu seiner Mutter zurück und findet, gestärkt durch ihre liebevollen und stolzen Worte, ruhig in den Schlaf. So ein schöner Abschluss, ein sanftes Streicheln der Seele.

Fazit: Ein warmherziges, liebevoll gestaltetes Buch, das Kindern die Angst vor dem Unbekannten nimmt und sie ermutigt, sich ihren Gefühlen zu stellen, eigene Stärke zu entwickeln und dabei vielleicht etwas Wunderschönes zu entdecken.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Stark durch Zusammenhalt

Keine Panik – wir stellen die Schule auf den Kopf
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Inhalt: Mikas Schule ist alt und marode. Nur der Schulgarten bietet einen Lichtblick für Mika und ihre Freunde. Doch dann erfahren sie, dass der Garten verkauft und bebaut werden soll. Die Kinder setzen ...

Inhalt: Mikas Schule ist alt und marode. Nur der Schulgarten bietet einen Lichtblick für Mika und ihre Freunde. Doch dann erfahren sie, dass der Garten verkauft und bebaut werden soll. Die Kinder setzen alles daran, dies zu verhindern.

Unser Leseeindruck: Wie leider an vielen deutschen Schulen hat auch an Mikas Schule der Zahn der Zeit genagt. Renovierung und Digitalisierung wären dringend nötig, doch die finanziellen Mittel fehlen. Da erscheint der Plan, den Schulgarten zu verkaufen, um die nötigen Gelder zu beschaffen, zunächst wie eine perfekte Lösung – oder etwa nicht?

Ganz und gar nicht! Denn ein Schulgarten ist so viel mehr als nur ein Stück Land. Er ist ein Ort der Erholung, an dem man frische Luft schnappen kann, ein Raum zum Lernen über die Natur und eine wunderbare Möglichkeit, den Unterricht einmal nach draußen zu verlegen.

Erst als Frau Panic als Vertretung für den ausgefallenen Hausmeister an die Schule kommt, weht ein frischer Wind durch die Flure. Sie kümmert sich nicht nur um kleine Reparaturen, sondern hat vor allem ein offenes Ohr für die Kinder. Sie nimmt ihre Wünsche ernst und ermutigt sie, für ihre Anliegen einzustehen.

So zeigen Mika und ihre Freunde eindrucksvoll, was es bedeutet, sich gemeinsam für eine Sache stark zu machen. Das Buch vermittelt auf schöne Weise, wie wichtig Zusammenhalt und Freundschaft sind und dass jede einzelne Stimme zählt und etwas bewirken kann.

Der Erzählstil ist locker und flüssig, sodass wir immer wieder schmunzeln mussten. Der Text wird zusätzlich durch Sprechblasen sowie hervorgehobene Wörter und Sätze aufgelockert. Die farbenfrohen Illustrationen unterstreichen die Stimmung der Geschichte und setzen das Gelesene anschaulich in Szene.

Fazit: Ein warmherziges und motivierendes Buch über Mut, Zusammenhalt und Engagement. Es zeigt auf kindgerechte Weise, dass es sich lohnt, für das einzustehen, was einem am Herzen liegt.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Drei Leben im Strom der Zeit

Der Fährmann
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Um 1900, im Grenzgebiet entlang der Salzach zwischen Deutschland und Österreich, wachsen Hannes, Elisabeth, Annemarie und Josef auf. Ihr Leben ist eng miteinander verwoben, durch Freundschaft und Liebe, ...

Um 1900, im Grenzgebiet entlang der Salzach zwischen Deutschland und Österreich, wachsen Hannes, Elisabeth, Annemarie und Josef auf. Ihr Leben ist eng miteinander verwoben, durch Freundschaft und Liebe, aber auch durch Verpflichtung und ein unausweichlich scheinendes Schicksal.

Hannes ist dazu bestimmt, Fährmann auf der Salzach zu werden. Ein Leben in Tradition und Pflicht, das ihm keine eigene Familie erlaubt. Seit seiner Kindheit ist er mit Elisabeth und Annemarie verbunden, die beide Gefühle für ihn hegen, doch sein Herz gehört Elisabeth.

