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Veröffentlicht am 13.04.2026

Solider Romantasy-Auftakt

Der Prinz des Nachtreichs 1. Midnight Spy
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"Der Prinz des Nachtreichs" ist für mich ein klassischer Romantasy-Auftakt, der viele bekannte Elemente mit einer eigenen Idee kombiniert und dabei vor allem durch seine Grundstimmung punktet.

Im Mittelpunkt ...

"Der Prinz des Nachtreichs" ist für mich ein klassischer Romantasy-Auftakt, der viele bekannte Elemente mit einer eigenen Idee kombiniert und dabei vor allem durch seine Grundstimmung punktet.

Im Mittelpunkt steht Letty, die tagsüber ein ziemlich gewöhnliches Leben führt und nachts als Spionin im Nachtreich unterwegs ist. Dieser Kontrast hat für mich toll funktioniert. Der Wechsel zwischen Schule, Zukunftsängsten und gefährlichen Missionen sorgt dafür, dass keine der beiden Welten zu kurz kommt. Gerade dieser Spagat macht die Geschichte lebendig und hebt sie ein Stück weit von anderen Romantasy-Titeln ab.

Der Einstieg ist angenehm klar und nicht unnötig kompliziert. Man versteht schnell, wie Lettys Doppelleben funktioniert, ohne dass man mit Informationen überladen wird. Gleichzeitig bleiben genug Fragen offen, um neugierig zu machen - vor allem in Bezug auf das Nachtreich und die politischen Hintergründe rund um den Erlkönig.

Die Dynamik zwischen Letty und Will mochte ich insgesamt sehr. Die beiden kennen sich schon lange, was der Beziehung eine gewisse Vertrautheit gibt, gleichzeitig schwingt aber immer dieses Verbotene mit. Dass sich ihre Gefühle langsam verändern, wirkte auf mich nachvollziehbar und nicht überstürzt. Es ist eher ein leises Entwickeln als ein großes Drama, was meines Erachtens nach aber gut zur Zielgruppe passt.

Der Schreibstil ist locker und gut lesbar, ohne dabei zu schlicht zu wirken. Gerade für ein jüngeres Publikum funktioniert das sehr gut, aber auch als erwachsene Leserin konnte ich mich gut darauf einlassen. An manchen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht, vor allem wenn es um die Hintergründe des Nachtreichs oder die Bedrohung geht, die sich im Laufe der Handlung aufbaut.

Das Worldbuilding bleibt insgesamt eher im Hintergrund, was ich teilweise als etwas schade empfand. Die Welt rund um Annwn wirkt interessant und hat definitiv Potenzial, wird aber im ersten Band noch nicht komplett ausgeschöpft. Ich gehe aber davon aus, dass hier in den Folgebänden noch mehr kommt.

Insgesamt ist Der Prinz des Nachtreichs ein gelungener Auftakt, der vor allem durch seine Atmosphäre, die spannende Grundidee und die Beziehung zwischen den Figuren überzeugt. Wer Geschichten mit Parallelwelten, verbotener Liebe und einem Hauch von Gefahr mag, dürfte hier gut aufgehoben sein.
4/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2026

Düsterer Auftakt mit leichten Schwächen

The Crane and the Nightjar
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"The Crane and the Nightjar" ist der Auftakt einer etwas düstereren Romantasy-Dilogie, die mich vor allem durch ihre Atmosphäre und die Ausgangssituation schnell gepackt hat. Man startet direkt in eine ...

"The Crane and the Nightjar" ist der Auftakt einer etwas düstereren Romantasy-Dilogie, die mich vor allem durch ihre Atmosphäre und die Ausgangssituation schnell gepackt hat. Man startet direkt in eine Welt, in der Vertrauen kaum existiert und jede Entscheidung tödliche Konsequenzen haben kann. Besonders gut gefallen hat mir, dass es keine lange Einführung gibt, sondern man ziemlich schnell mitten im Geschehen steckt.

Im Zentrum stehen die Protagonisten Zara und Crane, die gezwungen sind, zusammenzuarbeiten, obwohl sie sich eigentlich alles andere als trauen können. Genau diese Dynamik fand ich besonders spannend. Zwischen Misstrauen und einer zunächst reinen Zweckgemeinschaft entsteht etwas, das sich nicht sofort greifen lässt, aber gerade dadurch interessant bleibt. Crane bleibt lange undurchschaubar, während Zara eher vorsichtig und von ihren Erfahrungen geprägt wirkt. Das hat für mich sehr gut funktioniert.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und sorgt dafür, dass man gut durch die Seiten kommt. Gleichzeitig lebt die Geschichte stark von ihrer Stimmung: düster, teilweise brutal und immer mit einem Gefühl von unterschwelliger Bedrohung. Die Prüfungen und Aufgaben innerhalb der Handlung bringen Spannung rein und sorgen dafür, dass man selten das Gefühl hat, komplett durchatmen zu können.

