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Veröffentlicht am 13.04.2026

Achtsamkeit für Anfänger

Einatmen. Ausatmen.
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Ich bin ein Maxim Leo-Fan und habe schon einiges von ihm gelesen. Auch dieses Werk "Einatmen. Ausatmen." hat mir wieder richtig gut gefallen.

Marlene Buchholz ist eine hochqualifizierte Managerin in einem ...

Ich bin ein Maxim Leo-Fan und habe schon einiges von ihm gelesen. Auch dieses Werk "Einatmen. Ausatmen." hat mir wieder richtig gut gefallen.

Marlene Buchholz ist eine hochqualifizierte Managerin in einem Konzern, leider fehlt es ihr an Sozialkompetenz, Da sie Vorstandsvorsitzende in ihrem Konzern (Aviola) werden soll wird sie von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitsseminar verdonnert. Nicht besonders motiviert fährt sie zum Seminar und trifft dort auf den Coach Alex Grow, den Seelenflüsterer. Alex selbst hat auch Probleme, die er verstecken muss. Da sind zum Einen seine Panikattacken, zum Anderen die Tatsache, dass seine Akademie kurz vor der Pleite steht und nur ein Großauftrag der Aviola ihn retten kann.

Mit viel Humor, aber ohne sie lächerlich zu machen, bringt uns Maxim Leo die Protagonist*innen nah. Er beschreibt jeden einzelnen sehr lebensnah und so manches Mal musste ich laut lachen. Die Sprache von Leo ist immer wieder herzerfrischend, Er schafft es bei aller Komik auch, der gesamten Story Tiefgang zu verleihen und regt zum Nachdenken an. Über die Prioritäten des eigenen Lebens, den Umgang untereinander. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen, wieder einmal mehr hat mich Maxim Leo überzeugt!

Volle 5 Sterne für dieses Lesevergnügen und eine Leseempfehlung nicht nur für Fans von Maxim Leo!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Fluch oder Aberglaube?

Der Fluch der Falodun Frauen
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Anja Herden ist mit "Der Fluch der Falodun Frauen" von Oyinkan Braithewaite Preisträgerin des Deutschen Hörbuchpreises 2026 in der Kategorie "Beste Interpretin" . Und das zu Recht!

Über den Falodun Frauen ...

Anja Herden ist mit "Der Fluch der Falodun Frauen" von Oyinkan Braithewaite Preisträgerin des Deutschen Hörbuchpreises 2026 in der Kategorie "Beste Interpretin" . Und das zu Recht!

Über den Falodun Frauen liegt ein Fluch. Vor vielen Generationen hat Ehefrau Nr. 1 die Ehefrau Nr. 2 ihres Ehemannes und alle folgenen Generationen verflucht. Keine der Frauen soll glücklich werden mit dem Mann, den sie liebt

Monife wird begraben und am gleichen Tag kommt ihre Nichte Eniiyi zur Welt, viel zu früh. Da sie ihrer Tante extrem ähnlich sieht, halten sie alle für eine Reinkarnation. Auch als sie älter wird, ist die Ähnlichkeit verblüffend, viele halten Eniiyi für ihre Tante oder vergleichen sie mit ihr. Sie leidet sehr darunter, möchte ihr eigenes Leben leben, ohne von Flüchen und Aberglauben beherrscht zu werden.

Wir begleiten in diesem Roman in verschiedenen Zeitsträngen und aus verschiedenen Perspektiven Monife, Eniiyi und ihre Mutter Ebu. In jeder Generation ist das Leben der Frauen, die in einem Haus zusammen und ohne Männer wohnen, geprägt von Aberglaube und Spiritualität, aber auch von Auflehnung. Eine Yorubapriesterin festigt den Aberglauben durch für uns Europäer seltsame Zeremonien, durch die Frauen ihren Auserwählten über den Fluch hinaus an sich binden sollen. Für mich hat sich hier die Frage gestellt, ob es sich tatsächlich um einen Fluch handelt, oder eher der Glaube der Frauen an diesen Fluch dazu beiträgt, ihre Männer und damit ihre Liebe zu verlieren. Als Mann hätte mich da doch manches Verhalten eher abgeschreckt (glaube ich zumindest, mich würde die Meinung eines Mannes tatsächlich interessieren) Braithwaite versteht es gut, die Kultur in Nigeria zu vermitteln. Die Familie, mit der wir es hier zu tun haben, gehört wohl eher zu einer privilegierten Schicht, können die Frauen doch studieren oder den von ihnen gewünschten Berufen nachgehen. Eniiyi ist eine starke Frau, wehrt sich von früher Jugend an gegen die Bevormundung ihrer Familie selbstbewusst.

Anja Herden hat diesen Preis wirklich verdient. Sie liest den Roman unglaublich empathisch und verleiht hierbei jedem Charaktere eine passende Stimmlage. Für mich war es ein Genuss, ihr zuzuhören!