Elisabeth, die Tochter eines wohlhabenden Großbauern, wird Josef versprochen, dem Sohn eines österreichischen Großbauern. Gefühle zählen nicht, es geht dabei um Besitz, um Land, um Ansehen. Harte Arbeit und ein gewalttätiger Ehemann prägen fortan ihr Leben.

Annemarie wächst als Wirtshaustochter auf und ist dazu bestimmt, im Gasthaus zu helfen und vor allem den männlichen Gästen zu gefallen. Auch sie begegnet Josef, zunächst scheint Zuneigung im Spiel zu sein, doch bald weicht diese Macht und Gewalt.

Mit Hannes, Elisabeth und Annemarie sind Regina Denk eindringliche Figuren gelungen, die mich tief berührt haben. Drei Leben, der damaligen Zeit entsprechend geprägt von äußeren Erwartungen und starren Rollenbildern, in denen eigene Wünsche keinen Raum finden. Ihre Schicksale sind von Härte durchzogen und doch gibt es kleine, stille Lichtblicke - in ihrer Freundschaft, im Mitgefühl füreinander und in der leisen Hoffnung auf ein anderes, selbstbestimmteres Leben. Ich habe beim Lesen mit ihnen gehofft, gelitten und gebangt.

Der Schreibstil von Regina Denk ist ebenso ehrlich und rau wie die damalige Welt, die sie beschreibt. Nichts wird beschönigt. Der Einsatz von Dialekt verleiht der Geschichte eine besondere Authentizität und lässt Zeit und Leben lebendig werden. Der tosende Fluss als wiederkehrendes Naturmotiv und die Schatten des Ersten Weltkriegs schaffen zusätzliche eine dichte, eindringliche Atmosphäre.

Fazit: Ein tiefgründiges Buch, das vor allem durch seine Figuren wirkt. Es erzählt von persönlichen Schicksalen und fängt zugleich das Leben einer Epoche ein. Ein Roman, der in mir nachhallt. Ein echtes Highlight.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Zwischen Meer, Verlust und Neuanfang

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer
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Inhalt: Vor vielen Jahren hat Kayla ihrer Heimat Irland den Rücken gekehrt. Der Schmerz darüber, dass ihre Mutter sie als Kind von einem Tag auf den anderen verlassen hat, sitzt bis heute tief. Erst ein ...

Inhalt: Vor vielen Jahren hat Kayla ihrer Heimat Irland den Rücken gekehrt. Der Schmerz darüber, dass ihre Mutter sie als Kind von einem Tag auf den anderen verlassen hat, sitzt bis heute tief. Erst ein Trauerfall zwingt sie zur Rückkehr. Dort erwarten sie nicht nur die offenen Arme ihrer Großmutter und ihrer Freundin Maeve, sondern auch ihr Bruder, mit dem sie seit Jahren zerstritten ist. Während Kayla beginnt, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, begegnet sie dem jungen Witwer Nathan und plötzlich steht nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Herz vor Veränderungen.

Mein Leseeindruck: Mit diesem Roman ist Susa Bartel eine wundervolle Mischung aus Wohlfühlgeschichte, Familienroman und Liebesgeschichte gelungen. Ihr Schreibstil ist angenehm leicht, gefühlvoll und sehr bildhaft, sodass ich mühelos in die Geschichte eintauchen konnte. Trotz ernster Themen wie Trauer und Verlust bleibt der Grundton stets warm und hoffnungsvoll.

Kayla war mir von Anfang an sympathisch, nicht zuletzt wegen unserer gemeinsamen Liebe zu Streifenshirts. Sie ist eine glaubwürdige, vielschichtige Protagonistin, innerlich zerrissen, verletzlich und gleichzeitig auf der Suche nach einem Weg zurück zu sich selbst und zu ihrer Familie. Auch in ihrem Beruf als Trauer-Coachin für verstorbene Haustiere und in ihrer Beziehung steckt sie fest, was ihre Situation zusätzlich greifbar macht. Vielleicht wirkt sie an manchen Stellen etwas naiv, doch genau das unterstreicht ihre Menschlichkeit. Ihre emotionale Entwicklung trägt die Geschichte und macht sie besonders nahbar.