Das Worldbuilding wird eher nebenbei vermittelt, was ich grundsätzlich mochte, weil es den Lesefluss nicht ausbremst. Trotzdem hätte ich mir stellenweise ein paar mehr Details gewünscht, um die Welt noch greifbarer wirken zu lassen. Ähnlich ging es mir mit dem Aufbau der Handlung: Einige Entwicklungen bleiben zunächst etwas unklar oder wirken diffus, wodurch ich nicht immer sofort verstanden habe, worauf alles hinausläuft.

Nichtsdestotrotz hat mich das Buch insgesamt gut unterhalten. Gerade die Mischung aus tödlichen Spielen, Geheimnissen und der sich langsam entwickelnden Beziehung konnte mich überzeugen. Das Ende hat definitiv neugierig auf den Folgeband gemacht und lässt einige Fragen offen, die hoffentlich im nächsten Band beantwortet werden.
4/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2026

Hat mich trotz leichter Schwächen gut unterhalten!

Cheer for Love
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Nachdem die Cheerleaderin Ella eiskalt von ihrem Ex-Freund abserviert wird, ist alles, was sie sich wünscht, ein gelungenes Auslandsjahr in Nashville verbringen zu können. Sie möchte alles geben, um die ...

Nachdem die Cheerleaderin Ella eiskalt von ihrem Ex-Freund abserviert wird, ist alles, was sie sich wünscht, ein gelungenes Auslandsjahr in Nashville verbringen zu können. Sie möchte alles geben, um die Cheer Squad ihrer neuen Universität zu bereichern - und eine einmalige Chance ergreifen zu können. Doch gleich am ersten Abend trifft Ella auf den Quarterback Hudson. Was zunächst als lockere Bekanntschaft zwischen den beiden beginnt, entwickelt sich schon bald zu deutlich mehr, bis es den beiden immer schwerer fällt, das Knistern zwischen ihnen zu ignorieren...

Ich habe bisher kaum etwas aus dem Genre "Sports Romance" gelesen. Als ich "Cheer for Love" zum ersten Mal entdeckt habe, war ich so sehr gespannt darauf, was mich hier erwartet. Das tolle Cover und der interessante Klappentext haben letztendlich nicht zu viel versprochen. Denn der Genrebegriff ist hier Programm: Die Handlung legt ihren Fokus auf das Cheerleading und teilweise auch auf den Footballsport, ermöglicht immer wieder spannende Einblicke ins Training und in Wettkämpfe oder Spiele. Ich hatte zuvor keinerlei Kenntnisse über diese beiden Sportarten, konnte mir im Laufe dieses Buches aber ein umfassendes Gesamtbild davon machen. Hin und wieder habe ich mir ein Glossar gewünscht, um bei schwierigen, neuen Begriffen einen besseren Überblick behalten zu können. Das ist aber wohl Meckern auf hohem Niveau.

Abseits des sportlichen Aspekts hat diese Geschichte neben einer soliden Romance vor allem tolle Charaktere zu bieten. Zahlreiche (überwiegend) herzliche Teammitglieder sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Und auch die Protagonisten Ella und Hudson sind beide gelungene, interessante Figuren. Gerade Hudson ist keineswegs der klassische, klischeebehaftete "Bad Boy". Er überzeugt durch seine Eigenheiten und ist ein wirklich liebenswerter und greifbarer, zugleich aber starker Bookboyfriend. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Ella empfand ich trotz einigem Hin und Her im Ganzen als sehr rund. Die Autorin Ki Stephens lässt den Leser die Chemie zwischen den beiden spüren, und auch wenn ein großes Feuerwerk der Gefühle ausbleibt, so ist der Romance- und Spiceanteil doch durchaus schön zu lesen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch auch vor tiefgehenderen Themen nicht zurückschreckt. Neben einer Zwangsstörung werden beispielsweise auch schwierige familiäre Beziehungen thematisiert, was der Geschichte von Ella und Hudson ein Alleinstellungsmerkmal und noch mehr Authentizität verleiht. Leider werden diese Thematiken oftmals nur oberflächlich abgehandelt, obwohl diese zuvor doch so rund in die Geschichte integriert wurden.

Insgesamt hat mich "Cheer for Love" trotz kleinerer Schwächen gut unterhalten. Wer Lust auf Sports Romance mit Fokus auf dem Sportaspekt hat, sollte sich diesen Einzelband näher ansehen. Ich werde nun sicherlich mehr aus diesem (Teil-)Genre lesen!
4/5 Sterne

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  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.01.2026

Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Düstere Romantasy mit einem Geist als Love-Interest? Dieses Schmuckstück musste ich mir näher ansehen! Und ich finde, das Debüt von Cortney L. Winn kann sich in vielerlei Hinsicht sehen lassen.

Winns ...

Düstere Romantasy mit einem Geist als Love-Interest? Dieses Schmuckstück musste ich mir näher ansehen! Und ich finde, das Debüt von Cortney L. Winn kann sich in vielerlei Hinsicht sehen lassen.

