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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Der Mann des Jahres

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Schon die ersten Kapitel ziehen einen in eine düstere Villa voller unausgesprochener Drohungen. Natalie tritt ihren neuen Job an und landet mitten in einer Atmosphäre, die von Angst, Misstrauen und einem ...

Schon die ersten Kapitel ziehen einen in eine düstere Villa voller unausgesprochener Drohungen. Natalie tritt ihren neuen Job an und landet mitten in einer Atmosphäre, die von Angst, Misstrauen und einem exzentrischen Boss geprägt ist. Die kurzen Kapitel, meist aus ihrer Perspektive, erzeugen Tempo und Nähe. Besonders die geheimnisvollen Abschnitte mit der Überschrift „Unbekannt“ sorgen für Gänsehaut und machen sofort klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.
Der Einstieg hat mich sofort gepackt: fesselnder Schreibstil, starke Atmosphäre, ein Setting, das einen komplett einsaugt. Doch je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr merkte ich, dass manche Szenen sprunghaft wirkten und Details nicht immer sauber ineinandergriffen. Das hat mich gelegentlich aus dem Lesefluss gerissen.
Natalie selbst ist ein spannender Charakter - forsch, frech und impulsiv. Anfangs mochte ich das sehr, später wurde es mir manchmal etwas zu viel. Dafür haben mir die ruhigeren Momente rund um ihre im Koma liegende Freundin richtig gut gefallen. Diese Szenen erden die Story und geben ihr emotionale Tiefe.
Ein Buch mit viel Potenzial, das besonders durch Atmosphäre und Spannung punktet. Trotz einiger holpriger Stellen lässt es sich schnell weglesen und bietet solide Unterhaltung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Dämonen und Exorzisten

Cruel is the Light – Ihre Liebe ist groß, ihre Macht unendlich (Cruel is the Light 1)
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Die Welt ist ohne Frage das Highlight des Buches. Dämonen in verschiedenen Stufen, Exorzisten, Artificer, Siegel, Schwerter, Schutzmünzen – ein komplexes, düsteres Magiesystem, das richtig Atmosphäre schafft. ...

Die Welt ist ohne Frage das Highlight des Buches. Dämonen in verschiedenen Stufen, Exorzisten, Artificer, Siegel, Schwerter, Schutzmünzen – ein komplexes, düsteres Magiesystem, das richtig Atmosphäre schafft. Einige Szenen sind brutal und intensiv, was gut zur Grundstimmung passt. Besonders mochte ich die Einblicke in Selenes Werte und ihren inneren Antrieb. Da spürt man, wofür sie kämpft.

Die wechselnden POVs fühlten sich oft sprunghaft an, als würde zwischen den Zeilen etwas fehlen. Perspektivwechsel und Satzstellungen wirkten teilweise wirr, wodurch die Logik mancher Handlungen verloren ging. Mir fiel es schwer, in die Geschichte einzutauchen, Hintergründe wurden zu wenig erklärt, die Figuren blieben auf Distanz und ließen mich emotional nicht richtig heran. Auch die Zeit, in der die Story spielt, blieb für mich unklar. Die Protagonisten sind 18/19, verhalten sich anfangs aber extrem förmlich, dies hat sich erst mit dem Näherkommen legt.

Fazit: Ein spannender, düsterer Weltenaufbau mit starken Ideen, aber erzählerisch für mich zu sprunghaft, um vollständig mitzufühlen. Wer komplexe Magiesysteme liebt und über Logiklücken hinwegsehen kann, könnte hier dennoch fündig werden.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Brutal und düster

Blutwild
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Mit ihrem Thriller-Debüt geht Saskia te Marveld gleich von Anfang an in die Vollen, „Blutwild“ ist nichts für schwache Nerven: Blut, brutale Szenen, Todesangst, Serienkiller-Vibes – all das bekommt man ...

Mit ihrem Thriller-Debüt geht Saskia te Marveld gleich von Anfang an in die Vollen, „Blutwild“ ist nichts für schwache Nerven: Blut, brutale Szenen, Todesangst, Serienkiller-Vibes – all das bekommt man hier reichlich.
Im Zentrum steht Anka, eine Resilienz Trainerin, die vor sechs Jahren entführt und grausam gequält wurde. Sie konnte entkommen, doch jetzt holt sie ihre Vergangenheit wieder ein. Die Story springt zwischen Perspektiven und Zeitebenen, was eigentlich Tiefe verspricht.
Der Schreibstil ist klar und gut lesbar, perfekt für einen schnellen, actiongeladenen Thriller. Allerdings hätte die Zeichnung der Figuren für meinen Geschmack ein paar mehr Seiten gebraucht. Einige Ungereimtheiten haben meinen Lesefluss gestört. Vieles wirkte leider etwas blass, und einige Handlungen waren mir zu konstruiert.
Trotzdem ein spannendes Debüt mit ordentlich Tempo und Härte, aber noch Luft nach oben. Thriller-Fans, die es düster und brutal mögen, kommen trotzdem auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Rasantes Tempo, aber wenig Sinn

Das Lied der Tiefe
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Imogen Nel ist das Mündel eines grausamen Königs der nur nach Macht strebt und alle Sirenen töten lässt. Dabei ist Imogen selbst eine Sirene, dadurch besitzt sie eine Macht, die sowohl verführerisch als ...

Imogen Nel ist das Mündel eines grausamen Königs der nur nach Macht strebt und alle Sirenen töten lässt. Dabei ist Imogen selbst eine Sirene, dadurch besitzt sie eine Macht, die sowohl verführerisch als auch tödlich ist. Als sie sich dieser nicht mehr entziehen kann, muss sie fliehen. Dabei begegnet sie dem geheimnisvollen Theodor, der ihr bei der Flucht hilft und ihrer Anziehung nicht wiederstehen kann.
Die Geschichte beinhaltet viel, was ein tolles Fantasy Abenteuer haben sollte, viele Geheimnisse, Verrat, interessante Wendungen und eine Enemies-to-Lovers-Romance. Die Story besitzt ein rasantes Tempo, aber vieles ergibt oft wenig Sinn. Mir fehlte in den Handlungen komplett die Tiefe und mit den zahlreichen Stimmungswechseln fühlte ich mich eher verwirrt als gefesselt. Auch das Worldbuilding ist leider nicht gut ausgearbeitet, so hatte ich keine Vorstellung vom Setting und konnte deshalb auch zu keiner Zeit wirklich in die Geschichte abtauchen.
Die Beziehung zwischen Theodor und Imogen war ein einziges hin- und her. Der Romanze fehlte es an Emotionen und ließ mich vollkommen kalt. Die Idee mit dem selbstgewählten Blutsband, welches die beiden sich nie weiter als ein paar Meter voneinander entfernen lässt, finde ich interessant, nur leider wirkt es konstruiert und viele Wiederholungen nervten.
Es ließ sich auf jeden Fall flüssig lesen, die Autorin hat hier eine düstere Atmosphäre geschaffen und spannende Ideen eingebracht, aber den Schreibstil empfand ich oft wie abgehackt. Zum Ende hin versank das Ganze dann im Chaos und viele Fragen blieben offen.
Diese Sirenengeschichte hätte ein Highlight werden können, schade hier wurde so viel Potenzial verschenkt.

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