Ich fand den Roman sehr gelungen, zumal er uns eine uns fremde Kultur näherbringt. Für den Roman und die hervorragende Sprecherin vergebe ich verdiente 5 Sterne und empfehle ihn sehr gerne weiter. Für Hörbuchfreund*innen ist das Hörbuch eigentlich Pflicht!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Ein Plädoyer für Inklusion

Pina fällt aus
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"Pina fällt aus" von Vera Zischke hat mich sehr berührt!

Leo ist besonders, denn er ist Autist. Als Pina, die Mutter von Leo, auf der Straße zusammenbricht, ist Leo allein. Pina macht sich im Krankenaus ...

"Pina fällt aus" von Vera Zischke hat mich sehr berührt!

Leo ist besonders, denn er ist Autist. Als Pina, die Mutter von Leo, auf der Straße zusammenbricht, ist Leo allein. Pina macht sich im Krankenaus auf der Intensivstation in wachen Momenten große Sorgen um Leo. Wie soll er auf sich selbst gestellt zurechtkommen? Sie will nur noch nach Hause. . Leo ist zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs bei der 87-jährigen Inge, die das Haus nicht mehr verlässt und manchmal auf Leo "aufpasst". Sie ist überfordert, denn im Haus gibt es außer ihr nur noch Zola und Wojtek. Zola ist 16 Jahre alt, hat die Schule abgebrochen, Wojtek ist ein Sonderling. Trotzdem kümmern sich alle gemeinsam um Leo, obwohl sie erst lernen müssen, mit seinen Besonderheiten umzugehen. Und nach und nach beginnen sie alle, Leo zu mögen und zu brauchen, integrierenihn in ihr Leben.

Der Roman lässt sich fast in einem Rutsch durchlesen. Wir lernen die Perspektiven und Gefühle der Protagonist*innen nach und nach kennen und begleiten sie und Leo durch den Alltag. Leo vermisst seine Mutsch und ist traurig. Zola möchte eigentlich lieber zocken, kümmert sich aber rührend um Leo und versteht immer mehr, wie er "tickt". Zola war mir sehr sympathisch, sie hat einen guten Kern, den sie selbst garnicht kennt. Auch in Inge, die immer noch um ihren Mann trauert, konnte ich mich gut einfühlen. Wojtek dagegen ist zwar auch ein interessanter Charakter, blieb mir allerdings etwas fremd. Zischke beschreibt sehr einfühlsam den Umgang mit Menschen mit Einschränkungen, das Wegschauen vieler Menschen, Zitat "Inklusion, das ist immer das, worum sich die anderen kümmern müssen" Das Thema Autismus wird gut bechrieben und hat mich an den Film "Rain Man" erinnert, der auch zeigt, was für liebenswerte Menschen Personen mit Einschränkungen sind. Gleichzeitig beschreibt Zischke aber auch, was häusliche Pflege für Angehörige bedeutet und welchen Belastungen Pflegepersonal in Krankenhäusern ausgesetzt ist (und dabei trotzdem mit viel Herz diese Arbeit ausfüllt). Aber man darf beim Lesen trotz des ernsten Themas auch schmunzeln, z.B. bei der Beschreibung der Charaktere durch Leo.. Der Schreibstil der Autorin ist leicht, flüssig und lebensnah.

Der Roman ist ein Plädoyer für Inklusion, gegen Wegschauen und den Pflegeberuf gleichzeitig. Er weckt Verständnis und rüttelt auf. Ich kann den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen, nicht nur an Lesende aus Pflege- oder Sozialberufen!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Ein Leben voller Geheimnisse

Madame Lazare
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Tadhg Mac Dhonnegain ist nicht umsonst für sein Werk "Madame Lazare" mit dem Preis Irish Language book of the year ausgezeichnet worden. Wer sich für Irland, seine Geschichte und Mythen interessiert, ...

Tadhg Mac Dhonnegain ist nicht umsonst für sein Werk "Madame Lazare" mit dem Preis Irish Language book of the year ausgezeichnet worden. Wer sich für Irland, seine Geschichte und Mythen interessiert, sollte hier unbedingt zugreifen.Für mich ist ein wweiteres Highlight!

Lavana ist die Enkelin von ihrer Großmutter und ihrem Großvater nach dem Tod ihrer Mutter im jüdischen Glauben großgezogen worden. Ihre Großmutter Hana die Shoa in Estland überlebt, weigert sich aber, darüber zu sprechen. Nach dem Tod des Großvaters kümmert sie sich um Hana, kann aber nichts von ihr erfahren. Hana wird immer verwirrter und beginnt im Schlaf seltsame Worte in einer fremden Sprache zu murmeln. Lavana forscht nach und rfährt, dass es sich hierbei um Irisch (Gälisch) handelt. Aber was hat diese Sprache mit der Vergangenheit in estland zu tun?