Winns Schreibstil ist ruhig, direkt und auf innere Monologe fokussiert, lässt das Worldbuilding und insbesondere auch das Magiesystem aber dennoch keineswegs zu kurz kommen. Dadurch entsteht eine dichte, stellenweise fast beklemmende Stimmung, die sich konsequent durch den gesamten Roman zieht. Ich empfand das zum einen als sehr eindringlich, zum anderen allerdings auch als ein wenig fordernd, da sich Gedanken und Emotionen teilweise wiederholen. Für Leser, die gern tief in die Gefühlswelt einer Figur eintauchen, dürfte genau das jedoch ein Pluspunkt sein.

Besonders gelungen fand ich die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Nähe wirkt hier selten einfach nur unbeschwert, sondern ist oft von Unsicherheit, Abhängigkeiten und emotionaler Schwere geprägt. Dies fühlt sich durchweg authentisch an und passt gut zur intensiven Grundstimmung des Buches.

Thematisch setzt sich Vesselless intensiv mit innerer Leere, Selbstzweifeln und dem Gefühl auseinander, nicht richtig im eigenen Leben anzukommen. Diese Themen werden ernst genommen und nicht romantisiert, was ich als sehr positiv empfunden habe. Dennoch ist das Buch dadurch nicht für jede Stimmung geeignet und verlangt Aufmerksamkeit sowie emotionale Bereitschaft.

Insgesamt halte ich Vesselless für eine lesenswerte Lektüre für alle, die intensive, etwas düstere Geschichten mögen und keine Angst vor schweren Themen haben.
4/5 Sterne

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2026

Humorvolles Abenteuer mit Fokus auf einem starken Zusammenhalt

Aru gegen die Götter, Band 1 - Die Wächter des Himmelspalasts
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Aru Shah lebt im Museum für altindische Kunst und Kultur, in dem sich eine unscheinbare Öllampe befindet. Ihre Mutter, die Leiterin des Museums, hat ihr strengstens verboten, diese anzuzünden, da sie verflucht ...

Aru Shah lebt im Museum für altindische Kunst und Kultur, in dem sich eine unscheinbare Öllampe befindet. Ihre Mutter, die Leiterin des Museums, hat ihr strengstens verboten, diese anzuzünden, da sie verflucht ist. Doch Arus Mitschüler forden sie heraus, und sie muss sich vor ihnen beweisen. Sie zündet sie Lampe an und weckt damit den Schläfer. Nun liegt es an Aru, die Welt vor ihrer Zerstörung zu bewahren. Doch diesen Weg beschreitet sie nicht allein...


Da ich mich vor dem Lesen noch nicht mit der indischen Mythologie auseinandergesetzt hatte, war ich zunächst unsicher, wie gut ich dem Inhalt folgen können würde. Umso überraschender war es, wie einfach mir der Einstieg in die Geschichte gelang. Vor allem der einfache und gut verständliche Schreibstil der Autorin half dabei, komplexe mythologische Inhalte nachvollziehen zu können. Zudem beschreibt die Autorin die Geschehnisse detailreich und anschaulich, sodass ich mir als Leser die Handlung wunderbar bildlich vorstellen konnte. Dadurch wirkte die Geschichte lebendig, und ich konnte dieser jederzeit problemlos folgen.

Teilweise bin ich beim Lesen über viele ungewohnte Namen gestolpert. Jedoch war das Glossar am Ende des Buches, in dem die Namen erklärt werden und Hinweise zur richtigen Aussprache gegeben werden, sehr hilfreich. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass kurze Erklärungen oder Aussprachehilfen direkt auf der jeweiligen Seite zu finden wären, da das Hin- und Herblättern den Lesefluss stellenweise beeinträchtigte.

Außerdem empfand ich die humorvollen Stellen des Buches besonders gelungen und amüsant, sie lockerten die Geschichte immer wieder auf und sorgten für ein kurzweiliges Leseerlebnis. Auch die Entwicklung der Protagonistin Aru sehe ich sehr positiv. Anfangs war sie mir oft etwas unsympathisch, da sie häufig log und dadurch oft unzuverlässig wirkte. Im Laufe des Buches wächst sie allerdings über sich hinaus, lernt, dass es besser ist, die Wahrheit zu sagen und setzt ihre seltener gewordenen Lügen gezielter und sinnvoller ein, was sie als Figur reifer und sympathischer erscheinen lässt.

Die Spannung war von Anfang an vorhanden, doch im Mittelteil des Buches flachte sie ab. Durch einige eher nebensächliche Handlungen wirkte das Buch dann doch stellenweise etwas langatmig. Zum Glück nahm die Spannung am Ende wieder deutlich zu.


Insgesamt tragen die humorvollen Szenen und die gut ausgearbeiteten Charaktere dazu bei, dass das Buch trotz kleiner Längen sowohl Leser, die sich bereits mit der Hindu-Mythologie auskennen, als auch Leser, die noch keinerlei Berührungspunkte damit hatten, gut unterhält.
4/5 Sterne

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