Auch die Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen. Gran, Maeve und Pina sind echte Herzensmenschen, die Kayla mit viel Wärme und Verständnis begleiten. Nathan bringt als ruhiger, ehrlicher Charakter eine sanfte Romantik in die Handlung und sorgt dafür, dass Kaylas Gefühlswelt gehörig durcheinandergerät.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre des Romans. Irland ist hier weit mehr als nur ein Handlungsort, es wird lebendig und spürbar. Während des Lesens fühlte ich mich immer wieder an meine eigene Reise nach Galway erinnert. Ich hatte förmlich die salzige Meeresluft in der Nase und sah die karge, raue Schönheit des Burren vor mir.

Fazit: Ein berührender, warmherziger Wohlfühlroman über Familie, Liebe und die Suche nach Heimat. Die authentischen Figuren, der einfühlsame Schreibstil und das wunderschöne irische Setting machen das Buch zu einer echten Herzenslektüre.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Ein Wiedersehen mit Anni, das einfach Freude macht

Möwen, Seegang, falsche Fährte - Anni Gade und die Fördemorde
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Inhalt: Annis Freundin Nele möchte an einem Fotowettbewerb zum Thema Lost Places teilnehmen. Eine alte, verlassene Mühle scheint das perfekte Motiv zu sein. Doch als Nele die Mühle nachts aufsucht, um ...

Inhalt: Annis Freundin Nele möchte an einem Fotowettbewerb zum Thema Lost Places teilnehmen. Eine alte, verlassene Mühle scheint das perfekte Motiv zu sein. Doch als Nele die Mühle nachts aufsucht, um bei Mondschein Fotos zu machen, verschwindet sie plötzlich spurlos. Kommissar Jan Christiansen nimmt sofort die Ermittlungen auf. Doch Anni wäre nicht Anni, wenn sie nicht auch selbst alles daransetzen würde, ihre Freundin zu finden.

Mein Leseeindruck: Mit der Reihe „Anni Gade und die Fördemorde“ ist Inga Schneider eine wunderbare Cosy-Crime-Reihe gelungen, die ich unheimlich gern lese. Für mich war deshalb auch sofort klar, dass ich den dritten Band unbedingt lesen muss.

Meine Begeisterung liegt dabei vor allem an der Hauptfigur Anni Gade. Sie gibt als Petuhtante Führungen durch Flensburg, schreckt aber privat nicht davor zurück, auf eigene Faust zu ermitteln, wenn sie das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt. Anni ist einfach unglaublich sympathisch, herzlich, mutig und loyal. Eine Freundin wie sie hätte wirklich jeder gern an seiner Seite.

Aber nicht nur Anni ist toll gezeichnet, auch die Nebenfiguren machen die Geschichte besonders lebendig. Freundin Nele mochte ich wieder sehr und die Dynamik zwischen Anni und Jan sorgt erneut für emotionale Spannung, aber auch schöne Momente. Gleichzeitig gibt es Figuren, die der Geschichte auf herrlich schräge und charmante Weise ihren ganz eigenen Ton verleihen wie etwa Annis Mutter oder Wilhelmine, die Nachbarin ihrer Eltern.

Der Schreibstil von Inga Schneider ist angenehm leicht, bildhaft und mit einer wunderbaren Portion Humor versehen. Der Fall ist spannend und logisch aufgebaut. Besonders schön finde ich die Verbindung aus Spannung, norddeutschem Charme und dieser gemütlichen, fast heimeligen Stimmung, die die Reihe ausmacht.

Außerdem schafft es die Autorin erneut, Flensburg beim Lesen lebendig werden zu lassen. Ich habe richtig Lust bekommen, selbst einmal durch die Stadt zu schlendern oder am besten direkt eine Fahrt mit dem Salondampfer Alexandra zu unternehmen.

Fazit: Ein herrlich gemütlicher Küstenkrimi, der Spannung, Lokalkolorit und Wohlfühlatmosphäre miteinander verbindet. Beim Lesen wollte ich nicht nur unbedingt wissen, wie der Fall ausgeht, sondern auch, wie es mit den lieb gewonnen Figuren weitergeht.

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