Wir bgleiten ein Mädchen namens Muread ab dem Jahr 1937 mit ihrer Familie auf einer Aran-Insel vor Galway in Irland, erleben Lavanas Nachforschungen um das Geheimnis ihrer Großmutter 2015 in Brüssel und in einem dritten Zeitstrang ab 2015 wie Lavana von ihren Großeltern Hana und Samuel großgezogen wird. Die Sprache, in der uns der Autor die Geschichte erzählt, ist etwas Besonderes! Er versteht es, die Gefühle der unterschiedlichen Protagonist*innen sehr empathisch zu transportieren. Auch die örtlichen Gegebenheiten, besonders in Irland, sind unglaublich atmosphärisch beschrieben. Als Lesender riecht man die Luft, hört die Wellen, hört die alten Gedichte und hat dazu irische Folklore im Ohr. Wir erleben das streng katholische Irland der 40er Jahre, aber auch gleichzeitig die jüdischen Bräuche und Abläufe in Lavanas Jugend. Im Verlauf des Romans tauchen wir immer mehr in die Welt von Hana/Muread/Mémé ein, in die wir bereits im Prolog hineingeworfen werden. Der Plot ist interessant konstruiert und fesselnd zu lesen.Der Roman insgesamt hat "nur" 300 Seiten, diese Seiten haben es aber in sich und sind dabei aber auch gut lesbar, poetisch und fesselnd.

Der Roman enthält sehr viele Sätze in gälisch, jüdisch, aber auch französisch. Alle sind in einem sehr umfangreichen Glossar erläutert. Im Ebook sind sie alle verlinkt, in der Printausgabe sollten die Lesenden ein Lesezeichen anbringen. Es lohnt sich! Links zu den Übersetzungen der Gedichte sind ebenfalls vorhanden. Ich spreche zwar französisch, von gälischer Aussprache hatte ich bisher keine Ahnung. Auch hierzu gibt es viele Erläuterungen und Aussprachehilfen.

Durch das wunderschöne Cover habe ich mich sofort wieder nach Irland versetzt gefühlt.Es passt wunderbar zur Story!

Ich habe diesen Roman sehr genossen und kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, die Auszeichnungen hat der Autor verdient. 5 Sterne für dieses Highlight!

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Über Widerstand und Zukunftsglaube

Nein sagen
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Mit "Nein sagen" hat Matthias Brandt ein kleines, aber nicht weniger wichtiges Buch geschrieben. Ich habe es als Hörbuch gehört, das er selbst eingelesen hat. Großartig!

Als Matthias Brandt 2025 gebeten ...

Mit "Nein sagen" hat Matthias Brandt ein kleines, aber nicht weniger wichtiges Buch geschrieben. Ich habe es als Hörbuch gehört, das er selbst eingelesen hat. Großartig!

Als Matthias Brandt 2025 gebeten wird, zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee eine Rede zu halten, will er zunächst ablehnen. Er hält diese Rede dann doch und ist froh, sie gehalten zu haben.

In seinem Buch erfahren wir viel aus seiner eigenen Biografie als Sohn von Willy und Rut Brandt. Er zeigt auf, dass Widerstand nicht Kampf bedeuten muss, dass es auch andere Wege des Widerstands gibt. Er analysiert Parallelen zwischen damals und heute, vergleicht die Nazis aus dem dritten Reich mit der AfD heute. Er vergleicht den Sprachgebrauch der Nazis mit dem der AfD und deren Umgang mit der Vergangenheit, wie die AfD ein Foto von Willy Brandt für eigene Wahlkampfzwecke benutzt hat. Brandt analysiert die Strategie der Partei, Wähler in eine Opfermentalität zu drängen um sie auf ihre Seite zu bringen. Er zeigt aber auch auf, wie seine Eltern den Glauben an die Demokratie und die Zukunft nie verloren haben und dass Widerstand nicht zwecklos ist. Er berichtet von Gesprächen mit Schülern eines Gymnasiums, die Hoffnung machen.

Brandt macht in seinem Buch deutlich, dass es sich lohnt für die Demokratie zu kämpfen: mit Worten und Diskussionen mit Andersdenkenden, die unter Umständen die Tragweite der jetzigen Situation noch nicht begriffen haben. Damit meint er nicht den Widerstand als Einzelner gegen Gruppen,für weniger mutige Menschen gibt es auch die Teilnahme an Demonstrationen um zu spüren, dass es Gleichgesinnte gibt. Es geht ihm nicht um Kampf, sondern um ein Eintreten für die Demokratie ohne Ausgrenzung jeder Art und Verschwörungstheorien.

Ein eindrucksvolles Werk, dass es sich zu lesen oder hören lohnt. Ein Werk, das nachdenklich macht und gleichzeitig die Aufforderung in sich trägt, aktiv zu werden. Brandt versucht mit diesem Werk, Menschen davon abzuhalten einfach wegzusehen. Leider werden bestimmte Gruppierungen dieses Buch weder lesen noch hören. Eine Möglichkeit wäre, dieses Werk als Pflichtlektüre in Schulen einzuführen, um möglichst viele junge Menschen zum Nachdenken zu bringen.

Eine absolute Lese- oder Hörempfehlung!

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